die ersten Europäer in Japan

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von askan, 30. März 2005.

  1. askan

    askan Neues Mitglied

    Mal eine blöde Frage!

    Wer war eigentlich zuerst in Japan? Das die Portugisen die ersten waren die Handel mit Japan trieben, weiß ich, aber wer war sozusagen der "Entdecker" Japans? Und nachdem der Weg zum Fernen Osten von See her bekannt war, wie gingen die Entdeckungen weiter?
    Hat irgendein Kaptiän Länderbeschreibungen verfasst:
    in etwa: Logbuch Anno 15.. heute entdeckte ich ein Land namens Korea...usw.

    Kennt sich einer von euch dort aus?
     
  2. collo

    collo Aktives Mitglied

  3. collo

    collo Aktives Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 30. März 2005
  4. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Wie in einem von Collos Links beschrieben, war die tatsaechliche Entdeckung, der erste Landgang eines Europaers auf japanischen Boden, ein Zufallsereignis, schiffbruechige Portugiesen, denen in Japan Unterschlupf gewaehrt wurde.

    Wie es dann weiterging im Detail, kriege ich aus dem Kopf nicht mehr zusammen. Die Portugiesen hatten das Monopol auf den Handel mit Japan bekommen, die Jesuiten begannen zu missionieren, spaeter kamen auch andere Orden sowie die andernen Kolonialmaechte, Englaender und Hollaender, bis dann die Abschliessung des Landes erfolgte und nur noch den Hollaendern ein Handelsstation auf einer vor der Kueste liegenden Insel gewaerht wurde.

    Wenn ich Zeit habe, lese ich es nochmal nach, wenn bis dahin nicht jemand anderes schneller ist...
     
  5. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Laut M. Pohl "Geschichte Japans" waren es wohl drei Portugiesen, die 1542 auf der Insel Tanegashima suedlich von Kyushu erstmals japanischen Boden betraten. Sei reisten auf einer chinesischen Dschunke, die in Folge eines Taifuns vom Kurs abgekommen war.
     
  6. udaipur99

    udaipur99 Neues Mitglied

    Wenn sie auf einer chinesischen Dschunke unterwegs waren wirft das fuer mich dich Frage auf, ob die Chinesen denn von der Existenz der Japaner gewusst haben (und den Portugiesen nichts erzaehlt haben ?).
    Gab es eigentlich beruehmte asiatische Entdecker welche weit gereist sind ? Wenn wir von Entdeckern sprechen fallen ja immer nur Europaer.
     
  7. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Also die Chinesen wussten schon "immer" von Japan. Die aeltesten schriftlichen Quellen, noch aus der Zeit, als die Japaner keine Schrift hatten, stammen aus China und sind uebr 2000 Jahre alt.

    Es war auch kein Geheimnis, als die Europaer Kontakt mit den Chinesen hatten, wussten sie auch bald von Japan, aber es dauerte dann eben noch, warum weiss ich nicht, bis es zum ersten direkten Kontakt kam.
     
  8. collo

    collo Aktives Mitglied

    ja, die beiden kulturen kannten sich, die japaner haben u.a. die chinesischen schriftzeichen und den buddhismus aus china importiert.

    ob es einen regen handel zwischen beiden reichen gab, weiß ich nicht so genau, da sollten die asien-experten ran. ich weiß nur noch, dass es einen invasionsversuch der chinesen bzw. der damals herrschenden mongolen gab, der aber an widrigen wetterumständen scheiterte. die japaner nannten diese taifune "Kamikaze" http://de.wikipedia.org/wiki/Kamikaze_%28Mongoleneinfall%29.


    der bekannteste chinesische entdecker ist zheng he: http://de.wikipedia.org/wiki/Zheng_He

    seine reisen führten bis nach afrika, deshalb auch das bild der giraffe.

    in dem buch "1421 Als China die Welt entdeckte" wird auch spekuliert, ob nicht die chinesen amerika entdeckt haben.

    insgasamt dauerte diese phase gerade mal 30 jahre, ansonsten wären wohl wir europäer über kurz oder lang von den chinesen entdeckt worden.
     
  9. collo

    collo Aktives Mitglied

  10. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Neues Mitglied

    Zum Zeitpunkt der europäisch-japanischen Begegnung war es Japanern bei Todesstrafe verboten, chinesischen Boden zu betreten.
    Daher sahen die Europäer ihre Chance als Mittelsmänner aufzutreten, denn die Japaner waren eigentlich abhängig von chinesischer Seide. Damit füllten die Portugiesen jedes Jahr ihr "Schwarzes Schiff" mit Reichtümern.
     
  11. hyokkose

    hyokkose Gast

    Meines Wissens ist der Hintergrund folgender: Im 15. Jahrhundert hatte es noch geregelte Handelsbeziehungen zwischen Japan und China gegeben. Mit dem Zusammenbrechen der letzten Reste einer staatlichen Ordnung in der Zeit der "kämpfenden Reiche" (sengoku) ab dem späten 15. Jahrhundert hörte jede Unterscheidungsmöglichkeit zwischen japanischen Handels- und Piratenschiffen auf. Das "japanische" Piratenunwesen (natürlich mischten Piraten anderer Nationen, insbesondere auch Chinesen genauso mit) veranlaßte die Ming-Regierung zu den äußerst restriktiven Maßnahmen.

    Ich kann mir aber nicht recht vorstellen, daß dadurch die Europäer an Boden gewinnen hätten können. In chinesischen Augen waren das wohl ja auch nur eine Art "Japaner".

    Die seriöseren japanischen Seefahrer, die mehr am Handeln als am Plündern interessiert waren, verlegten ihre Aktivitäten mehr nach Südostasien. Dorthin bestanden bereits indirekte Kontakte über das Königreich Ryukyu; möglicherweise "entdeckten" sich Japaner und Europäer also gegenseitig - zu hoher See oder in einem taiwanesischen Hafen...
     
  12. hyokkose

    hyokkose Gast

    Was Korea betrifft, war lange Zeit die einzige in Europa verfügbare Quelle das 1668 erstmals gedruckte Tagebuch des Hendrik Hamel, der 1653 mit anderen Besatzungsmitgliedern der "Sperwer" als Schiffbrüchiger an die koreanische Küste gespült worden war.
     
  13. Mariat_San

    Mariat_San Neues Mitglied

    Die ersten Kontakte der Europäer mit Japan

    Hier mal mein Beitrag zu den ersten Kontakten der Europäer mit den Japanern.
    Es kann sein, dass ich hier so manches, was hier schon geschrieben wurde, wiederhole.... (man kännte es als auch Bestätigung sehen:D )

    Die ersten Kontakte der Europäer mit Japan

    In der Geschichte des japanischen Handels, die immer ungleichmäßig verlaufen ist, stellt das 16. und der Anfang des 17. Jh. eine der dynamischen Spitzen.
    Änderungen in der Ära des Muromachi Shogunats boten mehr Platz für händlerische Tätigkeiten.
    Die Initiative im Außenhandel ergriffen vor allem die Fürsten der südlichen Länder als auch zahlreiche Händler von den immer mehr prosperierenden Städten.
    Die Ausfahrten ins Ausland wurden zu dieser Zeit nicht besonders ‚kontrolliert’ und so bildete sich wieder ein geschäftliches Tun mit der Aktivität japanischen Piraten.
    Die jap. Handelsschiffe segelten nicht nur zu den Küsten von Korea und China, sondern drangen immer mehr Richtung Südasien.

    Dieses Vordringen Richtung Süd-Ostasien wurde weder von der damaligen jap. Regierung noch von irgendeiner Übersee-Handelsorganisation in irgendeiner Weise unterstützt (es wurde aber auch nicht gehindert).
    Es wurden Handelssiedlungen und kleinere Kolonien an der Küsten der indochinesichen Halbinsel gegründet, was einen Erheblichen Vorteil für jap. Händler im Konkurenzkampf für die Gelegenheit des Kaufes dortiger Waren darstellte.

    Dieser Konkurenzkampf verschärfte sich erheblich, besonders nachdem sich die ersten Europäer in Ost- und Süd-Ostasien blicken liesen…

    Die erste Welle der europäischen Übersee-Expansion, die durch Sehnsucht nach teuren Metallen und Bemühung Gewinne durch geschäftlichen Transaktionen mit hochgeschätzten/wertvollen tropischen und subtropischen Waren motiviert wurde, brachte hauptsächlich Spanier und Portugiesen auf die Suche eines Seeweges nach Indien und weiter entfernte Plätze Ostasiens.

    Es waren die Portugiesen, die sich als erste Europäer in Goe im Jahre 1510 niederliesen.
    Von dort aus sind sie auf die malaisische Halbinsel vorgedrungen wo sie sich niederliesen, damit sie im Jahre 1516 weiter zur chinesischen Küste vordringen konnten…

    Es war natürlich nur eine Frage der Zeit, wann die portugiesische Expansion zu den Küsten Nihhons (- Japans) vorstößt.
    Der erste Kontakt mit den Portugiesen wurde auf der Insel Tanegashima (südlich von Kyushu) 1542-43? datiert (die japanische datierung 1607 = 1543/ europäische Datierung = 1542).
    Es war wohl mehr oder weniger Zufall, denn eigentlich wollte das portugiesische Schiff von Siam nach China segeln.
    Der Herrscher von Tanegashima hatte den Portugiesen 2 Musketen abgekauft und lernte gleich einem seiner Vasalen den Umgang mit denen und weihte er ihn in die Produktion von Schießpulver ein.
    Feuerwaffen werden unzetrennbar mit ersten Kontakten der Europäer mit den Japanern verbunden, denn eben Musketen und Kanonen waren im Interesse der kriegerischen Fürsten und so erlaubten diese den Portugiesenden Handel auf ihrem Gebiet.

    Die Japaner haben sich aber nicht nur auf den Import von fremden Waffen verlassen.
    Schon eine der zwei abgekauften Musketen machte eine interessante ‚Reise’.
    Eben von dem Fürsten von Tanegashima an seinen Vasalen gegeben, borgte der Vasal die Muskete den Schmieden im Konitomu (Provinz Òmi), wo dann eigene japanische Produktion von Musketen begann und sich ausbreitete (*abgekuckt*).

    Ihr erster Massengebracuh in der Schlacht bei Nagashina brachten Oda Nobunaga einen bdeutenden militärischen Erfolg.
    Die neuen Waffen haben auch die Architektur von jap. Burgen und Festungen beeinflußt.


    Portugiesische Schiffe kamen mehr oder weniger ab dem Jahr 1545 regelmäßig in Japan.
    Sie ankerten in verschiedenen jap. Hafen, am meisten in Kyushu, wo sich zum größten Zentrum des ausländischen Geschäfts die Häfen Hirado und Nagasaki herausbildeten.

    Seit dem jahr 1584 haben auch Spanier den jap. Boden betreten.
    Die Europäer haben sich vor allem für das jap. Silber interessiert, welches sie günstig im Austausch für die Ware aus China oder Südasien kriegten.
    Sie haben rücksichtslos die Situation/Tatsache ausgenutzt, dass jap. Händler mit ihren Einkaufsmöglichkeiten nicht mit den großen und besser ausgestatteten europäischen Schiffen konkurieren konnten.
    So haben die Europäer die importierte Ware mit eiem vielfachen Gewinn verkauft.

    Für das portugiesische u. spanische kolonisatorische Unternehmen war die enge Zusammenarbeit mit der christlichen Propaganda typisch.

    Südwestjapanische Fürsten kamen den Missionaren entgegen, denn sie hatten bald gemerkt, dass sich dadurch leichter/besser Handelskontakte machen liesen.
    Sie haben den Christen erlaubt die Bevölkerung zu missionisieren, Kirchen zu bauen und manche liesen sogar sich selbst bekehren.
    Dennoch bezweifeln heute die jap. Historiker über die Tiefe ihres (jap. Fürsten)Glaubens und sind überzeugt, dass die Bekehrung zu rein praktischen Zielen diente.:scheinheilig:
    Fürst Sumitada Omura übergab den Jezuiten sogar den Hafen Nagasaki (+die Umgebung) fum Verwalten (1580), womit eigentlich eine Jezuiten-Kolonie auf japanischen Boden entstand.
    Auch dieser Akt wird heutzutage als ein taktischer Akt, denn ein benachbarter Fürstenhpf wollte diese Gebiet für sich beanspruchen.

    Unter den Dienern der sogenanten ‚bekehrten/christl.’ Fürsten erzielten die Missionare jeddoch große Erfolge.
    Nach Angaben vom Jahr 1582 gab es in Japan ca. 150000 Christen und 200 Kirchen (!)


    Sodele.... in kürze schreib ich weiter (ist noch nicht alles)
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2007
  14. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Meinst du Goa? Wenn nicht wo liegt Goe?

    Wie heissen den diese japanischen Historiker? Oder woher hast du dies?

    Auch hier solltest du angeben woher du diese Zahlen hast.

    Es ist üblich bei solchen langen Texten die Sekundärliteratur und die Quellen die man verwendet hat anzugeben. ;) Damit man die Angaben nachprüfen kann.
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2007
  15. Mariat_San

    Mariat_San Neues Mitglied

    Alle sachlichen Infos und Zahlen hab ich aus einem tschechischen Buch (Geschichte Japans, von Zdenka Vaziljevová).:D
    Die Namen der Historiker wurden nicht genannt, und ich kann auch nicht die Quellen finden, die die Autorin benutzt hat finden. Vielleicht deswegen, weil sie sich selber ziemlich gut auskennt, da sie selbst in Tokio Geschichte studierte und von einen bekannten Historiker (prof. Shigeki Toyama) unterrichtet wurde...
     
  16. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Na ja jeder Historiker schreibt seine Quellen in den Anhang oder in die Fussnoten. Ansonsten ist sein Werk wohl eher als leichte Lektüre zu bezeichnen. Denn gerade bei den Historikern gilt es, man muss alles Nachprüfen können woher das geschriebenen stammt. Ich denke sie wird wohl was im Anhang geschrieben haben.

    Aber sag mir jetzt bitte noch ob es Goa oder Goe ist. Und wenn es Goe ist wo genau das liegt.
     
  17. Mariat_San

    Mariat_San Neues Mitglied

     
  18. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

     
  19. Mariat_San

    Mariat_San Neues Mitglied

    100 Beitrag

    Mein Gott!:eek:
    Da sind ca. noch 20 Seiten Anhang wo sie die Informationen hat. Willst du dass ich das ganze hier schreibe?

    O.k., hier vielleicht einige (aber ich denke, die sind nicht mehr so aktuell, da auch das Buch schon etwas älter ist)
    Publikation: Nihon ni okeru rekishigaku no hattacu to gendzo

    Der neue Orient, von derselben Autorin

    Historical Studies In Japan

    Nihon Kidnaishi von K. Inoue, M. Suzuki

    ...
     
  20. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Nein du musst doch nicht alles aufschreiben. Sicher nicht :)

    Der Titel des Buches (auch wenn es eine tschechische Ausgabe ist) Autor usw. reicht doch aus.

    Beispiel:

    Autor
    Titel
    Verlag
    Jahrgang

    Das reicht aus. ;) Wir wollen es ja nicht übertreiben.
     

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