Drusus als Ortsnamensgeber

Dieses Thema im Forum "Das Römische Reich" wurde erstellt von LEG XVII, 1. September 2014.

  1. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die heißen auch Durūz.
     
  2. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Du meinst das Volk, nicht die Echsen.:D
     
  3. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Leben dieses Tier und/oder eine nennenswerte Anzahl von Mitgliedern der Religionsgemeinschaft der Drusen auf einer kreisfömigen, 40 m durchmessenden Bodenanomalie an einer bedeutenden prähistorischen Straße durch Germanien, in dem Gebiet, in dem die Drusus Feldzüge zu vermuten sind? Ansonsten wüsste ich nicht, wie dieser Post irgendwas zur Diskussion beitragen könnte.
     
  4. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Der Post vom Kollegen Galeotto hatte eher einen sarkastischen Charakter gehabt. Vielleicht hast Du ihn aber auch etwas herausgefordert, weil die von Dir vermutete Zuordnung von Drusenbrink zu Drusus doch auf sehr wackeligen Beinen steht. Sollte diese Bodenanomalie wirklich das Drusus-Tropaion darstellen, wäre das sehr erfreulich, aber ich persönlich halte das für äußerst unwahrscheinlich.


    P. S. Eigentlich hätte ich von Kollegen Galeotto doch eine Zeichnung von dem Schrumpf-Dinosaurier erwartet.
     
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Er kann insofern zu der Diskussion beitragen, dass es unzählige andere Dinge gibt, die Druse genannt werden, die rein gar nichts mit Drusus zu tun haben und es das Wort Druse in der deutschen Sprache schon sehr lange gibt. Nur deutet es in seinen ganzen Bedeutungen nie auf einen römischen Feldherren hin. Nur bei diesem Ort soll das anders sein ?
     
  6. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Kollege Galeotto hatte an diesem Wochenende mehrere Schnellzeichnereinsätze. Der fasst heute keinen Stift mehr an.;)
     
  7. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Drusen benennen sich nach einer Leguanart? :confused:
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Deine geliebte Heimatstadt hat da 1992 oder 1993 ein Buch rausgebracht, welches seit 2004 auch von der Stadt als CD vertrieben wird: Bochumer Strassennamen: Herkunft und Deutung. Bereits 1986 hat Gerhard Nowak Eine Studie über Orts- und Flurnamen im Bochumer Süden und Südosten - so der Untertitel - vorgelegt: Flurnamen als Strassennamen, ihr Ursprung - ihre Deutung. Vielleicht konsultierst du mal diese beiden Bücher.
     
  9. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Danke für den Hinweis, ich bin auch schon dabei, zumindest was das Buch von 1992 angeht. Das scheint irgendwie vergriffen zu sein, sollte aber noch im geliebten Heimat-Stadtarchiv selbst einsehbar sein.

    Zur Vergangenheit der Wasserstraße als römischer Verkehrsweg gibt die Dokumentation aber auch nicht mehr her, wie der Kultur-Redakteur der WAZ auf meine diesbezügliche Frage geantwortet hat. Vielleicht gibt das Buch von Carl Friedrich Petersen, welcher ja auch im WAZ Artikel erwähnt wurde, dazu noch mehr her: "Der Kirchsprengel Weitmar, oder über die Gegend, wo Hermann den Varus schlug" (Theorien zum Ort der Varusschlacht ? Wikipedia). Informationen über einen römischen Verkehrsweg von Bochum über Dortmund nach Unna ([sic!], hätte ich eigentlich bei meinem ersten Post schon sagen müssen), sind für mich im Rahmen des Aliso-Unna Threads natürlich sehr interessant.

    Danke auch für den Hinweis auf die Studie von Gerhard Nowak. Ich bleib dran am Thema.


    Bezüglich des Drusenbrinks bei Ostönnen hat mir das Stadarchiv Soest geantwortet, dort ist aber auch nichts über die diesbezügliche Etymologie bekannt, Basis:
    https://rep.adw-goe.de/bitstream/ha...-1/Ortsnamen des Kreises Soest.pdf?sequence=1 .
    Ich habe aber die Kontaktdaten des zuständigen Heimatpflegers erhalten, vielleicht erfahre ich so noch etwas über die Namensherkunft und die Ursache der Bondenanomalie.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Naja, ein Buch aus dem frühen 19. Jahrhundert, welches sich auf eine Nennung der Wasserstraße aus dem 17. Jahrhundert bezieht, wird nicht sehr ergiebig sein. Das Buch stammt aus einer Zeit vor Entwicklung der historischen und insbesonderen der archäologischen Methodik. Das kann man nicht ernsthaft heranziehen. Was den Drusenbrink angeht, so habe ich in beiden Büchern nachgeschaut. Bei Nowak, S. 99, im Buch der Stadt Bochum auf S. 161, wohl nicht unabhängig voneinander, findet man die Angabe, dass die ältere Namensform des Drusenberges Drußberg sei und die Herleitung von mnd. (mittelniederdeutsch) drûss, 'Teufel'. Demnach ist es der Teufelsberg. Nun wirst du sicher argumentieren wollen, dass für die ollen Germanen Drusus sicher als Teufel ansahen, um die Hypothese zu retten.
     
  11. LEG XVII

    LEG XVII Aktives Mitglied

    Man kann es nicht als ernstzunehmende wissenschaftliche Abhandlung heranziehen. Aber, Pastor Petersen war immerhin 200 Jahre näher als wir dran an der Zeit über die wir reden, und in dem Buch könnten noch ganz kleine Quäntchen an Informationen enthalten sein, die uns heute nicht mehr zur Verfügung stehen, und für die interessiere ich mich.


    Eingedenk meiner noch recht gut des westfälischern Platt mächtigen Großeltern hätte ich in dieser Gegend aber eher 'Deibel' oder 'Düwel' als Ausdruck für 'Teufel' erwartet.

    Teufel ? Wiktionary

    https://www.google.de/maps?q=Düwels...üwelssiepen,+Hombruch+44229+Dortmund&t=m&z=12

    https://www.google.de/maps?q=Duwels...n=0.141652,0.372849&oq=Düwel&t=m&z=16&iwloc=A

    https://www.google.de/maps?q=Düwels...,&hnear=Düwelsteensweg,+46359+Heiden&t=m&z=13

    Von so was wie einem 'Druss' habe ich echt noch nie was gehört.


    Ein Ort, dessen Funktion man nicht erklären konnte, und der Ähnlichkeit mit einer Kultstätte hatte, könnte man im Mittelalter wohl als Teufelsberg bezeichnet haben. Wie oben gesagt wäre es aber wohl eher ein Düwelsberg gewesen.
    Wie auch immer, sobald die Silage drin ist als als Ursache für den Kreis, ist Drusus draußen. Ansonsten würde es sich bestimmt lohnen, dort mal genauer nachzuschauen.
     
  12. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Quellen sind alle erst im 15./16. Jhdt. wieder aufgetaucht, Petersen kannte keine anderen Quellen als wir. Näher dran zu sein hilft nichts.


    So alt sind deine Großeltern auch noch nicht, dass sie Mittelniederdeutsch sprächen.

    Synonymie ist dir noch nie untergekommen?
     
  13. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    El Quichote, was soll bitte "mittelniederdeutsch "sein????
    Düwel mit Abwandlungen für den lateinischen Diabolus gibts denn im Hochdeutschen schon angeblich seit dem 8 Jhdt.

    Nun gibts ja verschiedenste niederdeutsche Dialekte, im Rheinischen ist ja heute der Driß belegt. Was den Deibel, Düwel u.a. angeht, taucht der in der frühen niederdeutschen Literatur eher nicht auf, weil man ein solches Übel eigentlich nicht benennt und schon garnicht schriftlich fixiert. Beinhaltet doch die Schriftform auch immer etwas magisches. Weswegen denn Drus , des westwestfälischen bin ich nun nicht mächtig, durchaus über Drus=Dreck/Übel sowas wie Teufels.... meinen könnte.

    Die Übersetzung mit Druß als Teufel ist aber m.E. eine unzulässige Inhaltseinschränkung. Abgesehen davon, was bitte ist , wenn es mittelniederdeutsch gibt, dann alt bzw Hochniederdeutsch und wie sollen die sich ohne Lautverschiebung unterscheiden??? Sicher, es gibt schriftliche Quell aus unterschiedlichen Zeiten, die sich von einander unterscheiden. Aber nicht durch die Zeit, sondern durch den Herkunftsort, denn der jeweilige Dialekt der Entstehungsregion ist meist doch auch heute noch sehr nah an der Quelle. Man darf dabei die Lautschreibung von heute und damals nicht außer acht lassen.
     
  14. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    In Redensarten hat sich das Wort allerdings noch bis um 1800 erhalten.

    Andreas Georg Friedrich von Rebmann, 1798

    Im Holländischen gibt es das Wort "droes" in der Bedeutung "Teufel":
    droes - vertaling Nederlands - Duits
     
  15. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Als Mittelniederdeutsch versteht man ganz grob den Sprachstand des Niederdeutschen zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Quasi spätmittelalterliches/frühneuzeitliches Platt.

    Ja?

    Das rheinische Driss hat allerdings mit dem Druß eher nichts zu tun.

    *Hochniederdeutsch ist ein Widerspruch in sich. Es gibt alltniederdeutsch, mittelniederdeutsch und neuniederdeutsch, in der Germanistik gemeinhin als and, mnd und nnd - analog zu ahd, mhd und nhd - abgekürzt.
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Und das ließt man [dru:s], da der Digraph -oe- im Niederländischen für das [u:] steht.
     
  18. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Nun , ich bestreite nicht, das von Druxberge bis Drusenbrink etwas mit Teufel gemeint sein kann....
    Auch nicht, das aus irgendwas Drus ... in der Grundbedeutung "Schlecht, gefährlich, unfruchtbar " "teuflisch, unheimlich" geworden ist ...

    Auf jedenfall ist die Nähe zum Wort Drus mit dem niederländischen Verwandten Droes wohl doch sehr viel näher als mit Drusus, dem römischen Feldherren. (der allerdings dann wohl für Germanen einen Namen mit "geschmäckle" hatte)
     
  19. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Zur Zeit von Drusus gab es bei den Germanen den Teufel noch gar nicht. Der kam erst mit dem Christentum.
     
  20. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    naja, gabs den Diabolus als Teufel bei den Griechen/Römern , oder ist das Wort nicht doch älter als das Christentum?

    Ich gehe mal von einem Bedeutungswandel eines älteren Worts aus, so das der Droes eben im niederländischen zum "Teufel" wurde.
     

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