Gab es jemals wirklich eine Weltmacht "Nummer 1"?

Dieses Thema im Forum "Kriegsschauplätze" wurde erstellt von Gast, 21. September 2008.

  1. Gast

    Gast Gast

    Gab es jemals wirklich eine Weltmacht "Nummer 1"?
    Ich meine die USA sind zwar wirtschaftlich und vom politischen Einfluss her an erster Stelle, jedoch kann sogar Frankreich militärisch gesehen die USA vernichten. Was meint ihr gab es in der Weltgeschicht jemals wirklich eine weltmacht Nummer 1? Danke.
     
  2. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Das Imperium Romanum!
     
  3. lapetite

    lapetite Neues Mitglied

    Nicht zu vergessen ist auch das Reich unter Alexander des Großen...:yes:
     
  4. Nakharar

    Nakharar Neues Mitglied

    Kommt drauf an, ob mit "Welt" unsere Erdkugel oder die zu diesem Zeitpunkt bekannte Welt gemeint ist. Bei letzterem würde ich ebenfalls das Römische Reich nennen. Geht man von ersterem aus, ist so etwas eigentlich ziemlich unwahrscheinlich, zumal erst in jüngerer Zeit die gesamte Welt bekannt war. Ansonsten gab es immer Konkurrenten (z.B. das britische Empire und Spanien).
    War das größte jemals entstandene Reich nicht das Mongolenreich, das zumindest für kurze Zeit von China bis ins heutige Polen reichte?
     
  5. Gast

    Gast Gast

    Aber kann man behaupten, dass Rom oder das Reich Alexanders "stärker" war als China?
    Meiner Meinung nach konnte keiner den Anderen besiegen und daher kann weder Rom oder China noch das Reich Alexanders die Nummer 1 gewesen sein.
     
  6. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Wir hatten das Thema schon mal. http://www.geschichtsforum.de/f83/ausdehnung-von-weltreichen-korrekt-15512/ Persönlich halte ich von diesen nach Superlativen suchenden Threads nicht viel. Welche Erkenntnis bringen sie uns?
    Das Bsp. der Mongolen, aber auch Alexanders zeigt, wie wenig aussagekräftig die Frage nach den größten Weltreichen ist: Alexanders Weltreich basierte doch im wesentlichen auf seinen Siegen über das persische Weltreich. Er erntete hier Früchte, die andere in einem jahrhundertewährenden Prozess angebaut hatten. Nach seinem Tod zerfiel dieses Reich. Bei den Mongolen war es ganz ähnlich: Die Ausdehnung konnte ihr Reich erreichen, weil sie sich im Prinzip eher an der Peripherie der besiedelten Welt aufhielten und sich nicht gegen viele Staaten wenden mussten, sondern lediglich wenige Staaten angriffen: China, Russland, das abbasidische Kalifat. Es reichte hier jeweils die Zentralmächte anzugreifen.
     
  7. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Da hast du schon recht, denn die Chinesen bezeichneten ihr Reich immer als "Reich der Mitte" und hielten sich für die Mächtigsten. Mit dem Römischen Reich oder dem Reich Alexander des Großen stießen sie nie zusammen.
    Das erste wirklich weltumspannende Reich errichteten die Spanier unter König Karl I., der als Karl V. auch Kaiser des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" war. Die Spanier wurden dann direkt von den Engländern abgelöst. Als entscheidendes Ereignis dafür muß man die Vernichtung der Armada im Jahre 1588 ansehen.
     
  8. Gast

    Gast Gast

    Ja das Reich der Spanier und Briten war Weltumspannend, aber keines war eine "Weltmacht Nummer 1". Man kann nicht behaupten, dass z.B. das Britishe Empire mächtiger war als Russland, weil keiner den Anderen besiegen konnte.
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    So einfach ist das auch nicht, bis auf ein paar Staaten in der Karibik hatte das spanische Weltreich bis ins 19. Jhdt. weiter bestand, Portugal und Frankreich mischten auch kräftig mit. England wurde eigentlich erst im 18. Jhdt. zu größten Kolonialmacht.
     
  10. elysian

    elysian Neues Mitglied

    Wenn man danach geht, dann gab es noch nie eine Weltmacht.
    Und vermutlich wird es dann auch nie eine Weltmacht geben.
    Womit der Begriff als solcher und die Diskussion darüber ad absurdum geführt wird.
     
  11. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Also eine Weltmacht zum gesamten Zeitraum der Menschheistgeschichte zu definieren ist wohl kaum möglich, da schon die Stellung als Weltmacht ein gewissen hohen technologiestandart erfordert. Hier das Römische Reich und das britische Imperium in einem Atemzug zu nennen ist m.E. unsinnig.

    Der Begriff Weltmacht ist in erster Linie eine Bezeichnung, die meist von denen Benutzt wird, die als Nation gesellschaftlich wie auch politisch und wirtschaftlich die Nummer 1 darstellen wollen. Die wird von gleichstarken Nationen meist nicht akzeptiert und in Frage gestellt.

    Somit ist der Begriff "Weltmacht" eine selbstüberschätzte Aussage und wird meist damit wiederlegt, das diverse Weltreiche bis heute nicht überlebt haben und an sich selbst zerbrochen sind.
     
  12. elysian

    elysian Neues Mitglied

    Es kommt darauf an, wie man Welt definiert. Hierunter muss nicht zwingend der gesamte Globus verstanden werden. Insbesondere wenn wir andere Epochen betrachten.
    Ich bin aber Deiner Meinung, dass das RR und das BI nicht in demselben Sinn Weltmacht waren.
    Zunächst einmal ist das Konzept der Nation relativ jung. Dagegen ist die Idee der Weltherrschaft sehr alt. Es ist wohl angebrachter, von Mächten zu sprechen.
    Die Bezeichnung als Weltmacht verleihen sich Mächte nicht unbedingt selbst. Eigentlich sogar selten. Auch bedeutet Weltmacht zu sein nicht, die Nr. 1 zu sein. Es spricht nichts gegen die Existenz vieler konkurrierender Weltmächte.
    Hinsichtlich des "selbstüberschätzt" s.o.
    Dass Weltreiche untergegangen sind, widerlegt nicht den Begriff Weltmacht.
    Weltmacht besagt ja zunächst nichts anderes als die Fähigkeit, die Durchsetzung der eigenen Interessen, meist erfolgreich, innerhalb der eigenen (bekannten) Welt zu betreiben. Oder anders gesagt beschreibt der Begriff Weltmacht eine staatliche Einheit, die in ihrer historischen Zeit und ihrem historischen Raum außerordentlichen Einfluss ausübte.
    alternative Definitionen:
    Großmacht ? Wikipedia, die freie Enzyklopädie
    http://lexikon.meyers.de/meyers/Weltmacht
    http://de.wikipedia.org/wiki/Weltmacht
     
  13. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Ja.
    Wobei der Begriff aber erst seit dem Zeitalter der Entdeckungen sinnvoll ist, weil es erst ab da weltweit agierende Mächte gibt.

    Und zwar mit so großem Abstand, daß sie derzeit viel deutlicher Nummer Eins sind als je eine Macht vorher.

    Das bezweifele ich.
    Ist aber auch nebensächlich - "kann nicht vernichtet werden" gehört m. E. nicht zu einer sinnvollen Definition von "Weltmacht Nr. 1".

    Ich sehe da auf jeden Fall Spanien, dann England, dann die USA.
    Man kann darüber streiten, ob zwischen Spanien und England noch Frankreich zu nennen wäre.
    Ich wäre da eher zurückhaltend.
    Frankreich war eine ganze Zeit lang Nummer 1 in Europa, und das in einer Zeit, wo Europa eindeutig die Welt dominierte.
    Aber zu dieser Zeit waren die weltweiten Aktivitäten Frankreichs vergleichsweise begrenzt, so richtig "Weltmacht" wie Spanien vorher und England danach war Frankreich nicht.
     
  14. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Es kommt eben darauf an wie man Weltmacht definiert. Das französische Kolonialreich konnte mit dem spanischen schon konkurieren, und Frankreich war dazu wirtschaftlich stärker, als Spanien, das im Krieg gegen die aufständischen Niederlande auf Produkte zurückgreifen mussten, die ihnen die Holländer teuer verkauften. Dazu war Frankreichs Einfluß in Europa sehr bedeutend, wie du selbst schriebst. Frankreich war das bevölkerungsreichste Land in Europa, noch vor Russland. Schließlich könnte man im Hinblick auf Weltmachtstelllung auch den Faktor des kulturellen Einflusses in die Diskussion einbringen, und in dieser Hinsicht übertraf der französische Einfluß den englischen. Französisch wurde Sprache der Diplomatie und Sprache der Salons.
     
  15. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Also Mitte des 19.Jahrhunderts war ohne Zweifel das britische Imperium Weltmacht Nr. 1.
    Wirtschaftlich wie auch der weltweite Einfluß sowie die dazugehörige Seemacht bildete Großbritannien den Spitzenreiter. Mann beachte, dass bezieht sich auf die Zeit des 19. Jahrhunderts.
    Eine Verschiebung in Richtung USA ist nach dem Zerfall der Kolonialreiche und der wirtschaftlichen Folgen des 1.WK bei den Großmächten Europas zu verzeichnen.
    Wobei nach dem 2.WK nicht mehr nur ein Land als Weltmacht zu betrachten ist, sondern die politischen Blöcke als Weltmacht der jeweiligen Ideologie zu verstehen sind. An der Spitze der Blöcke steht dann natürlich die jeweilige Großmacht des jeweilgen Blockes, sprich die USA und Die UdSSR.

    Ich glaube, die Weltmacht Nr. 1 schlechthin kann nicht ermittelt werden, da die historischen Umstände unter denen eine Weltmacht bestand hatte verschiedener Natur sind und einfach nicht in einen Topf geworfen werden können.
     
  16. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Richtig - deswegen habe ich mir mit der Einordnung Frankreichs etwas schwer getan.
    Die Dominanz in Europa ist für die Zeit zwischen Ludwig XIV und Napoleon ziemlich klar - aber die weltweiten Aktivitäten halte ich in dieser Zeit doch für nachrangig.

    M. W. nicht. Da waren die Aktivitäten in Kanada und Stützpunkte in Indien, dazu ein paar verstreute Inseln.
    Und genau diese Besitzungen hat es in der betrachteten Zeit fast komplett an England verloren.

    Ein mit Spanien auch nur halbwegs vergleichbares Kolonialreich hat Frankreich doch erst im 19. Jahrhundert aufgebaut - und da lag es eben insgesamt schon deutlich hinter England.
     
  17. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Weiß nicht. Ich sehe doch eher die beiden Supermächte als die handelnden Akteure, mit ihren Verbündeten / Untertanengebieten als Unterstützung - wie das auch bei früheren Weltmächten so war.

    Gerade der Westen war doch bei weitem nicht so homogen, daß man ihn als einheitlichen Block und Weltmacht sehen könnte.

    Die Weltmacht Nr. 1 war doch seit Ende 2. WK eindeutig die USA, selbst in ihrer stärksten Phase kam die SU da nicht mit.
     
  18. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Die Trennung zwischen "Verbündeten" und Satellitenstaaten ist ja schwer. Also ich denke so eine Art Blöcke gab es immer mal und Satellitenstaaten sind vielleicht eine logische Konsequenz daraus.
     
  19. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Erst einmal sind es schon verschiedene Sachen.
    Aber es gibt natürlich einen fließenden Übergang zwischen einem selbständigen Verbündeten, der auch jederzeit die Möglichkeit hat, das Bündnis zu beenden und sich anders zu orientieren - und einem Satelliten, der von der Großmacht kontrolliert wird und nur nominelle Selbständigkeit besitzt.

    Daß der Ostblock aus Satelliten bestand, hat die SU mit ihren diversen Interventionen ja demonstriert.
    Mal vom Besatzungsstatut in Westdeutschland abgesehen wäre es aber nicht nur juristisch, sondern auch praktisch jedem NATO-Staat möglich gewesen, das Bündnis nach Belieben zu verlassen.
    Zur Hälfte haben das die Franzosen ja auch gemacht.
     
  20. Gast

    Gast Gast

    Wenn man aber Weltmacht Nummer 1 so deffiniert, dass dieses Land jedes einzelne beliebige Land besiegen kann,gab es nie eine Weltmacht Nummer 1.
    Weltmächte gab es viele.
    Die USA hätte niemals die SU besiegen können und umgekehrt, auch gegen Deutschland im 2.W.K. hätte die USA alleine(ohne Britische Stützpunkte und Bindung Deutscher Kräfte durch die SU) nicht Deutschland besiegen können.
    Das Britische Imperium konnte selbst nichts gegen die Landmacht Russland unternehmen.
    Das Spanische Kolonialreich war für Ming-China keine Bedrohung.
     

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