Deutsche Kaufleute auf Sansibar

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Gast, 13. April 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    (Deutsch-)Ostafrika

    Hallo, weiss jemand, wann Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Sansibar angefangen haben? Ich glaube Hamburger Kaufleute waren die ersten - aber wann?

    Vielen Dank,
    Elisabeth
     
  2. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    1866 waren bereits deutsche Handelsgesellschaften in Sansibar aktiv.

    Dies zeigen Berichte der Prinzessin Sayyida Salme, die über Beziehungen über den Kaufmann Rudolf Heinrich Ruete, Handelshaus Hansing & Co. 1867 nach Deutschland floh...

    http://www.nationalgeographic.de/php/magazin/topstories/2001/10/topstory1a.htm

    Nachtrag:
    1846 waren die schwäbischen Missionare Johannes Rebmann und Johann Ludwig Krapf im damaligen Sansibar (welches auch die gegenüberliegende Küste Tanganjikas umfasste).
    1848 veröffentlichte Krapf die erste Grammatik für Kisuaheli.

    Also ich denke mal, dass die Anfänge des echten Handels im größeren Stil so um 1860-67 anzusetzen ist...
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. April 2005
  3. Arne

    Arne Premiummitglied

    Lungos Verweis auf die sansibarische Prinzessin ist richtig. (Im alten Palast in Sansibar-Stadt hängt ein schönes Portait von ihr und ihre deutschsprachigen Memoiren sind ausgestellt).

    Ich habe etwas gewühlt, bin aber nicht so richtig fündig geworden. Da Sansibar nie deutsche Kolonie war, findet sich wenig in der einschlägigen Kolonialliteratur, die mir vorliegt.

    Auch im ersten Kolonialhandels-und Adressbuch von 1897 weist nichts auf die Aufnahme der Tätigkeiten der Handelshäuser auf Sansibar hin.
    Carl Peters hat sich bei seiner Ankunft auf Sansibar 1884 aber auch auf einen Herrn Justus Strand vom genannten Handelshaus Hansing & Co. verlassen. Die Firma wurde 1816 gegründet und hatte ab 1853 einen eigenen Agenten auf Sansibar (Kolonial-Lexikon). Sie taucht übrigens 1897 wieder als L. und O. Hansing, Mrimi Land- und Plantagengesellschaft (Pflanzung Kitopeni auf dem Festland) im Kolonialhandelsadressbuch von 1897 auf. Vermutlich sind mehrere deutsche Handelsfirmen nach dem "Helgoland-Sansibar-Vertrag" (1890) von Sansibar weg auf das Festland umgezogen.

    Die (deutschen) Handelshäuser auf Sansibar hatten fast ausschließlich mit arabischen und indischen Zwischenhändlern zu tun, die die Waren vom Festland einführten (Elfenbein etc) und weiterverkauften. Zusätzlich natürlich sansibarische Waren, wie z.B. Gewürznelken etc.

    Alles in allem: Ich kann deine Frage (heute) nicht eindeutig beantworten, will mich aber mal bei meinen Bekannten umhören. Aus dem Handgelenk gesagt, ohne Beleg, würde ich sagen daß der Beginn der deutsch-sansibarischen Handelsbeziehungen so um 1853 anzusiedeln ist...
     
  4. Arne

    Arne Premiummitglied

    Hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin doch noch fündig geworden...

    Ab ca. 1840 gabe es erste Handelsbeziehungen europäischer Handelshäuser mit Sansibar. Vermutlich als erste deutsche Faktorei gilt die des Hamburger Handelshauses O´Swald im Jahre 1846. Die Firma hat sich dort gut eingeführt und genoss das Vertrauen des Sultans
    Als Carl Peters 1884 auf Sansibar eintraf hatte er ein Gespräch mit dem deutschen Konsul...= ein Herr O´Swald...
    Die Firma Hansing war übrigens auch aus Hamburg. Ein Nachtrag dazu: In Dar-es-Salaam hatten die auch ein Geschäft 1897..

    Reicht das?
     
  5. Arne

    Arne Premiummitglied

    Und hier die endgültige Info:

    Der Sultan Seyid Said aus Maskat machte Zanzibar erst 1833 zu seiner Residenz, erst
    danach gründeten deutsche Handelshäuser Niederlassungen in Sansibar, nämlich die Hamburger Firmen A.H.Hertz & Söhne 1844, O'Swald & Co. 1849 und Hansing & Co. 1853. Frühere Beziehungen sind nicht bekannt.
     
  6. Gast

    Gast Gast

    Danke für Eure Hilfe, besonders an Arne. Hast Du die Informationen in einem Fachbuch gefunden oder auf Internet?

    Elisabeth
     
  7. Arne

    Arne Premiummitglied

    In Fachbüchern. Ins Internet hatte ich da gar nicht erst geguckt, da ich einen recht guten Überblick habe, was es so an guten Kolonialseiten gibt. Eine Info dazu wäre ein Zufallstreffer gewesen...
     

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