Internationaler Seehandel

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Comtesse, 18. Januar 2011.

  1. Comtesse

    Comtesse Neues Mitglied

    Weiß jemand ob es gewisse Handels-/Einfuhrbeschränkungen im internationalen Seehandel zur Zeit des Ancien Régime gab?

    Ich denke hier an Frankreich/England/britische Kolonien.

    Die Briten wollten ja wohl den größtmöglichen Nutzen aus ihren Kolonien ziehen, also selber die Erzeugnisse der Kolonie ausbeuten, aber auch, dass die Kolonien möglichst alles vom Mutterland kauften um Großbritanniens Wirtschaft anzukurbeln.

    Wie gestaltete sich der Handel z.B. zwischen den amerikanischen Kolonien und Frankreich? Gab es Ausfuhrverbote gewisser Güter nach Frankreich u. andere Länder? Oder umgekehrt, durften amerikanische Händler nur - oder vorzugsweise- Waren aus Großbritannien/Indischen Kolonien handeln?

    Durfte man alles nach Frankreich importieren oder gab es Handelsblockaden von Seiten der Franzosen?

    Ich frage hier natürlich für die Zeit vor 1776...
     
  2. Repo

    Repo Neues Mitglied


    googel mal nach "Navigationsakte" findste einiges.
     
  3. Comtesse

    Comtesse Neues Mitglied

    Danke für den Tipp. Genau so etwas hatte ich auch bereits über Frankreich gelesen (Exclusif). Der Link war recht hilfreich.

    Leider sind die dortigen Angaben nicht ganz so konkret und substantiiert wie ich sie gerne hätte, aber das dürfte sich wohl auch als sehr schwer erweisen solche zu finden. Ich interessiere mich sehr für die praktische Handhabung und Durchsetzung solcher Verordnungen...

    Wenn ich also richtig liege spielte sich der Handel zwischen Großbritannien und seinen Kolonien so ab:

    Britischer Händler segelt auf britischem Schiff zur britischen Kolonie und führt dort seine Waren ein. Für Waren, die nicht aus Großbritannien stammen - z.B. französischer Weinbrand- muss eine Einfuhrsteuer entrichtet werden. Britische Waren sind zollfrei.

    Auf dem Rückweg nimmt der Händler Kolonialwaren mit (Baumwolle, Rohzucker, Holz) und darf diese nur nach Großbritannien bringen zur dortigen Weiterverarbeitung um die britische Wirtschaft anzukurbeln.

    Ähnlich verfuhren auch andere Staaten, z.B. Frankreich.

    Ein französischer Händler konnte also nicht seinen Weinbrand einfach in Le Havre losschicken und munter im kolonialbritischen Boston verkaufen, weil er im Hafen von Bosten sozusagen abgewiesen worden wäre (Hafenmeister/Zollbehörde).

    Liege ich soweit richtig?
     

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