Deutscher Bauernkrieg 1524/25

Dieses Thema im Forum "Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648)" wurde erstellt von MelP, 6. Januar 2008.

  1. MelP

    MelP Neues Mitglied

    Hallo

    wer von euch kann mir bei der Recherche über den bauernkrieg 1524/25 helfen?
    Ein paar Internetseiten habe ich gefunden.
    Was mir noch sehr wichtig wäre, die Lebensweiße der Menschen zu dieser Zeit.
    Welche Kleidung trugen sie, was wurde gegessen, wie sah der Alltag aus. Wie lief es mit der Landwirtschaft usw.

    Um rege Antworten wäre ich sehr dankbar.:detektiv:
     
  2. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Mit Internetseiten kann ich dir nicht weiterhelfen, aber vielleicht mit dem was ich schreibe.

    Die Kleidung, das Essen und der Alltag sah sehr unterschiedlich aus, wenn man jede Gesellschaftsform betrachtet.
    Es gibt ein Zitat, was die Aufgaben der jeweiligen Gesellschaft gut und kurz zeigt. Es heißt: " Der Eine bete, der Andere schütze und der Dritte endlich arbeite." Leider kann ich dir nicht sagen wer der Autor ist, denn dieser Satz kam in meiner Klausur-Aufgabenstellung vor und ich konnte mir den Namen nicht merken. Es war aber auf jedenfall ein Zeitzeuge.
    Die Geistlichen gingen ihrer Lebensaufgabe nach und hielten in Klöstern und Kirchen Messen und halfen dem Menschen eine Verbindung zu Gott zu finden. Sie trugen lange Kutten. Die Machart aber war, meines Wissens nach, abhängig von dem geistlichen Orden, dem sie angehörten. Ihre Nahrung war Brot, Gemüse, Obst,... In den Klöstern wurde dies Alles von den Geistlichen selbst oder/und Bediensteten im Klostergarten angebaut. Auch wussten sie wie man Bier braut.
    Der Adel konnte sich teure Stoffe leisten und hatte auch das Geld um die Gewänder färben zu lassen oder sich schon farbenfrohe Stoffe kaufen zu können und/oder sich Kleidung nähen zu lassen. Die Männer verbrachten ihre Freizeit z.B. mit Jagd oder Falknerei. Die Frauen verbrachten ihre Zeit mit Näharbeiten.
    Das Essen war sehr umfang- und abwechslungsreich. Hauptsächlich wurde Fleisch gegessen und dazu Gemüse, Obst, ...alles was zur damaligen Zeit angebaut werden konnte.
    Der Bauer und die Handwerker, die "kleinen Leute", verbrachten ihr Leben mit der Arbeit und der Religion. Sie mussten hart arbeiten und hatten kaum Freizeit. Bauern aßen hautsächlich Brot, dünne Suppe und verschiedenste Arten von Breien.
    Bauern trugen ärmliche, farblose Kleidung,die meistens aus Leinen gemacht war. Schuhe waren für sie ein Traum, den viele sogar nicht kannten.

    Beim Essen ist noch wichtig zu sagen, dass es eines unserer heutigen Grundnahrungsmittel, die Kartoffel, noch lange nicht gab. Erst zur Zeit Friedrich des Großen wurde sie langsam bekannt, da sie ursprünglich aus Amerika kam.
     
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  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    1. Wäre etwas arg kalt gewesen und von einer breiten barfuß daher kommenden Bevölkerungsschicht habe ich auch noch nichts gelesen. Woher weißt Du das? Immerhin waren die Schuhe der Zeit weitaus einfacher und billiger als die Schuhe des 17.Jh. herzustellen, welche dann schon über einen Leisten gezogen wurden.
    Wichtiger Unterschied zur Oberschicht dürfte das Material gewesen sein. Die Wolltuche der Unterschicht waren sicherlich von minderer Qualität, die Gewänder verbrauchten zumeist weniger Stoff. Teure Textilien wie Seide etc. waren natürlich der Oberschicht vorbehalten. Ich denke allerdings dass man ganz verlässliche und präzise Aussagen zur Kleidung kaum treffen kann, da aus der 1. Hälfte des 16.Jh. kaum Originalkleidung erhalten geblieben ist und das Meiste davon auch der städtischen oder adeligen Oberschicht zuzurechnen ist.

    2. Die Kartoffel wurde im 17.Jh. in Dtl. eingeführt, in Preußen allerdings innerhalb des HRR wohl fast zuletzt, nämlich unter Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II..
     
  4. MelP

    MelP Neues Mitglied

    Ich danke schon mal für die Antworten. Hat mir schon einiges gebracht, da ich gar keine Ahnung von der Zeit habe.
    Wenn noch jemand was weiß, bin ich sehr gespannt drauf!!
    Liebe Grüße MelP
     
  5. tejason

    tejason Aktives Mitglied

    Bauernkrieg, Reformation und Renaissance überlappen sich in Deutschland besonders stark. Über diese Stichworte kann man sehr viel im Netz und Bibliotheken finden. Es gibt eigentlich sehr viele Quellen zu dieser Zeit, die nach langer Zeit relativ spärlicher privater Quellen davor fast schon 'redselig' zu nennen ist. Nicht mehr nur die Schreiber von Kirche und Potentaten berichten, sondern auch Kaufleute und einfache Handwerker.


    Mit Erfindung des Buchdrucks und der Verteilung von Flugblättern erst konnten sowohl Reformation als auch spätere Bauernführer wie Thomas Münzer publizieren. Es war eine prickelnde Zeit des Umbruchs. Fast alle Bücher im Kontext mit Thomas Münzer oder Ulrich von Hutten gehen auf die Lebensweise jener Zeit ein.
    Gut als Einführung in die Zeit in fast jeder Hinsicht ist das Hochzeitshaus in Münster mit folgender medialer Präsentation:
    Startseite - Erlebniswelt Renaissance
    Eine ungewöhnliche Annäherung an das Thema aber durchaus sehr informativ, wenn auch nicht auf den Bauernkrieg zugeschnitten. Ich weis nicht ob sie wieder eröffnet wurde.

    Dergleichen ist eher in Mühlhausen zu erwarten, wo es auch ein Bauernkriegsmuseum gibt (das ich nicht kenne!). Dort war das Zentrum eines besonders ambitionierten Aufstandes.
     
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Das Museum befindet sich in der Kornmarktkirche zu Mühlhausen, der Eintritt beträgt 3 Euro, ein Besuch ist mäßig lohnend!
     
  7. Ostrogotha

    Ostrogotha Aktives Mitglied

    Da hast Du Dich vertan, Du warst in Hameln. Da steht das Hochzeitshaus. Die Ausstellung ist wg. bankrotter Geschäftsführung geschlossen.
     
  8. Lukrezia Borgia

    Lukrezia Borgia Moderatorin

    Bist Du sicher, dass das eine Klausur zur Frühen Neuzeit war? Das Zitat stammt sinngemäß von Adalbero von Laon, der um die Jahrtausendwende gelebt hat. Er teilte die mittelalterliche Gesellschaft in drei Gruppen ein: Die oratores, die bellatores und die laboratores. Bereits im Spätmittelalter hat sich die Gesellschaft in Mitteleuropa jedoch schon so gewandelt, dass man dieses Schema nur mit großen Schwierigkeiten (meiner Ansicht nach gar nicht mehr) noch auf das 16. Jahrhundert anwenden kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dezember 2008
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  9. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Barfuß gingen die Bauern nicht, sie trugen die sogenannten Bundschuhe, die auch zum Symbol der Bauernaufstände wurden. Festtagskleidung und Mützen der Bauern waren teilweise auch mit Färberwaid gefärbt. Auf Gemälden der Epoche sind Ocker- und Grüntöne zu sehen. Die Alltagskleidung dürfte aber eher leinenfarbig gewesen sein.
     
  10. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    So sah es aus:
     

    Anhänge:

  11. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Brot war bei den Bauern eher selten, schließlich musste es mit Energieaufwand gebacken werden. Man aß hauptsächlich Brei, also Hirse oder andere Getreidearten in Milch. Das ist nahhaft und eigentlich ist da auch alles drin, was der Körper braucht. Die Kuh war dem Bauern also heilig. Wer sich die nicht leisten konnte, hatte wenigstens eine Ziege, die er melken konnte. Wenn man die auch nicht hatte, musste man sich sein Getreide mit Wasser mischen.
    Natürlich gab es unter den Bauern ärmere und wohlhabendere, wodurch sich die Ernährung dann auch unterschied. Wer es sich leisten konnte, aß häufiger Fleisch.
     

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