Die Mode im Mittelalter

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von Lili, 10. Juli 2004.

  1. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Die Mode im Frühmittelalter

    Unter den merowingischen Königen des Frühmittelalters änderte sich die traditionelle germanische Kleidung unter dem nun herrschenden oströmischen Einfluss.
    Aus dem ärmellosen germansichen Kittel wurde ein langer weiter Rock mit enganliegenden Ärmeln, die bis zum Handgelenk reichten. Dazu wurde ein Ledergürtel getragen. Neben den traditionellen Stoffen Wolle und Leinen wurde nun gerade für Adelige auch Seide verwendet. Unter diesem Rock wurden weiterhin die traditionellen germanischen Kniehosen und mit überkreuzten Bändern gehaltene Leinenstrümpfe und Bundschuhe getragen. Die Haare waren lang und wurden mit Mittelscheitel und Locken getragen.
    Die adeligen Frauen trugen knielange Leinen- oder Wollhemden und darüber meist seidene ebenfalls knielange Unterkleider. Die knöchellangen Überkleider wurden reichlich verziert - oft mit Goldfäden und orientalischen Mustern - und aus kostbaren Stoffen gefertigt. Auch Frauen trugen die mit Bändern gehaltenen Leinenstrümpfe und leichte Bundschuhe.
    Mit diesem Modewandel änderte sich auch das Kleidungsverständnis. Bei den germanischen Stämmen galt Kleidung nicht als Statussymbol, dieser Wurde ausschließlich durch kostbaren Schmuck demonstriert. Mit dem Wandel der Mode wird jedoch Kleidung immer mehr zum Statussymbol, da es sich nur besonders Reiche oder Adelige leisten können die teure Seide zu kaufen.

    Auch in der Karolingerzeit trugen die adeligen Männer einen knielangen Rock, der nach byzantinischem Vorbild in einem Saum endete. Zur Grundausstattung gehörten zudem noch die Hose, die Beinbinden, die um die Unterschenkel gewickelt wurden, und der Mantel, der auf der rechten Schulter mit einer Spange geschlossenen werden konnte. Die Füße verschwanden wie bisher in Bundschuhen. Ein leinenes Hemd und eine leinene Hose als "Unterwäsche", konnten sich nur Wohlhabende leisten.
    Die Haare wurden nun aber kurz geschnitten und mit einem Pony getragen. Dazu trugen Männer einen langen Schnurrbart.
    Die adligen Frauen kleideten sich wie die Römerinnen des 5. Jahrhunderts Sie trugen ein langes, weites Unterkleid und darüber zunächst ein etwas kürzeres, später ein ebenfalls langes, weites Oberkleid mit engen Ärmeln. Auch hier war der byzantinische Hof in der Mode tonangebend.

    Die Bauern trugen im Frühmittelalter weiterhin die traditionelle germanische Kleidung, was bald auch durch Gesetz geregelt wurde:
    Quellen:
    Bruhn - Kostümgeschichte in Bildern
    Loschek - Mode- und Kostümlexikon
     

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  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Bumke weist aber zu diesem Passus darauf hin, dass erst um 1150 in der >Kaiserchronik< "ein angebliches Gesetzeswerk Karls des Großen" zitiert wird, "das dieser nach seiner Krönung zum Kaiser erlassen haben sollte".

    vgl hierzu auch die gute Site von Maike Vogt-Lüerssen:
    http://www.asn-ibk.ac.at/bildung/faecher/geschichte/maike/mittelalter/MaII1.htm
     
  3. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Karl hat dieses Gesetz angeblich bereits 768 erlassen, also nach seiner Königskrönung. Als Anhaltspunkt dafür, dass dieses Gesetz wohl auf Karl zurückdatiert wurde um es zu legitimieren, ist dieser Auszug:
    Die sog. "Stoffkeile" wurden eingenäht um die Röcke weiter zu machen, je weiter die Kleidung (und je mehr Stoff dafür verbraucht wurde) desto höher war auch der Status des Tragenden.
    Die Kleidung als Statussymbol gibt es aber schon seit der Merowingerzeit. Ein solches Gesetz durch Karl wäre durchaus wahrscheinlich.
    Karl wird zudem nachgesagt, dass er der Kleidung nur eine Zweckdienlichkeit zumaß und sich sehr schlicht kleidete. Liest man aber Berichte, wie ausstaffiert sein Hof war - allen voran seine Familie - lässt das zumindestens mich an der angeblichen Schlichtheit seiner Kleidung zweifeln. Als Kaiser hätte er schließlich die Möglichkeit gehabt, das Statussymbol Kleidung abzuwerten.
    Karl wird im Allgemeinen vieles in den Mund gelegt bzw. nachgesagt, inwieweit dies aber der Realität entspricht lässt sich heute nur noch schwer belegen. Bei dem hier zitierten Gesetz handelt es sich auf jeden Fall um das erste seiner Art. Die für die Bauern vorgeschriebene Kleidung entspricht der traditionellen Kleidung der germanischen Zeit, im 11. Jhrd. (Bumke behauptet, dass das Gesetz aus dieser Zeit stammen würde) hatte sich die Kleidung des dritten Standes aber bereits weiterentwickelt. Zudem verschiebt Bumke das Einnähen von Stoffkeilen ebenfalls in die Zeit des 11. Jhrd. das angeblich erst dann der Mode entsprach. Die Stoffkeile wurden aber bereits zum Ende der Merowingerzeit in die Über- und Unterkleider von adeligen Frauen eingenäht. Mehr gibts dann zum Post Hochmittelalter (ist noch in Arbeit).
     
  4. Mercy

    Mercy unvergessen

    Bumke konstatiert,
    d.h. zu dieser Zeit war es für die Betroffenen nötig, sich auf die Altvorderen zu berufen.
    Ich habe mit den Kleiderproblematik sehr intensiv auseinandergesetzt, nachdem eine gute Bekannte sich als Gewanddesignerin selbständig machen wollte und mich um Fachberatung bat. Das ging soweit:
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. März 2008
  5. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Die Mode im Hochmittelalter

    Auch im Hochmittelalter galt Byzanz als Modemetropole. Adelige Männer trugen knöchellange Untergewänder über denen etwas kürzere – oft reich verzierte - Übergewänder getragen wurden. Die mit Bändern umwickelten Wadenbinden wurden nun durch enganliegende Strümpfe, die durch Nesteln an einem Hüftgurt gehalten wurden, ersetzt. Auch die Bundschuhe wurden nun durch Schlupfschuhe ersetzt. Lediglich der Umhang wurde noch nach germanischer Tradition mit einer Fibel auf der rechten Schulter geschlossen.
    Diesem Modeideal entspricht auch das deutsche Kaiserornat das bis 1806 in nahezu unveränderter Form getragen wurde. Sogar bis in die heutigen Tage hat sich die byzantinische Mode des Hochmittelalters im Ornat hoher geistlicher Würdenträger erhalten.
    Zu Beginn des Hochmittelalters galt die Frau Kaiser Otto II., die byzantinische Prinzessin Theophanu als „Modeikone“. Die früher enganliegenden Ärmel wurden weiter getragen und hatten trompetenähnliche Abschlüsse, die bis zum Boden reichten. Die Oberkleider der adeligen Damen wurden zudem kürzer und vor allem bunter und reicher verziert.
    Unter dem Einfluss von Agnes von Poitou, Frau von Heinrich III., wurden die weit fallenden byzantinischen Gewänder am Oberkörper figurbetonter, während sie ab der Hüfte weiterhin weit getragen wurden. Hierfür wurden sie an den Seiten unter den Ärmeln mit Bändern zusammengeschnürt. Die eng getragenen Oberkleider setzten sich auch in der Männermode durch. Außerdem wurden Fest- und Prunkgewänder sehr reichlich mit Edelsteinen und Perlen verziert.
    Im 12. Jahrhundert begann man Obergewänder und Umhänge mit kostbaren Pelzen, z.B. Zobel, Fuchs oder Hermelin zu füttern. Zudem wurden die Umhänge nicht mehr nach germanischer Tradition auf der rechten Schulter gefibelt, sondern mit sog. Tasseln (ähnlich einer Brosche) am Hals geschlossen. Zu dieser Zeit etablierte sich auch eine neue Schuhform, der Schnabelschuh.
    Adelige Männer trugen ab dem 12. Jahrhundert ihre Haare wieder schulterlang und mit Locken, wobei blonde Haare als besonders modisch galten.
    Auch die adeligen Frauen trugen ihr Haar lockig, wobei es nur ledigen Frauen gestattet war ihr Haar offen zu tragen. Verheiratete Frauen mussten ihr Haar mit Schleiern oder Hauben verdecken (daher „unter die Haube kommen“).
    Sowohl für Männer als auch für Frauen war es üblich sich zu schminken, so wurde das Gesicht hell mit Mehl oder Schrot gepudert und Lippen und Wangen rot geschminkt.

    Im dritten Stand setzten sich zu Beginn des Hochmittelalters lange Hosen durch, die mit einem kürzeren – etwa bis zur Oberschenkelmitte reichenden - Leibhemd getragen wurden. Als Kopfbedeckung diente die sog. Gugl, eine Art Kapuze. Wohlhabendere konnten sich auch eine „Glocke“, einen halbkreisförmigen Umhang mit Kapuze leisten. Zudem waren für Männer des dritten Standes kurze Haare vorgeschrieben. Die Frauen des dritten Standes trugen sackartige Kleider, die mit einem Gürtel oder Band in der Taille zusammengefasst wurden.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 15. Juli 2004
  6. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Die Mode des Spätmittelalters

    Das früher meist wadenlange Oberkleid der Männermode wurde im Lauf der Zeit immer kürzer, bis es im 14. Jahrhundert kurz unter der Hüfte endete. Diese hüftlangen Oberkleider wurden Schecken genannt und aufgrund ihrer Enge als Jacken getragen, die meist im Schulterbereich mit Baumwolle ausgestopft wurden, um breitere Schultern vorzutäuschen. Die Ärmel der Schecke reichten bis zu den Fingerspitzen; die reich verzierten Ärmelenden wurden als Muffen bezeichnet. Unter der Schecke wurde ein dünnes Faltenhemd getragen. Der Gürtel rutschte von der Taille auf die Hüfte. Nach wie vor wurden Beinlinge getragen, die mit Nesteln an einem Gürtel befestigt wurden. Unter der engen Schecke und den engen Beinlingen konnten allerdings die bis dahin üblichen sackartigen Unterhosen nicht mehr getragen werden, was den modebewussten Mann des späten Mittelalters dazu veranlasste auf Unterhosen zu verzichten.

    Im Spätmittelalter trugen Männer ihre Haare wieder sehr lang, aber immer noch lockig. Bärte waren dagegen nur noch selten zu sehen.

    Neben dem Tasselmandel wurden auch Nuschenmäntel und Hauken getragen. Nuscxhenmäntel wurden mit der sog. Nusche, einer Spange geschlossen. Eine Hauke ist ein schlichter Überwurf, der über dem Kopf getragen und auf der linken Körperseite drapiert wurde. Sowohl Männer als auch Frauen trugen an Ausschnitten, Gürten, Rocksäumen und Schuhen kleine Glöckchen.

    Auch der Schnabelschuh wurde noch getragen, allerdings war mittlerweile die Länge der Schuhspitzen je nach dem Stand des Trägers geregelt. (daher: "auf großem Fuß leben")

    Die Ober- und Unterkleider der adeligen Damen des Spätmittelalters war weiterhin enganliegend. Die Oberkleider hatten zudem so genannte Teufelsfenster - seitliche, große Öffnungen am Oberteil des Kleides. Die Kleider waren zudem vorne und hinten dreieckig dekoltiert und wurden mit langen Schleppen getragen. Eine weitere Neuerung der Damenkleidung waren Knopfleisten, meist an der Vorderseite des Kleides, als Ersatz für die seitliche oder hintere Schnürung der Kleider. Gürtel, die bisher in der Taille getragen wurden, wurden im Spätmittelalter auf der Hüfte getragen.
    Die Haare wurden mitunter sehr bizarr frisiert, so wurden sie beispielsweise zu Hörnern, Walzen oder Kugeln hochgesteckt. Zudem etablierte sich eine hoch ausrasierte Stirn- und Schläfenpartie.

    Diese Modeerscheinungen wurden allerdings bald - trotz aller Verbote - auch von reichen Bürgern kopiert. Da sich aber die allgemeine Wirtschaftliche Lage verbessert hatte, orientierten sich bald auch einfache Handwerker und Bauern an der Mode des Adels. Die Adeligen grenzten sich deshalb mit kostbaren Materialen und Schmuck vom 3. Stand ab.
     

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  7. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Hallo, zusammen
    da mich nun schon eine ganze Weile die Frage beschäftigt, wer wann Hose trug, bin ich auf diesen Thread gestossen.
    Etwas verunsichert bin ich durch den Teil in dem erst von Hose gesprochen wird und dann etwas später von "noch Beinlinge"
    Für mich ist eine Hose definiert als 2 Röhren für die Beine, die im Schritt zusammengenäht wurden, ohne Fußteil.
    Andere im Netz verstehen da so eine Art Strümpfe ohne Fußteil darunter. ( Also nicht im Schritt genäht)
    Was ist hier gemeint?
     
  8. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Nur weil es bereits Hosen gab, waren sie nicht zu allen Zeiten modern. Sujet dieses Threads ist schließlich die Mode, was aber nicht ausschließt, dass es nicht trotzdem Leute gab, die unabhängig von der jeweiligen Mode Hosen trugen. Beinlinge sind keine Hosen, sondern wie lange Strümpfe geschnitten (gibt mit und ohne Fuß). Zu Beinlingen trägt man(n) aus Anstandsgründen Unterhose.

    Eine Hose sind nicht immer zwei Röhren, es gibt ja bspw. auch Pluderhosen, Hosen sind auch nicht immer im Schritt komplett verschlossen (-> Herrenunterhosen).

    Die Definition ist auch zu knapp, wie dein Verständnis einer "Hose" grenzt das viele Hosenformen aus. Eine Hose ist ein Beinkleid mit einer (teilweisen) Schrittnaht. Thats it. Ob nun mit oder ohne Hosenbeine (unabhängig wie lang), mit oder ohne Fußteil, ob Röhre, oder 5 Meter Stoff pro Bein, hängt von der jeweiligen Mode ab.
     
  9. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Danke
    Wenn ich das richtig verstehe, meint Hose hier im Kontext das , was heute allgemein als Hose angesprochen wird. Mir gehts speziell um 2 Hosen der Geschichte. Einmal Peter Swyn´s "selbstgemachte" und dann die im Gesetz Karls des Großen erwähnten.
    Das Hosen nicht immer Mode und bei allen Mode waren , weiß ich. Nach dem guten Peter Swyn wurde sie ja im 15/16.jhdt wohl nur von Leuten, die auf eigenem Grund wirtschafteten , getragen.
    Bei Herrn Swyn weiß ich , das es eine Art Kniebundhose war, nur , was für eine?
    Breeches (Naht nur aussen am Bein und im Schritt) oder mehr unsere Form mit Vorder und Hinterteil?
    Liest sich jetzt verworren, der Grund der Suche ist ja auch seltsam. Auf dem Avatarbild trage ich ein Hemd mit T-Ausschnitt ohne Knöpfe ( ein sogenanntes "altes Hemd" ) und eine Hose, die nur aussen an den Beinen und im Schritt vernäht ist ( eine "Alte Hose") , beides nach Familienerzählungen dörfliche Alltagskleidung. Mich interessiert einfach, wie "Alt" diese "Mode" ist.
     
  10. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Im weitesten Sinne ja.

    Regionalgeschichtlich nicht meine Gegend, sorry. Ich weiß nur, dass er eine gewebte Hose wie die Bauern getragen hat. Vielleicht hilft dir das.

    ein Bild einer germanischen Hose gibts bei Tante Wiki: Datei:Thorsberg Trousers.jpg ? Wikipedia So oder so ähnlich würde ich mal sagen.

    Nachdem es sich um einfache bäuerliche Arbeitskleidung handelt: so einfach wie möglich, also meiner Einschätzung nach erstere Variante.

    Auch wenns hart ist: Mode wars wohl nie, aber dafür verhältnismäßig billig und leicht herzustellen. :winke:
     
  11. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Nö, "Mode" wars nie. Und bei Swyn ist eine gewisse Arroganz dabei, so ein Ding mit der Bemerkung " weil ich auf Eigenland wirtschafte" auf einem Treffen mit Grafen zu tragen.
    Die waren ja zwar reich und mächtig, aber "Eigentum" hatten sie nicht, " gehörten " sie doch selbst quasi dem König und waren damit "Unfrei". Alles , was sie hatten war ihnen ja "verliehen".
    @ lili Danke für Deine Auskünfte
    Wilfried
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Das verstehe ich nun wieder nicht. Warum dürfen denn Hosen keinen Fußteil haben?:grübel:
     
  13. Cécile

    Cécile Neues Mitglied

    *grübel*
    Auf welches Jahrhundert willst du mit deiner Gewandung eigentlich hinaus? Eine Hose des 15.Jh. würde nur über einem Hemd getragen garnicht funktionieren, denn sie musste am Wams festgenestelt werden und saß so tief, dass sie ohne das selbe rutschen würde ;)
    Was ich in Lilis Beiträgen nicht so ganz versteh, ist warum auf die Unterhose verzichtet worden sein soll, denn die Hosen des späten MA haben ja alle einen Latz-Verschluss "Schamberge" und werden ja "nur" von Nesteln zusammengehalten und ohne Unterhose wären diese Hosen ziemlich pornographisch... (ich sprech jetzt vom 15.Jh. in dem die Wämser/Schecken ja doch recht kurz waren)
     
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  14. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Hilf mir mal auf die Sprünge: wo sag ich das denn?
     
  15. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    :winke:

    Wobei auch das mit der Haartracht sehr verallgemeinert ist und in der Weise nicht stimmt.
    Im SpäMi waren es v.a. die Italiener und welche, die deren Mode folgten, die als Männer die Haare lang trugen.
     
  16. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ahhhh, jetzt, danke! Kommt vom knapp ausdrücken :D Also die hier, die sackartigen Unterhosen, wurden weggelassen:
    kleidung_05_297.jpg
    Weil die unter Beinlingen eben nicht mehr gingen. Freiheit für die Männlichkeit gabs trotzdem nicht, sah halt dann mit Beinlingen so aus:
    beinlinge.jpg

    In komplett angezogen dann so (jaja, da gabs noch was zu sehen :D):
    abb027.jpg

    Ja, es ist verallgemeinernd, was allerdings der Länge geschuldet ist. Die Italiener waren im Spätmittelalter durchaus modisch tonangebend, der Schwenk nach Burgund mit diesen Topfhaarschnitten kam erst im 15. Jahrhundert. Und nur weil was Mode ist, machen das noch lang nicht alle mit. :winke:
     
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  17. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    OT:
    Viel schlimmer als die Strümpfe der Ballettänzer sehen sie nun auch nicht aus ... :still: ... wobei ich klassisches Ballett liebe, aber an die Strumpfhosen de Männer kann ich mich einfach nicht recht gewöhnen ... :winke:
     
  18. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Also, Peter Swyn, ein Sieger der Schlacht bei Hemmingstedt, lebte anfang 16. Jhdt und trug, soviel ist aus der Überlieferung zu schließen, keine Hose "ala Mode" sondern "Webbeshosen". Die zu diesen Dingern angegebenen Quellen im Netz stehen mir leider nicht ohne größeren Aufwand zur Verfügung.
     
  19. KvdL

    KvdL Neues Mitglied

    Kleine Bemerkung am Rande.
    Unter hosen verstand man keine Hosen im heutigen Sinn, sondern tatsächlich die "Beinlinge". So gibt die Deutschordensregel 17 vor, wie ein Bruder zu schlafen hat: "[...] sô sulen sî ligen gegurtet ûf ir hemede und in ir nidercleideren unde in ir hosen, als es wol gecimet geistlichen lûten." (PERLBACH, Max: " Die Statuten des Deutschen Ordens nach den ältesten Handschriften.“;Max Niemeyer Verlag, Halle a. S. 1890, S. 44)
    Diese wurden an der bruoche, broek, resp. dem nidercleid befestigt, also der Unterhose.
    Etymologisch ist dieser Begriff im Niederländischen erhalten geblieben. Dort steht bspw. die Bezeichnung "Spikerbroek", also Nietenhose, immer noch für die Jeans.
     
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  20. Nutella007

    Nutella007 Neues Mitglied

    Ich hätte auch noch eine Frage. Jetzt weiß ich, was die Adligen trugen. Aber was ist mit den armen Leuten, wie z.B. Bauern? Mussten sie ihre Kleidung selbst herstellen? Und wie hat diese ausgesehen?
     

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