Die Zerstörung des Jersualemer Tempels (Flav. Josephus)

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von El Quijote, 13. April 2021.

  1. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Hat Orosius bzw. seine uns unbekannten Quellen noch etwas zur Zerstörung des Tempels geschrieben?
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Nicht viel: "Itaque Titus, imperator ab exercitu pronuntiatus, templum in Hierosolymis incendit ac diruit" (VII, 9), also "Daher zündete Titus, der vom Heer zum Imperator ausgerufen worden war, den Tempel in Jerusalem an und zerstörte ihn".

    Wenn Nero nicht zwischen Christen und Juden unterschieden hat, warum gab es dann keine Verfolgung allgemein der Juden Roms? Er kann (und wird wohl) die Christen als jüdische Splittergruppe aufgefasst haben, aber zwischen Christen und Juden allgemein hat er anscheinend sehr wohl differenziert. Insofern halte ich es schon für gerechtfertigt, von einer Christenverfolgung zu sprechen.

    Iosephus selbst behauptete in "Gegen Apion" (I, 9) und in seiner Autobiographie (65. Kap.), er habe seinen "Jüdischen Krieg" vor der Veröffentlichung Vespasian und Titus vorgelegt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. April 2021
    Pardela_cenicienta und Carolus gefällt das.
  3. Eumolp

    Eumolp Aktives Mitglied

    Mich würde einmal (am Rande) interessieren, ob es auch jüdische Meinungen zu Josephus bzw. dem Tempelbrand gibt. Hier haben wir immer nur die römischen Quellen. Für Josephus war der Tempelbrand, wie in der wiki steht, ein Strafgericht für die Uneinigkeit der Judäer. Für die Christen - eventuell aber erst später - war der Tempelbrand die Strafe Gottes, dass die Juden den "Sohn Gottes" ans Kreuz haben nageln lassen. Und die Juden selbst? Gibt's dazu etwas bei anderen Schriftstellern, in der Mischna, im Talmud? El Q. hat da schon einmal einen Hinweis gegeben:
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Thomas Grünewald geht in seinem überaus lesenswerten Buch "Räuber, Rebellen, Rivalen und Rächer- Studien zu Latrones in einem Kapitel auf Johannes von Gischala ein, einen nicht unbedeutenden Anführer der Zelotenbewegung in Galiläa. Flavius Josephus beschreibt Johannes von Gischala sehr negativ als eine Art Räuberhauptmann. Grünewald stellt in seinem Buch die These auf, dass wenn Johannes von Gischala literarische Zeugnisse hinterlassen hätte, er sich vermutlich äußerst negativ über einen berüchtigten Verräter und Kolloborateur namens Joseph bar Mathias, aka Josephus Flavius geäußert, den zweifelhaften Überlebenden von Jotapata. Dem großen Überlebenden Josephus hat auch Elias Canetti ein Kapitel in Masse und Macht gewidmet.
     

Diese Seite empfehlen