Germanische Götter in Schrift- und Bildquelle

Dieses Thema im Forum "Völkerwanderung und Germanen" wurde erstellt von Skald, 17. Februar 2009.

  1. Haerangil

    Haerangil Aktives Mitglied

    also mein post von vorhin ist verschwunden...

    ich wollte hier mal ein Bild von einer gallo-römischen Diana posten:
    http://ardenneaparis.free.fr/dessins/arduinna.jpg

    häufig für eine Darstellung der Diana-Arduinna gehalten. Evtl. ein Vorbild für die auf Hildeswini reitende nordische Freya? Auf jeden Fall ein weiteres Indiz für einen Jagd- und Wildschwein-Kult der Diana...
     
  2. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    In deinem Link steht doch zur Diana erklärt:
    Es wird doch zumindest erklärt, wie man auf die Diana kommt. Gibt es eigentlich Bilder von den Diana-Figuren aus Frankreich - so zum Vergleich?
     
  3. Splitter

    Splitter Neues Mitglied

    Zur Einäugigkeit

    Weil das zu meinem Thema passst, baue ich das mal hier ein.
    Ich hab grade Hauck gelesen ( Herrschaftszeichen eines Wodanistischen Königtums) und bin da auf den Schwerttänzer von Torslunda gestoßen. Hauck schreibt, dass dieser Tänzer nur ein Auge hat und wahrscheinlich "Odin-Woden" darstellt.
    Gibt es eigentlich noch andere Funde, die diese Einäugigkeit aufzeigen, vor allem auf den Brakteaten oder generell im Südgermanischen?
     
  4. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Ob der Schwerttänzer oder besser Speertänzer einäugig ob zweiäugig ist, liegt im Auge des Betrachers. Das gleiche Pressbleich und doch gibt es unterschiedliche Rekonstruktion. In meinen Augen ist die Einäugigkeit nicht eindeutig.
    Aber allgemein solltest du hier ein Auge darauf werfen, inwieweit Unterschiede zwischen literarischen Beschreibungen des Hochmittelalters und Bildwerk der Vendelzeit besteht. Bekannterweise saßen ja dem Odin die Raben auf der Schulter und nicht auf dem Kopf und von Odins Schlappohren, wissen weder Snorri noch Saxo zu berichten.
    Ob es sich bei den Figuren um Götter oder überhaupt um Fabelwesen handelt, ist keineswegs klar.
    Bei den Thorslunda-Pressblechen finden sich übrigens auch jene Eberhelme, von denen bezogen auf den friedlichen Freyr die Rede war. Dass es in jenen Tagen tatsächlich derartige Helmschmuck gab, beweisen gleich zwei Helmfunde aus England. Paul Herrmann spekulierte hierzu, dass es sich um den von einem Zwerg geschmiedeten, goldenen Eber Gullinborsti ursprünglich um einen Eberhelm handelte, der aber als die Eberhelme der Vendelzeit vergessen waren, als tatsächlicher Eber gedeutet wurde. Das klingt zumindest weniger kurios, als ein Gott der einen geschmiedeten Eber anspannt.
    Wenn wir schon bei Paul Herrmann sind, er deutete dieses angelsächsiche Kreuz von Gosforth als Darstellung von Szenen der Edda. Hier tauchen interessanterweise im christlichen Kontext die eschatologischen Szenen um Loki und seine Brut auf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 1. März 2009
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  5. Skald

    Skald Neues Mitglied

  6. Skald

    Skald Neues Mitglied

    Ich habe mir neulich mal wieder die Eddas vorgenommen und ein bisschen quergelesen. Irgendwo zwischen der Völuspa und dem Skirnirsmal schoßen mir ein paar Fragen durch den Kopf: Inwiefern lässt sich eine isländische Skaldendichtung/Mythologie in Bezug zu realen Gegebenheiten setzen? Gilt dies nur für Island? Und inwiefern sind die kärglichen Überreste südgermanischer Überlieferung deckungsgleich mit ihrem nordgermanischen Pendant?

    Wir haben eine Verbreitung der Brakteaten, die von den germanischen Mythen erzählen, über das ganze, germanisch bevölkerte Gebiet. Geht damit auch eine inhaltische Übernahme einher? Oder waren die ikonischen Chiffren bspw. für einen Alamannen unverständlich. Ich bezweifle das stark. Wir haben zum Einen den Merseburger Zauberspruch, der klar den Südgermanen zuzuordnen ist. Dieser erwähnt nicht nur den Gott Balder, die Göttin Fulla und Wodan, sondern beschreibt auch noch einen Vorgang, den wir von den skandinavischen Brakteaten kennen: Die Heilung von Balders Pferd. Diese Heilung ist ein sehr mehrdeutiges Chiffre, und auch wenn Wodan hier eine heilende Tat vollbringt (oft verbunden im Kampf mit Unterweltsbestien) wird Balder doch am Ende sterben. Auch könnte Balder auch auf mehreren Brakteaten identifiziert werden, namentlich die Drei-Götter-Brakteaten, wie sie Karl Hauck nennt. Ich denke, dass auch viele andere eddischen Götterlieder und Sagas ihre Entsprechung im südgermanischen Raum hatten. Die Langobarden kannten 700-900 Jahre vor Snorris Niederschrift die Ehe zwischen Wodan und Frea, sowie eine Art Götterburg, die jedenfalls so hoch liegen musste, dass Wodan von hier aus die Welt überblicken konnte.

    Die Edda, bwz. die nordgermansichen Überlieferungen sind nicht als gesondert oder Island-exklusiv zu versthen. Auch nicht als reine skaldische Dichtung zur Unterhaltung irgendwelcher Jarle. Hier wurde teilweise germanisches Liedgut wiedergegeben, sicher mit einige dichterischen Freiheiten, doch im Kern orginal. Die germanische Götterwelt, die wir hier geschildert kriegen hat zwar mit dem gemeinen, germanischen Bauern weniger zu tun. Vielmehr ist die Gesellschaft der asischen Götter ein Spiegelbild der Herrscher- und Kriegereliten, die sich zu Beginn der VWZ aus Männerbünden herausbildeten. Man kann sich Asgard sicher als germanisches Dorf vorstellen, mit 9 Königshallen/Langhäusern, Yggdrasil und der Brunnen in der Mitte, wie die Thingeichen der realen Welt/Midgards, unter denen Menschen wie Götter zusammenkamen um Rat zu halten. So übernahmen die Asen alle Funktionen, die auch ein germanischer Herrscher/Stammeshäuptlich/Sakralkönig in sich vereinen sollte, natürlich als ideal beschrieben. Für die Oberschicht waren diese Lieder sicher auch Richtschnur. Man kann sie jedenfalls meiner Meinung nach, nicht losgelöst von dieser Sichtweise betrachten.

    Nur meine Gedanken,

    Skald
     
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  7. Andag

    Andag Neues Mitglied

    welchen seiner beiden Bände hast du gelesen?
    Und es wurden mehr als nur Äste gefunden. Es sind reichliche Funde vorhanden.
     
  8. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Worauf beziehen sich die Frage und deine Entgegnung?
     
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