Innozenz III. und der Thronstreit 1198

Dieses Thema im Forum "Das Papsttum" wurde erstellt von tela, 27. März 2009.

  1. tela

    tela Aktives Mitglied

    Liest man Bücher zum Thronstreit 1198 oder Biographien der beteiligten Personen, dann erscheint als Hauptmotiv des Papstes Innozenz III. Otto IV. zu unterstützen und nicht Philipp v. Schwaben, dass der Welfe bereit war die Territorialpolitik des Papstes zu sanktionieren und zudem auf die unio imperii ad regnum, also die Vereinigung des Reiches mit Sizilien, die unter Heinrich VI. Realität geworden war, zu verzichten.

    Wenn man die päpstliche Politik so bewertet, dann erscheint Innozenz natürlich nicht im besten Licht, weil er nicht wirklich ein objektiver Richter im Streit ist.

    Dies wird von Friedrich Kempf, Papsttum und Kaisertum bei Innozenz III. auch durchaus betont. Kempf legt großen Wert darauf zu erweisen, dass aufgrund übergeordneter Kriterien Innozenz sich gegen Philipp und damit für Otto entscheiden 'musste'. Nur ab und zu klingt auch bei ihm an, dass die Bedeutung der Anerkennung der Rekuperationen durchaus auch eine Rolle gespielt haben könnte. Für Kempf ist dies aber nicht das vorherrschende Motiv.

    Ist es wirklich wahrscheinlich, dass Innozenz nach übergeordneten Kriterien geurteilt hat und dabei genau das Ergebnis rauskommt, was ihm politisch passte oder hat er die übergeordneten Kriterien nicht eher so angewendet, dass das rauskam, was ihm politisch besser taugte, nämlich die Ablehnung des Staufers?

    Welche Sichtweise ist zu favorisieren?
     
  2. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Bei Wiki steht folgendes über die Rekuperation:
    Aber über die wahren Beweggründe des Papstes müßte ich erst nachlesen.
     
  3. Josephine

    Josephine Neues Mitglied


    Es scheint so, als ob er sein Mäntelchen nach dem Wind gehängt hat, aber schließlich ging es ja - wie immer - um die Macht.

    Gruß......
     
  4. Queenie

    Queenie Neues Mitglied

    Ich weiß gar nicht, wieso man das eigentlich abwägen sollte? Selbst wenn die Rekuperationen im Vordergrund gestanden hätten und die Territorialpolitik nur ein unbewusster Gedanke gewesen wäre, was würde das für einen Unterschied machen? Immerhin ging es bei der Wiederherstellung des Patrimonium Petri ja auch um die Erlangung der weltlichen Macht über die rekuperierten Güter sowie materiellen Gewinn im Sinne der Kurie, also Festigung der Macht. Ich sehe da eigentlich keinen wesentlichen "moralischen" oder politisch ethischen Unterschied zwischen den beiden Interessen des Papstes. :grübel:
     

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