Die goldenen Zwanziger

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Jack93, 8. Januar 2014.

  1. Jack93

    Jack93 Neues Mitglied

    Hallo,
    ich mache bald ein Referat in Geschichte über, wer hätte es gedacht, die goldenen Zwanziger. Ich habe jetzt selber schon ziemlich viel gefunden, allerdings fehlen mir noch ein paar Dinge.
    Waren die Zwanziger schon von Rassismus geprägt?
    Mentalität und Zeitgeist? ( Klar, andere Kleidung / die neue Frau, gibt es da aber noch mehr? )

    Kultur ( Filmindustrie wurde groß, neue Ausdrucksweißen in der Kunst, aber hat sich sonst noch etwas geändert?)

    Wie gut fand die Bevölkerung die Republik nun? Ich habe zwar schon viel gelesen, dass es nicht so gemocht war, aber habt ihr irgendwelche Quellen/ Zitate oder soetwas, irgendwas das man im Vortrag dem Zuhörer auf die Hand drücken kann.

    Hauptsächlich Wissen, was eben die Gesellschaft angeht. Zur Politik kann man sich über Weimar ja ins Grab suchen, so viel gibt es da.
    Außerdem, irgendwelche Ideen was für Medien man zeigen könnte? Klar, Filmausschnitte oder Bilder, aber gibt es auch so etwas wie einen Fußball beim Vortrag über Ballsportarten?

    Danke im Vorraus,
    Jack

    Edit: Außerdem würde ich mich freuen, wenn jemand eventuell Statistiken und Daten zu dieser Zeit hat. Etwa "[FONT=Arial,Helvetica,sans-serif][FONT=Arial, Helvetica,sans-serif]Ende der 20er Jahre gingen in Deutschland täglich etwa zwei Millionen Menschen in über 5.000 Kinos."
    Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunst/index.html
    [/FONT][/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2014
  2. Premius

    Premius Neues Mitglied

    Hallo Jack,

    zum Thema Antisemitismus: Es gab auch schon vor den 20ern antisemitische Tendenzen, wie beispielsweise durch die DVP während des ersten Weltkriegs oder die Judenzählung im Heer am 1. November 1917 durch Kriegsminister Hohenborn. Juden waren, neben Sozialdemokraten, Pazifisten etc, ein willkommenes Ziel für Diffamierungen. (Zitat Wilhelm II. an August von Mackensen, 1919: „Die tiefste und gemeinste Schande, die je ein Volk in der Geschichte fertiggebracht, die Deutschen haben sie verübt an sich selbst. Angehetzt und verführt durch den ihnen verhassten Stamm Juda, der Gastrecht bei ihnen genoss. Das war sein Dank! Kein Deutscher darf das je vergessen noch ruhen, bis diese Parasiten von deutschem Boden vertilgt und ausgerottet sind! Dieser Giftpilz an der deutschen Eiche.“)

    Das zog sich dann natürlich auch durch die 20er, obwohl es natürlich einige Verbesserungen gab (Grundrechte etc.) Politisches Asyl fand das rechte Lager später auch in Parteien wie die am 5. Januar 1919 in der aufgeheizten politischen Atmosphäre der Revolution von 1918/19 in München gegründete Deutsche Arbeiterpartei (DAP), aus der später die NSDAP hervorging.

    Übrigens gab es nicht nur im rechten Spektrum offenen Antisemitismus. Ruth Fischer, KPD-Vorstandsmitglied 1923:
    „Tretet die Judenkapitalisten nieder, hängt sie an die Laterne, zertrampelt sie!“

    Trotzdem war es wohl kein ausdrückliches Massenphänomen. Die NSDAP errang bei den Wahlen 1928 auch nur 2,9%.

    In der Kultur ist sicherlich auch die Gründung des Bauhauses durch Walter Gropius 1919 zu nennen. Aber es stellte sich auch eine gewisse, neue Freizügigkeit ein, die Jahre vorher so wohl nicht denkbar, geschweige denn für die breitere Masse interessant gewesen wäre. (Stichworte "Großstadt-Triptychon" von Otto Dix, Marlene Dietrich, Josephine Baker,etc.)

    Siehe auch: http://www.geschichtsforum.de/f63/die-goldenen-20er-10769/
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2014
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