Hat Napoleon die franz. Revolution erfolgreich abgeschlossen?

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von NapoleonBo9, 5. Juni 2011.

  1. Hallo,
    ich war die letzen 2 Wochen krank, und jetzt sollen wir einen Aufsatz in Geschichte schreiben, ob Napoleon die Vorsätze der Revolution letztendlich erfolgreich umgesetzt hat oder nicht.
    Ich würde mich sehr über Antworten freuen :)


    PS: Ich würde mich über eine Freischaltung sehr freuen :S
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

  3. danke, die hab ich aber schon gelesen :)
     
  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Dann ist es aber schwer nachvollziehbar, daß Du keine differenzierte Fragen oder Thesen zu diesem Thema einbringst, die die bisher geschriebenen ausführlichen Informationen zu diesem Thema vertiefen oder erweitern können.
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Es kommt drauf an, was man als die Ziele der Revolution ansieht.

    Vielleicht vergleichst Du die Erklärung der "Menschen- und Bürgerrechte" mit der politischen und sozialen Realität während der Herrschaft von Napoleon (1799-1814/15), wobei das schon von daher schwierig wird, weil sich in diesen etwa 15 Jahre natürlich auch ein Wandel abzeichnete. Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte ? Wikipedia
    Noch schwieriger wird es, wenn man darüber hinaus die Absichten und Ziele der noch radikaleren Revolutionäre, vor allem der Republikaner, miteinbezieht.
    Die Frage ist dann, ob sie oder die Gemäßigten wie La Fayette zutreffend definierten, was die Revolution erreichen sollte.
     
  6. Ich bräuchte im Prinzip die Unterthemen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Also z.B. bei Gleichheit, dass alle wählen dürfen. Wäre super nett von euch!
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Was sollten sie denn unter Napoléon wählen?
    Schau Dir vielleicht mal die Verfassung des Konsulats an. Französisches Konsulat ? Wikipedia
     
  8. Also ich soll erstmal generell schreiben, was die Ziele der Revolution waren, und diese dann mit Napoleon vergleichen (was er übernommen hat,was nicht)
     
  9. Remus

    Remus Neues Mitglied

    Ziele der Revolution waren generell das bestehende System zu verändern, da viele Dinge nicht so liefen wie es sich das Volk wünschte. Daher kannst du dir die Probleme vor der Revolution anschauen und daraus direkt die Ziele bzw. die "geforderten Veränderungen" ableiten. Habs mal etwas allgemeiner geschrieben, da du dies bei jeder Revolution, Streik, bzw. bei unterschiedlichen Meinungen der "Fronten" anwenden kannst...


    Grüße
     
  10. Remus

    Remus Neues Mitglied

    Um dir noch nen bisschen auf die Sprünge zu helfen, hier nen paar Stichpunkte die du nachlesen kannst,
    [FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]"L´Etat c´est moi"

    Gegensatz der Stämme
    wirtschaftliche Situation (Steuerlast, Lebensunterhaltungskosten)#
    ideologische Hintergründe


    Wenn du diese Probleme mit den Veränderungen nach der Revolution vergleichst, erkennst du selbst, wie erfolgreich Napoleon die Vorsätze umgesetzt bzw. die Probleme gelöst hat.
    Hier stehen einige der Punkte kurz und knapp zusammmengefasst weiter erläutert.
    [/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juni 2011
  11. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Was ist damit gemeint?

    Gruss, muheijo
     
  12. Remus

    Remus Neues Mitglied

    oha, war wohl noch etwas früh.
    Sollte natürlich "Stände" und nicht "Stämme" heißen, perdón :eek:

    Zur Vollständigkeit:
    Dass die Gesellschaft in drei Stände aufgeteilt.
    (Der erste Stand war der Klerus, der zweite war der Adel und der dritte das übrige Volk, welches ca 98% der Bevölkerung ausmachte. )
    Probleme waren, neben dem moralischen Aspekte, u.A. dass:
    - die ersten beiden von der Steuerlast befreit waren und lediglich "das übrige Volk" die Steuern zahlen musste
    - dass nur der zweite Stand Offiziersränge im Heer erreichen konnte und auch das Jagdrecht
    - im dritten Stand waren zb. auch erfolgreiche Kaufleute (mit mehr Vermögen als manche Adelige), die auf Grund ihrer Geburt nie die gleiche gesellschaftliche Position erreichen konnten
    - ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. Juni 2011
  13. excideuil

    excideuil unvergessen

    Den Satz würde ich in dem Zusammenhang meiden wie der Teufel das Weihwasser. Ein richtig Kluger könnte um die Ecke kommen und belegen, dass Napoleon absoluter geherrscht hat als weiland Ludwig XIV.

    Grüße
    excideuil
     
  14. Unwissender24

    Unwissender24 Neues Mitglied

    Napoleon als Vollender der Revolution?

    Was sagt ihr dazu? :winke:
    Viele Grüße!
     
  15. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Es gibt einen mehr oder minder harten Konflikt zwischen Historikern, wann und ob die FR beendet wurde.

    Als historisches Ereignis, auch für den Kreis der unmittelbar betroffenen Teilnehmer an der FR, wurde sie aber vermutlich mit der Wahl von Napoleon zum Ersten Konsul beendet. Vielleicht eher objektiv denn subjektiv, je nach dem welche Formen der Projektion weiterhin vorgenommen worde sind. Damit meine ich den Nationalismus als Derivat und Fortsetzung der Ideale der FR unter den Vorzeichen des französischen Anspruchs auf die kulturelle und politische (natürlich auch die wirtschaftliche) Hegemonie in Mitteleuropa.

    Eine Militärdiktatur wird man allerdings unter dieser Perspektive kaum objektiv als eine Fortsetzung der Ideale der FR ansehen können, wenngleich formal der Anspruch auf eine Fortsetzung und einen Export der FR durch N formuliert wurde, in dem oben skizzierten Sinne.

    Dieses wird man jedoch m.E. als Instrumentalisierung der Werte der FR mit dem Ziel einer Legitimationsbeschaffung für seine imperialen Ziele klassifizieren können.

    Französisches Konsulat ? Wikipedia

    Im Sinne der Fortschreibung der Werte der Aufklärung, die sich in einem hohen Maße in den zentralen Forderungen der FR, nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit manifestierte, hat das Projekt weiterhin eine hohe Bedeutung.

    Aufklrung | bpb

    Und diese Werte werden auch in zukünftigen Generationen das Maß der Dinge einer zivilisierten Gesellschaft bleiben, um politische Macht als legitim oder illegitim zu erkennen.

    In diesem Sinne hat konnte kein Napoleon oder irgendein anderer Diktator oder Potentat das geistige Vermächtnis der FR beenden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Oktober 2012
  16. Unwissender24

    Unwissender24 Neues Mitglied

    Das habe ich mir auch gedacht!
    Danke für die Ausführliche Stellungnahme.

    Zu erwähnen wäre vielleicht noch das Kirchenkonkordat, welche auch konträr zur Revolution ist.
     
  17. excideuil

    excideuil unvergessen

    Napoleon als Vollender der Revolution?
    Ich tentiere zu nein. Nicht weil ich Napoleons Leistungen geringschätze, nein, sondern, weil diese Ausage suggeriert, dass 1799 ein Staatsmann vom Himmel gefallen wäre, der plötzlich und unerwartet alle Probleme Frankreichs lösen konnte.

    Wann war die Revolution zu Ende? Da gibt es wie thanepower richtig sagt, recht gegensätzliche Auffassungen. War es 1794 als Robespierre und Freunde fielen und das Land (Paris?) zu neuer Freude fand und ungelassen tanzte oder 1799 als Napoleon dies plakativ verkündete? Oder doch erst mit der Restauration 1814? Oder erst 1830 oder 1848? Da läßt sich trefflich streiten.

    Unstrittig ist wohl, dass das Konsulat die Ruhe im Land und auch international brachte, die Errrungenschaften der Revolution in Gesetze zu meißeln. Und so kann man es wohl sehen, dass Bonaparte, sich ständig weiterbildend - wie Zeitgenossen berichten -, die Grundlage schuf, auf der die Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft geschaffen werden konnten.
    Über seine persönliche Einflußnahme gibt es auch eine kontroverse Diskussion.

    Bezogen auf die territorialen Ansprüche (natürliche Grenzen) der Revolution hingegen muss man wohl zu dem Schluss kommen, dass er sie seinem Ehrgeiz geopfert hat. Daher auch mein nein.

    Grüße
    excideuil
     
  18. Reinecke

    Reinecke Aktives Mitglied

    Was ist eine Revolution? Eine Zeit der gesellschaftlichen Wirren und politischen Kämpfe, in der alle paar Monate eine neue Verfassung beschlossen wird? Dann in gewissem Sinne ja. Ein Prozess, an deren Ende "liberté, égalité, fraternité" Einzug halten? Dann eher nein.
     
  19. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Meine Meinung ist: Nein.

    Er hat selber postuliert, dass die Ziele der Revolution in Erfüllung gegangen seien und sie damit beendet wäre.
    *

    Ob die Ziele der Revolution erfüllt wurden, ist natürlich sehr schwer zu sagen, weil es schließlich die individuellen Ziele der Akteure der Revolution waren. Auch die "Cahiers de Doléances" von 1789, wiewohl eine hervorragende Quelle, sind nicht unbedingt als Messlatte zu nehmen. Aspekte wie die Entfernung des Königs dachte doch kaum einer zu dem Zeitpunkt in Frankreich. Vieles wie der angemahnte Unrat in den Straßen von Paris wurde auch während der Revolution nicht abgeschafft. Hatte daran Louis XVI mangels Finanzen nichts ändern können, so gingen die Einnahmen aus den eingezogenen Emigrantenbesitzungen dann während der Revolution sicher zu keinem geringen Teil in die Kriegsführung.

    * Proclamation des Consuls de la République du 24 frimaire an VIII (15 décembre 1799)
     

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