Die Entfremdung der Lairds von den Clans

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Ugh Valencia, 13. Mai 2022.

  1. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    offtopic: Bist du dir sicher, dass so sonderlich viele Lairds 1746 hauptsächlich Gälisch sprachen? Im schottischen Parlament war bereits ab 1398 Scots, also Schottland-Englisch, Standardsprache und dort waren alle Lairds als grundbesitzende Gentry ja auch vertreten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Mai 2022
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Zumindest die Lairds aus den Highlands. Sie waren ja Teil ihrer Clans. Nach 1746 entfremdeten sie sich mehr und mehr von den Clans.
     
  3. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Dann wäre den Highlands-Lairds jegliche Form von Kommunikation im schottischen Parlament auch schon Jahrhunderte vor 1746 sehr schwer gefallen.
     
    Turgot gefällt das.
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich sage ja nicht, dass sie kein Scots sprachen, sondern dass sie, nach den Jakobitenaufständen stärker an London gebunden, als an den Clan, das Gälischen vergaßen und sich vom Clan entfremdeten.
     
  5. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Das ist aber ein Unterschied zum angelsächsischen Adel nach 1066, der dann plötzlich mit einer neuen Hofsprache, das langue d'oil der Normannen, konfrontriert war. Die schottischen Highland Lairds im 18.Jahrhundert waren hingegen über Jahrhunderte an Zweisprachigkeit gewohnt.
    Im Endeffekt hat sich ab 1066 die Sprache der Unterworfenen, das Englische*, gegenüber dem Französischen der Normannen durchgesetzt. In den Highlands war es andersherum: die Sprache der Besiegten, das Gälische, wurde mehr und mehr zugunsten der Sprache des Siegers, das Englische (teilweise mit Scots als englischer Sprachvariante), verdrängt.
    *Klar wurden beim Wandel von Old English zu Middle English viele Französische Lehnworte aufgenommen.
     
    Turgot gefällt das.
  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    So ganz neu wird die nicht gewesen sein:
    "Um die Mitte des 11. Jahrhunderts waren am angelsächsischen Königshof zahlreiche Sprachen zu hören. Neben Altenglisch wurde seit der Eroberung Knuts des Großen auch Altnordisch gesprochen, möglicherweise auch von den Söhnen Earl Godwins, die es von ihrer dänischen Mutter gelernt haben könnten. Eduard der Bekenner beherrschte mit Sicherheit Altfranzösisch, das auch von den Normannen am englischen Königshof verwendet wurde. Einzelne Unterhaltungen könnten auch auf Bretonisch und Flämisch sowie von Lothringern in westfränkischen Dialekten geführt worden sein. Die vorherrschende Sprache am Hof war aber das Altenglische..."
    (Dominik Waßenhoven, 1066. Englands Eroberung durch die Normannen, München 2016, S. 113)
     
  7. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Dass einzelne Adelige andere Sprachen beherrschten, bestreitet ja keiner.
     

Diese Seite empfehlen