Hitlers Ideologie?

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von Ausländer, 5. Dezember 2004.

  1. Ausländer

    Ausländer Gast

    Woher stammt Hitlers Ideologie?
     
  2. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

  3. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Wenn Du den Antisemitismus der NSDAP meinst, dann ist dies eine Verdichtung und Radikalisierung der völkisch-imperialistischen Ideen aus der Zeit vor 1918.
     
  4. Gast

    Gast Gast

    Eine andere Frage:
    Welcher ist der Anteil Hitlers und Stalins bei der Kreation „ihrer“ Ideologien?
     
  5. sakk

    sakk Neues Mitglied

  6. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    Im Fall Hitler würde ich sagen: Alles zusammenzumischen: Germanismus, Antisemitismus, Sozialdarwinismus, Lebensraumideologie.....
     
  7. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Du hast noch Schizofrenie vergessen. Es ist immer wieder erstaunlich, das einzelne Leute dazu neigen eine grosse Macht ausüben zu müssen. Sehen wir uns in der Geschichte um. Wenn Cäsar, Nero oder noch verrückter Caligula und noch mehr Machtbesessene die Waffen von heute hätten. Nicht auszudenken. Ich bin froh, wenn ich meine Ruhe habe, aber einige Leute haben immer wieder das Bestreben, anderen das Leben schwer zu machen.
     
  8. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    Ich gebe zu: (Eventuelle oder tatsächliche) psychische Erkrankungen habe ich tatsächlich vernachlässigt....dann findet man wohl kaum ein Ende.....(Alice Miller hat ihn mal analytisch "auseinandergenommen"). An einigen Spekulationen will ich mich nicht beteiligen, wenngleich er (und hier gebe ich dir absolut Recht) unter einer tief greifenden Persönlichkeitsstörung gelitten haben mag.....
     
  9. Napoleon

    Napoleon Neues Mitglied

    Ich würde Cäsar nicht in eine Ecke mit den wirklich Verrückten stellen, er war jemand der Rom in seinem Sinne umgestalten wollte, wobei er diese Veränderung mit Gewalt durchsetzte, verrückt war er deshalb noch lange nicht.
     
  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Einverstanden, aber was bewegt einen Menschen derartige Machtgewalt haben, zu bekommen?
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. Dezember 2004
  11. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Hinsichtlich Ideologie und deren Umsetzung war Hitler singulär........(da fallen alle Römer, Napoelon, alle Griechen und sowieso alle Zeitgenossen raus...)
     
  12. Sascha Maletic

    Sascha Maletic Neues Mitglied

    Hitler fiel in der Tat nicht vom Himmel, sondern wurde durch seine Zeit geprägt.


    Hitlers Politik gründete auf einem Weltbild vom gnadenlosen Konkurrenzkampf ums Überleben: Die Natur ist grausam, im Kampf aller gegen alle überlebt nur der Stärkste. Das, so meinte er wie viele seiner Zeit, habe Charles Darwin aus dem Tierreich gelernt. Und tatsächlich hatte dieser in seinem 1859 erschienenen Buch: "Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl" jene Weltsicht zum "wissenschaftlichen Naturgesetz" erhoben, die bereits 200 Jahre zuvor sein Landsmann Thomas Hobbes, der Stammvater der modernen Staatsphilosophie, verkündet hatte: "der Krieg aller gegen alle" (bellum omnium contra omnes) ist der "Naturzustand" des Menschen.

    Der aufstrebende angelsächsische Kapitalismus und Kolonialismus hatte sich diese Sichtweise erfolgreich zu eigen gemacht. Hitler radikalisierte sie zu einem universalen politisch-sozialen Heilsplan: Das Leben, der Reichtum, die Macht gehören dem, der sie sich nimmt. Was sich nicht behaupten kann, ist wert unterzugehen. Geistige und körperliche Behinderung, "lebensunwertes Leben" muss beseitigt werden, so wie ein Arzt ein krankes Organ entfernt. Der Eugenik, der "Vernichtung Erbkranker" gehört deshalb höchste politische Priorität (siehe A.Hitler: "Mein Kampf").

    Gleichheit aller, Schutz jeden Lebens, Solidarität mit Fremden und Schwachen, Nächstenliebe, Mitgefühl, Gewaltlosigkeit, Vergebung, Bescheidenheit - kurz Menschlichkeit und Selbstlosigkeit - sind das "widernatürliche", "zersetzende Gift" des Judentums, um die "zur Herrschaft geborenen" natürlichen Führer und Rassen an der Erfüllung ihres Auftrags zu hindern. Insbesondere die Träger dieser "Sklavenmoral" (so Nietzsche), die menschlichen Repräsentanten der "Seuche" des "jüdischen Humanismus" auszurotten, ist ein Werk an der "Gesundung des Volkskörpers". Es geht um die "Wiederherstellung" des "Rechts" zum Brudermord Kains an Abel. Der Gott Israels hatte diese Tat verurteilt. Dieses Tabu aufzuheben, war der wahre Grund für Auschwitz.

    Der selbst geisteskrank gewordene Nietzsche hatte am Ende seines Lebens als Zukunftsaufgabe gefordert: "Jene ungeheure Energie der Größe zu gewinnen, um durch Züchtung und andererseits durch Vernichtung von Millionen Missratener, den zukünftigen Menschen zu gestalten und nicht zu Grunde zu gehen an dem Leid, das man schafft und dessen gleichen noch nie da war." Vom Geiste gehn die Dinge aus: nur 45 Jahre nach Nietzsches Tod war eben das bereits in die Tat umgesetzt.

    Hitler selbst schrieb 1923 in "Mein Kampf":

    "Wer den Nationalsozialismus nur als politische Bewegung versteht, weiß fast nichts von ihm. Er ist mehr noch als eine Religion: er ist der Wille zur neuen Menschenschöpfung".

    Die Ideologie und Politik Hitlers war damit erstmals in der Menschheitsgeschichte ein Programm, das die Lösung der menschlichen Probleme nicht mehr auf dem Weg des Fortschritts der Kultur - der Vermenschlichung des Menschen - sondern auf dem Weg der "Rückkehr zur Natur" - der Bestialisierung des Menschen (Leitbild Wolf) - mit den Mitteln modernster Technik, Medizin und Biologie versprach.

    Zum Autor: Franz-Johannes Litsch (54) ist Mitarbeiter des Umweltbundesamtes in Berlin im Bereich Dokumentation von Umweltforschung. Er ist seit 38 Jahren Buddhist, Zen-Praktizierender, Initiator des „ Netzwerks engagierter Buddhisten“ und Mitglied des Rates der Deutschen Buddhistischen Union (DBU).

    Das bemerkenswerte Schlüsselzitat

    "Wer den Nationalsozialismus nur als politische Bewegung versteht, weiß fast nichts von ihm. Er ist mehr noch als eine Religion: er ist der Wille zur neuen Menschenschöpfung".

    stammt vermutlich aus Rauschnings Buch "Gespräche mit Hitler"
     
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  13. Arne

    Arne Premiummitglied

    Das führt jetzt vielleicht etwas vom Thema weg, aber "Völkisch-imperialistisch" erscheint mir eine recht merkwürdige, verquickende Titulierung, bzw. Wortschöpfung.
    Über die Entwicklung der "völkischen" Ideologie (incl.Nationalisums, Rassismus, Germanenverehrung etc.) kann man Bücher schreiben. Da sehe ich durchaus eine Verstärkung, ja Potenzierung des historischen Antisemitismus hin zu dem im NS-Staat. Okay, keine Diskussion.

    Aber inwiefern Imperialismus etwas mit Antisemitismus zu tun hat, mußt du mir erklären. Es gab keinen jüdischen Staat gegen den sich ein imperialer Staat gewendet haben könnte.
    Wie meinst du das?

    Wie du unschwer merkst, habe ich etwas dagegen, wenn man die Lebensweise im zweiten Kaiserreich als unmittelbare ideologische Treppenstufe, bzw. Wegbereiter zum Dritten Reich bezeichnet.
    (Ich meine damit jetzt nicht die These vom "langen Krieg" 1914-1945)

    Arne
     
  14. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Da musst Du dich mal mit der Geschichte des Antisemitismus befassen.

    Der Begriff völkisch-imperialistisch ist keine Erfindung von mir, dieser Begriff findest Du zum Beispiel in der Literatur von Wolfgang Benz, Hermann Graml und Hermann Weiss. Wie ich das meine? Das Gedankengut war schon in der Kaiserzeit vorhanden und ging nachdem ersten Weltkrieg seinen uns bekannten Weg.

    Du kannst auch nicht leugnen dass es im Kaiserreich Parteien gab die eine Zurückdrängung der Juden aus wirtschaftlichen, politischen und rassistischen Gründen vorderten, das waren die antisemitischen Parteien.

    Zitat aus: http://www.dhm.de/lemo/html/kaiserreich/antisemitismus/


    "Zur zukünftigen Bedeutung der "Judenfrage" erklärte das Hamburger Programm der Vereinigten Antisemitenparteien 1899, die "Judenfrage" werde sich im 20. Jahrhundert zur "Weltfrage" entwickeln; sie könne nur "durch völlige Absonderung und ... schließliche Vernichtung des Judenvolkes gelöst werden".
     
  15. Arne

    Arne Premiummitglied

    Ah ja, verstehe. Wir sind uns einig. Der Begriff zielt also auf die völkische Ideologie in der Zeit des Imperialismus und nicht auf den Imperialismus an sich. Gut, dann gibt es, wie ich oben bereits schrieb, keine Diskussion. Im Kaiserreich waren durchaus antisemitische Strömungen vorhanden.
    Die "nackte" Ideologie des Imperialismus (vereinfacht: Reich gründen und erweitern) hat aber keine antisemitischen Elemente. Dem Imperialismus haben ja bekanntlich jede Menge Staaten in den vergangenen Jahrhunderten gehuldigt.

    Arne
     
  16. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Lieber Florian, Du hast vollkommrn recht. Es gibt immer Menschen, die sich daran berauschen Macht über andere Menschen auszuüben. :rolleyes:
     

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