Deutscher in russischer Kriegsgefangenschaft im 1. Weltkrieg

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von Ekaterina, 5. Oktober 2019.

  1. Ekaterina

    Ekaterina Neues Mitglied

    Guten Tag, aus alten Aufzeichnungen geht hervor, dass ein Großonkel von mir im 1. Weltkrieg in russischer Kriegsgefangenschaft war, aber etwa eineinhalb Jahre später zu Fuß fliehen konnte über Finnland bis nach Deutschland zurück. Nun frage ich mich, wann das gewesen sein kann. 1914 sind ja die Russen, soweit ich das verstanden habe, von den Deutschen bei Tannenberg geschlagen worden. Könnten die trotzdem Gefangene gemacht haben? Und ab 1917 wollten die Russen doch gar keinen Krieg mehr. Es wäre sehr nett, wenn mich jemand detaillierter informieren könnte, Danke schön im Voraus!
    Ekaterina
     
  2. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Ja, in den Massenschlachten des 1. Wk. konnte auch die unterlegene Seite durchaus Gefangene machen. Auch gab es abseits der großen Schlachten ständig kleinere Gefechte, in denen Soldaten in Gefangenschaft geraten konnten. Laut Wikipedia gerieten 160.000 deutsche Soldaten in russische Gefangenschaft.

    Kriegsgefangener – Wikipedia

    EDIT
    Wenn er 1 1/2 Jahre in Gefangenschaft war, müsste er zwischen Kriegsbeginn 1914 bis Mitte 1916 in Gefangenschaft geraten sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Oktober 2019
  3. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ja, es gab Gefangene.

    Lese da auch bitte mal etwas über den „Engel von Sibirien“.

    Gibt dazu einiges im Netz.

    Auch bei Wikipedia. Interessant finde ich auch den Beitrag bei „MDR Zeitreise“.

    Diese Philanthropin hatte sich diesen Namen „Engel von Sibirien“ redlich verdient. Man nannte sie auch die „Mutter von Neusorge“. War mehrfach zum Nobelpreis vorgeschlagen, aber leider. Sie wurde wohl auch von A. Hitler umworben.

    Neusorge, Ortsteil von Zschöppichen bei Mittweida/Sachsen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Oktober 2019
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Problem dürfte darin liegen, Ekaterina, dass dir offenbar nicht ganz klar ist, dass die Niederlage in Tannenberg, die Niederlage in einer Schlacht war, nicht aber, dass damit der Krieg zwischen dem Deutschen und dem Russischen Reich beendet gewesen wäre.
     
  5. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Darf ich fragen welcher Art die Aufzeichnungen sind und was da an Text sonst noch drinn steht?

    Gekämpft wurde mal hart und mal weniger hart bis in den Herbst des Jahres 1917 hinein, sofern er 1,5 Jahre in Gefangenschaft war, bzw. so lange gebraucht hat um sich absetzen zu können, kann das im Prinzip von Stallupönen bis zur Brussilov-Offensive überall gewesen sein.
    Kannst du aus den Auszeichnungen möglicherweise in Erfahrung bringen, zu welcher Einheit er gehört hat? Damit könnte man die infrage kommenden Auseinandersetzungen, die zur Gefangennahme geführt haben können mindestens mal eingrenzen.

    Was die spezielle Frage zu Gefangenen bei Tannenberg angeht:

    Tannenberg hatte ja bei Stallupönen und Gumbinnen auch eine Vorgeschichte, in dem Zusammenstoß mit der 8. Armee unter v. Prittwitz und Rennenkampfs Njemen-Armee. das die Russen bei Tannenberg irgendwelche Gefangene machen konnten, ist unwahrscheinlich. Für Gumbinnen sind wenigstens vereinzelte Gefangene sicherlich nicht auszuschließen.
     
  6. Ekaterina

    Ekaterina Neues Mitglied

    Ich danke Euch sehr herzlich für die vielen guten, ausführlichen und kompetenten Antworten, Ihr habt mir damit sehr geholfen!
     

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