Inflation 1923!

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Anni, 8. November 2005.

  1. Anni

    Anni Gast

    Hey Leute!
    Habe 3 Fragen zur Inflation 1923!

    1.Wer bezahlte damals die Inflation?
    2.Wer hatte Vorteile in der Inflation?
    3.Stimmt es dass die Deutschen die Inflation damals künstlich herbeigeführt haben???

    Hoffe auf Antwort!
    Danke!
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

    Was meinst du mit "bezahlen"?

    Die deutsche Rgierung zur Zeit des 1. Weltkriegs. Die Hyperinflation des Jahres 1923 hatte ihre Ursachen in der Kriegsfinanzierung des 1. Weltkriegs.

    Nicht absichtlich, aber ja.

    Noch kurz eine Anmerkung zur Begrifflichkeit:
    Inflation gibt es immer und in einem bestimmten Rahmen ist das auch ganz gut so. Bewegt sich das ganze über den Rahmen hinaus spricht man - so wie im Jahr 1923 - von einer Hyperinflation, bei einer negativen Inflation von einer Deflation.
     
  3. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

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  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Diejenigen, deren Besitz v.a. in nichtverderblichen Sachwerten angelegt ist, und Schwarzmarkthändler. Letztere konnten wiederum ihre verderblichen Waren in Sachwerte (Schmuck, Teppiche etc.) verwandeln. In einer Hyperinflation hat niemand ein Interesse daran, etwas gegen Geld zu verkaufen, weshalb der Warenverkehr gegen Geld (also der offizielle Handel) schnell brachliegt.
     
  5. AnnI

    AnnI Gast

    Und wieso wurde sie künstlich herbeigeführt??
     
  6. DerNuntius

    DerNuntius Mitglied

    Wie Lili bereist anschnitt: um die Reparationskosten, die im Versailler Vertrag dem Deutschen Reich auferlegt wurden, zu begleichen.
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  8. Martas

    Martas Aktives Mitglied

    Inflation 1923

    Ein Klassenkamerad hielt letztens ein sehr kurzes Referat über die Inflation in der Weimarer Republik und ihre erfolgreiche Bekämpfung. Er hatte noch ein bisschen weiter recherchiert, als die Dinge, die im Geschichtsbuch stehen.
    Dabei kam wohl heraus, dass nach der Währungsreform sich die Staatsschulden (Reparationszahlungen) nur noch auf 16,4 Pfennige beliefen(von ursprünglich 132 Millionen Goldmark) Ist das möglich?:grübel:

    1. Wie bekommt man so eine drastische Verkleinerung hin? Ich kann mir das mit der Rentenmark als einzigen Grund nicht erklären und er auch nicht. Ist dies vielleicht nur eine nette Zahlenspielerei?:(

    2. Die reparationszahlungsempfangenen Länder werden sich kaum mit 16,4 Pfennigen begnügt haben! Außerdem gingen die Zahlungen ja weiter!

    Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar:D

    P.S. Ich kenne die Quellen meines Klassenkameraden nicht, er wusste sie auch nicht mehr so genau:)pfeif: )
     
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  9. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Hallo Martas,

    Zu 1.)
    Eine einfache Umstellung durch Ansage. War so wie in Europa bei der Euro-Umstellung. Alle Beträge werden zu einem festgelegten Wechselkurs in die neue Währung umgerechnet. Das ist heute noch in Drittweltstaaten gar nicht unüblich. Ich hab's auch schon in Lateinamerika mitgemacht. Es geht einfacher, als man denkt.

    Zu 2.)
    Die Reparationen waren zum Goldkurs festgelegt, d.h. der Wert war inflationsunabhängig.


    Die Staatsschulden wurden natürlich ebenfalls umgerechnet, aber nicht auf ein paar Pfennige... Das wäre ja die Lösung für jeden Finanzminister.

    Jacobum
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2006
  10. Martas

    Martas Aktives Mitglied

    Vielen Dank für die Antwort:winke:

    Natürlich weiß ich, dass die Währung zu einem festen Kurs umgetauscht worden war. Was mich eben nur störte, war seine Aussage, dass "sich die Staatsschulden nach der Währungsreform nur auf 16,4 Pfennige beliefen"! Das war seine Aussage, die mich doch stark gewurmt hat. Ich würde gerne wissen ,wo er diese Information hergeholt hat. Wie gesagt, er meinte es ernst, ich halte es (ist es ja auch) für eine anschauliche "nette Zahlenspielerei":yes: , die er vielleicht missverstanden hat.
     
  11. Martas

    Martas Aktives Mitglied

    Ich dachte, die Währung hieße Goldmark(Milliarden, nicht Millionen:rotwerd: ), nicht Golddollar? Deswegen ist die Begründung, die Schulden wären in Dollar zu bezahlen gewesen etwas schwammig.
    Außerdem habe ich heute mit ihm weiter diskutiert. Er beharrt darauf, im Internet die Information gefunden zu haben, dass die Schulden durch die Währungsreform so drastisch absanken.
     
  12. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Durch die Inflation hat der Staat sich gegenüber seinen eigenen Bürgern entschuldet.
    Der 1. Weltkrieg wurde vom DR weitgehend mit "Kriegsanleihen" ´finanziert, die nach der Inflation nicht einmal mehr Papierwert hatten. Die Kriegsanleihen wurden von den eigenen Bürgern gekauft, die hinterher dann die 2gelackmeierten" waren.
    Nach "außen" hat sowas selbstverständlich keine Auswirkungen. Da wird in "harter" Währung bezahlt. :nono:

    Grüße Repo
     
  13. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Dieser Beitrag enthält viele Fehler, Übertreibungen, etc. Ich halte ihn für völlig unbrauchbar.

    Beispiel: die Reparationen wurden 1932 bei der Konferenz in Laussanne gestrichen bis auf eine Restzahlung von 3 Mrd. Reichsmark! Von einer Restzahlung von 32 Mrd. Goldollar kann keine Rede sein!

    Um die Bezahlbarkeit der Restzahlung von 3 Mrd. RM zu verdeutlichen, habe ich folgende Zahlen recherchiert:
    1932 betrug das deutsche Volkseinkommen 41,1 Mrd. RM, die öffentlichen Bruttoinvestitionen 2,7 Mrd. RM und die Steuern einschließlich der Sozialversicherungsabgaben 22 Mrd. RM (Quelle: Walter Steitz (Hrsg.), Quellen zur Deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Weimarer Republik, 1993, S. 537).
     
  14. Clayton

    Clayton Gast

    Problem: Inflation 1923

    Hallo zusammen, ich hab mich mal wieder selbst ein bisschen in die ***** geritten und hoffe ihr könnt mir raushelfen.
    Mein Prüfer hat für meine mündl. Präsentationsprüfung (Abitur) folgendes Thema gewählt:
    "Inflationshöhepunkt 1923- Hausgemacht oder Nachwirkung des Krieges?"

    Mir ist erst jetzt nach gründlicher Recherchearbeit aufgefallen, dass die Fragestellung eine Sackgasse ist, da ja Hausgemacht und Kriegsfolge in dem Fall gleich sind, da bereits im Krieg die hausgemachte Inflation durch den Staat begann.

    Könntet ihr mir helfen wie ich mich aus diesem Thema geschickt rausmanöfrieren kann? :D

    Ich hätte jetzt versucht Hausgemacht auf die Zeit nach dem Krieg zu beziehen (1919-1923) und Kriegsfolge logischerweise während des Krieges.
    Wäre sehr dankbar über eine konstruktive Antwort. :)
     
  15. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wenn Du hier mal das Stichwort "Inflation" eingibst, bekommst Du mehrere Themen angezeigt, in denen das diskutiert wird.

    Es geht im Kern um die Frage, ob die Hyperinflation 1923 vorwiegend Folge der Politik 1919/23 war (wie das auch von den extremen Lagern/Republikgegnern den demokratischen Parteien vorgeworfen wurde), oder in der Wurzel bereits durch die getätigte Kriegsfinanzierung 1914/18 und der Kapitulation - sozusagen unausweichlich, mit forcierter Entwicklung in die Hyperinflation 1922/23 - angelegt war.
     
  16. Clayton

    Clayton Gast

    Danke für die schnelle Antwort :)
    Also für dich ist die Fragestellung durchaus gelungen und nicht sinnbefreit? :p das macht mir schonmal mut :)
    so wie ich das jetzt verstanden habe ist ja dann klar, dass die Inflation bereits durch den Krieg ins Rollen gekommen ist.
    Du würdest eher in die Richtung gehen, "inwieweit" beide Punkte (Krieg, Politik nach dem Krieg) zutreffen, und diese gewichten, sehe ich das richtig? :)


    MfG
     
  17. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ja, man könnte das gewichten, und insofern ist das keine unsinnige Frage.:winke:

    Weiter ist interessant, wie die zeitgenössische Wahrnehmung gewesen ist: wer gab wem die Schuld?
     
  18. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Eine Frage vorweg: ist das eine Abiturprüfung im Fach Geschichte oder Sozialwissenschaft (bzw. Wirtschaftswissenschaft/Volkswirtschaftslehre)?

    Denn danach sollte eigentlich der Schwerpunkt/Gliederung jeweils aufgebaut werden.
     
  19. Clayton

    Clayton Gast

    joa

    Mündliche Abiturprüfung im Fach Geschichte, 10min Präsentation, 10min Fragen :)

    Meine Gliederung wäre jetzt im Ansatz ungefähr so:
    Definition: Inflation
    Der erste Weltkrieg als Kostenfaktor
    Die Nachkriegsjahre
    1. Innenpolitisch
    2. Außenpolitisch
    Krisenjahr 1923
    Fazit: Kriegsfinanzierung gegen Nachkriegspolitik#

    Hier noch eine Frage: Ein noch größerer Profiteur war jedoch der Staat. Seine gesamten Kriegsschulden in Höhe von 164 Milliarden Mark beliefen sich bei der Währungsumstellung am 15. November 1923 auf gerade einmal 16,4 Pfennige.

    Ein (kompetenter) Freund von mir meinte dass das so nicht stimmt, da bspw. die Reparationen an Frankreich in Franc zurückgezahlt werden mussten. Ich kann mir ebenfalls nicht vorstellen das die Siegermächte sich mit einem Trinkgeld zufrieden gegeben haben. Oder hat das mit Stresemann zu tun, der versuchte Außenpolitisch neue Weichen zu stellen? :)
     
  20. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Hier muss man sicherlich zwischen

    - inländischen Schulden
    - ausländischen Schulden
    - Reparationen

    unterscheiden. Durch einen Schuldenschnitt beziehungsweise Abwertung konnte der Staat seine inländischen Schulden drastisch reduzieren. Bei ausländischen Schulden dürfte das schon schwieriger gewesen sein. Wurde bei solchen Anleihen ein bestimmtes Goldäquivalent für die Rückzahlung vereinbart, nutzte ein Währungsschnitt nichts.
    Bei den Forderungen der Siegermächte war sowieso Deutschland der Willkür ausgesetzt. Wenn eine Regelung im VV ein Schlupfloch für Deutschland liess, dann erfanden die Siegermächte einfach neue Regeln welche sie aus ihrer Machtposition durchsetzten. Hier sollte man sich von Vorstellungen einer gleichwertigen Partnerschaft freimachen. Irgendwelche Abwertungen hätten hier keinen Einfluss gehabt.
     

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