Die Rede des Agrippa in Josephus Flavius' "Jüdischem Krieg"

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten im Altertum" wurde erstellt von Sascha, 17. Mai 2008.

  1. Sascha

    Sascha Neues Mitglied

    [mod]Diese Diskussion wurde aus der Diskussion zum Sahs ausgegliedert. El Quijote[/mod]

    Ah ja , das Kapitel hatte ich gestern erst..mich verwunderte, dass Josephus Agrippa die Zeitgeschichte so gut kennen lässt, dass er sogar die Anzahl der Legionen in den Weltteilen aufzählen kann...
    Interessant ist das Widukind, die Germanen mit Sachsen gleichstellt, eine Anspielung auf dass Verhältniss der Sachsen zu den Karolingern zwei Jahrhunderte vor Widukind?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17. Mai 2008
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das gehört in die Kategorie Herrscherlob. Josephus hat bei seinem Jüdischen Krieg ein ganz bestimmtes Interesse: Er will die Flavier günstig gegenüber den Mehrheitsjuden stimmen, zu dieser Strategie gehören Schmeicheleien (mehr dazu hier: http://www.geschichtsforum.de/f225/rom-aufstand-der-juden-15588/) und eben die Abgrenzung von Sikariern und Zeloten.

    Das glaube ich nicht, dass die Gleichstellung der Sachsen mit den Germanen in der Rede des Agrippa eine Anspielung auf die Sachsenkriege Karls ist. Die werden ja auch erwähnt, Karl dabei positiv hervorgehoben (obwohl Widukind vermutlich ein Nachfahre oder zumindest Verwandter seines berühmten Namensvetters ist), die Sachsenkriege werden fast übergangen ("Et nunc blanda suasione, nunc bellorum impetu ad id cogebat" Sachsengeschichte I, 15) und stattdessen die genealogischen Verbindungen der Liudolfinger mit den Karolingern hervorgehoben (Sachsengeschichte I, 16).
     
  3. Sascha

    Sascha Neues Mitglied

    Der Gedankengang hierzu war eine ähnliche Situation der Autoren.
    • Ein kleines, schon eigentlich unterjochtes Land (Sachsen und Juden) begehrt gegen ein Großreich (Frankenreich und Rom) auf.
    • Der Autor ist eigentlich gespalten einerseitz seinem Volk verbunden ( Sachsen/ Juden) anderseits für die mächtigere Partei (Franken/Rom) der eine als Überläufer, der andere als Erbe eines Kaiserreiches.
    Auf alle Fälle denke ich das Widukind eine sehr passende Vorlage im Josephus gefunden haben muss und er bestimmt dies zu seinen beliebteren Büchern gezählt hat.
     
  4. Hans forscht

    Hans forscht Aktives Mitglied

    Ich bin etwas verwirrt: Kann mal jemand dazuschreiben, von welchem Agrippa und von welchem Josephus Flavius die Rede ist, wenn das nach Karl dem Großen gewesen sein soll. Mir purzeln hier die Jahrhunderte verkehrtherum um die Ohren!
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Also: Widukind von Corvey (925 - 973) erinnert in seiner Sachsengeschichte an den jüdischen Geschichtsschreiber Flavius Josephus (37 - 100), der wiederum eine Rede des Herodes Agrippa II. (27 - 93) wiedergibt.
     

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