Gottesdienst?

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Juno, 9. Februar 2009.

  1. Juno

    Juno Neues Mitglied

    Hallo!

    Ich hab mal wo gelesen, dass es in spätmittelalterlichen Gottesdiensten zuging wie in einen "Wirtshaus", wenn man es gespitzt formulieren kann: Das Leute umhergegangen sind, gesprochen haben und kaum jemand dem Pfarrer zugehört hat (der ja auch in Latein gepredigt hat). Weiß vielleicht jemand genaueres darüber und hat idealerweise auch Quellen für mich? Ich brauche es nämlich für eine Seminararbeit und ich find einfach nichts "gescheites" darüber? :confused:
    Mich würd eh interessieren, ab wann denn ungefähr in den Volkssprachen gepredigt wurde? War das ab Luther? Oder früher?

    Irgendwie schon frustrierend, dass man solche Sachen auch nach einigen Semestern nicht weiß ... :weinen:
    Naja, wär für jeden Tipp dankbar :)
    Lg
    Juno
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Gepredigt wurde schon immer in der jeweiligen Volkssprache. In der Liturgiesprache sieht das differenzierter aus.
    Das kannst du jedem Lexikon entnehmen.
     
  3. Juno

    Juno Neues Mitglied

    Naja, ich hab eigentlich schon einen "richtigen" Gottesdienst in der Volkssprache gemeint, dass die Leute auch schon davor von den Predigern in den Volkssprachen angesprochen wurden ist logisch, weil sie sonst ja überhaupt keine Ahnung von den "Bräuchen" des Christentum gehabt hätten. Bücher und Lesen waren sowieso kein Thema und die Armenbibel kaum verbreitet. Zwar waren die Bilder in den Kirchen schon sehr aussagekräftig, doch ersetzten sie nicht die mündliche Sprache. Das steht wirklich in jedem Lexikon. Mich würd aber trotzdem nur der normale Gottesdienstablauf im Alltag interessieren.
     
  4. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 10. Februar 2009
  5. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Dagegen habe ich grundsätzlich nichts einzuwenden, wiewohl wir bei den Bildern in den Kirchen die Bedeutung in einer Gesellschaft, für welche die Existenz von Analphabeten eine Tatsache war, nicht unterschätzen dürfen.

    Zum Thema: Vielleicht hilft Dir ja Grundformen der Frömmigkeit im ... - Google Buchsuche ein wenig weiter.
    Ich habe dazu zunächst einmal zwei Kapitel herausgepickt:
    Grundformen der Frömmigkeit im ... - Google Buchsuche
    Grundformen der Frömmigkeit im ... - Google Buchsuche



    Offen gestanden bin ich mir nicht sicher, inwieweit die Behandlung des protestantischen Kontextes für ein mittelalterliches Liturgiethema hilfreich ist (zur Einordnung: Beginn der Reformation -> Luther ab 1517, Zwingli ab 1519, Calvin ab 1533/36) - insbesondere, wenn ein deutlicher Schwerpunkt auf das 18. Jh. und später gesetzt wird.

    Für das im zitierten Teil zweitgenannte Buch sind zudem auch die Rezensionen nicht ausschließlich euphorisch: Lucian Hölscher - Geschichte der protestantischen Frömmigkeit in Deutschland
     
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  6. Juno

    Juno Neues Mitglied

    Hallo nochmal!

    MIch hat leider die Grippe niedergestreckt, deswegen konnte ich mich nicht früher für eure Tipps bedanken - das möcht ich aber nun nachholen :)

    @Caro: Das Buch Symbol und Ritual ist wirklich ein guter Tipp, das ich sehr gut für meine Seminararbeit verwenden kann, vielen Dank! Das Handbuch für die Liturgik finde ich zwar ganz interessant, aber für meine Arbeit leider unbrauchbar.

    Vielen Dank Timotheus! Das Buch bietet einen tollen Überblick, vor allem die Literaturangaben waren sehr hilfreich! Bin dann auf das hier gestoßen:
    Medien und Öffentlichkeiten im ... - Google Buchsuche

    was mir echt sehr gut weitergeholfen hat. Des Weiteren noch der Aufsatz "Volkssprache in der Liturgie"
    Gottesdienst heute feiern

    Hier hab ich Dinge erfahren, die ich vorher noch nicht gewusst hab - nämlich dass nicht der ganze Gottesdienst immer auf Latein abgehalten worden ist, sondern es bereits ab den Karolingern ein "liturgisches Sonderritual" in den Volkssprachen abgehalten worden ist. Aber andererseits verwundert es mich dann doch nicht, weil die Kiche für das riesen Reich Karls des Großen ein gutes Integrationsinstrument gewesen ist.
     
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