Ethnische Minderheiten bei den Wikingern ?

Dieses Thema im Forum "Die Wikinger" wurde erstellt von VendelPanzer, 7. August 2018.

  1. vodnik

    vodnik Mitglied

    ...jedenfalls haben sich blonde Jüten von den rathaarigen Dänen unterschieden, auch wenn nur in den Novellen von Robert E. Howard, wo es sich um die Abenteuer von Cormac Mac Art dreht als er an Bord des dänischen Langschiffs Rabe vor den Shetlandinseln unversehens mit dem Langschiff Feuermaid voller blonder Jüten zusammentrifft...
     
  2. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ich bezweifele, dass die Werke eines Fantasy-Schriftstellers eine historische Relevanz haben. Laut Wiki sind die Anteile von rothaarigen Individuen in der Gesamtbevölkerung in Irland, Schottland und Wales am höchsten. Rot (Haarfarbe) – Wikipedia

    Die Gründe dafür sind unbekannt. Da mag irgendeine prähistorische Bevölkerungsbewegung sich ereignet haben, oder evtl. eine Genmutation / Umweltanpassung...

    Aber das hat mit den Wikingern nun nix zu tun.
     
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  3. vodnik

    vodnik Mitglied

    ...ich kann nicht behaupten, dass die Romane von Roberet E Howerd historisch sond, aber Bartäxte als Werkzeuge & Waffen sind sind schon vor den Wikingernbekannt im Gebiet der Slawen, vorwiwiegwnd als Werkzeuge um den Wald zu roden, aber auch als Waffen. Dänemark war während der frühen Volkerwanderungszeit auch als Einwanderungsland zu nenne , um den Begriff der ethnischen Eigration einmal zu verwenden, damals sind neue Ethnien eingewandert, vielleicht auch Slawen, vielleich die, die damals um das spätere Hamburg herum gelebt haben...
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Bei den groß angelegten populationsgenetischen Studien sind jetzt die Wikinger "dran".

    Vorab-Veröffentlichung:
    Population genomics of the Viking world


    Abstract: (~ deepL)

    Die maritime Expansion der Wikinger aus Skandinavien (Dänemark, Norwegen und Schweden) markiert eine der schnellsten und weitreichendsten kulturellen Veränderungen in der Weltgeschichte. Während dieser Zeit (ca. 750 bis 1050 n. Chr.) erreichten die Wikinger den größten Teil West-Eurasiens, Grönlands und Nordamerikas und hinterließen ein kulturelles Erbe, das bis heute andauert. Um die genetische Struktur und den Einfluss der Wikingerausbreitung zu verstehen, haben wir die Genome von 442 antiken Menschen aus ganz Europa und Grönland von der Bronzezeit (ca. 2400 v. Chr.) bis zur Frühneuzeit (ca. 1600 n. Chr.), insbesondere der Wikingerzeit, sequenziert. Wir stellen fest, dass die Zeit vor der Wikingerzeit von einem ausländischen Genfluss nach Skandinavien von Süden und Osten begleitet wurde: von Dänemark und Ostschweden bis in den Rest Skandinaviens. Trotz der engen sprachlichen Ähnlichkeiten moderner skandinavischer Sprachen sind (unterschiedliche) genetische Strukturen innerhalb Skandinaviens festzustellen, was darauf hindeutet, dass regionale Bevölkerungsunterschiede bereits vor 1.000 Jahren vorhanden waren.

    Wir finden Nachweise für die vorwiegend dänische Wikingerpräsenz in England, der schwedischen Wikingerpräsenz im Baltikum und der norwegischen Wikingerpräsenz in Irland, Island und Grönland. Darüber hinaus sehen wir, dass während der Wikingerzeit in wesentlichem Umfang ausländische europäische Vorfahren nach Skandinavien kamen. Wir stellen auch fest, dass einige der Mitglieder der einzigen archäologisch gut bescheinigten Wikinger-Expedition enge Familienmitglieder waren.

    Vergleicht man die skandinavischen Genome der Wikinger-Periode mit den heutigen skandinavischen Genomen, so stellt man fest, dass die mit der Pigmentierung verbundenen Loci in den letzten Jahrtausenden eine starke Populationsdifferenzierung erfahren haben. Schließlich sind wir in der Lage, die Allel-Frequenzdynamik positiv ausgewählter Orte sehr detailliert zu verfolgen, einschließlich des Laktasepersistenz-Allels und verschiedener Allele, die mit der Immunreaktion verbunden sind. Wir kommen zu dem Schluss, dass die Wikingerdiaspora durch ein erhebliches ausländisches Engagement gekennzeichnet war: Unterschiedliche Wikingerpopulationen beeinflussten die genomische Zusammensetzung verschiedener Regionen Europas, während Skandinavien auch einen verstärkten Kontakt mit dem Rest des Kontinents aufwies.

    The Viking maritime expansion from Scandinavia (Denmark, Norway, and Sweden) marks one of the swiftest and most far-flung cultural transformations in global history. During this time (c. 750 to 1050 CE), the Vikings reached most of western Eurasia, Greenland, and North America, and left a cultural legacy that persists till today. To understand the genetic structure and influence of the Viking expansion, we sequenced the genomes of 442 ancient humans from across Europe and Greenland ranging from the Bronze Age (c. 2400 BC) to the early Modern period (c. 1600 CE), with particular emphasis on the Viking Age. We find that the period preceding the Viking Age was accompanied by foreign gene flow into Scandinavia from the south and east: spreading from Denmark and eastern Sweden to the rest of Scandinavia. Despite the close linguistic similarities of modern Scandinavian languages, we observe genetic structure within Scandinavia, suggesting that regional population differences were already present 1,000 years ago. We find evidence for a majority of Danish Viking presence in England, Swedish Viking presence in the Baltic, and Norwegian Viking presence in Ireland, Iceland, and Greenland. Additionally, we see substantial foreign European ancestry entering Scandinavia during the Viking Age. We also find that several of the members of the only archaeologically well-attested Viking expedition were close family members. By comparing Viking Scandinavian genomes with present-day Scandinavian genomes, we find that pigmentation-associated loci have undergone strong population differentiation during the last millennia. Finally, we are able to trace the allele frequency dynamics of positively selected loci with unprecedented detail, including the lactase persistence allele and various alleles associated with the immune response. We conclude that the Viking diaspora was characterized by substantial foreign engagement: distinct Viking populations influenced the genomic makeup of different regions of Europe, while Scandinavia also experienced increased contact with the rest of the continent.
     
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  5. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Ethnische Minderheiten in Skandinavien scheinen sehr zäh zu sein. Die Sami gibt es bis heute. Eine Assimiliationspolitik gab es erst in der jüngsten Vergangenheit.

    Auffällig ist, dass der sprachgenetische Fußabdruck der Wikingerzeit sehr klein. Fast in keinem neuen Siedlungs- oder Herrschaftsgebiet hielt sich die nordische Sprache oder konnten gar die Ureinwohner assimiliert werden. Lediglich auf Island und auch auf einem paar anderen Inseln konnte sich nordische Sprachen länger halten.
     
  6. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Auf Island und den Färöern gab es auch keine bedeutende Ureinwohnerschaft zu assimilieren.

    Sprachliche "Fußspuren" der Wikinger lassen sich vor allem auf den britischen Inseln ausmachen. Das sind zum einen zahlreiche Ortsnamen, die auf die Wikingerzeit zurückgehen, zum anderen sind es Supren in der englischen Sprache.
    Das Wort child 'Kind' geht auf das altenglische cild zurück, das kid dagegen auf altnordisch kið ‘Zicklein’.
    Das shirt geht auf altenglisch scyrte ‘Hemd, Schürze’ zurück, das skirt dagegen auf altnordisch skyrta.
     
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  7. Heine

    Heine Aktives Mitglied

    England stand von 793 bis 1066 mal mehr, mal weniger unter Wikingereinfluss. Sven Gabelbart und Knut der Große schafften es sogar auf den englischen Thron. Mehr als 1.000 Worte altnordischer Herkunft, mehr als 1.500 Ortsnamen (-by) und Personennamen (-son) sind das Erbe dieser Zeit.
     

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