Herodot, Die Athener erbitten ein Bündnis mit den Persern

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von Hilfe1234, 11. Mai 2020.

  1. Hilfe1234

    Hilfe1234 Mitglied

    Hallo,

    Das ist die Aufgabe:

    Beschreiben Sie, wie Herodot (Quelle 4.4.3 bei Schulz) die Haltung des Satrapen Artaphernes gegenüber der athenischen Gesandtschaft schildert. Ist dessen Nichtwissen realistisch? Welche Absicht liegt dieser Art der Darstellung bei Herodot zugrunde?

    Das hier ist die Quelle: 4.4.3 Die Athener erbitten ein Bündnis mit den Persern

    Danach riefen die Athener Kleisthenes und die 700 Familien zurück, die von Kleomenes vertrieben worden waren, und schickten Boten nach Sardes, um mit den Persern ein Bündnis zu schließen. Sie hatten das Bewußtsein, daß sie mit den Spartanern und Kleomenes arg verfeindet seien. Als die Boten in Sardes ankamen und ihren Auftrag ausrichteten, fragte der Satrap von Sardes, Artaphernes, der Sohn des Hystaspes, was für ein Volk es denn sei und wo es wohne, das da bitte, Bundesgenosse der Perser zu werden. Die Boten gaben ihm Bescheid. Da fertigte er sie kurz und bündig ab: Wenn die Athener dem König Dareios Erde und Wasser gäben, versprach er ihnen 1 ein Bündnis. Täten sie dies nicht, forderte er sie auf, sich zu entfernen. Da sagten die Boten auf eigene Verantwortung, sie gäben beides, weil sie doch das Bündnis gern abschließen wollten. Als sie aber in ihre Heimat zurückkehrten, machte man ihnen deswegen schwere Vorwürfe.
    (Hdt. 5,73, Übers.: J. Feix)

    Meine Antwort wäre: Herodot beschreibt die Haltung von Artaphernes wie folgt: Dieser ist sehr vorsichtig und fordert für die Unterstützung, dass diese dem persischen König Erde und Wasser geben, welches als Zeichen der Unterwerfung galt. Den Punkt mit dem „Nichtwissen“ habe ich leider nicht wirklich verstanden bzw. dazu fäll mir nichts ein . Und zu der Absicht würde ich sagen, dass Herodot damit verdeutlichen wollte, dass die Athener sich nicht unterwürfig geben wollten, da sie ein freies Volk sein wollte. Diese Vereinbarung, welche die Gesandten auf eigen Gefahr hin bereit waren einzugehen wurde von ihren Mitbürgern nicht anerkennt, weil sie gerade erst diese 700 Familien zurück gebracht hatten und sich quasi ihre Freiheit mehr oder weniger erkämpft hatten?

    Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir hierbei weiterhelfen könntet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. Mai 2020
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

     
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  3. Traklson

    Traklson Aktives Mitglied

    Also erstmal ist ja die Frage: Ist das Nichtwissen vorgetäuscht oder nicht? Spontan würde ich sagen: Klar kannte der die Griechen. Schließlich waren die ionischen Städte Teil seines Verwaltungsbezirks.

    Was soll also das vorgespielte Nichtwissen? Ich denke, es zeigt die Verhandlungsposition der Perser, die Griechen sind so unwichtig, man kenne sie gar nicht. Das Angebot der Perser ist dann ja auch kein Bündniss auf gleicher Augenhöhe, sondern Unterwerfung.

    Ich habe da allerdings bei Wikipedia noch was gefunden:

    "Vor 500 v. Chr. nahm Persien die Griechen eigentlich kaum wahr. Der gesamte Westhandel des Reiches lag in den Händen der ionischen Städte – daher waren alle Griechen für die Perser „Yaunã“, eben „Ionier“. Die Stadt Athen und die Geografie des griechischen Raumes waren ihnen lange Zeit völlig unbekannt. "
    Ionischer Aufstand
     
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