Gemälde - Ideen???

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von rinoabutzile, 30. Mai 2010.

  1. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Natürlich verstehe ich das und es ist doch auch in Ordnung. Ich finde nur, man sollte wenigstens irgend eine Epoche oder ein Ereignis von sich heraus malen zu wollen und erst dann nach entsprechenden Vorbildern suchen. Da dein Interesse doch einen ziemlich großen Zeitraum entspricht, hast Du es auch mit verschiedenen Kunstepochen zu tun. Da sollte man sich schon im Klaren darüber sein, welcher Kunststil einen persönlich anspricht. Wenn Du die Renaissance bevorzugst, so schau doch mal nach Bildergalerien von Carpaccio, die sind klar gegliedert und nicht zu überladen, reduziert auf erdige Farbtöne. Web Gallery of Art, image collection, virtual museum, searchable database of European fine arts (1000-1850)
     
  2. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Mich sprechen all diese Epochen und Kunststile an.
    Vielleicht liegt das auch daran, weil ich grundsätzlich von Kunst nicht all zu viel verstehe (ich hab Kunst nicht studiert oder Kunstratgeber gelesen oder mich generell über Stile informiert). Mir reicht es zu sagen, ob mir ein Bild gefällt, oder nicht, und vielleicht noch zu wissen, welche Personen dargestellt sind.
    Ich möchte für all diese Epochen offen sein, ich brauche Vielfalt. Deshalb jette ich auch mit meinen Portraits in den Stilen hin und her, gerade nach Laune. Deshalb hab ich auch bei meiner Anfrage keine spezielle Epoche und keinen speziellen Stil genannt.

    Aber danke für den Link :friends:
     
  3. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Wenn Du Porträts malen willst, so müsstest Du doch auf der Habsburger-Seite fündig werden. Da sind ja mehrere Jahrhunderte versammelt.
     
  4. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Portraits hab ich schon massig gesammelt und auch in eigenen kleinen Büchern drucken lassen ^^ (ich weiß, freakig).
     
  5. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

  6. rinoabutzile

    rinoabutzile Neues Mitglied

    Ich finde ihn auch sehr beeindruckend und er ist klar eines meiner "Vorbilder" (wenn man das so nennen kann).

    Seine Bilder sind sehr warm, voller Gefühl und mystisch.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Natürlich hat er abgemalt.

    Glaub mir das ruhig!

    File:Thomas Gainsborough - Lords John and Bernard Stuart.jpg - Wikimedia Commons
     
  8. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Da gibt ja die Kunst auch ganz andere Möglichkeiten. Muss ich Dir das etwa erzählen? :confused:
    Schon allein die Pinselführung etc. kann aus einer Kopie, natürlich ist ein abgemaltes Bild in aller Regel nicht wie eines das man auf den Fotokopierer klatscht, ein eigenständiges Werk machen, welches von der Auseinandersetzung mit dem Werk des Vorbildes spricht.

    Ich muss mich wirklich schon sehr wundern, was ich hier lese.:nono:

    Die Sammlungen sind voll von Kopien und damit meine ich keine Fälschungen
     
  9. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Also doch das Butterbrotpapier :D Seine Farben und das setzen von Licht und Schatten gefallen mir bei ihm sogar besser als bei van Dyck :still:

    Aber jetzt mal ernsthaft: ich glaub wir reden hier aneinander vorbei. Ein Bild zu kopieren, um den Bildaufbau, die Maltechnik oder what ever en detail nachzuvollziehen und um sich mit der Bildthematik näher auseinander zu setzen ist das eine. Sowas ist durchaus legtim, genauso wie das Anfertigen von Kopien (zum schnöden Broterwerb oder weils einfach Spaß macht bspw.) legitim ist. Zur Kunst macht es das aber noch lange nicht. Kunst ist zumindest für mich mit einem kreativen Prozess verbunden und etwas zu kopieren ist für mich ehrlich gesagt nicht sonderlich kreativ.
     
  10. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ganz richtig, es ist Handwerk, keine Kunst. Ebenso wie ein Schauspieler ,der ja eigentlich nur die Anweisungen eines Regiseurs umsetzt, im eigentlichen Wortsinne kein Künstler ist (das haben mir auch schon Schauspieler selbst bestätigt). Wenn ich ein Buch illustriere, betrachte ich das auch nicht als Kunst, da ich nur das umsetze ,was sich der Schriftsteller vorgestellt hat.
     
  11. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    1.
    Nein glaube ich nicht. Ich verstehe Dich sehr wohl, bin nur nicht Deiner Ansicht.

    2.
    Das ist DEINE Ansicht.
    Das hat aber nichts und rein garnichts damt zu tun, was man früher oder vielleicht noch heute für Kunst hält.

    Hättest Du Recht und hätte man früher Deine Ansicht geteilt, müsste man die Eigenschaft des Künstlers schonmal einem gefeierten Künstler seiner Zeit wie Wille absprechen. (Seine eigenständigen Zeichnungen ausgenommen.)

    Freilich wandelte sich die Auffassung von Kunst immer wieder. Ich glaube, es war Dietrich/Dietricy, über welchen man frötzelte, dass er nun, nach dem Tod von Friedrich August II. auf seine alten Tage noch an der Akademie im Aktzeichnen unterrichten müsse. Zuvor hatte er sich vornehmlich an vor allem Malern des goldenen Zeitalters der niederländischen Malerei orientiert.

    :winke:
     
  12. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Ok, die Bestätigung hab ich gebraucht, da war ich mir grad echt nicht sicher.

    Exakt. Wie du schon richtig sagst hat sich das Kunstverständnis mit dem Lauf der Zeit ja auch geändert. Vieles was bei uns heute als Kunst aus den vergangenen Epochen gilt, war es in der jeweiligen Zeit vielleicht gar nicht. Zudem hat sich ja nicht nur das Kunstverständnis gewandelt, sondern auch gewisse Rahmenbedingungen, die in engem Zusammenhang mit Kunst stehen (Fotografie, Tonträger etc. pp.). Und nicht zuletzt hängt "Kunst", deren Wahrnehmung und Interpretation auch immer von der Kunst konsumierenden Person ab. Unter den Prämissen finde zumindest ich es schwierig, da irgendwas Allgemeingültiges zu formulieren.
     
  13. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Autsch! Darüber was Kunst ist und was nicht wurde und wird immer trefflich zu streiten sein, aber deine Aussage hat schon drastische Konsequenzen:

    Die Illustrationen Dores zu Don Quijote - Keine Kunst
    Die Illustrationen Beardsleys zu Wildes Salome - Keine Kunst

    Nebn diesen Beispielen, die mir persönlich weh tun, kann man einen Großteil der Kunstgeschichte dann auch gleich mit in die Tonne klopfen. Nämlich alle Gemälde, die auf biblischen oder mythologischen Themen beruhen. Denn die Geschichte von Judith und Holofernes haben sich die vielen Künstler ( nein, Handwerker) ja auch nicht selbst ausgedacht. Das gleiche gilt für Perseus, Herkules...
    Um das Argument noch etwas zuzuspitzen, kann man behaupten, dass sich der Portraitmaler seinen Gegenstand auch nicht ausgedacht hat, also keine Kunst geschaffen hat.
    Ich denke Dein Kunstbegriff ist dann doch enger, als Dir lieb ist.

    Wie gut ein Künstler ist zeigt sich daran, wie er ein Thema umsetzt und neu interpretiert:
    Velazquez:
    http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d7/Diego_Velázquez_048.jpg
    Bacon:
    http://data6.blog.de/media/038/4051038_bfca47569a_m.jpg
     
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  14. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Da hast Du mich aber gründlich missverstanden. Ich habe nicht allgemein die Buchillustrationen von Kunst frei gesprochen, sondern Meine. Wenn ein Illustrator freie Hand hat zu zeichnen, malen oder radieren, wie es seiner Fantasie entspricht, ist das selbstverständlich Kunst. Das ist aber leider meist nur bei verstorbenen Schriftstellern möglich. Autoren haben meist so feste Vorstellungen von den Bildern und reden dem Illustrator ständig in dessen Arbeit hinein. Da ich selbst illustriere weiß ich sehr wohl wovon ich spreche.
    Portraitieren halte ich nicht für den Gipfel der Kunst, es sei denn dem Künstler gelingt es eine eigene unverwechselbare Handschrift in die Portraits hineizubekommen. Wenn es nur das sture abmalen und reproduzieren von dem was er vor sich hat, ist es mehr Kunsthandwerk. Ich kann auch portraitieren aber fertige nur noch Karikaturen an, das halte ich wirklich füe Kunst, einen Menschen zu überzeichnen, ihm meine ganz eigene Handschrift zu geben und er sich trotzdem sofort wiedererkennt.
     
  15. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Das gebe ich (nicht wenig erleichtert) gerne zu. Das die Schriftsteller so einen Einfluss haben, war mir auch nicht bekannt, ich hätte eher mit Einmischung durch die Verlage gerechnet.
     
  16. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Wenn aber der Verleger gleichzeitig der Autor ist, da wird schon heftig gestritten:motz:
     
  17. Quelle

    Quelle Gesperrt

    Also, ich würde ins Museum gehen, mit dem Direktor sprechen und ihn bitten, mich mit meiner Staffelei vor das Bild meiner Wahl setzen zu dürfen.
     
  18. Madame de Stael

    Madame de Stael Neues Mitglied

    Ich kann Dir folgende Gemälde empfehlen und hoffe, Sie befinden sich noch nicht in Deiner Sammlung:

    - David; "Bonaparte auf dem Großen St. Bernhard" (1801)

    - Delacroix; "Die Freiheit führt das Volk" (1830)

    Unter google-Bildersuche lassen sich die Gemälde in unterschiedlichen Auflösungen finden; ebenso in dementsprechenden Bildbänden über die beiden Künstler.

    Zu Fälschung und Kopie läßt sich folgendes sagen:

    -Fälschung: das gesamte Bild wird bis ins Detail kopiert, oft unter Verwendung von alten Farben, Leinwänden, etc.. Das Ziel ist, das Bild als echten "xyz" an den Käufer zu bringen und damit eine dementsprechende Summe zu verdienen.

    Beispiel: nach dem 2. Weltkrieg wurde ein Holländer angeklagt, einen Vermeer an Göring verkauft zu haben. Der Mann konnte aber beweisen, dass er das Bild gefälscht hatte (er malte es nochmals unter Zeugen und führte auch vor, wie er es hatte altern lassen).

    -Kopie; man malt oder zeichnet ein Bild bis ins kleinste Detail ab, für den privaten Gebrauch

    oder

    man kopiert ein Bild und verändert ein Detail; damit ist es möglich, das Bild mit eigenem Signum und Namen zu verkaufen.

    oder

    es werden Bilder für den Massenverkauf hergestellt; diese Methode gab es schon bei den alten Malerwerkstätten, z.B. Cranach. Ein Motiv war einfach sehr gefragt, so dass der Meister selbst den Aufriss herstellte und das Gemälde von Gesellen und Lehrlingen fertiggestellt wurde.

    Die Ölbildproduktion lebte davon, Künstler, z.B. Giovanni/Untersberg, Zatzka, Bilder fertigen zu lassen, die dann über die dementsprechenden Druckmaschinen vervielfältigt wurden und dem breiten Publikum für günstiges Geld angeboten wurde.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. August 2010
    1 Person gefällt das.
  19. Madame de Stael

    Madame de Stael Neues Mitglied

    Nachtrag: der beklagte Holländer hieß van Megeren.
     
  20. Fulcher

    Fulcher Aktives Mitglied

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