[DR, 2.WK] Ausgebombt - Was nun?

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Sixpence1, 26. August 2014.

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  1. Sixpence1

    Sixpence1 Gast

    Hallo,

    wie war das damals, wenn man ausgebombt wurde?
    Vermutung ist, dass es einen festgelegten Prozess hierfür gab.

    - Gab es Entschädigungszahlungen? Zumindest am Anfang?
    - War Krieg in den Privatversicherungen eigentlich schon ausgeschlossen? Per Gesetz evtl.?
    - Zuweisung neuer Wohnung/Alltagsdinge - Wie errechnet sich der Bedarf (Single/Familie)?

    - Nach Kriegsende, konnte man dann noch "Ansprüche" geltend machen?

    - Konnten betroffene Einwohner der Siegermächte nach Kriegsende Forderungen an Deutschland stellen, und wurden diese erfüllt?

    Ich meine irgendwo einmal eine Auflistung gesehen zu haben, welche alles bis zum letzten Reißzweck aufführte.

    Besten Dank,
    Sixpence
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ja, es gab am Anfang des Krieges tatsächlich so etwas, wie die Illusion, dass man alles, was bei einem Bombenangriff verlieren würde, wieder ersetzt bekäme. Ich glaube Persil oder eine andere auch heute noch bekannte Waschmittelmarke stellte Kisten bereit, in denen man sein Hab und Gut für diesen Fall inventarisieren konnte.

    Gegen Ende des Krieges, als die Bombenflüchtlinge und ab 1944 auch die Flüchtigen, welche der Roten Armee auswichen zusammenflossen, haben die Menschen sich zumindest neue Lebensmittelmarken besorgen können.
     
  3. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Hab bzgl der Versicherungen mal rumgeguckt. Hier findet sich was zur Lage der Feuerversicherungen zu Beginn des 2. Wk. (S. 33) inkl Literaturangaben:

    http://www.bld.de/fileadmin/bld/txt_pdf/Bachelor-Thesis_Thelen.pdf
     
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  4. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Meine Großeltern waren bei dem großen Bombenangriff auf Chemnitz ,am 5.3.45 augebombt. Die bekamen nichts, von der Versicherung und wurden, da sie 4 Kinder hatten bei einer anderen Familie einquartiert. Sie besaßen nur noch was sie an kleidung trugen und was sie aus den Trümmern retten konnten. Geld hätte am Ende des Krieges nicht mehr viel gebracht, da man, in einer fast komplett zerstörten Stadt ohnehin nichts mehr kaufen konnte. Tauschobjekte waren da nützlicher.
     
  5. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Was Galeotto da schreibt kann ich nur bestätigen.
    Meine Großeltern (mütterlicherseits) und meine Tante mit ihren 3 Jahre alten Sohn wohnten in der Gartenstraße in Chemnitz.
    Nach der Bombennacht tauchten sie bei meiner Mutter (ihrer Tochter) in Mittweida auf.
    Habe nie gehört das es was von einer Versicherung gegeben hat.
    Als die Amerikaner nach kurzem Aufenthalt Mittweida verließen, kamen die Russen. Die gingen von Wohnung zu Wohnung und sammelten erstmal Gebrauchsgegenstände ein. Vor allem Radios.
    Und schwupp die wupp war unser „Blaupunkt“ weg. Meine Mutter Beschwerde sich bei der Kommandantur (etwas Zivilcourage) und bekam als Ersatz eine „Goebbelsharfe“.
     
  6. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Das Haus meines Großonkels in Berlin Pankow wurde durch eine Bombentreffer vollständig zerstört. Seine Tochter, meine Tante, erhielt irgendwann in der Nachkriegszeit, als ihre Eltern schon verstorben waren und sie schon lange im Westen lebte, eine Entschädigung für das zerstörte Haus. Die Zahlung war nicht sehr üppig aber immerhin bekam sie etwas.
     
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ich habe schon mal irgendwo so ein kleines Heftchen gesehen (so etwa DIN A5-Format), in dem man sein Inventar aufschreiben sollte und das Heft an einem sicheren Ort (Bank, Sparkasse, Notar) verwahren sollte. Das Reich sollte für die Schäden aufkommen.

    In der Nachkriegszeit gab es - zumindest in der Bundesrepublik - einen Lastenausgleich, bei dem die Verluste des Krieges und Vertreibung gesamtgesellschaftlich "umgelegt" werden sollten.

    Lastenausgleichsgesetz ? Wikipedia
     

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