Etruskischer Zwölfstädtebund

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von decebal, 25. Januar 2009.

  1. decebal

    decebal Neues Mitglied

    wie funktionierte dieser bund?bildeten die etruskischen stadtstaaten in diesem bund eine militärische/politische und ökonomische einheit??wann wurde er gegründet?
    google hilft nicht weiter...
     
  2. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

  3. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Der Zwölfstädtebund war ein haupsächlich Kultureller und Kultischer Bund um den heiligen Hain der Göttin Voltumna in Volsinii, der mindestens jedes Jahr zusammentraf. Natürlich gab es dabei am Rande politisiche Gespräche und gemeinsame beschlüsse, aber die Mitglieder des Bundes waren unabhängige Stadtstaaten.

    Der etruskische Zwölfstädtebund war das gleiche wie eine Amphyktionie bei den Griechen. Die Mitglieder feierten einmal im Jahr ein kultisches Fest, führten untereinander Kriege und führten nur in sehr seltenen Fälle auch zusammen Krieg gegen ein gemeinsamen Feind.

    So wird es auch bei den etruskischen Stadtstaaten gewesen sein. Meistens waren sie nur auf die eigene Expansion aus, wie zum Beispiel Lars Porsena von Clusium gegen Rom. Das erklärt auch wie Rom die etruskischen Städten einer nach dem anderen besiegen konnte. Hätten die Etrusker mehr zusammmen gehalten, wäre Rom nie in der lage gewesen sie zu besiegen oder auch nur seine Unabhängigkeit zu bewahren.

    Bei den Kriegen gegen Syrakuse, Kyme, Alalia, die Samniten oder die Kelten kan es sowohl um Bundesaktionen alsauch um Kriege eines einzelnen oder mehrere Stadtstaten handeln.
     
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  4. Legat

    Legat Aktives Mitglied

    In dem von DerGeist genanntem Buch steht (ich paraphrasiere):
    Jede Stadt war ein Stadtstaat wie die griechischen Polis mit, wie etwa Tarquinia oder Vulci, einem größeren Hinterland die selbstständige Politik im Inneren und Äußeren betreiben konnten. Einen etruskischen Staat gab es nicht. Sie sahen sich eher als Caeretaner, Vejenter, etc.
    Der Zwölfstädtebund ist keine Erfindung der Etrusker, man begenet ihnen auch im griechischen Kleinasien. Zwölfstädtebünde sind darüberhinaus für die etruskischen Städte der Poebene und Kampanien überliefert, wobei Mantua und Capua jeweils ein dominierendes Zentrum darstellen.
    Der Zwölferbund Etruriens (deren einzelne Mitglieder sich im laufe der Zeit änderten) hatte kein festgelegtes Machtzentrum, besaß aber ein Zentralheilligtum im Territorium von Volsinii/Orvieto, das Fanum Voltumnae.
    Jährlich trafen sich dort die Herrscher der zwölf Stadtstaaten und wählten ein Oberhaupt (von den Römern praetor Etruriae bezeichnet) über dessen Machtbefugnisse nichts Näheres bekannt ist.
    Diese Herrscher, auch mechl oder Lukumonen genannt, dürften in der Frühzeit sowohl über die religiöse als auch über die weltliche Macht verfügt haben. Ihnen zur Seite stand eine Schicht von Aristokraten (ab dem 7. Jahrhundert kennt man von denen mehrere Gentinamen).
     
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