Helike, ein griechisches Rätsel

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von HUBERTUS, 14. September 2004.

  1. HUBERTUS

    HUBERTUS Neues Mitglied

    im Jahre 373 vor Ch. versank eine der größten Metropolen des Antiken Griechenlands für immer in den Fluten des Golfs von Koronith. Ihr Name war Helike, ihre Pracht und ihr Reichtum , aber auch ihre Macht waren berühmt, sie war auch die Führerin des ersten arachaischen Bundes der 14 Städte angehörten. Weiterhin war sie vermutlich die größte Handels und Seemetropole der Griechen.
    Trotz all dieser Daten und Fakten, ist heute kaum was über diese Stadt bekannt, es ist als wenn die Stadt aus Der Geschichte radiert worden wäre ins Mytholgische.

    Bayrische Grüsse
    Hubertus
     
  2. Mercy

    Mercy unvergessen

    Das klingt fatal nach Atllantis - bitte. bitte nicht schon wieder.
    Kurpfälzisch-Frankische Grüsse
    Mercy
     
  3. Joey

    Joey Neues Mitglied

    Ich glaube Atlantis ist diesmal ausnahmsweise nicht gemeint, wenngleich irgend ein Forscher der mir jetzt natürlich nicht mehr einfällt, Helike einmal als das wahre Atlantis bezeichnet hat und es immer wieder in Bezug zu Atlantis gesetzt wird.


    http://www.helike.org/index.shtml

    http://de.wikipedia.org/wiki/Helike

    Mehr finde ich jetzt nicht auf die Schnelle, aber ich habe noch ein Lehrbuch in dem auch darüber referiert wird - muß bei Gelegenheit mal nachschauen. :idee:
     
  4. HUBERTUS

    HUBERTUS Neues Mitglied

    Nein Merci,

    Das ist nicht Atlantis, die Stadt hat es Real gegeben, ihre Geschichte lässt sich locker 2000 Jahre zurück verfolgen, also bis in ihre Anfänge. Joey hat ja die links schon Gepostet dazu.

    Bayrische Grüsse
    hubertus
     
  5. Joey

    Joey Neues Mitglied

    Dennoch hat er nicht ganz unrecht, da immer wieder versucht wird eine Verbindung zwischen Atlantis und Helike herzustellen. Also liegt zumindest die Assoziation nahe, da es schon viele ebenso getan haben. Wiegesagt, ich bemühe mich um weitere Information wenngleich ich das Buch momentan nicht parat habe. Kann sich also nur um Jahre handeln. :D :D :D
     
  6. bender

    bender Gast

    Das Problem an dieser Theorie ist, dass außer dem Untergang in den Fluten Helike nichts mit Platons Atlantis gemein hat. Die Stadt hatte kein Riesenreich, sondern nur ein paar Kolonien. Es gab auch keinen Krieg zwischen Athen und Helike.
    Platon hat mit Atlantis sicherlich nicht Helike gemeint, aber vermutlich gab ihm der Untergang der Stadt eine "Anregung" zur Atlantis-Story.
     
  7. Joey

    Joey Neues Mitglied

    Versuche ich ja die ganze Zeit klar zu machen. Dennoch gibt es immer wieder "Forscher" die Helike als gern gebrauchte Assoziation zu Atlantis benutzen wollen. Also vollkommene Zustimmung! :hoch:
     
  8. echnaton

    echnaton Neues Mitglied

    Salvete, omnes.
    Ein interessantes Thema, in der Tat.
    HELIKE - war Schauplatz einer der größten Naturkatastrophen der antiken Geschichte. Wegen seiner Auswirkungen erschütterte das Unglück Zeitgenossen und spätere Generationen über alle Maßen und führte zu erregten Debatten über die Ursachen. Noch Jahrhunderte später , in der römischen Kaiserzeit, fiel regelmäßig der Name Helike, wenn Menschen von Naturkatastrophen sprachen. Ein Stoff, der leicht zum Mythos werden kann.
    Bereits HOMER hatte Helike in seiner Ilias erwähnt. Siedler aus Helike, nimmt man an, waren bei der griechischen Kolonisation dabeigewesen und hatten die Stadt Sybaris auf Sizilien gegründet. Ganz in der Nähe von Helike befand sich ein Heiligtum des Zeus, das als Versammlungsort des achaischen Bundes diente. Zu den Attraktionen gehörte auch der Tempel des Meeresgottes Poseidon,dessen Ruf bis zu den Ioniern in Kleinasien reichte. Und die große Handelsstrasse von Korinth nach Patras führte direkt an der Stadt vorbei. Wie sich das Unglück ereignete, zeigen die Links, die in diesem Thread schon angeführt wurden.
    Die ausführlichste Version vom Untergang Helikes liefert der griechische Historiker DIODOR in seiner Universalgeschichte. "Niemals zuvor", so eröffnet er seinen Bericht, "sind griechische Städte von einer solchen Katastrophe befallen worden und niemals zuvor sind ganze Städte samt ihren Einwohnern verschwunden. Da Meer türmte sich zu einer immensen Höhe, und eine riesige Flutwelle überschwemmte alle mitsamt ihrer Heimatstadt."
    Weitere Nachrichten liefert STRABON, der Geograph, der sich bei seinen Ausführungen auf einen Zeitzeugen beruft. So kann er in einem wichtigen Detail Diodor korrigieren: Zwischen Erdbeben und Flutwelle lag nicht eine Nacht, sondern beide Ereignisse traten gleichzeitig ein.
    Pausanias, der 500 Jahre nach der Katastrophe jenen Unglücksort besucht, schreibt fast ehrfürchtig: "Hier lag einst die Stadt Helike; sie war das heiligste Heiligtum der Ionier..."
    Eine merkwürdige Begebenheit schildert der römische Autor Aelian, der an der Wende vom 2. bis zum 3. Jahrhundert schrieb: "Fünf Tage vor der Katastrophe beobachtete man den gemeinsamen Auszug von Mäusen, Katzen, Schlangen, Tausendfüßlern und Käfern aus der Stadt Helike, die sich entschlossen auf den beschwerlichen Weg ins Landesinnere machten"
    Aelian deutet dies als Vorausahnung des Unglücks, das die Bewohner nicht zu deuten vermochten.
    Was sich nach dem Unglück ereignet hat, ist nur spärlich überliefert. Auf den Zeitgenossen Herakleides geht die Information zurück, dass die benachbarten achaischen Städte sofort eine Hilfsaktion organisierten. 2000 Helfer sollen an den Ort der Tragödie geschickt worden sein, aber es gelang den Hilfsmannschaften nicht einmal die Toten zu bergen.
    Der spektakuläre Untergang der Stadt weckte bei vielen Menschen das Bedürfnis, den Ort der Katastrophe in Augenschein zu nehmen. So wurden die ansässigen Fischer zu wichtigen Ansprechpersonen für allerlei "Katastrophen-Touristen". Mit der Zeit war Helike zu einem Mythos geworden, von dem man gerne Spuren haben wollte und so schreib OVID in seinen Metamorphosen: "Wenn du Helike und Bura(Nachbarstadt, die auch betroffen war..Anm. von mir) suchst,....du wirst sie finden unter der See, und noch heute zeigen die Schiffer gern die geneigten Mauern der versunkenen Städte."
    In der Deutung der Katastrophe noch in der Antike - es gab die "Physiker", die eine naturwissenschaftliche Erklärung suchten, und die "Gottesfüchtigen", die darin einen Racheakt der Götter sahen - behielten die "Gottesfürchtigen" die Oberhand. Wie man sie auch immer deutete in der Antike , sie hatte einen festen Platz in der Erinnerung der Menschen. Sogar Kaiser Marc Aurel erwähnt sie in seinen "Selbstbetrachtungen".
    UND HEUTE?? In der Gegend des antiken Helike gibt es noch heute intensive seismische Aktivitäten. Immer wieder kommt es zu mehr oder minder starken Erdbeben, das letzte 1995. Verantwortlich ist die instabile Tektonik. Eine Naturkatastrophe in dieser Gegend 1861 bestätigte die antiken Beschreibungen der Katastrophe von Helike. So läßt sich das damalige Ereignis auch gut rekonstruieren: Ein heftiges Erdbeben erschütterte den Küstenstreifen um Helike, wodurch ein TSUNAMI ausgelöst wurde. Die Flut überschwemmte das Land und erfasste die Gebirgshänge, die ins Rutschen gerieten und die Stadt und ihre Bewohner mit sich ins Meer rissen.
     
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  9. Kassandra

    Kassandra Neues Mitglied

    Zu Helike habe ich noch einige interessante Informationen gefunden.


    gefunden unter http://www.eliki.writernetwork.com/index.html
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. September 2004
  10. HUBERTUS

    HUBERTUS Neues Mitglied

    Stimmt Bender,

    Bin mir sogar sicher, das Plato hier einiges verwendete, z.b den großen Posseidontempel der ja einst in Helike stand, Helike als Atlantis zu sehen wie das manche in Moderner Zeit versuchen halte ich imho für Schmarn, den erstens ist Helike dafür zu jung und zu real gewesen.

    @ danke Echnaton für deine Ausführungen manchnen Überlieferer aus der Antike kannte ich bis her nicht.

    Bayrische Grüsse
    Hubertus
     
  11. bender

    bender Gast

    Nunja, Poseidon-Kult beschränkte sich nicht auf Helike. Bei den Griechen hatten eigentlich fast alle Feinde etwas mit Poseidon, dem Gegenspieler ihres Zeus, zu tun. Die Minoer, Trojaner, Phönizier, oder die bösen Zyklopen aus der Odysseus-Sage. Poseidon war immer der "andere Gott", deshalb lokalisierte Platon das Land des Poseidon auch außerhalb der (bekannten) Welt, im Atlantik.
     

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