Der Soldat im Dreißigjährigen Krieg

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648)" wurde erstellt von mk654, 13. Juli 2009.

  1. mk654

    mk654 Gast

    Hallo Leute,

    was könnt ihr mir über den Soldaten des Dreißigjährigen Krieges sagen. Die Basics sind mir schon klar (Söldner usw.)

    Mich interessiert mehr:

    Was war der entscheidende Unterschied zu den Soldaten im Zeitraum vor dem Krieg (1550 - 1618).
    Noch mehr interessiert mich wie es danach weiterging - kann man die Soldaten des Dreißigjährigen Krieges schon als moderne Soldaten bezeichnen?

    Literaturtipps?
     
  2. Rheinländer

    Rheinländer Aktives Mitglied

    Die Söldner des Dreißigjährigen Krieges zogen oft mit ihrer Familie umher, die im Tross mitlief, nur so konnte oftmals das Überleben gesichert werden.

    Zudem waren die Heere oft mulitnational und von Religionen losgelöst.

    Die Ernährung erfolgte zumeist durch Plünderungen eroberter Gebiete, "Der Krieg ernährt den Krieg".

    Interessant hierzu, mit dem Schicksal des (fiktiver Name, aber mit Tagebuch belegt) Söldners Peter Hagendorf, dass in der mehrteiligen ZDF-Dokumentation "Mit Gottes Segen in die Hölle" filmisch umgesetzt wurde.
     
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  3. Mercy

    Mercy unvergessen

  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Wie schon gesagt handelte es sich bei den Truppen des Dreißigjährigen Krieges eher um Söldner, als um Soldaten. Diese wurden von privaten Kriegsunternehmern und Condottieri bereitgestellt, Leuten wie Georg von Frundsberg und Albrecht von Wallenstein. Diese Söldner fühlten sich eher ihrem Söldnerführer, als dem Landesherren verpflichtet und wurden daher oft unzuverlässig, vor allem, wenn sie nicht pünktlich bezahlt wurden. Aus den Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges zogen daher viele Fürsten die Konsequenz dass sie versuchten, eigene stehende Heere aufzustellen, die zum großen Teil aus Landeskindern rekrutiert wurden und sich ihrem Landesherren verpflichtet fühlten.

    Dabei ist vor allem Brandenburg/ Preußen zu nennen, das unter Friedrich Wlhelm, dem "Großen Kurfürsten" ein starkes stehendes Heer aufstellte. Aber auch Mittelmächte wie Hessen- Kassel stellten starke stehende Armeen auf, und um den Unterhalt dieser Truppen zu finanzieren, betätigten sich die Landgrafen als Militärunternehmer, die ihre Soldaten an zahlungskräftige Interessenten vermieteten.

    Bis ins 18. Jahrhundert wurden Soldaten weiterhin mehr oder weniger freiwillig geworben. Eine Neuerung stellte das Kantonatssystem der Preußen dar. Jedem Regiment wurde ein bestimmter Kanton zugeteilt, aus dem dann Soldaten rekrutiert wurden, die einberufen wurden. Dieses system war ähnlich einer allgemeinen wehrpflicht, darf aber nicht damit verwechselt werden, da sich betuchte Zeitgenossen gegen Zahlung von der Einberufung befreien konnten oder ganz von Einberufung befreit waren.
     
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  5. duxalamannorum

    duxalamannorum Mitglied

    siehe dazu : Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst, Band Neuzeit, 2.Buch, Kap. 2- 6
     
  6. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Ärmere Fürstentümer bauten ihre Verteidigung auf Volksaufgebote bzw dem jüngsten Teil selbigens (dem Ausschuß) auf. Mit modern wird nicht der Söldner sondern eher der Wehrpflichtige oder der Berufssoldat eines stehenden Heeres verbunden
    'türlich:

    [FONT=Verdana, sans-serif]Keegan, John: die Kultur des Krieges. Berlin 1995.[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Krippendorff, Ekkehart: Staat und Krieg. Die historische Logik politischer Unvernunft. Frankfurt 1987.[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Kröner, Bernhard/Ralf Pröve (Hrsg.): Krieg und Frieden. Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit. Paderborn u.a. 1996. [/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Kröner, Bernhard R.: Kriegerische Gewalt und militärische Präsenz in der Neuzeit. Ausgewählte Schriften. Paderborn u.a. 2008.[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Luh, Jürgen: Kriegskunst in Europa 1650-1880. Bohlau 2004.[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Menzel, Thomas: Der Fürst als Feldherr. Militärisches Handeln und Selbstdarstellung zwischen 1470 und 1550. Dargestellt an ausgewählten Beispielen. Berlin 2003.[/FONT]

    Neugebauer, Karl- Volker (Hg.): Grundzüge der deutschen Militärgeschichte (Bd.1). Historischer Überblick. Freiburg 1993.

    Papke, Gerhard: Von der Miliz zum Stehenden Heer. Wehrwesen im Absolutismus. In: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hg.): Deutsche Militärgeschichte 1648 – 1939, Bd. 1, München 1983.

    Schulze, Winfried: Die deutschen Landesdefensionen im 16. und 17. Jahrhundert. In: J. Kunisch (Hg.), Staatsverfassung und Heeresverfassung in der europäischen Geschichte der frühen Neuzeit, Berlin 1986, S. 129-149.


    [FONT=Verdana, sans-serif]Scherer, Erich: Handlexikon Militärgeschichte. Zur Geschichte des Militärs[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]mitteldeutscher Kleinstaaten vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Begriffe,[/FONT]
    [FONT=Verdana, sans-serif]Garnisonen, Formationen, Personen. 2004. [/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Sikora, Michael: Söldner – historische Annäherung an eien Kriegertypus. – In: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft 29, 2003, S. 210 – 238. (Versuch einer Definition)[/FONT]


    [FONT=Verdana, sans-serif]Sind alle eher auf politische Wirkung der verschiedenen Militärformen, statt deren Bewaffnung orientiert, aber auch dazu findet sich ein wenig.
    [/FONT]
     
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  7. alfred

    alfred Neues Mitglied

    Hallo Leute!

    Weiß jemand, ob das Tagebuch des Peter Hagendorf irgendwo erhältlich ist?
    Buchverlag oder online oder wie auch immer.

    Suche mich schon zum Narren...

    Im Voraus: danke für zweckdienliche Hinweise.
     
  8. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Jan Peters (Hrsg.): Ein Söldnerleben im Dreißigjährigen Krieg. Eine Quelle zur Sozialgeschichte (Selbstzeugnisse der Neuzeit. Quellen und Darstellungen zur Sozial- und Erfahrungsgeschichte), Akademie Verlag, Berlin 1993.

    Dort ist die Quelle wiedergegeben. Inhaltsverzeichnis hier: http://www.geo.de/GEO/kultur/buchtipps/56271.pdf
     
  9. A_Wallenstein

    A_Wallenstein Neues Mitglied

    Hallo @alfred.

    Wenn du das Buch kaufen möchtest, dann wirst du es schwer haben. Der Preis wäre dementsprechend, wenn du das Buch in einem Buchhandel findest. Obwohl erst 1993 aufgelegt, wird es keine neue Auflage geben. Ich hatte mich diesbezüglich einmal an den Verlag gewandt.
    Im Moment findest du dieses Buch nur in guten Bibliotheken.

    Der Link unten zur GEO Seite gibt leider nur ein Auszug aus dem Buch wieder.

    Sehr zu empfehlen ist auch diese Arbeit

    http://userpage.fu-berlin.de/~telehist/MvM/magisterarbeit(1.2.2005).pdf

    Ich würde sogar sagen, dass man diese Magisterarbeit noch vor dem eigentlichen Buch von J. Peters lesen sollte.

    Dann hoffe ich mal, dass du eine gute Bibliothek in der Nähe hast.
     
  10. Maxl

    Maxl Neues Mitglied

    hallo an alle

    könntet ihr mir mal ein bischen was übern 30 Jährigen erzählen dar wir dies nicht letztes Jahr in Geschichte geschaft haben (bin wie ihr sehr interessiert an Geschichte)
     
  11. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Das musst du schon ein bisschen konkreter formulieren, was du genau wissen willst.
    Ansonsten - dies hier unten ist dein eigener Satz, geschrieben vor wenigen Minuten an anderer Stelle.
     
  12. Thomas70

    Thomas70 Neues Mitglied

    Halli Hallo!
    Zur Beschreibung der Söldner in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, deren Lebens, der Arten und Formen der Rekrutierung bzw. Auflösung von Söldnerregimentern, kann ich das Buch " Dreißigjähriger Krieg Westfälischer Frieden " von Helmut Lahrkamp empfehlen. Erschienen im Aschendorff Verlag, ISBN 3-402-05166-4, 1999
     
  13. Thomas70

    Thomas70 Neues Mitglied

    Hallo nochmal!
    Hab da noch einen Nachtrag zum Thema Söldner im Dreißigjährigen Krieg.
    Ebenfalls eine gute Beschreibung des Söldnerlebens findet man im GEOEpoche Ausgabe 29 "Der Dreißigjährige Krieg". Dort sind auch Auszüge aus dem Tagebuch und Beschreibungen des Söldnerlebens von Peter Hagendorf nachzulesen.
    Gute Beschreibungen (fast schon in Romanform) findet man auch im "Simplicissimus" von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen.

    Ob Soldaten zu dieser Zeit schon zu den modernen Soldaten zählen kann ich persönlich nur mit nein beantworten. Modern wurden Soldaten in meinen Augen erst als sie anfingen Gefechte aus einer Deckung heraus zu führen wie zum Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1775-1783.
     
  14. Mercy

    Mercy unvergessen

  15. Thomas70

    Thomas70 Neues Mitglied

    :ichdoof:sorry! hab mich von den vorherigen Schreibern ablenken lassen.
     
  16. Adolarius

    Adolarius Neues Mitglied

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