Imperialismus

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Gast, 15. Oktober 2004.

  1. Gast

    Gast Gast

    Was sagt euch das Wort Imperialismus und was hat es mit dem 19. Jahrhundert zu tun?
     
  2. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

  3. sakk

    sakk Neues Mitglied

    möchte keinen neuen thread aufmachen, denn hier geht es ja auch allgemein um den imperialismus....

    leider habe ich unter den oben angebenenen links noch nichts wirklich "gut übersichtliches" zu z.b. den imperialismustheorien gefunden und auch eine richtig gut gegliederte seite konnte ich noch nicht finden...

    kann mir dort jemand helfen bzw. hat noch ein paar weitere links....



    sakk :)
     
  4. Linker

    Linker Neues Mitglied

    Naja mal so ganz kurz.
    Die wohl wichtigste Imperialismustheorie - zumindest im linken Bereich - ist die Leninistische. Diese geht, auch in den verschiedenen Abwandlungen davon aus, dass der Kapitalismus den Marx im Kapital beschrieben hat, nicht mehr existiert und somit das Kapital im wesentlichen hinfällig geworden ist. Es wird davon ausgegangen, dass der Kapitalismus aus der Phase des Konkurrenzkapitalismus in die Phase des Monopolkapitalismus übergegangen ist. Der Monopolkapitalismus ist stark verwachsen mit dem Staat der zur Durchsetzungen der Interessen der Monopole dient und deren Profite sowohl im Inland wie im Ausland sichert. Der Kapitalismus muss zur Sicherung der Profitraten immer neue Absatzmärkte erobern. Die Konsequenz ist Imperialismus. Es gibt dabei verschiedene arten von Staaten die imperialistischen und die vom Imperialismus unterdrückten. Die politische Konsequenz ist das alle nicht monopolistischen Teile der Gesellschaft (ArbeiterInnen, kleine und mittlere Bourgeoise, Bauer und Bäurinnen etc.) sich zu einer antimonopolistischen/antiimperialistischen Volksfront zusammenschließen und für die Antimonopolistische Demokratie kämpfen in der die Monopole verstaatlicht werden, während die kleineren Betriebe erhalten bleiben. Daraus soll dann irgendwann Sozialismus werden.

    Diese Theorie passt aber hinten und vorne nicht.
    1. Beschreibt Marx den Kapitalismus nicht in einer historischen Phase, sondern in seinem "idealen Durchschnitt". Das Marxsche Kapital muss also logisch und nicht historisch gelesen werden.
    2. Ist es einfach falsch, dass wir uns nicht mehr im Konkurrenzkapitalismus befinden
    3. Ist der Begriff Imperialismus überall wo er auftritt mehr als schwammig und dient zur rechtfertigung völkischer Bewegungen denen in Wahrheit jeder fortschrittlicher Anspruch fehlt

    Die Lenin'sche Imperialismustheorie ist also wie der Marxismus-Leninismus allgemein eine oberflächliche und vulgäre Theorie.
     
    1 Person gefällt das.
  5. sakk

    sakk Neues Mitglied

    danke für deine antwort, aber wirklich allgemein war das nicht *g*....
    und ob das eine der wichtigsten ist bezweifele ich auch mal....
    ich persönlich denke, dass man sich irgendwo zwischen sozial-darwinistisch, ökonomisch und sozial - psychologisch trifft....aber auch nicht so wichtig....

    kennt jemand so ein paar typische aufgaben für das mündliche abitur?
    sprich quellen oder karikaturen die bevorzugt abgefragt werden können?
    oder vielleicht hat ja jemand erst kürzlich etwas in diese richtung gemacht..



    gruß sakk :)
     
  6. Gisele

    Gisele Neues Mitglied

    Wie erfuhren denn die betroffenen Völker die Kolonialpolitik? :grübel:
     
  7. Arne

    Arne Premiummitglied

    Ich weiß nicht, ob ich deine Frage richtig verstehe. Du meinst vermutlich, wie sich der Kolonialismus für die kolonisierten Völker dargestellt hat, wie er angefangen hat, und wie er sich im Laufe der Zeit im Alltag dargestellt hat? Eine sehr komplexe Frage. Soweit richtig?

    Abgesehen davon ist meines Wissens eine Unterscheidung von Imperialismus und Kolonialismus vorzunehmen. Imperialismus ist, allgemein gesagt, das Streben eines Landes oder seiner Führungsschicht nach größtmöglicher Macht über andere Länder (Kolonien, Provinzen u.ä.), bis hin zur theoretischen Weltherrschaft (nach Bertelsmann-Lexikon, 1992)
    Imperialisten versuchen ihre Ziele also auf unterschiedliche Weise ( Krieg, auch "Wirtschaftsimperialismus" und weitere) durchzuführen um dann ihr Herrschaftsgebiet auf unterschiedliche Weise zu organisieren (auch als Kolonien, Provinzen, Vasallenstaaten etc.)
    Ich denke, man kann sagen, daß also Kolonialismus eine Facette des Imperialismus ist.:grübel:
     
  8. Gisele

    Gisele Neues Mitglied

    Du hast die Fage richtig verstanden. Mir geht es vor allem um den klassischen Imperialismus, und um eine kurze, allgemeine Antwort. Vielleicht kannst Du mir helfen? :bussi:
     
  9. Arne

    Arne Premiummitglied

    Hmm..unter "klassischen Imperialismus" würde ich dann das Expansionsbestreben der Perser, Griechen oder Römer verstehen. Da habe ich leider kaum Ahnung von. :S

    Ich könnte dir höchstens ein paar Stichworte zum europäischen Kolonialismus im Zeitrahmen von ca.1800 bis 1914 geben. .. also ganz allgemein mal..

    - anfangs meist freundliches Auftreten gegenüber der indigenen Bevölkerung und bitten um Handelsbeziehungen, gefolgt von festen Handelsstationen. Alternativ oder verbunden mit missionarischer Tätigkeit, extrem selten offensive Eroberung.

    - Festigung und Ausbau der Handels-/Missionsstationen zu Siedlungen. In der Regel wurde versucht Bündnispartner zu finden um die Phase des Aufbaus ohne große Verstärkung aus dem Heimatland abzusichern.

    - Festigung und Ausbau des Einflusses. Versuch die Gastgeber in Abhängigkeiten zu bringen. Kauf und Tausch von Land.

    - "Legalisierung" der Verhältnisse durch Unterwerfungs-/Bündnis-/Schutzverträge. Auch aktive Eroberungen gegen schwache Gegner.

    - Aufbau einer Gesellschaftsordnung nach dem Willen der europäischen Mutterländer. Da gibt es große Unterschiede in der Kolonialpolitik. Zum Beispiel bedienten sich die Briten gern gewachsener Herschaftstrukturen als neue - untergeordnete - Regenten. So blieb für das Volk vieles beim alten und die bisherigen Führungsschichten blieben weiter priviligiert (z.B.Indien). Die Briten waren darin vorbildlich und andere versuchten von ihnen zu lernen.

    Immer wenn die althergebrachten Strukturen aufgebrochen wurden, schaffte man sich Feinde. Viele Aufstände resultierten weniger aus der schlechten Behandlung breiter Bevölkerungsschichten, als aus dem Konflikt mit der entmachteten Herrschaftsschicht der kolonisierten Länder.


    Das mal ein paar sehr allgemeine Stichpunkte Immer gilt der Spruch von "Radio Eriwan":
    "Im Prinzip ja, aber..." ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. April 2005
  10. Gisele

    Gisele Neues Mitglied

    Hallo Arne,

    danke für Deine Antworten. Der klassische Imperialismus ist der Imperialismus in der Zeit des 19. Jahrhunderts. Hast mir sehr geholfen, danke!:yes:
     

Diese Seite empfehlen