Der Schwarze Tod

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Yggdrassill, 21. November 2009.

  1. Yggdrassill

    Yggdrassill Neues Mitglied

    Ich habe mich mal mit Seuchen beschäftigt und habe mal gehört das es einige Mediziner und Historiker gibt die der Meinung sind das die Pandemie die zwischen 1347 und 1353 Europa heimsuchte nicht um die Pest handelt sondern um eine andere Krankheit einige denken das es sich um ein Hämorrhagisches Fieber handelt. Was debkt ihr dazu?
     
  2. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

  3. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Auch in der PM-History war diese Frage Thema (Ausgabe 12 von 2008).

    Hier wird auch der Verdacht geäußert, dass es sich um Milzbrand oder auch um das Fleckfieber gehandelt haben könnte.

    So wurden bei einer Untersuchung von 66 Skeletten im Jahr 2003 (121 Zähne wurden untersucht) aus fünf mittelalterlichen Massengräbern in London keine Hinweise auf das Pestbakterium gefunden.
    Bei einer anderen Untersuchung drei Jahre früher waren Skelette aus Montpellier Forschungsobjekt. Hier wurde in allen Zähnen Erbmaterial von yersinia pestis (also vom Pesterreger) gefunden.

    Ob es nun die Pest war oder nicht - es lässt sich meines Wissens einfach nicht zu 100% nachweisen, dass es die Pest war.

    Ich persönlich bin sehr unschlüssig. Ich denke aber, dass es die Pest gewesen ist.
     
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  4. pelzer

    pelzer Aktives Mitglied

    Hoi zäme

    Ich bin der Meinung, dass damals unglücklicherweise wohl mehrere Kranheiten/Epidemien aufeinander getroffen sind; Pest, "Ebola", Fleckfieber, Grippe, usw.? Erst die Kombination machte "den schwarzen Tod" zur menschenvernichtenden Seuche...

    Gruss Pelzer


    .
     
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  5. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ich will gar nicht ausschließen, dass die Infektionskrankheit "Schwarzer Tod", wenn es denn nicht Yersinia pestis war, wieder ausgestorben oder mutiert ist. Es gibt dafür noch andere Beispiele.
    Englischer Schweiß ? Wikipedia
    So wie solche Geißeln plötzlich verschwanden, konnten (und können) sie oder ähnliche Seuchen auch plötzlich wieder auftauchen.
     
  6. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Diesen Artikel habe ich damals ebenfalls mit sehr großem Interesse gelesen, da mich die Geschichte des Schwarzen Todes sehr interessiert.

    Das Problem hierbei ist, dass es an einigen typischen Symptomen für die yersinia pestis fehlt, wie sie später beobachtet wurden. Zweifel daran bringt immer wieder das fehlende charkteristische Rattensterben oder auch der fehlende Nachweis des Bakteriums. Auf der anderen Seite konnte aber der Erreger auch immer wieder nachgewiesen werden und die beschriebenen Syptome stimmen auch mit anderen bekannte Erkrankungen nicht zur Gänze überein.

    Tante Wiki bringt zu diesem Thema einen schönen, auch kontrovers gehaltenen Artikel.
    Schwarzer Tod ? Wikipedia
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Der im Forum achon randläufig erwähnte Artikel von Damgaard et al. aus der Nature 2018, der sich anhand von 2 Zufallsfunden aus 137 menschlichen DNA mit der Verbreitung des Yersinia-Pesterregers beschäftigt, wird im Ergebnis (wie damals schon in einer Vorabkritik) bestritten:

    damalige Publikation:
    137 ancient human genomes from across the Eurasian steppes | Nature

    Kontrovers:
    Ancient Yersinia pestis genomes provide no evidence for the origins or spread of the Justinianic Plague

    ~ deepL

    Zusammen mit der Veröffentlichung von 137 alten menschlichen Genomen, die aus archäologischen Überresten der eurasischen Steppe gewonnen wurden, identifizierten Damgaard et al. 2018 zwei mit Yersinia pestis infizierte Individuen, von denen ein Genom mit einer durchschnittlichen Abdeckung von 0,24x (DA147, 2. bis 3. Jh. n. Chr.) und ein weiteres mit 8,7x (DA101, 6. bis 9. Jh. n. Chr.) entstand. Eine phylogenetische Analyse, die an letzterer durchgeführt wurde, ergab eine Positionierung bzw. Einordnung, die auf ein Justinianisches Genom aus dem 6. Jahrhundert in Aschheim, Deutschland, zurückging. Diese Ergebnisse werden verwendet, um ein Argument zu vertreten, dass die Justinianische Pest (541-544 n. Chr.) "gegen Ende der Hunnischen Zeit durch die Seidenstraße entlang des südlichen Randes der Steppe nach Europa gebracht wurde", im Gegensatz zu der führenden Hypothese der Einführung über das Rote Meer, die durch historische Berichte gestützt wird. In unserer Re-analyse (Überprüfung) hinterfragen wir den umstrittenen historischen Kontext der präsentierten Genome mit der Justinianischen Pest und zeigen, dass das Genom mit geringerer Abdeckung eher mit dem Schwarzen Tod (1346-1353 n. Chr.) verwandt sein könnte.

    Along with the publication of 137 ancient human genomes retrieved from archaeological remains of the Eurasian steppe, Damgaard et al., 2018 identified two individuals infected with Yersinia pestis, yielding one genome with 0.24x average coverage (DA147, 2nd–3rd c. AD) and another with 8.7x (DA101, 6th–9th c. AD). A phylogenetic analysis performed on the latter placed it in a position ancestral to a 6th-century Justinianic genome from Aschheim, Germany. These results are used to fuel an argument that the Justinianic Plague (541–544 AD) “was brought to Europe towards the end of the Hunnic period through the Silk Road along the southern fringes of the steppes” in contrast to the leading hypothesis of introduction via the Red Sea that is supported by historical accounts. In our reanalysis, we question the contested historical context of the presented genomes with the Justinianic Plague and show that the lower coverage genome might be rather related to the Black Death (1346–1353 AD).
     

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