Effizienz der sowjetischen (Plan-)Wirtschaft 1941/91

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von thanepower, 12. Juni 2013.

  1. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    In der Tat wies die stalinistisch geprägte Planwirtschaft im Ostblock vielfältige Defizite auf. Dennoch ist auch deutlich zu machen, dass sie 50 Jahre funktioniert hat. Mit vielen Problemen, teils externe Herausforderungen, teils immanente Probleme. So schreibt beispielsweise Gregory in der wohl aktuell wichtigsten historischen Studie über die Planwirtschaft in der UdSSR:

    "Although the administrative-command system was assembled in great haste and by trial and error, it was remarkable durable and immutable". (S. 270)

    Die obige Bennung der zentralen "internen immanenten" Defizite durch "hatl" und "Dieter" ist dabei vermutlich nicht ganz korrekt. Sofern man die "zentralen Probleme" einer Planwirtschaft benennen will, sind es die 1. Informationsbasis der Planungen und 2. die politische Intervention in die Planungen (sieht man mal von Fragen der Beschaffung von Kapital ab)

    zu 1. Die stalinistische Planwirtschaft litt über ihre unterschiedlichen Epochen (Stalin, Chruschtschow und Breschnew) in unterschiedlichem Ausmass unter der mangelhaften Qualität der Information bezogen auf die Nachfrage, die Beschaffungsmärkte und die Anbieterseite. (Ein Problem das genauso zentral in einer kapitalistischen Wirtschaft ist.)

    Diese Informationen lagen, so Nove S. 424, über lange Perioden der Planwirtschaft in der UdSSR (bzw. im Bereich des RGW) nicht ausreichend valide vor. Zusätzlich während des Stalinismus noch dadurch verschärft, dass die Erstellung von "richtigen" Statistiken für die betroffenen Volkswirte in der Regel lebensgefährlich war. Man wollte einerseits nicht die "Wahrheit" der statistischen Fakten und andererseits war die bewußte "Schönung" von Statistiken ebenfalls lebensgefährlich.

    An Economic History of the USSR: 1917-1991 - Alec Nove - Google Books

    Vor diesem Hintergrund war die Information über das was geplant werden sollte in der Regel nicht korrekt. Und aus diesem Grund waren die "strategischen Steuerungsinstrumente" in der stalinistischen Planwirtschaft durch politische Repression korrumpiert.

    Nove weist zusätzlich auf die bemerkenswerte, fast zynische, Sichtweise der stalinistischen Planer hin, deren Prioriät der Planung sich fast auschließlich an den Zielen der Industrialisierung orientierte und die Bedürfnisse der Bevölkerung weitgehend ausgeblendet hat (S. 424).

    In diesem Sinne war die stalinistische Planwirtschaft eine Kriegs-Wirtschaft im Frieden, die jedoch auf die Optimierung der Schwerindustrie und der Rüstung hin optimiert war, auch unter dem massiven Einfluss des MIK in der UdSSR. Eine Größe, die auch in der Breschnew-Ära sich sehr deutlich bemerkbar machte und das wirtschaftliche Wachstum zunehmend, mit dem Fall von Chrusschtschow, für sich beanspruchte.

    Zu 2. Vor diesem Hintergrund markiert Gregory ein weiteres prinzipielles Problem der stalinistischen Planwirtschaft. Das Verhältnis der "dictators" (Planungsbürokratie) und der Produzenten in den Unternehmen (S. 270).

    Und in diesem Verhältnis kommt ein Aspekt besonders zum tragen, die situative politisch motivierte Intervention durch das hierarchisch aufgebaute System der "dictators", die zum einen das Planungssystem flexibel gehalten hat, zum anderen aber die Planungsunsicherheit für die Unternehmen massiv verschärft haben. Und für die Unternehmensleitung ebenfalls zu einem gefährlichen Job werden ließ.

    In der Konsequenz führte das Verhältnis zwischen den "dictators" und den Unternehmen zu einem wenig dynamischen "Gleichgewicht" im Rahmen des Planungsprozesse und hat u.a. dazu beigetragen, Innovationen zu behindern.

    The Political Economy of Stalinism: Evidence from the Soviet Secret Archives - Paul R. Gregory - Google Books

    Für die DDR hat Steiner die Probleme der Anpassung bzw. die Reformversuche der Planwirtschaft in der poststalinistischen Ära m.E. sehr plastisch beschrieben (S. 125).

    Sozialistische Wirtschaftsreformen: Tschechoslowakei und DDR im Vergleich - Google Books

    Abschließend ist aber auch dem Eindruck zu widersprechen, die UdSSR sei aufgrund der systemimmanenten Defizite der Planwirtschaft zusammen gebrochen. Dieser Kollaps folgte wesentlich komplexeren Mechanismen und die abnehmende Leistungsfähigkeit der Ostblock-Volkswirtschaften war nur ein Aspekt.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Planwirtschaft hat eben nicht funktioniert, was schließlich zu einem exzessiven Abbau der Ressourcen, einer großflächigen Natur- und Landschaftszerstörung, einem gravierenden technologischen und wirtschaftlichen Rückstand und einer armseligen Versorgung der Bevölkerung mit Artikeln des Konsums führte.

    Ein immerwährendes gravierendes Problem auch der DDR stellte die völlig unzureichend funktionierende Mangelwirtschaft dar. Zentrale Ursache war, dass sich das Wirtschaftsgeschehen im Rahmen einer zentralverwaltungswirtschaftlichen Ordnung abspielte - also einer Planwirtschaft - , die ökonomische Fehlsteuerungen bewirkte. Trotz ihrer außerordentlich starken Stellung, welche die staatliche Plankommission im Gefüge der staatlichen Einrichtungen hatte, wurde ihre Arbeit - wie Gerhard Schürer, ihr letzter Vorsitzender berichtete - häufig dadurch erheblich behindert und sie zur Aufstellung undurchfühbarer Pläne genötigt, weil subjektive Wunschvorstellungen, unrealistische politische Ziele oder einfach Besserwisserei der führenden Funktionäre dies erforderlich machte.

    Im übrigen ist Zweifel angebracht, ob eine Zentralverwaltungswirtschaft überhaupt funktionieren kann, also unter realen und nicht idealtypischen Bedingungen bzw. Voraussetzungen.

    All diese Faktoren zusammen bewirkten den Niedergang nicht nur der DDR-Wirtschaft, sondern derjenigen aller Ostblockstaaten mit politisch gesteuerten Planwirtschaften.
     
  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Zumindest bis in die sechziger Jahre betonte man zum einen zwar die Unterschiede der Systeme, dennoch sah man auch die Möglichkeit einer Annäherung = Konvergenz.

    http://www.geschichtsforum.de/f39/k...zen-und-divergenzen-theorie-und-praxis-39131/

    Dieses ging dann unter Breschnew in die Phase der hegemonialen Supermachtpolitik über und bedeutete den Paradigmenwechsel hin zu einer nuklearen und Konventionellen Hochrüstung.

    Und diese Beschreibung führt dann zu der - nicht zutreffenden - Vermutung hin, dass die inneren Mechanismen der Planwirtschaft im kausalen Sinne für den Niedergang der Volkswirtschaften im Ostblock verantwortlich sind.

    Diese Schlussfolgerung, als kausale Erklärung, ist sicherlich nicht ausreichend, da die internen Mängel der Planwirtschaft dieses nicht erklären können. Dann müßte zunächst auch erklärt werden, wie es zu relativ hohen Wachstumsraten Ende der fünfziger Anfang der sechziger Jahre gekommen ist.

    Zusätzlich müßte erklärt werden, warum ausgerechnet das Land mit einer Planwirtschaft, erfolgreich eine Kriegswirtschaft von 41 bis 45 betrieb und seinen kapitalistischen Gegner produktionstechnisch "outperformte" (vgl. Tooze: Ökonomie der Zerstörung). Und müßte erklären, warum beispielsweise auch kapitalistische Wirtschaftssysteme (USA und GB im WW2) teilweise zu einer Planwirtschaft bei Kriegsmaterial in Kriegszeiten übergehen.

    Insgesamt ist jedoch der Vergleich zwischen kapitalistischen Wirtschaften und Planwirtschaften sehr problematisch. Betrachtet man die gravierende Belastung der weitgehend zerstörten Infrastruktur sowie der Produktionsanlagen im Osten Europas nach 45, ebenfalls die gravierenden Verluste an Arbeitskräften und die schwierige Beschaffung von Kapital für den Aufbau der Volkswirtschaften dann ergeben sich völlig unterschiedliche Ausgangspositionen im Jahr 1945 für den Osten und den Westen (vgl. z.B. Berson)

    Economic Trends in the Soviet Union - Abram Bergson - Google Books

    Vor dem Hintergrund der Zerstörung und dem Beginn des Kalten Kriegs stieg die UdSSR nach 1945 zur Supermacht auf. Und in Anlehnung an Kennedy wird die These vertreten, dass militärische Macht auf der ökonomischen Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft basiert.

    Dabei ist die militärische Macht der Garant für die hervorgehone Position in der internationalen Politik und gleichzeitig der Garant, bestimmte Wirtschaftsresourcen an die eigene Volkswirtschaft binden zu können. Es wird somit versucht, militärische Macht in ökonomische Macht zu "wechseln". Ein Vorhaben, mit dem die UdSSR völlig gescheitert ist und beträchtliche Mengen seines BSP wenig produktiv in "Militärhilfe" investiert hatte.

    Sofern ein zu hoher Anteil des BSP, oder ein dynamisch wachsender Anteil, für die militärische Rüstung genutzt wird, verstärkt sich das Problem der wirtschaftlichen Stagnation, da entsprechende Mittel für die zivile, teils auch exportorientierten Unternehmen, nicht zur Verfügung gestellt werden können. Oder auch dem Konsumgüterbereich vorenthalten werden und so zu einer Mangelversorgung der Bevölkerung führen.

    Mangelversorgung ist somit kein einzigartiges Merkmal von Planwirtschaften, sondern jederzeit auch ein Merkmal in kapitalistischen Wirtschaften zu Zeiten von Wirtschaftskrisen.

    Aufstieg und Fall der großen Mächte: Ökonomischer Wandel und militärischer ... - Paul M. Kennedy - Google Books

    Vor diesem Hintergrund, so Bialer, kommt es zu dem "Paradoxon" einer nach außen deutlich expandierenden hegemonialen Macht, die diese Entwicklung intern mit dem rapiden Zerfall ihrer wirtschaftlichen Grundlagen bezahlt. Und somit zu einem "Koloss auf tönernen Füssen" wird.

    The Soviet Paradox: External Expansion, Internal Decline - Seweryn Bialer - Google Books

    Ab 1985 griff Gorbatschow (Adomeit, S.193ff) dieses Problem auf, da es zunehmend im Kreml als Problem erkannt worden ist, und zielte darauf ab, die weitgehend als sinnlos erkannte Kostenbelastung für die Aufrechterhaltung des Status einer nuklearen Supermacht drastisch zu reduzieren ("devolution of empire").

    Dieses "New Thinking" war eine deutliche Abkehr von den bisherigen Prinzipien der Wirtschaftspolitik und der Außenpolitik und intendierte deutliche Reformen bzw. Neuausrichtungen.

    Imperial Overstretch: Germany in Soviet Policy from Stalin to Gorbachev: An ... - Hannes Adomeit - Google Books

    Dass es im Ostblock zu dem wirtschaftlichen Verfall kam, war somit, im kausalen Sinne, den politischen Ambitionen einer Supermacht geschuldet und hat zum Niedergang der Wirtschaft im RGW geführt.

    Die zunehmende Belastung für die Wirtschaft hat beispielsweise Davis dargestellt (S. 260ff und zum Budget, S. 270) und argumentiert, das sich dieser Rüstungswettlauf sehr deutlich auf die Gesamtfaktorproduktivität auswirkte, der von 0,1 % zwischen 1966 und 1970 auf -2,3 % im Zeitraum 1981 bis 1985 zurück ging.

    Ökonomie im Kalten Krieg - Google Books

    Ergo: Sofern eine analytische Erklärung für den Niedergang der Volkswirtschaften im Ostblock im Rahmen von Analysen angeboten wird, basiert sie auf den Zwängen des Status der sowjetischen Supermacht.

    Und diese Zwänge begünstigten zum einen den Aufstieg zur Supermacht nach 45 und leiteten als verselbständigter "Rüstungsmoloch" des MIK nach 65 den Niedergang ein.

    Der Rubel konnte nur einmal ausgegeben werden, entweder für "Kanonen" oder für "Butter".
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Es würde vom Thema wegführen, hier auf die angesprochenen Aspekte der sowjetischen Wirtschaft einzugehen. Allerdings sind das interessante Thesen, die zusammengefasst einen Diskussionsstand in der Literatur wiedergeben, und die gesondert besprochen werden könnten. Einigen Thesen bzw. auch Vergleichen (so zB Tooze) würde ich auch widersprechen.

    Soll das ggf. abgespalten werden? Es wäre sicher eine interessante Diskussion.
     
  5. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Das Thema ist sicherlich spannend.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  7. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Planwirtschaft (-liche Teile) im Krieg erleichtert die militärische Planung, da der Zugang an Material kalkulierbarer ist. Wie soll z.B. eine Pönale festgesetzt werden, wenn eine Division die benötigten 100 Panzer nicht bis zur Schlacht geliefert bekommt?

    Die Marktwirtschaft opfert etwas von ihren Ressourcen um den Rest effizient einsetzen zu können, braucht dazu aber auch einen Markt. Heraus kommt aber eine diversifizierte Produktion, d.h. eine Armee müsste ständig mehrere verschiedene Kampfpanzer haben und über den Preis die Qualität und Nützlichkeit bewerten. Es ist aber viel effektiver nur ein Modell zu einem Beschaffungszeitpunkt zu haben, die Leute zu schulen und Ersatzteile dafür zu verwalten. Wird nach einiger Zeit ein Nachfolgemodell eingeführt, so geschieht dies Verband für Verband. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie eine Kompanie Modell A und ein anderes Batallion Modell 97 eines anderen Herstellers bevorzugt. Abgesehen davon, dass die Rüstungsindustrie so auch zersplittert wäre und unter Kriegsbedingungen nicht effezient genug wäre.

    Dafür hat eine teilgeplante Militärindustrie in Friedenszeiten Nachteile. Wir sehen das in den westlichen Demokratien, aber eben auch im ehemaligen Ostblock. Dort wurden auch in Friedenszeiten eine Menge Ressourcen gebunden.
     
  8. Arldwulf

    Arldwulf Aktives Mitglied

    Letztlich gilt dies ja auch nicht nur für die Armee - auch für Privatleute wäre es natürlich sinnvoller und billiger wenn alle Produkte die sie kaufen auf den gleichen Teilen und Spezifikationen basieren. Es hat halt nur ein paar grundlegende Nachteile (Monopolstellung in erster Linie, und damit Abhängigkeit)

    Konkurrenz ist eine Lösung dafür - mit dem Nachteil das ein Teil dieser Konkurrenz am Bedarf vorbei arbeitet. (Eben die 6 Bäckermeister die jeder 10 Brötchen backen - von denen die Hälfte verkauft wird. Sie könnten auch alle zusammen einfach 30 backen - wenn sie denn vorab planen könnten wer wie viel bei ihnen und vor allem wo kaufen will)
     
  9. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Planwirtschaft

    Hallo


    @thanepower
    Ich frage mich jetzt wirklich, wie du dich zu so einer Aussage versteifen kannst. Die realität sah anders aus und wurde nat. von der jeweiligen Bevölkerung auch wahrgenommen.

    Wenn du mal im ehemaligen Ostblock warst (80-90er Jahre) und dir
    a. das Angebot angeschaut hast
    b. mit den Leuten (Polen, Ungarn, Russen, ehemaliger "SBZlern", Rumänen und Bulgaren) geredt hättest, dann wüßtest du, das die Palnwirtschaft eine komplette Mangelwirtschaft für den Noirmalbürger war, nur das Militär hatte alles, was auch kein Wunder ist, schließlich orderten die anch Plan 1000 Migs pro Jahr und alle wurden grün gestrichen, was glaubst du wäre passiert, wenn jetzt 1 Stafel gelb, die andere rot und die dritte lila Migs haben wollten, die Planwirtschaft wäre damit völlig überforderrt worden.

    Ach, hast du dir mal das Angabot in den Läden zu der Zeit angesehen, Mangel an allen Ecken und Kanten.
    Das Hauptprobelm war m.M.
    a. Die 100% Ausrichtung aufs Militär
    b. Durch die Planung der Wirtschaft auf 4-5 Jahre, konnte überhaupt nicht auf die Wünsche der Bevölkerung reagiert werden, bis man die Fehlplanung feststellte, wenn überhaupt, wurde das im nächten Fünfjahresplan korregiert, nur hatte man dann wieder Fehlplanungen!!

    mfg
    schwedenmann
     
  10. hatl

    hatl Premiummitglied


    Danke,
    habe beide Beiträge mit Interesse gelesen.
    Da ist viel dran.

    Es gibt ja auch immer (na, vielleicht fast immer) viele Gründe für eine einmalige geschichtliche Entwicklung. Und weil sie einmalig ist, kann man auch kein Wiederholungsexperiment machen. Das ist wie beim eigenen Leben. Es gibt keinen Gegentest.

    Wie sich das planwirtschaftliche Experiment in einem anderen Rahmen entwickelt hätte, kann man leider nicht wissen.
    Ich persönlich kann mir aufgrund meiner eigenen sehr speziellen Erfahrungen nur schwer vorstellen, dass eine Planwirtschaft nicht automatisch in Degeneration und Diktatur mündet.
    (Allerdings könnte man dieses auch beim Gegenmodell annehmen.. denn das letzte Wort ist ja noch nicht gesprochen)

    Man kann auch sagen, dass der Kapitalismus bereits eine längere Zeit der Evolution (sorry) hatte und auch aus einem größeren Biotop schöpfen konnte.
    M. W. wurden im 19. Jhd. in den USA ungefähr soviele Schienen- und Telegrafenkilometer verlegt, wie in der restlichen Welt.

    Jedenfalls wuchs die Planze der „sowjetischen (Plan-)Wirtschaft“ von Anfang an auf kargem Grund.

    Interessant finde ich auch Deinen Hinweis auf die Erscheinung, dass die Kriegswirtschaften 'kapitalischer' Länder erhebliche planwirtschaftliche Elemente entwickelten, und darauf:
    „In diesem Sinne war die stalinistische Planwirtschaft eine Kriegs-Wirtschaft im Frieden....“

    Recht verwunderlich finde ich die „Kolonialmacht“ Sovietunion.
    Diese hat keine positive „Enwicklungsdifferenz“ (welche nach Wolfgang Reinhard – kleine Geschichte des Kolonialismus) wesentlich für eine solche Macht ist.
    Noch dazu haben die Rohstoffe für Kasperlespreise in die „Kolonien“ verkauft und Fertigwaren von denselben bezogen.
    Was für eine seltsame Antiparallele.

    Arldwulf
    ... und unvermeidliche Degeneration daraus..;)
    Aber die ist halt auch nur relativ ..
    Im Vergleich zu den Kleptokratien war die Planwirtschaft geradezu segensreich. Na ja, jedenfalls nicht schlechter...
     
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  11. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Nicht ich behaupte es, sondern Gregory. Und mit ihm noch eine Reihe anderer "Sovietologen".

    Offensichlich ist Dir bisher nicht aufgefallen, dass ich "Positionen" referiere und meine persönliche Meinung im wesentlich durch die Auswahl der relevanten Historiker zur Geltung kommt. Da ich mir nicht anmaße, es beurteilen zu können.

    Aber solltest Du über die sowjetische Gesellschaft ausführlich diskutieren wollen, es wäre sicherlich einen eigenständigen Thread wert. Erstell ihn und schreibe Deine Position!

    Und wenn Du Dir meine Beiträge komplett durchgelesen hättest, dann wäre Dir aufgefallen, dass ich genau das thematisiere.

    Aber vielen Dank für die Bestätigung.
     
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  12. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    ... ganz offen und ehrlich vorab: ich habe noch keinen "Plan", diese Thematik strukturiert zu behandeln, und auch keine fertigen Strukturen im Gepäck.

    Daher ein erster Tastversuch, mit ungeordneten Thesen:

    1. über den Aussagewert und die Verwendbarkeit sowjetischer makroökonomischer Statistiken herrscht Verwirrung - und dazu gibt es in verschiedenen Bereichen Diskussionen. Den Aspekt hatten wir schon einmal im Forum zur Entwicklung 1919/1928 angesprochen.
    http://www.geschichtsforum.de/f56/russlands-industrie-1913-1945-a-10389/

    2. Vergleiche zur deutschen Kriegswirtschaft (Tooze: "outperformed") halte ich für ausgesprochen problematisch, ebenso das vergleichsfreie Heranziehen sowjetischer Rüstungsleistungen in die Beurteilung der Effizienz planwirtschaftlichen makroökonomischen "Outputs"

    3. Es gibt in der Literatur zahlreiche "Kalibrierungsversuche" bzw. "Adjustments" zur sowjetischen Statistik, um deren Verläßlichkeit zu testen, bis hin zum Vergleich mit "anthropometrischen" Datenreihen -
    zB Brainerd, Reassessing the Standard oof Living in the SU: an Analysis using Archival and Anthropometric Data, JoEH 2010, S. 83

    4. Zu klären sind Widersprüche zwischen ("beeindruckenden"!) makroökonomischen Wachstumsreihen des GDP, Produktivitätsverläufe und dem desolaten Endzustand der SU-Wirtschaft

    5. Makroökonomische Wachstumsreihen beinhalten zahlreiche Probleme, wie Einflüsse des Bevölkerungswachstums, Einflüsse von Hochphasen der Erschließung von Ressourcen, mangelnde "Balance" mit folgenden strukturellen Problemen, letztlich nicht zu glättende Preiseinflüsse inkl. "Umbewertungen" des Kapitalstocks, mangelnde ("nicht-nominelle" bzw. nicht-monetär bewertete) Abbildung des qualitativen Zustands des Kapitalstocks und des Outputs

    6. Die Planwirtschaft wies Vorzüge einer einfachen Kommandostruktur auf, die es segmentweise ("punktuell")und in bestimmten Perioden gestattete, Schwerpunkte zu setzen. Diese Schwerpunktsetzung gestattete, nicht ausbalanciertes Wachstum zu erreichen, das seinerseits strukturelle Probleme schuf. Zur Erläuterung: segmentweise (schnell!) erreichtes gewaltiges Wachstum, segmentweise erreichte technologische Spitzenleistungen sind kein Widerspruch zur These langfristiger Probleme der Planwirtschaft und zu einem wachsenden ökonomischen "Abstand" zu den westlichen Volkswirtschaften.

    Es kommt hier zu merkwürdigen, aufzuklärenden und zu bewertenden Widersprüchen: Erfolg/Misserfolg je nach betrachtetem Aspekt.

    7. Es fehlt an einer Messung der Problematik zu 6. Die Folgen versucht man zB anhand Stalins Industrialisierung bislang nur unzureichend zu bewerten (siehe den modellhaften Vergleich zu Japan hier):
    Cheremukhin, Golosov, Guriev, Tsyvinski: Was Stalin necessary for Russian industrialization?

    8. Die "Abstandsmessung" zu den USA im Kalten Krieg weist eine Vielzahl von Problemen auf: Bevölkerung, Ressourcen, Produktivitäten, GDP per capita, Preisprobleme, Ausbeutung/Kosten der osteuropäischen RGW-Peripherie. Diese Problemkreise kombiniert mit dem Hinweis auf die Kosten des SU-Militärapparates lassen keinen eindeutigen Schluss zu, dass die "Kosten des Kalten Krieges" als ausschlaggebender Faktor den Niedergang der SU-Wirtschaft herbeigeführt haben.

    Das ist sicher noch nicht vollständig. Auch wenn man in einzelnen Aspekten dann tiefer einsteigen sollte, ist die Vorabschau möglicherweise instruktiv für die Detaildiskussion.
     
  13. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Den Thesen kann man kurz die Schlussfolgerungen von Harrison gegenüber stellen. Damit wird deutlich, dass es hierzu keinen sachlichen Widerspruch gibt. Es stellt sich nur die Frage, wie "Stabilität" zu bewerten ist: im Sinne von funktionsfähig? Andererseits ist die These der "Stabilität" bis zum Kollaps zweifach zu hinterfragen:

    a) widerlegt der ökonomische Kollaps die Stabilitätsthese?
    b) ist der beobachtete Zustand im RGW-Wirtschaftsbereich (indem von makroökonomische Daten auf beobachtete Wirtschaftszustände gewechselt wird) mit der Stabilitätsthese überhaupt kompatibel? Mir erscheint hier, dass Harrison abseits des aggregierten Datenmaterials keine Erfahrungswerte hat. Für diejenigen, die mit dem Istzustand 1989/90 konfrontiert wurden, wirken seine Thesen ... "befremdlich" :winke:

    Harrison:

    The Soviet economy was stable until it collapsed. The Soviet economy grew along a stable trend for most of the twentieth century. Production and allocation were inefficient, and welfare outcomes fell short of what was feasible under different arrangements. Long–run adverse trends in monitoring costs may have ensured that one day the Soviet economy would become unstable. However, these trends were exogenous to the command system: its eventual collapse was not a result of the Soviet economy’s intrinsic properties.

    Command economies can secure stable high output under given historical circumstances. Stability is conditional, and the conditions for a high–output equilibrium based on coercion can be identified. Stability means that the perceived benefits to the players in the command economy from combining high levels of effort and coercion outweighed the costs. This does not mean everyone was better off under a command system than under well–functioning market arrangements, which have not yet emerged in Russia and are not considered here.

    Coercion requires artificial incentives. An artificial incentive system is required for a high–effort equilibrium. Without such incentives, producers would avoid high effort. A dictator may efficiently offer rewards as well as penalties. From producers’ point of view penalties are just negative rewards. From the dictator’s point of view, efficient rewards cost more than efficient penalties. However, if feasibility or credibility limits the maximum penalty, the minimum efficient reward may be greater than zero.

    Coercion can be legitimate socially but not legally. Command economies may acquire social legitimacy from efficient and credible punishments and rewards. However, authority that rests on coercion is not law–governed and cannot make commitments that are legally binding. As a result, there is a time-consistency problem for central planners. When punishments are costly it is optimal for a dictator to declare that coercion will never be relaxed. Producers who believe this are less likely to relax effort. When effort is less likely to be relaxed, it may become optimal for the dictator to cut coercion costs by relaxing monitoring. However, the credibility of this commitment rests on his reputation, which is fragile and may be lost if coercion is relaxed once.

    In exercising coercion the dictator is rationally secretive. Both the dictator and producers may exploit information asymmetries to shift payoffs in their favour. Specifically, the dictator will conceal monitoring and punishment costs to prevent producers identifying the point of reduced effort at which hemight gain from relaxing coercion; this adds to his reputation. Similarly, under coercion producers will complain and underperform. Producers will exploit the difficulty of observing effort to overstate its subjective costs and will engage in effort reduction to secure improved rewards.

    Command economies may be undermined by adverse trends in monitoring costs. Changes in production can raise the costs of monitoring producers. When monitoring becomes unprofitable, the dictator will abandon high coercion. Command economies may also be undermined by bad policy. Too much and too little coercion are both destructive. Too much means overreliance on penalties. Too little means tolerating rent–seeking and erosion of the dictator’s reputation. Both can undermine the profitability of monitoring. In particular, command economies may be undermined by socialist economic reforms. These were designed to cut monitoring costs and
    enlarge the feasible space for a high–output equilibrium but probably failed to do so. Moreover, the cycle of reforms and counterreforms may have harmed the dictator’s reputation.

    The dictator’s surrender, not workers’ resistance, triggered Soviet collapse. The story told here is not one of revolution, which did not take place in Russia although it may have done elsewhere; workers’ resistance informed the dictator rather than forced his hand. When adverse trends have sufficiently eroded the feasible space for a command economy, the high–output equilibrium may collapse in different ways depending on who moves first. In the Soviet case the economy collapsed because when monitoring ceased to be profitable the dictator gave up; when the dictator gave up, producers gave up too.
     
  14. Arldwulf

    Arldwulf Aktives Mitglied

    Das Problem ist ja auch nicht das es verkehrt wäre Pläne zu machen, genau betrachtet sind übergeordnete Pläne auf Gesellschaftsebene natürlich viel effizienter als wenn 10 firmen sich widersprechende Pläne machen.

    Das Problem ist wer diese Pläne macht, welche Interessen dieser hat und wie man die Prioritäten hierbei setzt. Und da ist dann natürlich eine undemokratische Herrscheclique innerhalb eines mit dem Rest der Welt verfeindetem Staatenblocks denkbar schlecht geeignet. Man darf dort auch nicht alles auf mangelnde Information schieben, Honni & Co. Wussten sehr genau dass die Leute vorm Konsum Schlange stehen und wie lange man auf Trabbis warten muss. Der wesentliche Anteil der Mängel war den Herrschenden jederzeit bewusst und wurde nur in Kauf genommen.
     
  15. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    Paul Kennedy zitiert in dem bereits erwähnten Buch 'Aufstieg und Fall der grossen Mächte' im Kapitel 'Die Sowjetunion und ihre >>Widersprüche<<' aus der Rede Gorbatschows auf dem 27. Parteitag der KPdSU im Jahre 1986:

    Das ist natürlich nur eine subjektive Darstellung eines Beteiligten, die den Zustand der zentralistischen Zwangswirtschaft aber zutreffend beschreibt.
     
  16. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    aus welcher Perspektive kommen diese Bewertungen?...

    eine andere Überlegung ist: wir haben historisch nirgendwo eine Planwirtschaft, die nicht heftig unter marktwirtschaftlichem Konkurrenzdruck gelitten hätte! Oder anders gesagt: die sowjetische Planwirtschaft stand seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unter dem Zwang, nach außen technologisch und militärisch mithalten zu müssen (Rüstungsspirale etc)

    kurzum: wir kennen doch gar keine in Ruhe gelassene Planwirtschaft :winke: d.h. wir kennen sowas nur aus allerlei utopischer (schöngeistiger) Literatur, welche sowohl in Ost wie West verfasst worden ist.
     
  17. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    Aber nur wenn von gottähnlichen Wesen geplant wird.

    Eine Volkswirtschaft ist kein deterministischer Prozeß, wo man nur X Anfangsgrößen kennen muss und dann läßt sich der Rest einfach berechnen.

    Wäre interessant zu erfahren, wie ein Planer Innovationen vorhersieht und in seinem Fünfjahresplan einplant, und seien es nur so simple Dinge wie ein Ipad oder Harry Potter oder das letzte Elbehochwasser.

    Oder einfacher ausgedrückt, wer glaubt eine Volkswirtschaft planen zu können, kann sich genauso gut auf die Suche nach dem Heiligen Gral, an die Quadratur des Kreises mit Zirkel und Lineal oder den Bau eines Perpetuum mobiles machen - Letzers wird er gewiss brauchen.
     
  18. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ruhig Blut :):)
    die Quadratur des Kreises sorgt in Thmas Manns Zauberberg für viel Heiterkeit, und ein perpetuum mobile haben in der Musik Mozart, Weber und Chopin hingekriegt :):)
    was den Gral betrifft, so ist mit etwas Durchhaltevermögen ein Bühnenweihfestspiel von Wagner zu empfehlen :):)

    retour zum Thema: Marktwirtschaften pflegen ebenfalls von Innovationen wie Harry Potter, Ipad oder Elbehochwassern überrascht zu werden :D:D:D
     
  19. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    Leider kann ich diesen Anflug von Heiterkeit nicht teilen, wenn es um Instrumente zur Unterdrückung von Meschen geht. Und die zentralistische Zwangswirtschaft ist eines dieser Instrumente. Sie erfordert eine Gesellschaft die George Orwell treffenderweise mit:
    beschrieben hat.

    Alle, die nur "Gleich" sind, haben sich wieder in die Vor-Kantsche Unmündigkeit zu begeben. Für die, die zu den "Gleicheren" gehören sah und sieht die Sache natürlich feiner aus - es ist anzunehmen, dass die Apologeten dieses Systems sich (unbewußt) zu dieser Gruppe zählen.

    Dass es noch nie eine Planwirtschaft in Reinkultur geben hat, dürfte weniger an den umliegenden Marktwirtschaften, die doch sowieso unterlegen sein sollen, liegen, sondern daran, dass die Menschen, wenn sie schon nicht weglaufen können, zumindest eine Schattenwirtschaft etablieren. Ein schönes, demokratisches und vernichtendes Urteil!
     
  20. oglokea

    oglokea Gesperrt

    Das sehe ich auch so, mit eine kleine Ergänzung: wie im Ostblock, und auch im SU war schon für den Führungskräfte duchhaus relevante, wirkliche Daten beinhaltende Statistiken vorhanden. Was dagegen veröffentlicht wurde, das ist eine andere Frage.
    ((Die vor den Führungskräfte vorliegende, richtige statistischen Daten hatten schon eine "Aussagenwert-und Verwendbarkeit", am sonst könnte man keine Budget herzustellen. Was in der Budget trinnen war, über deren "Wert", natürlich darüber kann man streiten.
    Eine diese "Streitfrage"- auch als Argument zum "Nichtlebensfähigkeit" des Planwirtschafts von der Seite des Westes verwendet wurde, nämlich die, dass in viele Ostblock- staaatliche Budget schon voraus eine 5% (dies könnte sich prozentual Jahr für Jahr und Staadt für Staat variieren, aber der Duchschnitt war 5%) Minus, der sgn. Haushaltsdefizit eingeplant wurde. Diese schon voraus eingeplante Haushaltsdefizit hatte schon seine Richtigkeit/Begründbarkeit.))

    Warum?

    Ja, ich kenne auch davon Paar.

    (Aber nach meine Kenntnisse zB. auch in den SU ist es üblich war, dass viele industrielle Fabriken-und landwirtschaftliche Betriebe Jahr-für Jahr in eine sgn. Produktionswettbewerb zum gegeneinander gestanden haben, und am Jahresende,-nächtes Jahr-oder nach der Ernte wurden über den tatsächlich geleistete Pruduktionen die Auswertungen vollzogen, regionale-und auf Staatsebene die Gewinner gekürt, belohnt, und alle wirkliche, im Wettbewerb erreichte Wirtschaftsdaten in dem lokalen-und zentralen Medien wurden auch veröffentlich (darum war hier fürs "Schummeln" mit diese Daten kaum eine Möglichkeit da, weil jede Teilnehmer in dem Wettbewerb kannte die erreichte Ergebnisse, und der kollektiven-und eingene Interesse war hier schon vorhanden, die richtige- wirkliche Daten zu veröffentlichen). Nach meine Kenntnisse gibt keine Studie, welche diese wirkliche, in diese Ramen veröffentlichte Daten herangezogen hätte. Aber ich Kenne solche nicht veröffentlichte, aber durchgeführte Studie, welche der Ziel gesetzt hatte, dies-oder das durch den Studie zu beweisen, und nach Gegenbeweise-oder Nichtbeweisbarkeit die ganze dann in dem Papierkorb gewandert.)

    Eine der wichtigste Grund deren -aus meine Sicht- war die Auswirkungen des Kalte Krieges (-wurde auch schon auf den Th erwähnt- der Ausrichtung des Wirtschafts auf den Rüstungsindustrie im SU, aber um ehrlich zu sein, es ist von mir eine "angenommene" Sicht, da bin ich "Mitläuferin"-, aber ich habe hier eine "unerlaubte Bauchgefühl", dass wenn ich diese These richtig einander nehmen würde, könnte einige Überraschung auch rauskommen. Nämlich, weil der Produktion für den Bevölkerung auch gewachsen wurde unter dem Zeit des Kalte Krieges. Und ich habe schon ein wenig Zweifel auch dort- trotz dass ich selbe der Wortnützung: desolaten auch annähme hier-, dass die SU- Wirtschaft im Jahr 1990-91 wirklich in eine sooo desolaten Zustand war. Und damit bin ich beim erste Teil Deines Satzes.).

    Diese kann genaoso auch beim -auf eine marktorientierte Wirtschaft auftreten.

    Ich habe ein wenig Probleme mit diese "Kommando"struktur Wortnützung. Ist schon klar, dass planen müsste, aber es ist der Eigenschaft für jede Plan, dass es letztendlich von "oben" kommt. Das auch klar, dass allgemein auch gültig für jede Volkswirtschaft an seine Teil des staatlichen Budgets, dass wegen der von "oben" kommende (aber vor dem "Planannehmung" ist/war im Gang eine ständige hin-und her mit dem Daten, Korrektionen +- , zwischen den unteren-und oberen Etage) "Kommando"-oder "Befugnisse" (zB. in D. durch den Bundestag mit Gesetz bekräftigte/genehmigte staatliche Budget) könnte/sollte man für den Staatsinteresse (auf) wirtschaftlichen Schwerpunkte setzen.
    Allgemein: eine budgetare -in Staatsinteresse getätigte- wirtschaftliche Schwerpunktsetzung führt nicht zwangsläufig zum unausbalaciertes Wachstums, und konkret (SU): was meints Du hier mit dem "strukturellen Problemen"?

    Volle Zustimmung.

    Ich sehe hier keine Probleme (in Anbetracht meine Sichtes auf den 6).

    Zum Abstandmessung: ich glaube, Abstand kann man nur in Fall USA-SU beim dem militärische/rüstungs- Zustand vorzunehmen. Und dort waren sie fast gleich (jedenfalls wann Reagan der Initiave ergriffen hatte).
    Ich glaube, hier dürfte auch nicht vergessen sein, dass was "beute" damals der SU (Ostblockstaaten) auf, in welche Richtung mit welche brauchbare Mittel für den politische Ziel zu erreichen gegangen wurde (was teilweise unter gegebene Zeiten - der geeignete Mittel, sage ich jetzt mal so: aufgezwungen wurde auf den SU. Außerdem die sgn. "Luxusgüte" und "Überproduktion" für den Möglichkeit zB. der zweite TV in der Küche war nicht in dem SU-Ostblocks Budget -Planung vorgenommen. Auto sollte auch nicht jede Familie haben. ) .

    Zum Ausbeutung: ich sehe es so, in dem siebziger Jahren zB. hatten die meiste Ostblockstaaten (inbegriff der SU) eine -auch beim Bevölkerung durch die Kunsumsgütemenge/Qualität - fühlbare Wirtschaftswachstum bemerkt (wurde mit Recht festgestellt).
    Ziehst Du die "Ausbeutung" Schluss aus dem RGW- Transferrubel zwischenstaatliche Abrechnungsergäbnisse ab?
    (Zum "ausschlaggebender Faktor": wie oben schon geschrieben habe.)
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2013

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