Geschichte des Punk

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von iamNex, 7. Dezember 2009.

  1. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    So, es ist schon einige Zeit her, als ich ursi gefragt hab, ob ein solcher Thread in ein Geschichtsforum passt, oder ob ich mich damit lieber in ein Musikforum schleichen sollte - ursis Zustimmung hab ich bekommen, und ich denke jetzt ist die Zeit reif.

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    Punk ist nicht nur Musikstil, sondern vor allem Lifestyle.
    Die Definition aus Wikipedia finde ich ganz passend:
    Da heißt es weiter:
    In Bezug auf einen musikalischen Stil verwendete der Gitarrist der Patti Smith Group, Lenny Kaye, den Begriff Punk-Rock 1972 erstmals in den Erläuterungen einer von ihm veröffentlichten Anthologie "Nuggets" über den US-amerikanischen Garagenrock der 1960er Jahre.

    Davor war der Begriff des "Working Class Rock 'n' Roll" gängig.
    Der musikalische Ursprung lag im 60ger-Garagenrock.

    Zu den ersten wichtigen Bands zählt man allgemein The Stooges, MC5, The Ramones, etc...

    Zu dieser Zeit war die Rock Musik sehr bombastisch, künsterlisch anspruchsvoll, "Stadium-Rock".
    Die Künstler füllten Stadien, jedoch ging nach Ansicht der Punks der Kontakt zwischen Künstler und Publikum mehr und mehr verloren.
    Die Konzerte waren ausgeschmückt mit gigantischen Bühnenshows und Kostümen der Bands.

    In Rebellion dagegen, aber auch gegen die Hippie-Bewegung und Disco-Kultur, entstand der Punk, welcher eine extrem rohe, einfache und schnelle Art der Rockmusik darstellte.
    Ein weiterer Unterschied zur damals gängigen Rockmusik war die sehr geringe Dauer von Punksongs, während ein Led Zeppelin Lied schonmal um die sieben Minuten dauerte, ist Judy is a Punk von den Ramones keine zwei Minuten lang.
    Die Musik war aggressiv, und die meisten Songs handelten von Illusionslosigkeit, Sinnlosigkeit (teils auch Dadaismus), Selbstzerstörung, Nonkonformismus, etc.

    Zur richtigen Bewegung wurde Punk aber zuerst in Großbritannien der frühen 1970ger Jahre.
    Die Einstellung war: Anti-Alles!
    Die subkulturelle Strömung zeichnete sich also vor allem durch die offene Ablehnung der Gesellschaft aus.
    Diese Ablehnung spiegelte sich nicht nur in der Musik wieder, sondern auch im Kleidungsstil, sowie im Verhalten.
    Die ästethischen Werte der Gesellschaft & Mode wurden abgelehnt, und so entstand der Punkstil, wie die meisten ihn wahrscheinlich aus der Fußgängerzone kennen.
    Die Illusionslosigkeit spiegelte sich auch im starken Drogen- und Alkoholkonsum wieder.

    Heute wird PUNK ja oft mit linkspolitischen Inhalten oder der "Arbeiterklasse" assoziiert, jedoch war das in den Urpsrungstagen ganz und gar nicht der Fall...es hieß wie oben bereits erwähnt: Anti-Alles!

    Da jede Form von anerkannter Ästhetik abgelehnt wurde, sowie auch das Können seines Instruments, verband sich der Punk schnell mit einer Do it yourself (DIY) Philosophie, die Klamotten wurden selbst entworfen, und jeder der auch nur drei Akkorde auf seiner Gitarre spielen konnte gründete eine Band.

    Mitte der 1970ger Jahre entstanden dann mit den Sex Pistols erste Punk-Idole, auch wenn das gegen die eigentliche Anti-Philosophie sprach.
    Gerade die Band Sex Pistols prägten einen Satz, welcher zur Kernaussage der Punk-Szene wurde: NO FUTURE!
    Beim Sex-Pistols Mitglied Sid Vicious war die Bereitschaft Anstoß zu erregen sogar so hoch, dass er sich mit einem Hakenkreuz-Shirt sehen ließ (er war kein Nazi!)
    Zu den wichtigsten englischen Punkbands aus dieser Zeit zählen die schon erwähnten Sex Pistols, aber auch The Clash, The Damned, etc...

    Anfang der 1980ger Jahre entstanden dann Punk-Szenen auf der ganzen Welt (auch in den sozialistischen Staaten).
    Mit dem Aufkommen des Hardcore-Punk (zb. die Band Fugazi) politisierte sich ein Teil der Szene, und wandte sich der Linken Szene zu.
    Gerade in den USA, in Washington D.C. war der Hardcore-Punk eine Reaktion auf die konservative Präsidentschaft von Ronald Reagan.
    Hier entstand auch die Straight-Edge Philosophie (v.a. im Hardcore-Punk), welche im Gegensatz zum früheren Punk den Konsum von Alkohol, Drogen, aber auch Zigarretten und teils sogar wechselnden Sex-Partnern ablehnte.
    Vgl. Minor Threat - Out of Step: [...]"I don't smoke. I don't drink. I don't fuck. At least I can fucking think."

    In den 1980gern taten sich außerdem noch weitere Untergruppierungen auf, darunter: Ska-Punk, Skatepunk, Fun-Punk, Psychobilly, und v.a. New Wave.
    Im New Wave wurde der Modebegriff wieder wichtig, sowie die Ästhetisierung.
    Wichtige Bands: The Cure, The Smiths, Joy Division

    Der Großteil der Szene bestand jedoch noch aus NO FUTURE-Anhängern, und deren exzessivem Leben, sowie der Anti-Einstellung.

    Seit Ende der 1980ger Jahre ist Punk dann vollends in der Welt verbreitet.
    So entstand dann schon Bald der Begriff des Pop-Punk, welcher v.a. in den 1990ger Jahren wichtig war, z.b. Blink-182 oder Green Day

    In den 90gern war die Szene dann eigentlich endgültig in zick tausend Untergruppierungen gespalten: Streetpunk, Anarcho-Punk, Ska-Punk, Skatepunk, Fun-Punk, Psychobilly, OI!, New Wave, Pop-Punk, Pop-Punk, etc... es gab sogar eine kleine Nazi-Punk Strömung.

    Ähnlich pluralistisch sieht die Szene heute aus.

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    Songbeispiele:

    -Ramones - Judy is a Punk (1976)
    -Sex Pistols - Anarchy in the UK
    -The Clash - London Calling (1979)
    -Bad Brains - Banned in D.C. (1982)
    -Minor Threat - Out of Step (1983)
    -The Cure - A Forest (1980)
    -Dead Kennedys - Nazi Punks Fuck Off (1981)
    -Blink-182 - Dammit (1997)
    -etc...

    Wenn ich was wichtiges ausgelassen hab, bitte ich darum das zu posten.
    Das Reden über Subkulturen endet oft in Genre-Strittigkeiten, aber ich habs wenigstens mal versucht. ;)

    Um es gleich zu sagen: Ich bin kein Punk, und war es in 19 Jahren auch nie.
    Mich interessieren aber generell Subkulturen, deren Entwicklung, und (neue) Musikgeschichte.

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    Quellen:
    -Punk (Musik) ? Wikipedia
    -Punk ? Wikipedia
    -Ramones ? Wikipedia
    -Sex Pistols ? Wikipedia

    Buch: Punk, DC. Dance of Days. Washington Hardcore von Minor Threat bis Bikini Kill von Mark Anderson und Mark Jenkins.

    Außerdem hat das ZDF im Rahmen seiner Reihe über Jugendkulturen diesen kleinen 15-minütigen Erklär-Film produziert:
    ZDF Film über Punk
     
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  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Insgesamt ein guter Beitrag, der auch problematische Dinge anspricht, wie z.B. Sid Vicious, allerdings fehlen mir einige Gestalten:

    Wo bleibt Johnny Thunders? Der lehnte zwar den Begriff Punk selbst ab, gilt aber als der eigentlich erste Punk.

    Was ist mit der Modeschöpferin Vivianne Westwood, Punk made by Sex Pistols als Soundtrack zu ihrem damaligen Stil?

    Wie ist der - von Dir auch indirekt zitierte - Punk-Klassiker God save the Queen zu verstehen, in dem die Queen als "fascist regime" bezeichnet wird, wenn es in der Szene noch keinen Antifaschismus gab? (Hier auch wieder der Rückbezug zu Vivianne Westwood, die beim Umschwung der Ted-Szene zu Sexismus und Rassismus ihren ersten Modeladen schloss).
     
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  3. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Und mir fehlt natürlich der Hinweis auf die erste kommerziell erfolgreiche deutsche (aus Hamburg:winke:) Punk-Band.

    Big-Balls and the Great white Idiot
    Google

    http://www.bigballsandthegreatwhiteidiot.de


    Und zur Analyse von Subkulturen kann ich Dir nur die Arbeiten von Paul Willis heftig empfehlen.

    Paul Willis ? Wikipedia
     
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  4. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    Danke an alle für die netten Bewertungen. ;)

    Stimmt El Quijote Vivian Westwood hätte ich natürlich nicht vergessen dürfen.
    Hier reiße ich es wirklich sehr knapp an.
    Mir fällt auch auf, dass ich leider diverse Stile wie den Horror Punk der Misfits oder auch die Emo-Strömung erwähnen hätte sollen.
    :) Aber ich denke als kleiner Einstieg tut es seinen Job.


    Die Queen als Faschistin zu bezeichnen passt meiner Meinung nach aber perfekt in die Provokationen der Sex Pistols, wie auch das Swastika-Shirt.
     
  5. Walter

    Walter Gast

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    Das ist falsch, in Großbritannien kam die andersgeartete Subkultur erst Ende der 70iger an und wurde zugleich vermarktet mit den Sex Pistols als erste Boyband und der Mode von Westwood und Malcolm McLaren, die wiederum ihre Ideen aus den USA geklaut haben.<o:p></o:p>
    Die Ursprüngliche als Punk bezeichnetet Jugendkultur kann man eindeutig in den frühren 70igern an New York festmachen. Dazu kann man z.B. solche Namen wie die New York Dolls, Ramones oder Patti Smith nennen und ganz wichtig als Keimzelle des Punk der Club CBGB!<o:p></o:p>
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    Das ist auch nicht ganz richtig. Weder Ska noch Psychobilly noch New Wave haben etwas mit Punk zu tun und in den 80igern schon gleich gar nicht.<o:p></o:p>
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    Ska hat seinen Ursprung im Reggae, Psychobilly hat seinen Ursprung im Rockabilly (und auch ein wenig im Horror Punk, aber selbst in einer Subkultur gibt es verschiedene Strömungen) und New Wave ist keine Subkultur sondern eine Bezeichnung die in vielen Bereichen verwendet wurde für neue Erscheinungen der Jugendkultur.<o:p></o:p>
    Unter New Wave würde ich die New Romantics zuordnen, aber keinen Punk.<o:p></o:p>
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    Und die oben genannten Bands sind nur beeinflusst vom Punk, bzw. vertreter der in den frühen 80igern bestehen Post Punk, wobei z.B. The Cure mehr in Richtung Dark Wave oder gar Gothic geht und The Smiths sind eine Indie Rockband.<o:p></o:p>
     
  6. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    Ich hab auch nicht von Ska gesprochen, sondern von Ska-Punk.
    Die Verbindung von Ska und Punk ging von Punks aus und nicht von Rude Bois. ;)


    Doch, ich behaupte mal dass Psychobilly, aber noch mehr sogar New Wave ohne Punk nicht stattgefunden hätten.

    Der Rockabilly als Szene ist nicht gerade weiterentwicklungsfreudig bekannt, nur durch die Punkeinflüsse kam es da zu.
    New Wave ist eine Begleiterscheinung, die sehr wohl zum Punk passt.

    The Smiths sind DIE Indie-band, ich hab sie aber im Zusammenhang mit New Wave genannt.

    Es freut mich aber, dass du so Ahnung hast und hierzu etwas beiträgst ;)
    <o:p></o:p>
     
  7. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Du schreibst zwar, dass Punk mehr als nur Musik ist gehst aber im weiteren nicht wirklich drauf ein. Was für mich komplett fehlt ist die Politisierung der Musik. Du erwähnst zwar die Verbindung mit dem linken Lager, wie und warum verschweigst du aber. Das Mode- und Lifestyle-Thema schneidest du knapp an, gehst aber auch nicht wirklich darauf ein.

    Auch deine Ausführungen zum Thema Rockabilly/Punk/Psychobilly/New Wave sind zu knapp, um sie wirklich nachvollziehbar zu machen. Grundsätzlich meine ich aber, dass es schwer ist tatsächlich eine Abgrenzung/Zuordnung zu finden, gerade was die Unterstile wie bspw. Oi!, Ska-Punk oder Batcave betrifft.
     
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  8. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

  9. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    Ich wollte/sollte vllt. noch anmerken, falls jemand außer dem von mir genannten Buch sich noch mehr in das Thema arbeiten will, empfehle ich folgende Filme:

    -One Nine Nine Four: Über die wiedererstarkende Punkszene in den 90ern
    -Punk's Not Dead (Titel sagt alles)
     
  10. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Hier aber bitte nicht den Musikstil Emo (Hardcore-Punk mit melodischem Anklang) mit den Teenies verwechseln, die draußen mit Kajal-Klüsen, Hello Kitty-Zeugs und ner pseudo-verzweifelten Weltsicht rumrennen.
    Die haben mit dem Musikstil an sich nämlich so viel zu tun wie Green Day mit richtigem Punk (und nicht diesem massentauglich gemachten Bravo-Gesülze).
     
  11. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

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    <o:p></o:p>

    Punk, was ist Punk?:hmpf:<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>
    Die als Punk bezeichneten Jugendkultur bzw. deren Musikkultur, haben diesen Begriff nicht selbst geprägt. Der wurde Ihnen aufgedrückt.<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>
    Was wollten diese Jugendlichen Mitte der Siebziger? Sie lebten wie jede andere Jugendkultur, die einer mehr, die andere weniger, eine Nonkonformität gegenüber einer langweiligen Gesellschaft aus. Das war ab den 50igern der Rock´n´Roll oder in den 60iger die etwas gemäßigte Beatmusik.<o:p></o:p>
    Doch was hatte sich nach den 68igern Bewegungen getan, die alte verkrampfte Gesellschaft war nicht verschwunden und Musikalisch wurde man durch Mainstreamrock und der neuen Discowelle weichgespült.<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>
    Daraus entwickelte sich ein neues Lebensgefühl einiger Jugendlicher, die im Underground anfingen, sich musikalisch gegen die "Weichspülgesellschaft" bewegten.<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>
    Diese "Abartigkeit" der Jugendlichen wurde natürlich gerade in den USA gern mit diversen Ausdrücken in Schubladen gedrängt, hierfür steht das Wort Punk einfach für etwas Minderwertiges und so sah man diese Kid´s.<o:p></o:p>
    Angespornt von dieser Bezeichnung der Minderwertigkeit, entstand ein gewisser Look: "Und ist der Ruf erst einmal ruiniert..."<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>
    Das diese Lebensweise natürlich der Nährboden für Gesellschaftshasser und Anarchisten wurde, war nur eine Frage der Zeit. Ich denke dass dafür auch die gesellschaftlichen Umstände Ende der 70iger, Anfang der 80iger, dazu betrugen, das Punk sich als neue Große Subkultur durchsetzte und auch politisiert wurde.<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>
    Aber gerade für neue Musikrichtungen war der Punk der 70iger die Keimzelle für alle weiteren Untergruppen von Subkultur.<o:p></o:p>
    Der politische Aspekt bei dem Ganzen wurde auch wieder von außen Zugetragen, denn anfänglich kamen die meisten Jugendlichen der Punkbewegung aus sozial schwachen Regionen.<o:p></o:p>
     
  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ein Musiker, den ich gut finde, meinte auch Punk ist eher eine Lebenseinstellung als eine Musikrichtung.
    Die Einstellung sei dann, dass man sich erstmal selber verändern soll, wenn man was verändern will und andere verändern klappt eh nicht.
     
  13. Bartek

    Bartek Aktives Mitglied


    Punk war eine klare politische Manifestation in Ostblock.
    Jede Punk-Gruppe wurde ex definitione fur eine antikomunistische Aktivitat gehalten.
    Da hast Du ein paar Infos uber Festival in Jarocin (Grosspolen), der in 1980en Jahren das Mekka fur kontestierende Jugend war :
    Jarocin Festival - Wikipedia, the free encyclopedia

    Der beste (und der traurigste) Beweiss fur den starken politischen Kontekst von poln. Punk war... die Ende des Komunismus.
    Paradoxerweise ist das Punk-Milieu im Polen zusammen mit der komunistischen Regime gestorben. Wie Neubildung mit dem Korper iheres Opfers.
     
    1 Person gefällt das.
  14. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Erkläre mir mal bitte jemand was German Punk ist?
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das scheint die Punks jedenfalls nicht sehr gestört zu haben, denke ich an The Exploited mit Punks not dead und DK mit Nazipunks fuck off. Gerade letzteres Lied ist subkulturhistorisch durchaus interessant.


    Auch hier sehe ich das anders. Abgesehen natürlich davon, dass die Sex Pistols den Soundtrack zu Vivianne Westwoods Mode lieferten, war Punk ziemlich schnell auch eine Antwort auf die Hippie-Bewegung und zwar - zumindest in der Frühzeit in aggressiver Weise! Flower-Power hatte die Probleme nicht gelöst (hat Punk hat natürlich auch nicht) und konnte sie mit dem pazifistischen Gehabe der kiffenden upper class Universitätsstudenten auch nicht lösen. Es bedurfte geradezu eines Aufschreis proletarischer Jugendlicher - so jedenfalls sahen es einige Punks der Spätsiebziger und Frühachtziger.

    <o:p> </o:p>
    Hier noch mal: Was war zuerst da, die Mode oder die Musik? Punk war von Anfang an 'dreckig', die Pistols sangen schon im Geburtsjahr von No future und von der Ausweglosigkeit des - ich benutze ein jüngeres Schlagwort - Prekariats: Pretty vacant.
    <o:p> </o:p>
    Dieser Widerspruch scheint mir zu sehr konstruiert. Was spricht denn bei einer Herkunft aus sozial schwachen (bis sozial desolaten) Schichten gegen eine Politisierung?!
     
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Deutschpunk? Deutschsprachiger Punk.
     
  17. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Was ohnehin schon eine Selbstironie ist. Wie sagte mal ein ausländischer Kumpel von mir, dass Punk doch sowieso links oder kommunistisch ist.
    Natürlich stimmt das nicht völlig. Es gibt auch unpolitischen Punk oder doch nicht und nur bestimmte Lieder sind unpolitisch?:grübel:
     
  18. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt


    <o:p> </o:p>Na sicher war die Jugendbewegung Punk ein Problem für die Gesellschaft in der DDR. Individualismus war allgemein ein Problem in Ostblockländern, da war vor der Punkbewegung auch eine Hippiebewegung in der DDR, die man genauso Problematisch betrachte. Somit sind alle Jugendbewegungen die eine Eigendynamik entwickelten damals Verfolgt worden. Das bezieht sich hier ebend nicht nur auf den Punk, daß gab es, weil es die Zeit dieser Jugendkultur war, so etwas konnte nun mal die Mauer nicht aufhalten.<o:p></o:p>
    <o:p> </o:p>

    <o:p> </o:p>Punks in Deutschland?:nono:<o:p></o:p>
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das ist doch häufig so, dass soziale Bewegungen sich auflösen, wenn sie nicht mehr benötigt werden. Ich glaube aber, dass in Warschau noch eine Punk-Szene existiert. Vor zwei oder drei Jahren kam im Weltspiegel, das ist eine Sendung im deutschen Fernsehen, die von den Korrespondenten der Tagesschau gestaltet wird, ein Bericht über die Politik der Warschauer Polizei gegen Punks. :haue:
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Der "antifaschistische Schutzwall" war ja auch paradoxerweise von West nach Ost durchlässig wie eine Membran...
     

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