Kapitän Paul Kupfer (1842-1881) und Freya

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von vanesther, 14. April 2021.

  1. vanesther

    vanesther Neues Mitglied

    Guten Tag aus Hongkong! Ich möchte gern wissen, ob jemand hier die Informationen über Paul Kupfer und die Schiff Freya weiß. Kupfer starb am 18 Juni 1881 in Hongkong und sein Grab ist im Friedhof 'Hong Kong Cemetery'. Wir möchten eine Restauration Projekt anfangen, weil der Beim des Adlers unter großen Verschlechterung leidet. Bevor wir dieses Projekt beginnen, sollen wir mit seine Verwandte oder Kontakte kommunizieren. Leider haben wir haben keine Idee darüber.

    Hier finden Sie Fotos des Grabs: https://www.findagrave.com/memorial/14446382/paul-kupfer
    Hier finden Sie auch eine Nachricht auf Englisch aus Hong Kong Telegraph am 20 Juni 1881 (Seite 2) : https://mmis.hkpl.gov.hk/web/guest/old-hk-collection?from_menu=Y&dummy=

    Wenn Sie etwas über Paul Kupfer wissen, bitte schreiben wir eine Antwort hier oder per E-Mail:
    Vielen Dank!

    Weitere Informationen über den Verein "Friends of Hong Kong Cemetery" finden Sie hier: https://www.hkcemetery.org/
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. April 2021
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Offizier der kaiserlichen Marine Paul Kupfer (11.7.1842 - 18.6.1881);

    In Ostasien waren zum fraglichen Zeitpunkt folgende Schiffe stationiert:

    · Freya (SMS Freya 1874)
    · Vineta (SMS Vineta 1863),
    · Cyclop (SMS Cyclop 1875) und
    · Wolf (SMS Wolf 1878).

    Ich empfehle Ihnen als erste den Artikel zur SMS Freya 1874, Schiff gebaut auf der Danziger Schiffswerft 1874, Stapellauf 29.12.1874.

    In Artikel taucht der Name Paul Kupfer wie folgt auf:

    „... Da sich die Vineta Ende Mai auf die Heimreise begab, übernahm der Kommandant der Freya, Kapitän zur See Kupfer, die Geschäfte des Stationsältesten und damit das Kommando über die in Ostasien stationierten deutschen Schiffe.
    Paul Kupfer starb aber nach kurzer Zeit an Typhus (18.06.1881)...".

    Seinen Vater als Bürgermeister von Berlin finde ich aber leider nicht.

    Viele Grüße nach Honkong.
     
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  3. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Nachtrag...
    Die 1. Zeile meies Beitrags habe ich vom

    * archivportal -> deutsche digital-bibliothek.
    https://www.archivportal-d.de/item/333OCQPELM6VERM7LLPOPX56LSZCYBI3

    Fragen Sie doch einfach dort mal an was die über den >Offizier der kaiserlichen Marine Paul Kupfer (11.7.1842 - 18.6.1881)< wissen.

    Wenn der in deren Verzeichnis ist, müssten die eigentlich etwas mehr haben.

    Hier die Mail – Adresse:
    archiv@deutsche-digitale-bibliothek.de
    Oder:
    Landesarchiv Baden-Württemberg
    Eugenstraße 7

    70182 Stuttgart
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2021
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  4. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Außerdem lässt sich noch zusammentragen:
    Eintritt Marine 18.6.1857
    1859 als Seekadett auf Dampfkorvette SMS Arcona (1858) – Wikipedia Teilnahme an Eulenburg-Expedition
    aus: Ost-Asien 1860-1862 in Briefen des Grafen Fritz zu Eulenburg
    1864 Unterlieutenant zur See auf SMS Grille (1857) – Wikipedia
    27.4.1869 Capitain Lieutenant auf SMS König Wilhelm – Wikipedia
    1872 auf dem Artillerieschulschiff SMS Renown HMS Renown (1857) – Wikipedia
    1874 als Commandeur der Matrosen-Artillerie-Abteilung der 1. Matrosen-Division
    1877 Korvettenkapitän
    1880 zusätzlich Vorstand des Torpedo-Depots zu Friedrichsort
    1881 Kapitän z.S. auf SMS Freya
    Träger des PrRA4 Roter Adlerorden – Wikipedia
    PrDK Dienstauszeichnung – Wikipedia
    Erinnerungskreuz für 1866 – Wikipedia
    Publikation: Reise von Hongkong bis Paracel-Inseln
    Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie

    Eine Meldung im Militär-Wochenblatt Band 66 1881:
    Am 18. d.M. früh verstarb zu Hongkong plötzlich am Herzschlage der Kapitän zur See der Kaiserlich Deutschen Marine, Ritter ?? Paul Friedrich Kupfer, Kommandant S.M.S "Freya", im Alter von 38 Jahren 11 1/2 Monaten.
    Um stilles Beileid bittend, zeigen dies Freunden und Bekannten an
    Die hinterbliebenen Geschwister und Verwandten.
    Berlin und Bremen, 21. Juni 1881


    Dies könnte bedeuten, dass er unverheiratet und kinderlos war und dass es Verwandte in Bremen gab.
    Die Todesursache Typhus in Wikipedia bei SMS Freya scheint mir eine Falschinformation zu sein, da auch der Hong Kong Telegraph von heart disease spricht.

    Was heisst R.P.P. auf dem Grabstein und was bedeutet das Zeichen hinter Ritter in der Meldung des Militärwochenblatts?
    kupfer3.jpg
     

    Anhänge:

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  5. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Das R.P.P. könnte für Ritter p.p. (Praemissis praemittendis = man nehme an, der gebührende Titel sei vorausgeschickt) stehen, ein in der Zeit wohl üblicher Zusatz auf Grabsteinen für Ritter des Adlerordens und das Zeichen in der Meldung dürfte etwas ähnliches, nämlich ein etc. in Frakturschrift sein. et cetera – Wikipedia
     
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  6. vanesther

    vanesther Neues Mitglied

    Guten Tag Ralf.M und Naresuan,
    Wegen der unterschiedlichen Zeitzone kann ich nur jetzt bei Ihnen für diese informative Beiträge bedanken. Trotz meiner gebrochenen Deutsch können Sie meine Anfrage hier gut verstehen- ich bin wirklich glücklich und ich muss Ihnen wieder danken!
     
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  7. vanesther

    vanesther Neues Mitglied

    Vielen Dank für Ihre Empfehlung. Ich werde das Archiv kontaktieren. Und zwar habe ich schon den Namen einmal auf dieses Suchsystem versucht. Leider konnte ich nur Ergebnisse der 20 Jahrhunderts finden. Vielleicht gab es manche Tippfehler von mir.
     
  8. vanesther

    vanesther Neues Mitglied

    Ich finde diese Entwicklung besonders verwunderlich! Niemals habe ich gedacht dass, jemand die Todesanzeige des Kupfers auf Deutsch gefunden hat. Die Information über Bremen ist wirklich hilfreich. Vorher wissen wir gar nicht davon. Ich werde Ihre Information gut zitieren!
     
  9. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Ein Pastor Wedepohl berichtet, dass Pfarrer Eduard Klitzke vom ehemaligen Findelhaus Bethesda in Hongkong, der auch der Hafenprediger für deutsche Schiffe war, am 17. Juni 1881 einen 19 jährigen deutschen Matrosen begraben habe, der von den Raaen seines Schiffes gefallen und sich den Schädel zerschmettert hatte. Auf dem Rückweg vom Kirchhofe begegnete ihm ein deutscher Herr, der ihn fragte, ob er schon wisse, dass der Kommandant SMS Freya nachmittags 4 Uhr gestorben sei. Abends erhielt er die offizielle Todesanzeige mit der Bitte, die Grabrede zu halten. Am 18. Juni fand die feierliche Beerdigung vom deutschen Konsulate aus statt. Klitzke predigte am Grabe über Jesaja 55,8.9. Noch nie hatte er Gelegenheit gehabt, vor einer so großen Zuhörerschaft zu predigen, es sollen gegend tausend Menschen versammelt gewesen sein.
    Pastor Klitzke starb wenige Tage später, nachdem er einen weiteren Matrosen der Freya mit gebrochenem Rückenwirbel besuchte hatte.

    Das Findelhaus Bethesda auf Hongkong in China, Pastor Wedepohl, Seite 541
    aus Allgemeine Missions-Zeitschrift , Hsg. D. Gustav Warneck, Gütersloh 1886

    Nach dieser Quelle, wäre Kapitän Kupfer also schon am 17. Juni gestorben.

    Vielleicht hat die evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Hongkong noch Informationen dazu. Fotos aus der Zeit haben sie jedenfalls noch. Historie | Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache Hong Kong
     
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