Englische (britische?) Küche und ihr z.T. unverdient schlechter Ruf

Dieses Thema im Forum "Westeuropa" wurde erstellt von zaphodB., 10. Januar 2022.

  1. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Das Pulver wurde in Großbritannien entwickelt, sicherlich inspiriert vom indischen Curry. Aber ein indisches Curry hat mit dem Pulver nicht so viel zu tun - und das betrifft nicht nur die Konsistenz. Ein asiatisches Curry auf einer Currywurst stelle ich mir sehr seltsam vor.

    Es ist ja auch toll, wenn einige User meinen, den Essensgeschmacks ganzer Nationen beurteilen zu können :p
     
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  2. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Wo denn? Das würde nämlich implizieren, dass es in GB seit dem Ende des 1. Weltkrieges keinerlei Einwanderung gegeben hätte. Ein großer Vorteil der britischen Küche ist aber gerade die Vielfalt, die nicht zu letzt auf Einwanderung zurückzuführen ist. So wie Döner Kebab im Brot auch ein typisch deutsches Gericht ist, das in Berlin in seiner jetzigen Form entwickelt wurde, gibt es in Großbritannien bspw. auch indische, karibische oder afrikanische Küche, die an die britischen Gewohnheiten angepasst wurde. Ohne Tee aus China, der später in Britisch-Indien angebaut wurde, hätte sich niemals die tea-time entwickelt. Das Currypulver ist dann nur ein Beispiel dafür, dass Vielfalt und Anpassung eine lange Tradition in GB haben - Chicken tikka masala ein weiteres.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Januar 2022
  3. Riothamus

    Riothamus Aktives Mitglied

    In Deutschland begann der Untergang des Abendlands mit der Abschaffung des lateinischen Aufsatzes, in England mit dem Zusammmenbruch der Küche. ;)

    Der letztere fand mehrfach statt. Vor einigen Jahren hat, meine ich, Jamie Oliver einen Kreuzzug gegen schlechtes Kochen ausgerufen*. Abgesehen von den Weltkriegen ist das 19. Jahrhundert mit seinen sozialen Verwerfungen zu nennen. Wegen des Abbrechens von Tradition und oft auch Wohlstand wurde mitunter schon die Rezeptüberlieferung zum Problem. Wahre Handbücher schufen eine gewisse Abhilfe, vereinheitlichten die Landesküchen aber auch. Für England ist Isabella Beeton zu nennen, für Deutschland Henriette Davidis.**

    Eine Unterschätzung traditioneller Küche samt teils massiver Ablehnung ist ja auch in Deutschland zu verzeichnen. Und das ist der Grund, solche Kochbücher zu erwähnen. Denn mit traditioneller und regionaler Küche, die zumindest bei Davidis vorkommt, haben sie eines gemeinsam: Rezepte verändern sich. Vereinfachung, Geschmack der Zeit, Sparmaßnahmen und Begrenzung des Aufwands führen zu ungenießbaren Mahlzeiten. In den letzten Jahren erschienen ja einige Rezepte, die neu vom Ursprungsrezept auf heutige Küchentechnik umgesetzt wurden, um genau das zu vermeiden. Und manches Mal konnte ich Bekannten schon einen Tipp geben, wie ein abgelehntes Gericht schmackhaft wird. Ein oder zwei sind mittlerweile richtige Fans der fraglichen Gerichte. Einfach nur eine Zutat hinzuzufügen oder die Garzeit zu verkürzen, kann ja schon Katastrophen verhindern.

    Das zweite Problem sind geschmackliche Gewohnheiten. Obst im Hauptgang geht für viele gar nicht. In der westfälischen Küche gehört es oft dazu. Ich kenne auch viele, die ich mit Curry jagen kann. Da wird eine fremde Landesküche schnell zur Tortur.

    Dann werden ungewohnte Nahrungsmittel nicht so gut umgesetzt. Wer kaum Reis oder Nudeln gewohnt ist, wird davon nicht richtig satt. Wegen der Nudeln (und des Olivenöls) kenne ich auch heute noch viele, die die Italienische Küche ablehnen, weil sie "davon nicht satt werden."

    Was die Englische Küche angeht, sage ich also: Das kommt darauf an. Und vergesst mir den Käse nicht.

    * Auch in Deutschland wird seit Jahren darum gerungen. Ich kenne eine junge Lehrerin, die in ihrer Abschlussarbeit darüber schrieb, warum entsprechende Richtlinien nicht in den Schulen umgesetzt werden.
    ** Die Bedeutung für die Frauenbewegung ist auch interessant: Gab etwa Davidis Frauen, die in der Position als Hausfrau gefangen waren, eine Hilfe, indem hier Hausfrau als Beruf betrachtet wurde, oder verschlimmerte es die Situation, weil es nun eine Anleitung gab?
     
  4. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Bekanntlich lautet deren Werbeslogan "You love it or you hate it"- Dementsprechend haben sie im Shop auch ein personalisiertes Glas für Marmitehasser als Weuhnachtsgeschenk, wenn sie unartig waren...
     
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  5. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Das Essen in Irish Pubs ist gar nicht mal so schlecht, aber ich weiß jetzt nicht wie sich die Küchen da gleichen. Spareribs, Burger, Guiness mag ich ganz gern.
     

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