Karikatur zur Weimarer Republik

Dieses Thema im Forum "Die Weimarer Republik" wurde erstellt von Gast, 7. Juni 2005.

  1. Gast

    Gast Gast

    Hallo!
    Bild

    Was fällt euch zu diesem Bild ein?
    Mir leider nicht so viel...

    ciao
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Klingt nach einer Hausaufgabe.
    Fang doch mal an das Bild zu beschreiben und versuche dann, das Gesehene mit dem Titel Kriegsgewinnler zu verbinden. Überlege ob in dem Bild irgendeine Figur bestimmten Klischees entspricht.

    Sorry, aber mehr an Hilfestellung kann ich Dir nicht geben. Für Hausaufgaben bist Du selber verantwortlich!

    El Quijote
     
  3. Mercy

    Mercy unvergessen

    Ist es ein Bild oder eine Karikatur?
     
  4. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Sieh dir die beiden Herren und die Dinge, die auf dem Fensterbrett liegen genau an.
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Straße ist aber auch nicht schlecht, besonders die, die vom Betrachter weg führt. Und habt ihr das Hakenkreuz entdeckt?
     
  6. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Hakenkreuz habe ich noch nicht entdeckt. Aber auf der rechten Fensterseite ein uniformierter Aufmarsch. es sei denn, du interpretierst den Rahmen selbst als Hakenkreuz. Auch nicht schlecht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2005
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das Hakenkreuz wird durch die Anordnung der Häuser im "vorderen Hintergrund" gebildet. Ich halte diese Anordnung jedenfalls für keinen Zufall.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Hausfront und die Zeitung gegenüber würden mich allerdings noch interessieren, denn ich kann leider nur sehr schlecht lesen, was dort steht. Nur was von "Internationale" und "Kriegs..."
     
  9. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Sozusagen das Zeichen der Zeit welches auch durch das Atelierfensterkreuz assoziiert wird.
    Der Künstler sichtlich unwohl in seiner Rolle als Auftragskünstler des feisten Kriegsgewinnlers der auf seine rauchenden Schlote schaut. Rechts neben dem Gebäude marschieren braune Horden auf, dies und die neuen politischen Ziele stehen wohl in der Zeitung auf dem Fensterbrett des kargen Ateliers, doch der Künstler muß froh sein , daß er einen Auftrag bekommt.( Geldbündel neben der Zeitung) Er verherrlicht irgend eine Strahlenkranz-Germania, die Mutter aller Schlachten , die noch kommen. Seinen inneren Widerspruch ertränkt er mit dem Flachmann neben seinen Kakteen. Der Kaktus steht für Abwehr, Schroffheit,Distanz und allgemein für widersprüchliche Gefühle.
    Es mag sein , daß der Maler bis hoch oben ins Atelier die gröhlende SA- Abteilung hört,
    er hält inne und seiner Farbtube entgleitet die weiße Farbe auf die braune Palette....
     
  10. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Ja, der Paul Fuhrmann konnte das sehr gut rüberbringen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2005
  11. timotheus

    timotheus Aktives Mitglied

    Hmm, meines Erachtens nach sind die Kriegsinvaliden (Versehrte auf Krücken) auf der Straße vor den braunen Horden auch alles andere als Zufall :grübel:
    Das erhebt für mich die Straße symbolisch/allegorisch zum "Weg des Krieges": ein zweite Krieg wird dem ersten auf den Fuß folgen, die Truppe am Anfang zu den versehrten "Resten" am Ende oder auch der Vergleich der schieren Zahl (ein ganzes Kontigent zu Beginn, nur wenige bleiben übrig)... :grübel:
    Aber vielleicht denke ich da schon zu viel rein - sind eben nur ein paar Gedanken, die mir in den Sinn kamen :grübel:
     
  12. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2005
  13. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied


    Da ist sicher alles Absicht mit Sinn und Hintersinn je nach damaligem und heutigem Betrachter. Das Originalbild mit seiner beträchtlichen Größe gäbe sicher noch manch interessante Detail frei.
    Eine Karrikatur ist es freilich nicht. ( hat das ein Lehrer behauptet ? )

    Das Motto des Bildes könnte auch heißen. "Wes Brot ich ess, des Lied ich sing"
    Gekauftes, bzw. verkauftes Gewissen. Der anmarschierende Stoßtrupp, der gleich die Kriegsversehrten überholen wird -wie die polit. Ereignisse ,die des 1. Weltkriegs einholen und überollen sollen. Auf der Litfaßsäule, ist das vielleicht ein Wahlplakat ? es wiederholt sich im Eingangsbereich links des großen Gebäudes mit der Menschenansammlung. Gehen die gerade zur Wahl - oder Wahlversammlung ?
    Im Inneren des Ateliers die psychologischen Spannungen der Zeit.
    Die Körperhaltung der Beiden spricht Bände. Hier die Arbeitgeber-Haltung mit potenzanzeigender Zigarre ,wie seine Schlöte, und nach hinten gekreutzen Armen und preuß. durchgedrücktem Rückrat. Sicher Einer der schon im 1. WK profitiert hat.
    Dagegen der Künstler, seiner Situation im Moment der akustischen Wahrnehmung der Kampflieder des herrannahenden Trupps, der die Zukunft Deutschlands bestimmen wird und Seine zerstören wird. Er wendet sich nichts Gutes ahnend ab.
    Kein Zufall auch der in den Hintergrund geschobene gotische Dom der Stadt.
    Dies ist traditionell,wie z.B. bei C. D. Friedrich , eine Anspielung der dt. Geschichte aus dem idealisierten Mittelalter.
    Nun ducken sich Wohnghettos um die Fabriken, den Kathedralen der neuen Zeit, die Kirche als lebensbestimmendes Zentrum ist lang schon in den Hintergrund gerückt. Erlösung sucht man nun unterm Hakenkreuz.
     
  14. Hi!
    Vielen Dank für die Antworten.
    Erstmal will ich sagen, dass das keine Hausaufgabe ist, sondern für ein Referat, in dem es hauptsächlich über die Rechte in der Weimarer Republik geht.
    Wenn jemand bessere Bilder über das Thema hat kann er sie auch gerne posten:)

    Das mit der Karikatur war mein Fehler. (kleine Verwechslung)

    Zum Hakenkreuz:
    Ich finde das irgendwie nicht...
    Mit sehr viel Fantasie kann man sich hier vielleicht welche vorstellen: Bild Kann das vielleicht jemand genauer zeigen?
    Und wenn da eines ist, dann bedeutet das, dass die Menschen ihre Hoffnung da hinein legen?

    Was könnte das Ziel des Aufmarsches sein?

    Ansonsten haben mir die Beiträge schon sehr geholfen.

    Ciao
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Na... das blaue Hakenkreuz ist schon sehr an den Haaren herbeigezogen, aber das rosane ist genau das, was ich meinte.

    Zum Aufmarsch: warum muss er denn notwendig irgendwo hinführen - reicht es nicht, dass er da ist? Wenn Du natürlich kein geographisches Ziel meinst, dann kannst Du ihn von mir aus so interpretieren, dass er direkt in den Krieg führt.

    So würde ich es nicht interpretieren. Das Hakenkreuz ist ja nicht direkt zu sehen, wird also eher unterbewußt wahrgenommen. Ich würde daher die Intention des Künstlers so interpretieren, dass er sagen möchte, dass nationalsozialistisches Gedankengut überall versteckt wiederzufinden ist. Unbewußt halt.

    El Quijote
     
  16. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Hierzu beispielsweise das hier:

    http://www.zeit.de/2004/34/Stimmts_Hakenkreuzwald
     
  17. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

    Das Ziel könnten Einschüchterungsversuche vor einem Wahllokal bedeuten, welches sich möglicherweise links im Gebäude befindet. Die einzige farbliche Akzentuierung außerhalb des Ateliers ,ist die Litfaßsäule mit einem Wahlplakat (?) ,welches sich im o.g. Eingangsbereich des Gebäudes wiederholt. Das die Farb-akzentuierung Zufall ist glaube ich nicht, was es bedeuten soll ist meine pers. Spekulation. Im Entstehungsjahr des Bildes, 1932 , fanden Wahlen zum Reichspräsidenten statt. Hindenburg wurde nochmal gewählt . Für Viele um Schlimmeres,Hitler zu verhindern. Hitler,ein Protegee der Großindustrie, siehe Bild, war längst im " Anmarsch" . Es war die letzte Phase der unglücklich verlaufenden Weimarer Demokratie und somit das endgültige aus von Meinungsfreiheit und künstler. Selbstständigkeit.
    Ab jetzt muß auch der Künstler nach der neuen Melodie ( akust. Wahrnehmung im Bild ) tanzen, bzw. malen. Das hämische Grinsen des Auftraggebers zeigt den Sieg des parvnenühaften Spießertums über die freie Kunst.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Juni 2005
  18. Gast

    Gast Gast

    Der Industrielle, der sich auf dem Rücken die Hände reibt, verdient an den aufmarschierenden Soldaten, wie sein Gesicht und das Geld auf der Fensterbank zeigen. Der arme Künstler hingegen, wenn auch er Geld verdienen will, dann muß er wohl oder über auf seinem Bild den Krieg verherrlichen! Sei Gesichtsausdruck zeigt wie er darüber denkt - aber auch er muß ja von was leben.
     
  19. florian17160

    florian17160 unvergessen

    Das ist alles an den Haaren herbeigezogen. Fuhrmann war bestimmt nicht so blöde und hätte das Hakenkreuz als Hakenkreuz gemalt. Das Bild ist 1932 entstanden.
    Nein, das Atellierfenster an sich sugeriert das doch schon.
    Industrie, Aufmarsch, Krüppel (die wohl die Verlierer der Geselschaft darstellen ) und der Boss.
    Und ganz gross das Fenster. Es nimmt dreiviertel des Bildes ein. Jeder in dieser Zeit hat das für sich interpretiert. Wir interpretieren nur hinein und wissen doch gar nichts.
     
  20. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Hat er ja auch nicht - man kann es aber bei genauem Hinschauen in der Häuserstruktur erkennen, und ich behaupte, dass dies die Absicht des Künstlers war.
     

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