Eine falsche Angabe oder absichtliches Verfälschen?

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von ArmandoGeschichte, 20. November 2019.

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Empfindet ihr das auch so?

  1. Ja, weil ... (bitte dann begründen)

    1 Stimme(n)
    100,0%
  2. Nein, weil ...(bitte dann begründen)

    0 Stimme(n)
    0,0%
  3. Du verstehst das falsch, weil ... (bitte dann begründen)

    0 Stimme(n)
    0,0%
  1. ArmandoGeschichte

    ArmandoGeschichte Neues Mitglied

    Hall0 zusammen,

    (auf welchen Artikel ich mich beziehe): https://de.wikipedia.org/wiki/Aktivbürger

    in dem Abschnitt "Französische Verfassung von 1791" steht im oberen Abschnitt: "4.298.360 Aktivbürger. Sie repräsentierten 61 % der Männer und 15 % der Gesamtbevölkerung.". 61 % der Männer, also die Mehrheit der Männer, sollen Grundbesitzer gewesen sein, die ein hohes Vermögen hatten. Das kann nicht stimmen, denn wenn die Mehrheit schon so gut betucht gewesen wäre, wäre der Staat ja schon fast "gerecht", und, wie wir ja sehen, war er dies nicht. Das ist für mich eine Verfälschung und nur eine Verherrlichung der Bürger. Ich frage euch, stimmt ihr mir zu oder verstehe ich diesen Satz nur falsch? Es kann ja nicht sein, dass so eine gravierende Verfälschung in allen Geschichtsbüchern steht! Ein blanker Hohn ist sowas!

    MfG
    Armando
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wo steht etwas von Grundbesitz oder hohem Vermögen?
     
  3. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    Unfug. Da steht oben drüber:
    Grundbesitz spielte für das aktive Wahlrecht der Bürger nach der Verfassung von 1891 keine Rolle, sondern das geleistete Steueraufkommen. Das dürfte, wenn es dazu führte, dass dadurch 61% der männlichen Bevölkerung das Wahlrecht zugestanden bekam, sprich diese zu Aktivbürgern macht, in etwa dem durchschnittlichen Steueraufkommen der unteren Mittelschicht entstanden haben.

    Hinsichtlich des Gegenwerts und der Kaufkraft von 3 Livres:

    Livre – Wikipedia

    Auch wenn die Angaben etwas mit Vorsicht zu genießen sind, da eine genaue Bestimmung des Gegenwerts, wie im Artikel angemerkt heute nicht mehr möglich ist, jedoch vermittelt es wohl einen Eindruck davon, dass der Gegenwert der nämlichen 3 Livres sich einigermaßen bescheiden ausgenommen haben dürfte.

    1. Was genau hat die Verteilung von Besitz für eine Aussagekraft für das Ausmaß gesellschaftlicher Gerechtigkeit?
    2. Selbst wenn deine offenscihtlich falsche Annahme korrekt wäre. 61% der Männer über 25 Jahren seien einigermaßen betucht gewesen, würde es sich dabei gesamtgesellschaftlich nach wie vor um eine Minderheit handeln und das keinerlei Schluss auf das Vermögen (oder gar den Rechtsstatus) der Mehrheit der Gesellschaft zulassen.
    3. Vom "Bürger" steht da nichts, sondern vom "Aktivbürger". Die Unterscheidung die durch die Vermögensgewichtung vorgenommen wird, ist also lediglich die Hürde für das politische Partizipationsrecht, dass an und für sich im Gegensatz zu den bürgerlichen Rechten für die Kategorie des Bürgers werde konstituierend, noch im Rahmen eines Klassen-/Schichten-/Millieuparadigmas abgrenzend ist.
    4. Du hast da offensichtlich so einiges falsch verstanden.
    5. Wikipedia ist kein Geschichtsbuch.
     
    andreassolar, thanepower und silesia gefällt das.

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