Die Pest

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Mittelalter" wurde erstellt von chicka_ria, 3. Mai 2009.

  1. chicka_ria

    chicka_ria Neues Mitglied

    Hey,
    ich muss ein Referat über die Pest halten, und suche noch eine paar Informationen, die ich bisher noch nicht gefunden habe.
    Ich hoffe, dass ihr mir dabei helfen könnt.

    Also, wisst ihr irgendwelche Zahlen, über die Pestopfer, über die Überlebenden oder habt ihr Angaben, wie viele Juden ermordet wurden?

    Ich bedanke mich schon mal im Voraus bei euch.
     
  2. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    2 Person(en) gefällt das.
  3. chicka_ria

    chicka_ria Neues Mitglied

    Danke^^
    Bist du Schriftsteller?
    Welche Bücher schreibst du denn?
     
  4. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Schau mal hier, allerdings ist diese Theorie mittlerweile sehr umstritten. In der PM-History war zu diesem Thema in der Ausgabe 12/2008 ein umfangreicher Artikel, allerdings ist dieser nicht online abrufbar. Zudem habe ich das Heft so gut "aufgeräumt", dass ich es nicht finden kann. Manche Wissenschaftler machen heute die Kleiderlaus als Überträger der Pest aus, aber auch dafür fehlt der letzte Beweis. Man weiß aber heute, dass mindestens 30 Floharten den Pesterreger yersinia pestis übertragen können.

    Als Suchbegriff bietet sich zu diesem Themenkreis auch immer "Der Schwarze Tod", da die Seuche ab 1347 mit diesem Begriff bezeichnet wurde.

    Anbei noch ein paar Links:

    TP: Der schwarze Tod: Pest oder Ebola?
    Schwarzer Tod ? Wikipedia
    Der schwarze Tod: Die große Pest und ... - Google Buchsuche
    3sat.online
     
    1 Person gefällt das.
  5. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Frage, was hat die Pest mit der Ermordung der Juden zu tun ...? :grübel:
    Die Pest tötet ja nicht nach Religion ...

    Guck mal, hier gibt es schon einige gute Referate zum Thema, zum abgucken ... http://www.klassenarbeiten.net/referate/biologie/pest.shtml
    http://www.schulnote.de/Die%20Pest_241_hausaufgabe_referat.html
    http://lamy.homelinux.com/06a/generator4.htm

    Es muss also, wie meine "Vorredner" schon sagten zwischen den diversen Arten der Pest unterschieden werden, denn Pest ist nicht gleich Pest und eine unbekannte Seuche wurde früher gern als "Pest" klassifiziert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Mai 2009
  6. Molinarius

    Molinarius Neues Mitglied

    Wenn ich mich nicht täusche,machte die Bevölkerung mancherorts die Juden für die Pest verantwortlich,da sie an eine Strafe Gottes glaubten (oder dass die Juden sie verhext hätten?).Dadurch kam es zu Judenverfolgungen.
     
  7. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Ja, aber es waren nicht nur die Juden, denen man die Sculd in die Schuhe schob, um die eignen Ängste in den Griff zu kriegen. Da gab es auch Hexen, Zigeuner, Bettler und nicht zuletzte Frauen mit dem angeblichen bösen Blick.

    Die Uni Marburg bietet dazu eine gute Site Bibliogr
     
  8. askan

    askan Neues Mitglied

    Im Mittelalter fielen die Juden in Europa auch deshalb auch, weil nicht soviele von ihnen an der Pest erkrankten, das machte sie zu "Schuldigen" die die Pest ausgelöst hatten. Aber davon das die jüdischen Reinheitsgebote in Seuchenfällen eine gute Eindämmung von Krankheiten ist, das wusste man vor der Entdeckung der Krankheitserreger nicht. Wenn du die Reinheitsgebote ansehen willst, dann schau im 2. Mose nach, da wird viel von Waschen, Gerätschaften durch Feuer reinigen und Quarantäne geschrieben.
     
    1 Person gefällt das.
  9. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Während der Pogrome infolge der Ausbreitung der Pest 1348/49 wurden allein in Straßburg etwa 2000 Juden ermordet. Die großen jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz ("Schum") wurden weitgehend vernichtet. In zahlreichen weiteren Gemeinden erging es den Juden ähnlich. Dabei war der Vorwurf der Brunnenvergiftung allerdings zweifelsohne häufig vorgeschoben, um sich des Vermögens der Juden zu bemächtigen.
     
  10. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dem möchte ich so nicht ungeteilt zustimmen: Papst Clemens VI. reagierte 1348 empört auf die infolge der Epidemie um sich greifenden Pogrome (Anschuldigung des Brunnenvergiftens sei unvorstellbar; verbunden zudem mit der Aufforderung an den Klerus, die Juden zu schützen) und verwies u.a. darauf, daß die Seuche auch dort auftrete, wo gar keine Juden lebten, und daß dort, wo die Juden lebten, sie ebenfalls Opfer der Seuche geworden wären.
     
    1 Person gefällt das.
  11. chicka_ria

    chicka_ria Neues Mitglied

    Danke an alle
     
  12. Galgenpapst

    Galgenpapst Aktives Mitglied

    @chicka ria

    Sorry, habe deine Frage vom 3.5.2009 gerade erst gesehen.
    Du willst wissen, ob ich Schriftsteller bin? Also, ich bin Archäologe und Historiker, habe zwei historische Kinderbücher (eines davon ist gerade in Druck) geschrieben, Bücher zur lokalen und regionalen Geschichte meiner Stadt und meines Kreises, Bildbände, ein großes Standardwerk zu einem makaberen Phänomen der europ. Archäologie und natürlich zahlreiche Abhandlungen, Aufsätze und Miszellen in Fachzeitschriften oder als Buchbeiträge.

    Leider @chicka ria, mein junger Freund, habe ich als 'Schriebtäter' mich noch nicht mit der Pest auseinandergesetzt ;-)))

    LG Galgenpapst
     
  13. Sascha66

    Sascha66 Neues Mitglied

    Ich habe heute im neuen GEO einen Artikel "Die Juden und die Pest" gelesen, der den Beitrag von askan bestätigt.
    Dort steht, das die Pest 1349 in Erfurt ihren Höhepunkt zur Zeit des jüdischen Passahfestes erreichte. Da aber zur Vorbereitung des Festes sozusagen eine "Desinfizierung" der jüdischen Häuser erfogte und "bei dieser Gelegenheit die Juden traditionell alles Getreide und alle Getreideprodukte aus ihren Wohnungen entfernten" hätten die Ratten nichts zu fressen gehabt und die Häuser der Juden verlassen. Was wiederum die Juden zwar vor Ansteckung und dem Tod durch die Pest schützte, aber leider nicht vor Misstrauen, Verfolgung und Tod durch ihre Mitbürger.
    Was die Vorzüge der Reinigung angeht kann ich das alles gut nachvollziehen. Nur mit dem Getreide hab ich meine Probleme. Lt. Wiki wird nur alles "Gesäuerte" enfernt, dafür werden dann aber die Matzen gegessen. Diese bestehen nun aber auch aus Mehl und damit aus irgendeinem Getreide = Nahrung für die Ratten.
    Am Getreide kanns also nicht gelegen haben oder sehe ich da jetzt was falsch?
     
    2 Person(en) gefällt das.
  14. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Es ist doch ganz einfach. Juden lebten einfach gesünder, Stichwort"Koscher".
    Da blieb für Ungeziefer nicht viel.
    Nur vor dem "aufrechten Christenmenschen" konnten sie sich nicht schützen.
    Der Mensch als Lebensform, ist doch abartig.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Dezember 2009
    1 Person gefällt das.
  15. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Bitte nicht verallgemeinern, daß die Juden per se besser vor der Ansteckung etc. geschützt gewesen wären.

    Ich darf mich dazu selbst in Beitrag #10 zitieren:
    Was ich im bei GEO angesprochenen Fall zugestehen möchte, ist der Umstand, daß die Juden wegen ihrer Reinigungsvorschriften bzw. derem Umsetzung zum Pessach vom Nebeneffekt profitieren konnten, daß sie von der zeitgleich grassierenden Pest gerade in der konkreten Situation verschont blieben. Mit anderen Worten: Trat die Pest zu einer anderen Zeit auf - nämlich wenn bspw. nicht gerade Pessach war -, wurde das schon wieder relativ.
     
  16. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Ich gehe jetzt mal nur auf die Argumente im Beitrag ein und nicht auf die tatsächlichen Bedingungen des jüdischen Alltagslebens im Mittelalter:

    Eventuell hat es mit der Lagerung zu tun? Matze/Brot dürfte doch als im Vergleich zum Getreide höherwertiges Produkt "sicherer" und damit "rattenferner" gelagert worden sein. Dazu kommt, dass durch die rituelle Reinigung ohnehin ein im Vergleich "rattenfeindliches" Umfeld geschaffen worden sein dürfte. Wen wundert´s, wenn diese recht intelligenten Tierchen diese Umgebung dann nicht mehr frequentierten?
     
  17. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Ich möchte noch einen Aspekt einbringen, auch zu dem Thema das floxx angeschnitten hat.

    Warum sollten sich die intelligenten Nagetiere ausgerechnet die relativ sauberen bzw. gereinigten Häuser der Juden als Nahrungsquelle aussuchen, wenn sie in anderen Gebäuden sehr viel leichter an Nahrung, in welcher Form auch immer. Ich denke allerdings, dass es einer Ratte egal ist, ob sie sich von Getreide oder Brot ernähert. Erfahrungsgemäß sind diese Nager nicht gerade wählerisch, was die Nahrungsauswahl betrifft.

    Allerdings steht und fällt diese Argumentationslinie damit, ob wirklich der Rattenfloh für den Schwarzen Tod verantwortlich war. Es gibt ja mittlerweile genügend Argumente dafür und dagegen. Auf jeden Fall können insgesamt mindestens 30 Arten von Flöhen yersinia pestis transportieren, mitnichten nur der Rattenfloh.
     
    1 Person gefällt das.
  18. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Das ist ein interessantes Thema.

    Wie hat man eigentlich im frühen Mittelalter die vielen Toten beseitigt ?

    Massengräber ? Und geschah das auf den regulären Kichhöfen - die
    sind ja idR nicht sehr gross ? Oder wurden auch Feuerbestattungen benutzt ?

    Wie hat man die von solchen Massengräbern ausgehende Infektionsgefahr
    im Griff behalten ( Insekten zB. ) ? Wurde schon ungelöschter Kalk genutzt ?

    Ausserdem meine ich , das heute Pest nur in Form der Lungenpest noch auftritt.
    Wann hat man denn die beschriebene Beulenpest des Mittelalters letztmalig
    festgestellt ?
     
  19. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Nach den christlichen Vorstellungen des Mittelalters kann ein Mensch nicht in den Himmel kommen, wenn man seinen Körper verbrennt, also verboten sich Feuerbestattungen für die Masse der Bevölkerung und der Geistlichkeit von vornherein (wenn sie auch zur Eindämmung der Infektionsgefahr sinnvoll gewesen waren).

    In aller Regel ging man, nachdem die Friedhöfe schon überfüllt waren, tatsächlich dazu über Massengräber auszuheben und die Toten dort zu bestatten, um ihnen immerhin ein Mindestmaß an Chancen zum Eintritt in das Himmelreich zu geben. Allerdings kam es in besonders betroffenen Gebieten immer wieder zu der Situation, dass niemand mehr der Masse an Toten Herr wurde und diese (als Infektionsherd) auf der Straße liegen blieben.

    Wenn ich mich richtig erinnern kann, gab es vereinzelt solche Desinfektionsversuche, aber mE war das nicht Usus. Immer wieder bildeten nicht bestattet Leichen die Grundlage für weitere Infektionen. Auch Feuerbestattungen hätten das Problem lösen können, aber diese verbot die christliche Heilslehre, wie vorher schon dargestellt.

    Ich verweise einfach mal auf den Link, allerdings wird hier die konkrekte Form der Erkrankung nicht näher definiert. Auch hier wird keine Jahreszahl genannt, aber es handelt sich um Farbfotos, kann also noch nicht so lange her sein.
     
    3 Person(en) gefällt das.
  20. askan

    askan Neues Mitglied

    Ich erinnere mich diesen Sommer eine kleine Meldung gelesen zu haben, das in Peru eine kleine Beulenpestepidemie.
     

Diese Seite empfehlen