Facharbeit Geschichte Spartaus DDR

Dieses Thema im Forum "Fragen & Antworten" wurde erstellt von Glenno, 9. Mai 2016.

Schlagworte:
  1. Glenno

    Glenno Neues Mitglied

    Hallo,

    ich schreibe eine Facharbeit mit dem Thema Spartakus, hier wird auch Spartakus als Unterrichtsmaterial der ehem. DDR angebracht, kann mir jemand sagen wir lange Spartacus als Unterrichtsmaterial in der ehem. DDR verwendet wurde? Hier habe ich verschiede Informationen.

    Wäre wirklich nett, wenn mir da jemand helfen könnten.

    Vielen Dank im voraus

    Alex :winke:
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Welche Informationen hast Du denn?
     
  3. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Geht es denn um den Spartakusbund/aufstand im 20 JH. oder um den Spartacus im Antiken Rom?
     
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Spartakus und DDR!?

    Abgesehen davon dass Spartakus im Geschichtsunterricht in der DDR behandelt wurde, gab es ja auch in der DDR und den anderen sozialistischen Ländern eine „Spartakiade“ (z.B. in der UdSSR ab 1956).

    Spartakiade = regelmäßige Sportwettkämpfe der Jugend.

    Spartakus war Namensgeber dieser Spartakiaden.

    Tradition: Körperkulturfeste der revolutionären Arbeitersportler (1921 in Prag, 1928 in Moskau, 1931 in Berlin.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2016
  5. Glenno

    Glenno Neues Mitglied

    Ich habe die Information, dass Spartacus der Römer, im Geschichtsunterricht der DDR nur bis 1970 gebraucht wurde. Aus einem anderen Zeitungsartikel geht hervor bis zu den 90iger Jahren. Habe dazu aber keine eindeutigen Aussagen gefunden und möchte nichts falsches zitieren.
    Danke
     
  6. Glenno

    Glenno Neues Mitglied

    Es geht um die Legende des Spartakus und seine Auswirkungen auf sozialistische Gruppierungen und die DDR.

    Mir geht es z. Z. um den Geschichtsunterricht in der DDR.
     
  7. Glenno

    Glenno Neues Mitglied

    Hallo Ralf,

    danke für die Hinweise, mir geht es im Moment um den Geschichtsunterricht der DDR.

    Gruß Alex
     
  8. Goldkrone

    Goldkrone Mitglied

    Spartakus fügte sich in eine Reihe umgedeuteter "Revolutionäre" ein, die am Abgrund der jeweiligen, ausbeuterischen Gesellschaft ihrer Zeit das Proletariat gegen die Bourgeoisie anführten. Sie überblickten die später von Marx beschriebenen und von Lenin fortentwickelten Gesetzmäßigkeiten hinter ihrem Handeln jedoch noch nicht, sodass sie nicht in der Lage waren, das Proletariat in den Sozialismus und schließlich den Kommunismus zu "lenken." Sie waren also dazu verdammt nach Beendigung ihres Aufstandes und dem "Reset" der alten Strukturen denselben Kreislauf wieder zu erleben.

    So ähnlich klang das wohl im DDR-Geschichtsunterricht, der sich streng nach dem marx-engelsschem Prinzip des "historischen Materialismus" ausrichtete. Nach diesem hängt die Entwicklung von Gesellschaften und damit der Verlauf der Geschichte nicht multikausal von vielen Faktoren ab (der heute gängige Ansatz), sondern nur von einem Faktor: Der Verteilung von Produktionsmitteln und Kapital.

    Hat sich auf Seiten der Bourgeoisie so viel Kapital und Macht in Form von Produktionsmitteln konzentriert, dass für das Proletariat selbst das Nötigste nicht mehr vorhanden ist, wendet es sich zum verzweifelten Aufstand gegen die Herrschenden.

    Vor diesem Hintergrund wurde auch Spartakus im DDR-Geschichtsunterricht behandelt, er führte damals schließlich Sklaven gegen Sklavenbesitzer an.

    Nützliche Quellen:

    Historischer Materialismus
    Geschichte des Geschichtsunterrichts
    Buch "Geschichtswissenschaft in der DDR", Band II: Vor- und Frühgeschichte bis Neueste Geschichte

    Gruß
    Goldkrone
     
  9. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Spartakus wurde in der DDR als Held verehrt.

    Ich gehe mal von POS und EOS aus.
    Der Geschichtsunterricht war dementsprechend.

    Wie er behandelt und verehrt wurde, hier ein Auszug aus dem Jugendweihe Buch Ausgabe 1975 „Der Sozialismus – Deine Welt“:
    Gert Irrlitz schreibt unter der Überschrift „Uralte Sehnsucht der Menschheit“:

    „200 solcher Fechtersklaven verschworen sich im Jahre 73 v.u.Z in Capua, auszubrechen und gemeinsam ein freies Leben in Gleichheit und Brüderlichkeit zu führen.“

    Weiter unten dann:
    Rom schickte eine Truppe von 3000 Mann gegen sie. Der Anführer der kämpfenden Sklaven, Spartacus, führte seine Truppen auf den Gipfel des Vesuv. Die römische Streitmacht, die sie dort zu umzingeln suchte, schlugen sie aufs Haupt. Nach diesem Sieg war Spartacus der Held aller Ausgebeuteten in Italien...“

    Und am Schluss des Artikels:
    Dieser größte Sklavenaufstand der Antike trug bereits Züge, die wesentlich für den Kampf aller unterdrückten Klassen um ihre Befreiung sind: Die Ausgebeuteten hassen die herrschende Klasse aus eigener bitterer Erfahrung…“.
     
  10. hacege

    hacege Neues Mitglied

    Ohne Insiderwissen zum DDR-Geschichtsunterricht: Spartakus war in den "Sozialistischen Staaten" ein so prominenter Namensgeber (Spartakiade, Spartak Moskau, Sparta Prag,...) daß ich mir schwer vorstellen kann, er wäre 1970 in der DDR in Ungnade gefallen - als Toter kann er damals ja nichts "antisozialistisches" mehr angestellt haben.
    Ohne genauere Faktenkenntnis soll man sich zwar eigentlich nicht aus dem Fenster lehnen, aber ich tu es hier dennoch: Ihre "nur bis 1970 gebraucht"-Quelle ist purer Schrott.
     
  11. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    AC Sparta hieß der Verein aber schon zu k.u.k. Zeiten.

    Ich denke, die Vereinsgründer hatten eher den Peleponnes als den Vesuv im Sinn.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2016
  12. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich bin kein Geschichtslehrer, aber kommt Spartacus im heutigen Geschichtsunterricht über das antike Rom nicht mal als Randthema vor?
    Ich bin nicht im Osten aufgewachsen, aber ich meine (ich kann mich da auch täuschen, lang ist's her) wir hätten in "Geschi" mal über Spartacus gesprochen.

    Ich frage mich auch, bedeutet der Name Spartacus "der aus Sparta" oder eher sowas wie "der spartanische..."?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2016
  13. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Empfehlenswert wäre vielleicht auch, Du setzt Dich mit dem „Georg – Eckert - Institut“ in Braunschweig in Verbindung.

    Die haben eine „Thematische Literaturliste“.

    U.a. wird da auf eine Seminararbeit eines Hayoz, Thomas verwiesen. Diese Seminararbeit stammt von 2001, hat 61 Seiten und beschäftigt sich mit Spartacus.

    Titel: „Das Spartacusbild in den Schulbüchern der DDR: Spartacus – ein heroischer Klassenkämpfer (siehe hierzu auch meinen Beitrag Nr. 9): eine Untersuchung von Lehrplänen und Schulbüchern.“
    Eingereicht wurde diese Seminararbeit an der Uni Bern.
     
  14. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Eher weder noch. Das war ein gebräuchlicher Name bei den Königen von Bosporos (auf der Krim), insofern halte ich es für zweifelhaft, dass er etwas mit Sparta zu tun hatte. Auch bei den Thrakern gab es ähnliche Namen. Von der Stadt abgeleitete Adjektive lauteten eher Spartiakos bzw. Spartanus.
    Eine andere Frage ist aber, ob den Römern das bewusst war. Wir wissen nicht, ob Spartacus wirklich so hieß oder den Namen erst als Sklave erhielt. Ein allfälliger römischer Namensgeber könnte durchaus die Spartaner im Sinn gehabt haben.
     
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  15. hacege

    hacege Neues Mitglied

    O.K., in den Dreck gegriffen: Ich ersetze durch "Spartak Brno"
     
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  16. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Wie weit ist es denn vom griechischen (so vermute ich) "Spartiakos" zum lateinischen "Spartacus"?
     
  17. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Nur ein bisschen weiter als vom Spartak zum Spartag.
     
  18. Armer Konrad

    Armer Konrad Aktives Mitglied

    Ich nehme allerdings an, die "Spartacus-Verehrung" der DRR kam auf indirektem Weg zu Stande, über den Umweg des sogenannten "Spartakusbundes" von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Der Spartakusbund ging 1919 in der KPD auf.
    Der Name des Bundes selbst bezieht sich natürlich auf den Gladiator resp. Anführer der Sklaven.

    PS:
    Meine Kenntnisse der antiken römischen Geschichte sind marginal (ich bringe bereits die Epochen Republik und Kaiserzeit ständig durcheinander) allerdings meine ich zu wissen, dass Spartacus in den entspr. Quellen als Thrarker bezeichnet wird (also also aus grieschischer Sicht als "Barbar" gelten musste). Dabei soll es zudem unsicher sein, ob sich "Thraker" tatsächlich auf die Volkszugehörigkeit bezieht. Mit "Thraker" bezeichnete man offenbar auch einen in Gladiator mit spezifischer Bewachung (Rüstung ?).
     
  19. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Nur bis 1970 stimmt keinesfalls. Ich bin 1968 in die Schule gekommen. Spartacus war am Ende des 5. Schuljahres dran und bei mir wurde der 1974 noch weit ausführlicher behandelt als Caesar oder Augustus. In der DDR galt Spartacus als erster Revolutionär, der die geknechtete Masse von der Unterdrückung befreien wollte, was natürlich kaum etwas mit der Realität, der Antike zu tun hatte.
     
  20. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    So ist es: Plutarch schreibt in der Nikias/Crassusbiographie, dass ein gewisser Lentulus Vatiatus nahe Capua eine Gladiatorenschule unterhielt, deren Insassen hauptsächlich Gallier und Thraker waren und das Spartacus ein Thraker vom Stamm der Maider war.

    Florus schreibt, dass Spartacus zur Waffengattung der murmillones gehörte, also genau der Standardgegner des Gladiatorentyps thraex einer schwerbewaffneten Armatur, die mit Krummschwert, zwei hohen Beinschienen, gesteppter Hose und kleinem Schild bewaffnet kämpfte. Meistens gegen einen murmillo, zuweilen aber auch gegen einen anderen "Kleinschilder" den mit Lanze, Schwert und Buckler bewaffneten hoplomachus.
     

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