Jagdhunde Training 18. Jahrhundert

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Minelle, 7. April 2021.

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  1. Minelle

    Minelle Mitglied

    Bonjour, ich habe mal wieder eine gaz spezielle Frage an die Experten hier:

    Ich recherchiere gerade für eine Szene in meinem Manuskript über die Möglichkeiten, die früherbeim Training von Jagdhunden verwendet wurden, im Speziellen die Konditionierung auf Entfernung mittels Hundepfeifen. Leider finde ich da nur sehr wenig für diese Epoche. Gab es damals schon solche Pfeifen überhaupt? Auf der Webseite von schloss-fasanerie.de habe ich bisher nur das hier gefunden:
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  2. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Ja, es gab Hundepfeifen, und was ich noch bemerkenswerter fand, es gab schon im 15. und 16. Jahrhundert Lockinstrumente für die Reiz- und Lockjagd. In Nürnberg hatten sich wohl einige Instrumentenbauer auf diese Nische spezialisiert. Mit einem Buchenblatt, Fliederblatt oder auch mit einem Gelschein kann man den Paarungsruf eines weiblichen Rehs imitieren, um einen Bock anzulocken. Für die Raubwildjagd verwendet man normalerweise andere Locker, um üblicherweise ein verletztes Beutetier (Kitz, Hase, Kaninchen, Singvogel, Maus) zu imitieren.

    In der Ranz, also der Paarungszeit reagieren Füchse und andere Beutegreifer kaum auf Hasenklage, Vogelklage etc.
    Hier hilft ein Lockinstrument, das die Laute einer läufigen Fähe oder eines Rüden imitiert.

    Darauf sind manche Jäger schon in früheren Jahrhunderten gekommen, und manche benutzten eine Okarina, ein alpenländisches Blasinstrument, um das winseln einer Fähe zu imitieren.

    Die Jäger (und Wilderer) im 18. und 19. Jahrhundert verfügten nicht über hochwertige Optiken und mussten sich etwas einfallen lassen. Anscheinend war für Wildlocker ein Markt vorhanden, so dass sich einige Handwerker auf diesen Markt spezialisierten.
     
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  3. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Zum Training und der Haltung von Jagdhunden ist auch zu sagen, dass es vielfach üblich war, dass Pächter und Bauern Jagdhunde versorgen und teilweise auch ausbilden mussten. Die Kosten für eine eigene Meute für die beliebten Parforcejagden konnten sich nur wenige Adelige vor allem aus dem Hochadel leisten. Viele Adelige hielten selbst nur wenige Jagdhunde oder wollten auch keine größere Menge an Hunden in ihrer Nähe dulden. Es war daher durchaus üblich, Hunde sozusagen in Pension zu Bauern zu geben und für größere gesellschaftliche Ereignisse, Parforcejagden wurde dann Hunde angefordert.
     

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