Französische & spanische Zeitschriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von studiosus_curiosus, 5. Dezember 2017.

  1. studiosus_curiosus

    studiosus_curiosus Neues Mitglied

    Ich studiere Geschichte und recherchiere derzeit für meine Diplomarbeit mit dem (vorläufigen) Thema "Religiöse Kulte auf den karibischen Inseln im 17. und 18. Jahrhundert". Dazu habe ich auf Anraten meiner Professorin vor, mich in dieser Epoche einzulesen - vorrangig französisch- und spanischsprachige Zeitschriften mit Bezug auf die Karibik. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir hier jemand mit einer oder mehrerern vertrauenswürdigen Quellen weiterhilft bzw. mir Plattformen vorschlagen würde, bei denen ich fündig werden könnte.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  3. studiosus_curiosus

    studiosus_curiosus Neues Mitglied

    Danke. Diese Möglichkeit habe ich noch gar nicht in Betracht gezogen.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich meine natürlich online zugängliche publizierte Zeitschriften.
     
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  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Man muss halt meistens einfach nur ein paar Namen von Zeitungen kennen. Ich bin im Mercure de France immer wieder fündig geworden.

    Mercure de France – Wikipedia
     
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  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Diplomarbeit wird längst geschrieben, abgegeben und benotet sein, aber falls noch mal jemand drüber fällt: Meine damalige Antwort ist natürlich in erster Linie hilfreich als Link zu online zugänglichen wissenschaftlichen Zeitschriften, nicht zu Quellen.
     
  7. Bantelli

    Bantelli Mitglied

  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das dürfte die Sklaven relativ wenig tangiert haben.
    Man muss sich dabei zwei Fragen stellen:

    a) Warum tauften die Portugiesen ihre Wäre, bevor sie sie aus Afrika nach Amerika brachten?
    b) Wie sinnvoll war das für die Christianisierung dieser Menschen?

    Zu a) Hier dürften mehrere Motive eine Rolle gespielt haben. Auch solche, die uns heute ein bisschen "schizo" vorkommen dürften. Nämlich das Motiv der Gnade, was geradezu im Widerspruch zum brutalen und gnadenlosen Geschäft der Versklavung und des Sklavenhandels steht. Aus der damaligen Sicht konnte halt nur der gerettet werden, der getauft war.
    Weniger "schizo", aber genauso wenig hilfreich dürfte das aus der historischen Erfahrung der Portugiesen geborene Motiv sein, nämlich die von ihnen bis nach Marokko ausgeweitete Reconquista. Man wollte halt keine Muslime in o novo mundo bringen.

    Zu b) Zunächst einmal dürfte für die Sklaven die Taufe relativ egal gewesen sein. Ein unverständliches Ritual, wobei auch zu fragen ist, ob sie den rituellen Charakter ihrer Taufe überhaupt als solchen wahrnahmen. Mittel- und langfristig dürften sie ihre erzwungene Zugehörigkeit zum Christentum wohl am ehesten mit ihrem Status als Sklaven verbunden haben und damit können sie eigentlich fast gar kein positives Verhältnis zu dieser ihnen aufgezwungenen Religion entwickelt haben. Aus Sicht eines Missionars dürfte das ein absolutes Fiasko sein.

    Ich kenne mich mit den in der Karibik ausgeübten Kulten nicht aus, mir schwirrt nur Voodoo und Orishas durch den Kopf, ohne dass ich nähere Kenntnisse davon hätte. Aber man wird wohl davon ausgehen müssen, dass verschiedenen Kulte und Rituale, vielleicht auch mit christlichen Elementen vermischt, sich in der ethnisch differenzierten Gruppe der Sklaven zu neuen Kulten vermischt haben dürften. Ich nehme an Studiosus_curiosus könnte uns dazu aber inzwischen genaueres sagen.
     
  9. Bantelli

    Bantelli Mitglied

    zu a): Die Portugiesen tauften ihre „Ware“ direkt am Strand bevor sie auf die Kapverden verschifft wurden. Eine Vorschrift des Königs verlangte eine dortige Zwischenlagerung, bevor sie nach Brasilien abgingen.

    zu b): Von den Kapverden gingen immer die gleiche Anzahl Frauen und Männer in die Sklaverei. So versuchte man das unchristliche Konkubinat unter den Negern zu steuern.

    Portugiesen und Franzosen folgten den Anweisungen ihrer katholischen Herrscher. Die benachbarten protestantischen Niederländer und Engländer hatten aus Kostengründen keine getauften Sklaven und tauften ihre Sklaven nicht. Oder dann nur, wenn sie schwer erkrankten. Aber auch dann wurde dies oft vermieden, denn sollte sich der getaufte Kranke wider Erwarten doch erholen, mußte er freigelassen werden und bekam dann den Lohn der freien Dienstboten.
     
  10. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das sind keine Antwort auf die Fragen.
     
  11. Bantelli

    Bantelli Mitglied

    Aber vielleicht Ergänzungen.

    Zu a): Die Beweggründe der Franzosen waren sicher ähnlich der Franzosen:
    Um die heidnischen Seelen zu retten, hatte Ludwig XIII. die Sklaverei in den Gebieten Amerikas akzeptiert, die von seinen Untertanen ausgebeutet wurde. Man konnte ihn überzeugen, indem man ihm zeigte, dass keine Sklaverei geschaffen wurde, sondern man die Heiden nur verlagerte von Afrika auf die Inseln, zum Wohle aller, der getauften Sklaven und der Siedler, die sie ausbeutet haben. Das ganze Jahrhundert auf den Inseln war geprägt von der ständigen Sorge der Siedler, der Gouverneure und Verwalter um die rasche Verbreitung des Christentums unter den Sklaven.

    Zu b): Da bin ich ganz bei Dir.
    Das Heimweh muß die Sklaven sehr gepeinigt haben. So plötzlich herausgerissen aus ihrer Welt blieb ihnen nur der Trost ihrer Religionen der Heimat. Das gab dann mit der Zeit eine Melange mit den erzwungenen christlichen Zugaben.
     

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