Geschichte des Punk

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von iamNex, 7. Dezember 2009.

  1. beetle

    beetle Aktives Mitglied

  2. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Letztlich stellt sich die Frage: Was lehrt er als Schulleiter den Kindern und Jugendlichen? Da gibt es doch gesetzliche Vorgaben, oder nicht?...Wo sind hier unsere Pädagogik Experten?

    Punksein ist nicht immer mit bunten Haaren verbunden! Gesellschaftliches neben der Spur leben, kann unmöglich seine Aufgabe an die Kinder und Jugend der Schule sein!
    Was sagt uns dass, genau dass, was der Schulleiter damit sagen möchte, Äußerlichkeiten sind nur Schein...

    Aber das hat nichts mit Punk sein zu tun, sondern ist eine Grundtugend, die wir gerade heute erlernen sollten, um uns so vom Geist des Rassismus zu befreien. Das kann auch ein Mensch, der keine bunten Haare hat!
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Dezember 2010
  3. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Muss ich jetzt mal unterstreichen. Ich habe ja ein Fach studiert, das sich durch eine verhältnismäßig hohe Dichte an gewöhnungsbedürftigen Leuten auszeichnet (BWL, ja ich weiß... und nein, ich kenne wirklich alle Witze, echt jetzt) und auch für den ein oder anderen echt gewöhnungsbedürftigen Fachkollegen, ist mittlerweile "Punk" sein, die gewählte Strategie, weil für BWLer und dabei insbesondere Banker, Hedgefondsmanager etc. die Devise mittlerweile Punk sells lautet. Im Endeffekt verkaufen sie olle Kamellen unter reißerisch-provokantem Titel, haben nen roten Iro und bezeichnen sich als Investmentpunk :)nono:) und sind damit unwahrscheinlich erfolgreich, eben weil sie oberflächlich nicht aussehen, wie einer der Kindersoldaten im H&M-Anzug mit Laptop und Blackberry auf dem Weg nach FFM. Scheinbar traut man jemandem, der so aussieht, eben nicht zu, dass er die Leute reihenweise über den Tisch zieht, wie bei "den Bankern" gegenwärtig in der öffentlichen Wahrnehmung unterstellt. Punk sein - oder besser so tun als ob transportiert eben wie so vieles ein gewisses Image, das sich auch entsprechend verwerten lässt. Inwieweit sowas dann aber wirklich mit der Geschichte des Punk zusammenhängt, sprich ist es wirklich eine gesellschaftliche Entwicklung die von einer Subkultur initiiert wurde, oder ist es einfach nur ganz platt Marketing+Leichtgläubigkeit=Kohle lasse ich jetzt mal dahingestellt.

    Aber jetzt mal zurück zum Ausgangsbeitrag: @salvus, Köbis hat absolut recht, die Stray Cats sind sowas von Rockabilly und so gar nicht Punk. Zum Vergleich:
    Stray Cats mit 80er Rockabilly: Stray Cats - Rockabilly rules
    Original 50er Rockabilly: Bobby Fuller - I fought the law
    Gleicher Song als Punk-Cover: The Clash - I fought the law
    Die Mischung Punk meets Rockabilly: Guana Batz - Streetwise
     
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  4. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    @Lili, ich habe mich über deinen Beitrag köstlich amüsiert, also im positiven Sinn und kann Dir sagen, es ist traurig, aber war. Geld regiert die Welt, gerade in der Medienwelt und in der interaktiven Welt der vermeintlich Aussätzigen, der Subkultur.

    Schon der Punk der 70iger wurde vermarktet, im Grunde wird alle Kommerz, wenn es sich verkaufen lässt. Und anders Sein lässt sich prächtig verkaufen, vor allem mit den blick auf pubertierende Teenager.

    Die Zeiten der geistvollen Entfaltung subversiver Jugendkulturen ist schon lange vorbei, aber nicht weil wir gealtert sind, Lili (naja du mit deinen 23 vielleicht nich;)), sondern weil das Geld diese Marktlücke für sich schnell entdeckt hat.

    Daher kann ich eigentlich den Kern einer Jugendsubkultur bzw. die nun Erwachsenen, verstehen. Schau dir z.B. die Rockabillyszene an. Es ist schwer sich als Rookie in so einer Gemeinschaft an "Freaks" zu etablieren. Der Grund dafür ist halt, daß sich diese Leute vom Kommerz abgrenzen wollen und dafür stehen, was sie Leben. Das schafft natürlich nach außen einen Hauch von Intoleranz, aber sehr verständlich, so finde ich.


    Der Begriff „Punk“ ist mittlerweile voll augenuddelt und muß für ein Lebensmotto neben der Gesellschaft herhalten oder als Synonym dafür stehen. Aber der Bedarf in unseren Gesellschaft, vor allem bei der Jugend ist nicht mehr der Geist des „Punkseins“, sondern der Coolness.
    Mittlerweile schaffen nicht mehr die Kids die Trends, sondern die Medien leben vor. Unmündige Jugendliche, die gegen ihren eigenen Willen gekauft werden, viel zu konsumieren. Tiefgründigkeit ist heute nur noch im seltensten Fall gefragt. So sehe ich das zumindest.


    Aber nun was anderes. Die Guana Batz sind ja sowas von Psycho. Da fehlt ja nur noch Demented ar Go, Badmobile oder Frenzy...:yes:
     
  5. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Da öffnen sich Abgründe:motz:
    liegt ein Popper im Keller, war ein Punker mal wieder schneller....

    :devil:


    Wer seine schwer verdiente Kohle anderen Leuten anvertraut, im Zweireiher oder mit Irokesenschnitt, verdient es nicht anders, als dass er beschissen wird.

    Es ist doch so einfach: wenn man Geld hat, das man nicht kurzfristig benötigt, kauft man vernünftige börsennotierte Aktien wie Daimler, Siemens oder Coca Cola oder oder oder von Unternehmen die man kennt, deren Produkte man selbst auch kauft.
    Die legt man in die "Schublade" und vergisst das ganze. Bis man die Kohle braucht, und überaus angenehm überrascht ist, wieviel daraus geworden ist.

    Wenn man das nicht will, kauft man Stroh-Rum, da kriegt man 90% und die sofort.
    Repos kostenloser Anlagetipp


    Für die Punker bin ich zu alt, ich gehöre noch zu den Beatniks:rofl:
     
  6. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

  7. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied


    Ja, erzähl da doch mal mehr von. Das hat ja Seltenheitswert. Meine ersten "Begegnungen" mit Punk: bei einer Berlinfahrt 1985 als kleiner Steppke, als schon damals Punker mit meterhohen Iros als Postkartenmotvie vermarktet wurden. Die ersten Bands, die ich richtig gehört habe, waren die Ärzte, Abstürzende Brieftauben etc., aber mehr wegen den lustigen Texten. Richtig interessiert hat mich die Sache ab da, als eine - retrospektiv sehr schlechte - Schülerpunkband aus einem Nachbarort bei uns auftrat. Das hat mir insofern die Augen geöffnet, als das ich als echter Dorfjunge sah, dass sich Rock nicht nur bei MTV oder im Stadion abspielt.
     
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  8. Geesen

    Geesen Neues Mitglied

    So ungefährt war es bei mir auch. Zuerst nur die lustigen Texte, aber später hat man dann erst die richtige "Message" hinter dem Song verstanden.
     
  9. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Über MTV kommt ja auch nichts rüber.
    Der Punk geht erst ab, wenn wie bei den richtig guten Sing-Alongs 90 % der Kneipe, mindestens, den Refrain mitsingen.

    Ich konnte noch nie was mit Musik anfangen, wo ein Typ oder 2-3 für sich, etwas introvertiert wirkend, auf ihren Instrumenten rumdrücken oder noch schlimmer: Playback singen. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund weshalb ich mit Popmusik mit auswechselbaren Interpreten so garnichts anfangen kann.

    Kurios ist doch ein bisschen, dass auch bei den düsteren Themen des Punk, also sowas nach dem Motto, "Alles ist Sch****, alles stinkt mich an", dann doch wieder auf den guten Konzerten das Gemeinschaftserlebnis da ist und im Grunde die Aussage "Ich bin allein und will es auch sein" konterkariert wird.
    Mir scheinen diese Themen von "normalen" Punkbands auch nicht mehr so arg goutiert. Dafür gibt es jetzt eher eigene Richtungen.
    Im Streetpunk, dem ich noch am meisten abgewinnen kann, er geht auch mit dem Folk-Punk oft einher, sind die Themen (Freundschaft, Gruppengefühl, Saufen/Nichtsaufen, Liebe (auch auf die Schippe genommen), Traditionslinie v.a. in den USA und Kanada, Arbeit) aber eh eher fröhlicher; aber es gibt auch Balladen.

    Was meint ihr, was die erste Folk-Punk-Band war?
    "The Pogues"?
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2011
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  10. iamNex

    iamNex Aktives Mitglied

    Die Themen Palette klingt stark nach Hardcore.
    Gibt sogar das Untergenre "Positive Hardcore".
    Ich zitier mal stick to your guns - we're what separates the heart from the heartless: "You're not in this alone, and you don't have to feel that you are."
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2011
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  11. Ashigaru

    Ashigaru Premiummitglied

    Ganz ulkig, ich war zuletzt auf vielen Konzerten aus der richtigen Krachecke (Neocrust/Grindcore/Screamo/Newschool), weil das hier im Rhein-Main-Gebiet zurzeit alles sehr gefragt ist. Hervorragende Musiker oft, aber das Ganze wird oft mit einem Habitus von Philosophiedoktoranden (nicht das ich die schmähen möchte) vorgetragen. Könnte demnächst auch mal wieder was eingängiges gebraucehn.
     
  12. Gaius Marius

    Gaius Marius Neues Mitglied

    Hm... ich höre ja auch sehr viel Screamo (und das Zeug aus dem Screamo entstanden ist, Hardcore, Punk, etc.). Muss ein lokales Phänomen sein, ist mir bisher noch nicht aufgefallen.
    Allerdings ist ein Screamo-Gig natürlich was anderes als ein Punk-Auftritt (meistens kein Pit, geht eher um das bewusste anhören der Musik), das leitet sich aber auch aus den teils unterschiedlichen Themenspektren ab.
     
  13. salvus

    salvus Aktives Mitglied

    Ich fühle mich hier mißverstanden.:weinen:

    Natürlich spielen STRAY CATS Rockabilly.

    Aber:

    Sie vermischen es mit PUNK Elementen!!

    Kürzlich habe ich ein Interview mit Mike Ness gesehen.

    Er beschwerte sich darüber, daß bei jedem Song die "PUNK POLICE" bereisteht um genau diesen Song als nicht punktauglich zu declarieren.

    Dies trift es wohl auf den Punkt.
     
  14. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ein hochinteressanter Faden -- aber wo ist der Bezug zur Kunstgeschichte??
     
  15. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Tun sie das nicht alle? (Rockabillies meine ich jetzt) ;)
     
  16. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt


    Nein, tun Sie nicht!

    Im Gegenteil, der Rockabilly hat als Musikstil den Punk beeinflusst.
    Schon allein wegen der Zeitabfolge, so hörten die Punks der 70iger als kleine Buben Platten alter Rockabillies der 50iger ...

    Eine Vermischung der Stilrichtungen ab den 80iger Jahren wird aber letztlich durch die Beeinflußung nachwachsender Musiker, die nun von mehreren diversen Musikrichtungen angetan waren, verstärkt.

    Hier kann dann auch eine Band, jüngere Stilrichtungen wie Punk mit Rockabilly vermischen, aber wie schon gesagt, daß entspricht nicht dem tatsächlichen Ursprung ...
     
  17. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    kann mir bitte irgend jemand erklären, wo Punkbands und andere Musikstile Gegenstand der kunsthistorischen Fachliteratur, der Kunstgeschichte sind?
     
  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ist nur eine Frage der Zeit, wenn überhaupt. Schock und Schöpfung und die Geschichte des Punk:
    Video: Punk-Kunst in der Villa Medici - NWZonline.de

    Sind die Sex Pistols an Dir vorbei gegangen?
    God Save the Queen ? Wikipedia
     
  19. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ok, Plakate, Objekte - das leuchtet mir ein; wusste ich nicht - - - was die spezielle Sorte (Unterhaltungs)Musik betrifft, so dürfte diese weniger kunsthistorisch als musikgeschichtlich interessant sein
     
  20. Köbis17

    Köbis17 Gesperrt

    Was ist Kunstgeschichte für Dich? Ich glaube Du betrachtest hier den Punk als mehr politische Strömung, aber es gibt auch den Punk der (modernen) Musikgeschichte.

    Einfachste Anlaufstelle um Verständis für die Problematik zu gewinnen ist z.B. der Wiki Eintrag : Musik ? Wikipedia

    Wenn hier also kein Zusammenhang zwischen dem Musikstil Punk und der Kunsgeschichte der Musik besteht, dann klär mich auf.
    Aber dies als Teil der Kunstgeschichte abzusprechen, weil eine offensichtliche Abneigung zum Punk besteht, wäre mangelnde Weitsicht ...:fs:
     

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