Frage zum Thema: "die österreichische Literatur"

Dieses Thema im Forum "Österreich | Schweiz" wurde erstellt von ineczkaa, 5. Juli 2011.

  1. ineczkaa

    ineczkaa Neues Mitglied

    Hallo, ich suche die Hilfe...

    Ich wuerde gern wissen, was man als spezifische Merkmale der oesterreichischen Literatur betrachten kann? Was zeichnet die oesterreichische Literatur aus? Was ist in ihr besonders und spezifisch unter allen anderen Literaturen?

    Wenn mir jemand helfen koentte, waere ich unheimlich dankbar!!!!!!!
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

  3. ineczkaa

    ineczkaa Neues Mitglied

    Na ja, es geht mir aber um eine allgemeine Antwort, nicht um konkrete Zeitperiode.. Diese Frage habe ich von der Betreuerin meiner Magisterarbeit bekommen.. Ich soll dieses Thema auf der Verteidigung der Arbeit praesentieren... Ich weiss aber nicht, ob es um die Charakteristik in allen Epochen geht, oder vielleicht um irgendwelche allgemeinen charakteristischen Merkmale..wie, was weiss ich, z.B. die oesterreichische Literatur zeichnet sich durch die Flucht der Autoren in die Welt der Fantasie :p (das ist nur ein ausgedachtes Beispiel :D)

    in Tante Wiki hab ich schon gesucht.. dort gibt es aber nur einen kurzen Abriss, reine Tatsachen...
     
  4. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ok, dann frage ich anders: worum gehts denn in deiner Mag.?
     
  5. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    was meinst Du mit Literatur?
    Romane, Theaterstücke? Schnitzler, Horvath, Musil?
    und falls die so genannte Weltliteratur gemeint ist: was außer speziellen "lokalen" österr. Themen sollte Literaten wie Kafka, Schnitzler, Musil denn von anderen Zeitgenossen (Thomas Mann, James Joyce, John Dos Passos) als speziell österreichisch unterscheiden??
    ...sind die deutschsprachigen Autoren nicht insgesamt eine Angelegenheit der Germanistik?
    oder meinst Du speziell zweite Hälfte 20. Jh.? Da wäre die Frage, ob sich Heiner Müller und Thomas Bernhard tatsächlich mehr als nur stilistisch unterscheiden.
     
  6. ineczkaa

    ineczkaa Neues Mitglied

    das Thema meiner Arbeit hat eigentlich nichts mit dieser Frage zu tun; es ist so bei mir, die Arbeit ist eine, die Fragen zur Prufung- etwas anderes; (ich komme aus Polen:) )
     
  7. ineczkaa

    ineczkaa Neues Mitglied

    Mir geht um die osterreichische Literatur als Weltliteratur; Was ist in ihr besonders im Vergleich mit anderen; worin unterscheidet sie sich- ich weiss, das ist eine ein bisschen naive Frage, weil es mit der Zeit verschiedene Verwandlungen gibt, die Literatur andert sich, die Schreibweise der Autoren auch.. Aber so lautet die Frage :) :confused:

    Ich hab mir gedacht, vielleicht geht es darum, dass die osterreichischen Autoren fast immer unter dem Druck der Zensur litten; in der Zeit der Donaumonarchie, waehrend des Kriegs usw... Deshalb kann man in den bedeutendsten Werken der osterreichischen Literatur immer etwas Magisches, Fantastisches, Maerchenhaftes finden, wie z.B. bei Hoffmansthal; sie flohen in die Welt der Fantasie, lebten zwischen Traum und Wirklichkeit; das Probleme mit der Darstellung der Wirklichkeit hatte man auch nach dem Zerfall der Habsburgermonarchie, nach dem Ersten Weltkrieg! Es gab die Autoren, die die alte Ordnung glorifizieren, obwohl es damals nicht so ideal war;

    die zweite Sache, woruber ich gedacht habe, ist vielleicht der multikulturelle Charakter des Staates- verschiedene Traditionen, Kulturen- das muss den Ausdruck im Literatischen finden;

    und das dritte- spezifischer Humor, der in den Werken den Ausdruck findet? Das Satirische, z.B. in Nestorys Possen?

    ehhhh, hat das einen Sinn??:p:p
     
  8. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ok... Und was studierst du? Irgendwie muss sich das Thema doch eingrenzen lassen :grübel:

    Also mal aus dem Bauch raus, damit du den Fokus wirklich auf der österreichischen Literatur hast: Schau dir die Besonderheiten des Vielvölkerstaats an und wie das Niederschlag in der Literatur findet. Zur Zensurthematik vielleicht Stifters Nachsommer und im Gegensatz dazu ein kritischeres Werk von der Zensurliste bspw. von Grillparzer, der ja gleichzeitig einer der Hauptautoren des österreichischen Klassizismus ist. Neben dem österreichischen Klassizismus als Subströmung innerhalb der deutschsprachigen Literatur würde ich dir noch einen Blick auf die Wiener Moderne und die Wiener Gruppe empfehlen. Zudem kannst du noch einen Blick auf die volkstümliche Literatur und dabei insbesondere auf das Wiener Volksstück (hier bspw. Nestroy mit seinem Lumpazivagabundus) werfen.
     
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  9. ineczkaa

    ineczkaa Neues Mitglied

    yhmmm, ok, ich veruche, noch was genaueres zu finden ;) mal schauen, was sich daraus ergibt :p

    Ich studiere Germanistik und die Arbeit hab ich uber die zwischenmenschliche Kommunikation und uber die Storungen in ihr geschrieben; als Grundlage dienten mir die Texte von Wohmann und Bachmann; na ja, ich weiss, dass Bachmann eine osterreichische Autorin ist, aber aufgrund nur einer Autorin kann ich das Wesen der osterreichischen Literatur nicht genau charakterisieren..:confused:

    Vielleicht zietiere ich das E-mail von der Betreuerin meiner Arbeit:
    Was zeichnet
    oesterreichische Literatur aus? Was wuerden Sie als spezifische
    Merkmale dieser Literatur bezeichnen (erlauetern Sie die Antwort mit
    passenden Beispielen!)

    :) also ein sehr breites und allgemeines Thema..
     
  10. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Wirklich ein sprödes Thema. Im KNLL [1] gibt es zwar Essays über die faröische, samojedische und madegassische Literatur, aber nicht über die österreichische und schweizerische - die laufen unter "deutschsprachig" mit, und bei der Frage "Gibt es eine österreichische Literatur?" [2] - und wenn ja, seit wann? - scheiden sich nach wie vor die Geister.

    Der zweite Punkt ist vielleicht der am wenigsten umstrittene. Hilde Spiel [3] zitiert François Bondy mit dem Satz "Das Österreichische ist wie das Lächeln der Cheshire-Katze, die aus der Monarchie noch übrig ist" und fügt hinzu: "Gleich jener Katze aus Lewis Carrolls Alice im Wunderland, die selbst längst verschwunden ist, hängt der alte Vielvölkerstaat, sichtbar nur als sein deutschsprachiger Rest, immer noch im 'geistigen Raum der Nation'".

    Der Literaturkritiker Ulrich Greiner hat sich 1979 ebenfalls auf den "habsburgischen Mythos" bezogen und drei weitere Thesen aufgestellt [4]: Bestimmend für die österreichische Literatur "
    - seien ihre Wirklichkeitsverweigerung und ihr Handlungsverzicht,
    - sei ihre zumeist apolitische Haltung, die jedoch zu poetischer Radikalität und eskapistischer Schönheit führe,
    - sei schließlich eine häufige Haßliebe zum eigenen Staat."

    Zum Teil überlappt sich das mit Deinem ersten und dritten Punkt. Wenn Du die an Beispielen festmachst, könntest Du so zu argumentieren versuchen.


    [1] Kindlers Neues Literatur Lexikon. Band 20. München 1988
    [2] So der Einstieg von Hilde Spiel in ihrer Einführung in: Kindlers Literaturgeschichte der Gegenwart. Die zeitgenössische Literatur Österreichs I. Frankfurt 1980
    [3] aaO., S. 8
    [4] ebd.
     
  11. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Vorweg: Ich bin kein Germanist und will deshalb nicht behaupten die Lösung des Problems anbieten zu können.

    Beim Thema der Arbeit fallen mir drei Namen ein: Peter Handke, Elfriede Jelinek und besonders Thomas Bernhard. Die könnten vielleicht auch am ehesten als "typisch österreichisch" gelten mit ihrem Leiden an den österreichischen Verhältnissen. Greiners Urteil würde ich (ohne mich mit ihm messen zu wollen) für sie aber nicht gelten lassen - wie überhaupt für die österreichische Literaratur des 20. Jahrhunderts nicht mehr so ohne weiteres.
     

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