Die Pest

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von florian17160, 8. Juni 2006.

  1. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich habe mal gelesen, das die Pest oder auch " schwarzer Tot" genannt, im 14. Jahrhundert fast ein Drittel der Weltbevölkerung ausgelöscht hat.
    Meine Frage.
    Woran lag das?
    Ratten, oder hygenische Zustände?
    Ich meine, trotzdem es noch zu heute relativ weniger Menschen gab, aber ein Drittel?
    Und wie haben die das damals in den Griff bekommen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2006
  2. derLiterat

    derLiterat Neues Mitglied

    Die Pest im 14 Jahrhundert hat mit Sicherheit mit beidem zu tun: Ratten und hygienische Zuständen seiner Zeit. Erschwerend für die Menschen kam hinzu, dass sich die armseligen Geschöpfe immer wieder massenhaft zu den Gottesdiensten trafen, um im Glauben einen Beistand zu finden. Dort jedoch kam es dann immer wieder zu Masseninfektionen. Nachweislich aber ist auch, dass manche Menschen immun gegen die Infektion waren...
     
  3. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Bedeutet das, das sie sich vorher schon einmal eine Art "schwache Pest" eingefangen hatten?
    Der Körper also schon Abwehrstoffe gebildet hatte?
     
  4. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dies sollte etwas präzisiert werden...

    Die Ratte ist lediglich der Träger des Rattenflohs, welcher seinerseits den Pesterreger überträgt.
    Die massive Einwanderung der Ratten incl. ihrer Flöhe geschah ab der Mitte des 14. Jh. vor allem über den Seeweg.
    Hauptursache für die Verbreitung waren nicht einfach hygienische Zustände, sondern v.a. mangelnde Quarantäne Maßnahmen für bereits Infizierte.
     
  5. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das war mir bekannt. Ich wollte nur wissen, was dagegen unternommen wurde. Ein drittel der Weltbevölkerung ist ja nun mal kein Pappenstiel.
    Und das es damals mehr Ratten gab, wie heute, will ich auch nicht so recht glauben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2006
  6. Pope

    Pope Neues Mitglied

  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Danke Pope. Bin ich gar nicht drauf gekommen, da mal nachzuschauen.
     
  8. Pope

    Pope Neues Mitglied

    1. Den Grund für die Verbreitung sehe ich im Unwissen.

    2. Es sind ja nicht 30% an der Pest gestorben, sondern 30% sind in dieser Zeit an der Pest und den Folgen gestorben. Hungersnöte, Hysterie, Plünderungen, usw..
     
  9. florian17160

    florian17160 unvergessen

  10. derLiterat

    derLiterat Neues Mitglied

    Möglicherweise das, oder vieleicht spielten auch genetische Aspekte eine Rolle?
     
  11. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Inwiefern genetisch?
     
  12. askan

    askan Neues Mitglied

    Bei manchen Leuten könnte bestimmte Erreger nicht in den Zellen "andocken".
     
  13. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Wasauchimmer eine "abortive Pest" sein soll ... habe ich leider nicht herausbekommen.
     
  14. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Es gibt verschiedene Gendefekte, die homocygot (sprich, dein Vater und deine Mutter haben ihn dir beide mitgegeben) zwar tödlich wirken (z.B. Sichelzellenanämie), aber heterocygot (ein Elternteil gab ein gesundes, das andere ein krankes Gen) vor Krankheiten schützen (das oben erwähnte Beispiel schützt vor Malaria). Aus diesem Grund ist auch ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung gegen Aids oder andere sonst sehr gefährliche Krankheiten immun. um das Sichelzellen-Malaria-Beispiel aufzugreifen: In malariaverseuchten Gebieten Afrikas ist dieser Defekt sehr verbreitet, da die Malariaimunität die Gefahr die Sichelzelenanämie zu bekommen aufhebt. Wenn du willst, kann ich weitere Beispiele raussuchen und dir per PN schicken.
    Ich hoffe es war alles verständlich.
     
  15. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das wäre nett. Es interessiert mich wirklich. Danke schon mal.
    Aber ich denke andere User interessiert das auch.
    Schreib es ruhig hier hin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Juni 2006
  16. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Die bereits erwähnte AIDS-Immunität durch Genfehler schützt Heterocygote zu ca 70%. Homocygote vermutlich sogar 100%, allerdings hat man dafür eine Krankheit. Die Gene für Mukoviszidode (dabei hat man in der lunge einen ekelhaften Schleim) können vor Typhus schützen. Außerdem existieren solche Schutzmechanismen für Creutzfeldt-Jakob, Cholera und Tuberkulose.
    Dass es ewas ähnliches gegen Pest gibt, habe ich leider nicht gelesen. Bleibt wohl nur die Variante der schwachen Pest.
     
  17. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    :confused: Was soll denn eine Quarantäne nützten, wenn der Erreger gar nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann ?
     
  18. askan

    askan Neues Mitglied

    Bei der Pest würde ich Abstand auf Flohsprungreichweite gehen.

    Soweit ich weiss ist die Lungenpest genausó ansteckend wie der Schnupfen, nur das es bei der letalen Rate leichte Unterschiede gibt.
     
  19. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Askan hat es ja schon gesagt. Ich weise nochmals auf die beiden Wikipedia-Artikel von oben hin.
     
  20. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ich danke euch für die vielen Antworten.
    Es war sehr aufschlussreich.
    Jetzt weiss ich aber immer noch nicht, wie das beendet wurde.
    Hat die Natur gesagt, gut, ein drittel reicht, wir hören auf, oder hat der Mensch das in den Griff bekommen?
     

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