Hätte Rommel im Januar 1942 Zum OberBefehlshaber der Ostfront Werden sollen.

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von DeserstFoxjunior13, 29. September 2021.

  1. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Im Westen wollte keiner mehr mit Hitler verhandeln, er hatte sich gründlich diskreditiert

    Es war aber zumindest von sowjetischer Seite selbst noch 1943 eine gewisse Bereitschaft für Verhandlungen vorhanden. Die Sowjetunion band bei weitem die größte Zahl an deutschen Verbänden, und die Sowjetunion hatte auch die schlimmsten Verluste an Menschen und Material. 1943 landeten die Alliierten in Sizilien, eine 2. Front, die die Sowjetunion noch stärker und deutlicher entlastete, war aber noch nicht in Sicht.

    Letztlich war das aber mit Hitler nicht zu machen, er dachte nur in Kategorien von Siegern und Besiegten, von Sieg oder Untergang. In seinem politischen Testament sagte er, er habe immer nur schlagen gekannt. Es war als Eigenlob gemeint, deckte aber die Mängel in Hitlers Weltbild charakteristisch auf. Die politischen Chancen, die sich für Deutschland ergaben sah er überhaupt nicht. Überhaupt war der ganze Krieg so unnötig wie nur etwas. Deutschland war die Hegemonialmacht auf dem Kontinent. Das Münchner Abkommen war ein enormer außenpolitischer Erfolg-Hitler aber hat das nicht gepasst, er hätte lieber Krieg gehabt.

    1940 ergab sich die Chance einer Neuordnung Europas. Mit einem großzügigen Frieden wäre es möglich geworden, die Besiegten einzubinden in eine von Deutschland dominierte Friedensordnung. GB hätte dann kaum noch einen Grund und eine Rechtfertigung gehabt, weiterhin Krieg zu führen.

    Dann wäre Hitler aber eben nicht Hitler gewesen. Die Kriegsplanung hatte er seiner eigenen Biographie untergeordnet, er wollte den Krieg lieber früher, als später völlig unabhängig davon dass die Wehrmacht noch im Aufbau und die deutsche Wirtschaft kaum vorbereitet war, auf einen langen und großen Krieg gegen mehrere Großmächte. Die Anti-Hitler-Koalition war ein Bündnis mit extrem unterschiedlichen Partnern. Es brach auseinander, als er endlich weg war- aber so lange hielt es. Versuche, dieses unnatürliche Bündnis zu sprengen, hat er nicht unternommen. Er hatte sich so gründlich diskreditiert, dass im Westen nach 1939 keiner mehr mit ihm verhandeln wollte. An der Ostfront gab es hypothetische Möglichkeiten selbst noch 1943. Prinzipiell gab es noch politische Möglichkeiten, als schon absehbar war, dass ein totaler militärischer Sieg über die SU illusorisch war.

    Aber wie gesagt, mit Hitler war so etwas nicht zu machen, und es wäre Hitler auch nicht Hitler gewesen, wenn er seine monströsen rassistischen Vorstellungen rationalen Erwägungen untergeordnet hätte.
     
    Zoki55 und dekumatland gefällt das.
  2. Shinigami

    Shinigami Aktives Mitglied

    @Scorpio

    Auch Hitler hatte die Möglichkeit zu entscheiden und war durchaus nicht determiniert in seinem Handeln. Er hat ja auch durchaus bei der Beschleunigung der Herbeiführung des Krieges und dem zwischenzeitlichen Zusammengehen mit der Sowjetunion gegen Polen, was er ja ursprünglich anders herum plante, ein gewisses maß an taktischer Flexibilität bewiesen.

    Davon abgesehen:

    Es gab zwischen Kriegsausbruch und Mai 1941 immerhin 4 Versuche Hitler auszuschalten:

    Liste der Attentate auf Adolf Hitler – Wikipedia

    Mussten die notwendiger Weise scheitern und das Problem Hitler weiterhin bestehen?
    Hätten nicht auch abseits der realisierten Versuche, diverse, höhere Wehrmachtsoffiziere jederzeit die Gelegenheit gehabt, den Versuch zu unternehmen, die politische Macht an sich zu reißen?

    Das haben sie nicht getan, aber auch nicht gegen Hitler aufzustehen, war nicht ein determiniertes Schicksal, sondern eine Entscheidung, die die damaligen Akteure getroffen haben und die nicht notwendig war.
     
  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Nicht zu verachten dürfte Stalins Sorge sein, nach dem Kriege schwächer darzustehen als England und die USA. Immerhin waren ja die kapitalistischen Staaten die eigentlich Hauptgegner, daher wohl auch die Friedensfühler zu Hitler. Und das Eingreifen der Westmächte am Ende des Ersten Weltkrieges gegen die UDSSR dürfte noch in frischer Erinnerung sein.
    Stalins Ziel war wohl zunächst die Befreiung sowjetischen Territoriums und dazu war eine zweite Front sehr wünschenswert. Ebenfalls die gewaltigen Lieferungen der USA und Großbritanniens.
    Stalin wird nicht entgangen sein, wie nahe er im Winter 41/42 einen großen Erfolg war, nämlich die Front der Heeresgruppe Mitte zum Einsturz zu bringen.
    Ich denke ihm wird auch klar geworden sein, das der Erfolg gegen das Dritte Reich letzten Endes eine Frage der Zeit war.
     
  4. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Ist das nicht etwas zu hypothetisch? Wie hätte ein solcher Sonderfrieden denn aussehen können?
    Hitler hatte den Krieg gegen die Sowjetunion ohne jede Notwendigkeit und ohne halbwegs plausiblen Kriegsgrund begonnen. Bei einem Sonderfrieden, der den Status quo ante vor dem Angriff wiederhergestellt hätte, hätte er sich (auch in der Partei und gegenüber dem Militär) wohl die Frage gefallen lassen müssen, wozu der Krieg denn überhaupt gut war, wenn alle (auch deutscherseits erbrachten) Opfer für nichts waren und alle (scheinbar) erzielten (und intensiv propagierten) Erfolge (immerhin stand man bis 1944 hinein weit in sowjetischem Territorium) einfach so aufgegeben werden. Ob Hitler damit rechnen konnte, das politisch so ohne Weiteres zu überstehen? (Jetzt mal ganz abgesehen davon, dass ein derartiger Friedensschluss wohl ohnehin nicht mit seiner Persönlichkeit und seiner Denkweise vereinbar gewesen wäre.)
    Umgekehrt hätte Stalin wohl kaum einem Sonderfrieden zustimmen können, der die Abtretung größerer Teile der Sowjetunion (damit Hitler seine Lebensraum-Träume verwirklichen kann) entweder direkt an das Reich oder zur Errichtung von Satellitenstaaten unter deutscher Vorherrschaft beinhaltet hätte. Seine Chancen, das politisch zu überstehen, wären vermutlich noch deutlich schlechter gewesen als die Hitlers bei einem Status quo ante-Frieden.
    Ich kann mir also nicht wirklich vorstellen, wie sich die beiden Seiten einig werden hätten können.
     
    Zoki55, Ugh Valencia und hatl gefällt das.
  5. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Hier ein Link, in dem unter "Rommel als militärischer Führer" über dessen militärische Qualitäten aufgeklärt wird:

    https://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/R/RommelE.htm
     

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