Karikaturenreihe zur Kontinentalsperre 1806/07

Dieses Thema im Forum "Französische Revolution & Napoleonische Epoche" wurde erstellt von BrettvormKopf, 21. November 2009.

  1. BrettvormKopf

    BrettvormKopf Neues Mitglied

    Hallo ihr lieben ich habe ein riesiges Problem.
    Ich soll eine dreiteilige Karikaturenreihe zum Thema Kontinentalsperre analysieren. Ich bin seit ca. 2 stunden im Netz auf der Suche danach und habe sie nicht gefunden, da ich die Karikaturen nicht gut erkennen kann.
    Unter den Karikaturen steht: "Die Kontinentalsperre in französischer Sicht. So stellt sich ein französischer Karikaturist - etwa 1806/07 - die Entwicklung "Britannias" infolge der Kontinentalsperre vor.

    Auf der ersten Karikatur sieht man eine Frau mit Krone und Königsumhang auf mehrern Warenbündeln sitzten. Sie hält ein Dreizack in der Hand. Vor ihr auf dem Boden liegt ein Anker.

    Auf der zweiten Karikatur sieht man eine Frau die sehr böse schaut. Unter dem linken Arm hält sie Stöcke oder ähnliches...ich nehm an es sollen Spere sein. Unter dem rechten Arm trägt sie ein Packet wo was drauf steht (ich kann nich erkennen was) es scheint auch was durch die luft zu fliegen...papier, geld irgendwas...keine ahnung.
    Sie hat das eine Knie auf dem Boden und das andere oben. Vor ihr liegt holz oder sowas...vielleicht noch mehr Waffen.
    Links vor ihr liegt eine Krone auf einem Kissen. Hinter ihr steht ein großer Wagen. Vielleicht eine Schleuder oder sowas.

    Auf dem dritten Bild sieht man eine magere Frau auf einer Kiste sitzten. Sie hat zerlumpte Sachen an. Unter ihr und der Kiste liegen Leichen. Irgendwas ist noch rechts und links im Bild.

    Ich kann das ganze total schwer erkennen, da es eine echt sch...Kopie ist.

    Wir sollen anhand dieser Karikaturenreihe erklären welche erwartungen und hoffnungen damit zur kontinentalsperre zum ausdruck kommen.

    Meine Anfangsdeutung waren:
    - 1. Karikatur ist die Königin Britannia, die die Macht über den Seehandel besitzt. Deswegen der Anker und der Dreizack. Sie besitzt alle waren auch die von frankreich.
    - 2. Karikatur stellt den ärger dar der britten. Sie bleiben auf ihren waffen sitzten und können diese nicht exportieren. Die liegende Krone evtl. das die königin geschlagen ist?!
    - 3te Karikatur Britannien ist am ende, sie hungern usw. Frenkreich will sie "unschädlich" machen.


    Wer kennt zufällig diese Karikaturen oder kann mir irgendwie weiter helfen dabei?
     
  2. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Hey,

    leider kenne ich die Karrikatur nicht. Findest du sie in der Google-Bildersuche?

    mfg
    Anselm
     
  3. BrettvormKopf

    BrettvormKopf Neues Mitglied

    Nein leider auch nicht...wie gesagt ich hab ca. 2 stunden gesucht weil ich echt keine ahnung von geschichte habe :-(

    Ich hatte gehofft jemand kann es vielleicht auch auf grund meiner Beschreibung ein bisschen deuten.
     
  4. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    Nur keine Sorge, so wie ich den Haufen hier kenne, gibt es mindestens fünf Leute, die nihct nur die Karirkatur genau kennen, sondenr auch wissen, wie das Wetter an dem Tag war, an dem der Zeichner die Karrikatur verfasste.

    Einfach weitersuchen, bestimmt meldet sich auch bald jmd, der die Karrikatur kennt.

    Steht denn ein Datum dabei? Ein Verfasser? Eine Zeitung, in der die Karrikatur erschienen ist?

    mfg
    Anselm
     
  5. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Habe die Karrikatur auch in der Bildersuche mit französischen Stichworten nicht finden können.
    Was Du über die Karrikaturen beschreibst und deutest, hört sich aber schon mal recht gut an.

    Wichtig: Die Britannia ist keine "Königin", sondern eine "Allegorie" - die Darstellung hier eines Staates als Person. (Ähnlich wie z. B. die Helvetia oder moderner der deutsche Michel.) Das erste Bild hat eigentlich die üblichen Attribute die Du bei jeder Darstellung der guten B. findest, z. B. hier:
    http://1.bp.blogspot.com/_HV1anlACPN0/SIzozvWAJNI/AAAAAAAAAYA/G_SxrjJS2mk/s200/england_britannia.jpg
    Es scheint den Ausgangszustand vor Errichtung der Kontinentalsperre zu zeigen - Britannia in der Blüte ihrer Macht, die Meere beherrschend.

    Das zweite Bild wird jetzt schwieriger, ohne es zu sehen:
    Einige Ideen:
    Der Handel der Handelsmacht wird eingeschränkt (das Paket auf dem B. sitzenbleibt),
    die Börse fliegt B. im wahrsten Sinne des Wortes deswegen um die Ohren (Shares), Alternative: das Währungssystem (die Briten haben während der Napoleonischen Kriege das unpopuläre Papiergeld eingeführt) bricht zusammen. Auf die "Stöcke" habe ich keinen Reim, könnten es Masten und Spieren sein? Die Kontinentalsperre sollte Britannia auch von den immens wichtigen Schiffbaurohstoffen (Holz, Hanf und Teer) des Baltikums abschneiden. Deswegen ritt Napoleon auch so auf einer russischen Beteiligung rum...
    Die Krone schließlich KÖNNTE implizieren, dass unter der Last der Sanktionen das Vereinigte Königreich auseinanderbrechen könnte oder die Kronunion zumindest in Frage gestellt würde - Irland war stets ein unwilliger Partner und das selbe gilt in geringerem Maße für Schottland, wie man heute noch sehen kann. Alternative hier wäre, dass die Souveränität über die Meere - als Krone symbolisiert - jetzt in Frage steht und deswegen nicht mehr aus B's Kopf sitzt.
    Ganz wesentlich war, dass Napoleon die Briten aushungern wollte und sie sowohl von lebenswichtigen Zufuhren (Rohstoffe, Schiffsbaumaterial, z. T. Getreide) abschneiden wollte, als auch ihrer produzierenden Industrie die europäischen Absatzmärkte verwehren und sie damit ruinieren wollte. Das alles müsste sich in einer napoleontreuen wiederfinden.

    Tja und auf dem dritten Bild ist eben das Endstadium - Britti am Boden und ruiniert - zu sehen.
    Also: Bild 1: Ausgangszustand, Bild 2: durch die Kontinentalsperre herbeigeführte Probleme, Bild 3: Endzustand. (Ähnlicher Ideen befleißigten sich ja auch die Deutschen während der Zufuhrkriege sowohl im WK I als auch im WK II)...

    Gehelft?
     
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  6. BrettvormKopf

    BrettvormKopf Neues Mitglied

    Ich danke dir, du hast mir sehr doll weiter geholfen.
    Ich hab meine ganze Quellenanalyse noch einmal überarbeitet und deine Ideen mit eingebracht. Es ist wirklich schwer das gut zu interpretieren da die Kopie einfach mal total schlecht ist. Aber darauf nimmt meine Lehrerin keine Rücksicht. Na ja...hier mal alles:

    Die Bildquelle zeigt 3 Karikaturen eines unbekannten französischen Karikaturisten die etwa von 1806/07 stammt.
    Auf dem ersten Bild ist eine Frau mit Krone und Königsumhang zu erkennen. Sie ist festlich gekleidet und hält in ihrer rechten Hand einen Dreizack. In ihrer linken Hand ist ein Weinhorn zu sehen aus dem Wein heraus fließt. Sie sitzt auf prall gefüllten, geschnürrten Waren Bündeln. Vor ihr liegt ein Anker auf dem Boden. Sie schaut erhaben zu dem Dreizack.
    Das zweite Bild zeigt eine Frau mit bösem Blick. Unter ihrem rechten Arm hält sie ein zusammen geschnürtes Paket woraus Zettel fliegen und unter ihrem linken arm trägt sie lange Hölzer die wohl Speer darstellen sollen. Mit einem Bein Kniet sie am Boden, das andere ist angewinkelt. Vor ihr liegen Hölzer die wohl weitere Waffen darstellen sollen und daneben eine Krone auf einem Kissen. Hinter der wohlbeleibten Frau ist ein Waagen zu sehen der eine riesige Steinschleuder sein könnte.
    Auf dem dritten Bild ist eine sehr hagere, ausgehungerte Frau zu sehen die auf einer Kiste sitzt. Sie hat zerfetzte Kleidung am Körper die schon fast keine Kleidung mehr ist. Unter ihr und der Kiste liegen mehrere Leichen halb nackt da.
    Unter diesen drei Bildern ist der vermerk, dass es sich dabei um die Kontinentalsperre in französischer Sicht handelt und das der Karikaturist damit die Entwicklung „Britannias“ infolge der Kontinentalsperre zeigen wollte.


    Das erste Bild soll wahrscheinlich die Macht Englands darstellen über den Seehandel vor der Kontinentalsperre. Die Frau symbolisiert England. Das sie wohlgenährt ist zeigt das es England gut geht. Mit der Krone und dem Königsumhang wird die Macht ausgedrückt die England besitzt. Und mit dem Anker und dem Dreizack wird wohl ausgedrückt das es sich dabei um den Seehandel handelt. Die vollen Warenbündel zeigen wie viel England der Seehandel bedeutet und vor allem wie viel exportiert wurde.
    Das zweite Bild zeigt wieder England in Gestalt einer Frau.Sie drückt die Gefühlslage Englands über die Kontinentalsperre mit ihrem bösen Blick aus
    Sie sind wütend darüber das sie nun nichts mehr Exportieren können und ihnen der Handel zu wichtigen Rohstoffen untersagt bleibt. Die Waffen zeigen das Exportgut der Engländer, die vor der Kontinentalsperre Waffen an Europa lieferten und nun diese nicht mehr „loswerden“.
    Das die Frau halb kniet könnte ausdrücken das Frankreich England „in die Knie gezwungen hat“ also die Macht nun an sich gerissen hat. Die Krone zu den Füßen der Frau bedeutet sicherlich das England die Macht über den Seehandel abgeben musste. Und somit entmachtet wurde. Außerdem könnte die Krone bedeuten das England unter der Last der Sanktionen auseinander zu brechen droht oder die Kronunion zumindest in Frage gestellt wird. Das Paket unter ihrem rechten Arm mit den fliegenden Zetteln könnte Papiergeld darstellen. Es zeigt das das Währungssystem der Briten auseinander bricht oder wortwörtlich um die Ohren fliegt. Aber es könnte auch die Börse darstellen die durch die Einschränkung der Handelsmacht den Briten „um die Ohren fliegt“
    Das dritte Bild mit der mageren Frau soll den Endzustand der Briten verdeutlichen.
    Durch die Wirkung der Kontinentalsperre ist „Britannia“ (Britanien) am Boden. Dadurch das es nichts mehr exportieren und importieren kann, wird das Land immer schwächer und hungert. Die Leichen am Boden stellen die Bevölkerung dar, die darunter zu leiden hat.
    Der französische Karikaturist meint mit diesem Bild wahrscheinlich, dass England ohne den Handel zu Grunde gehen wird und auf seinen Waren sitzen bleiben wird, dargestellt durch die Frau die auf einer Warenkiste sitzt.




    danke von brettchen
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Kannst Du die Karikaturenreihe evtl. trotz der schlechten Qualität der Kopie mal einscannen?
     
  8. Anselm

    Anselm Aktives Mitglied

    hey,

    find ich gut. Ich würd noch überlegen, inwiefern die Waffen der Britannia darauf hindeuten sollen, dass Britannien aus französischer Sicht als Kriegstreiber gesehen wird. Vielleicht will der Zeichner ja folgendes Ausdrücken:

    1. Britannia Kriegstreiber.
    2. Unsere Reaktion: Kontinentalsperre.
    3. Friede.

    mfg
     
  9. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich halte die Karikatur für ein Durchhaltepamphlet, denn letztlich war das Kontinentalsystem ein Schlag ins Wasser für die Franzosen. Statt die Engländer auszuhungern, wie geplant, kaperten die alle Schiffe, zwangen diesen einen Warenaustausch auf (der für die gekaperten Schiffe durchaus vorteilhaft war!) und erhielten sich so ihren Absatzmarkt, sowie den Zugriff auf die benötigten Güter. Und in diesem Zusammenhang ist evtl. auch das Holz zu sehen: Nicht als Waffen, sondern als das Bauholz für die Schiffe, weshalb das Ausscheren Russlands aus dem Kontinentalsystem letztlich auch Napoleons erstes Ende bedeutete: Er griff Russland an, um den blocus continental zu reetablieren und scheiterte. Aber wie gesagt, nicht England wurde durch die Sperre getroffen, sondern der Kontinent. Hier stiegen die Preise und blühte der Schmuggel.
     
  10. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Wenn die Karikatur tatsächlich von 1806/07 stammt, würde ich sie noch nicht als Durchhalteparole begreifen, da die Kontinentalsperre gerade erst errichtet wurde. Eher als Illustration der grandiosen Idee seiner Majestät, die Kriegstreiber von der Insel jetzt in ihre Schranken zu weisen.

    Bezüglich des Holzes glaube ich auch weniger an Waffen. Die Briten waren eher als finanzielle Kriegstreiber verschrien, nicht als Waffenlieferanten.
    Bezüglich der gekaperten Handelsschiffe ist mir kein Fall bekannt, in dem die Briten einem eroberten Handelsschiff ihre Waren aufgedrängt hätten (das kannte ich bislang nur aus Asterix :winke:) - der aufgezwungene "Warenaustausch" war nach meinem Wissen ein sehr einseitiger - "Dein Schiff, Deine Ware, Deine Besatzung gehören jetzt uns". Es war viel mehr so, dass der britische Handel mit den Kolonien ausreichte, den entgangenen Handel mit dem Festland einigermaßen zu kompensieren. Dieses war dem französisch beherrschten europäischen Kontinent nicht möglich, der durch die britische Blockade keinen Zugang mehr zu überseeischen Produkten hatte, und selbst der küstennahe "Schwerlastverkehr" wurde unterbunden, was zu einem Quasi-Zusammenbruch des europäischen Handels führte. Schmuggel gab es allerdings hüben wie drüben - Luxusgüter aus Frankreich waren im britischen Raum heiß begehrt, während die Grande Armée in aus England stammenden Stiefeln nach Moskau aufbrach....
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2009
  11. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das stimmt natürlich. Die Jahreszahl war mir entgangen.
     
  12. BrettvormKopf

    BrettvormKopf Neues Mitglied

    Hmm mit dem 2ten Bild bin ich mir gar nicht sicher wegen den "Speeren" oder "Hölzern" ...ich bilde mir ein gelesen zu haben das England Europa mir Waffen versorgt hat. Kann natürlich auch alles falsch sein.
    Ich dachte es sind Waffen, weil die Frau auf Bild 2 auch was am Körper trägt, was ziemlich nach Degen oder sowas aussieht. Leider gar nicht erkennbar, nur zu erahnen.

    Ein scannen kann ichs leider nich, hätt ich sonst schon lang mal gemacht :-( mein scanner funktioniert grad nich so wie ich will (der richtige treiber fehlt einfach und ich hab nicht nur keine ahnung von Geschichte, sondern auch keine Ahnung von Computern)

    Das damals viel geschmuggelt wurde weiß ich auch, aber ich glaube nicht das der Karikaturist das entweder damals schon wusste, oder das mit diesen Bildern irgendwie ausdrücken wollte.

    Ausserdem hatte ich noch was vergessen: Ich soll ja die hoffnung und erwartung ausdrücken zur kontinentalsperre.

    Ich denke das die franzosen die hoffnung und erwartung hatten england somit die seehandelsmacht zu nehmen und diese zu schlagen.
    oder irgendwie sowas eben ;-)

    ich dank euch...hab auch gleich noch ne quellenanalyse an die ich mich setzten muss.
    Dabei geht es nun aber um zwei Landkarten. Die Aufgabenstellung ist: Welche Auswirkungen hatte der Reichsdeputationshauptschluss 1803 und die Expansionspolitik Napoleons auf Deutschland bis 1812?
    Die Karten zeigen Deutschland. Leider auf dem selben Blatt wie die dreiteilige Karikaturenreihe...somit nix zu erkennen.
    Unter den Karten steht: Die politische Gestalt Deutschlands vor (1790) und nach (1812) der Neuordnung durch Napoleon (1803/1806).

    Da mein Kind mal wieder Krank war (jaja schweinegrippe verdacht...is doch auch nur ne grippe) hab ich das thema total verpasst und kann dazu gar nix sagen.

    Irgendwie geht es glaub ich um die Neuordnung Deutschlands. Das es nun keine kleinen Staaten mehr gibt sondern alles eins ist? Und das der Grund und Boden der Kirche irgendwem zugeteilt wurde.
    Boh ich müsste mir dazu wohl erst ma bissl wissen aneignen zum reichsdeputationshauptschluss und der expansionspolitik.
    Irgendwann dreh ich noch durch :-(
     
  13. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    Nun lass mal das Durchdrehen und hör auf, Dein Licht untern Scheffel zu stellen :motz::motz::motz:!! ;)
    Du hast doch hier, genauso wie oben bei Deinen Karikaturen, das wesentliche bereits selber erfasst und dargestellt, was Dich von vielen anderen unterscheidet, die hier (Schul-)Fragen stellen. Alles andere ist Feinschliff und bei so was helfen wir Profilneurotiker gern.

    Jetzt zum Feinschliff:

    Es gibt zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 zwei Schlagworte:
    1. Mediatisierung: Der ganze Krümelkram an Herrschaften wurde zu großen Staaten zusammengemanscht, deren Herrscher von Napoleon auch noch befördert wurden. Aus bummelich 1789 Herrschaften wurden ganz wenige - insbesondere der ganze Kleinkram in Süddeutschland, wo jedes Dorf einer anderen Herrschaft gehörte, wurde ordentlich aufgeräumt. Aus dem Herzogtum Württemberg wurde - um quasi das ganze Oberschwaben erweitert - ein Königreich Württemberg, die Bayern wurden auch Königs, die Badenser Großherzoge usw. . Also: Aus ganz ganz vielem mach zwar nicht eins aber immerhin wenige große.
    2. Säkularisierung: Auch wieder besonders im Süden gehörte viel viel viel Besitz der Kirche. Insbesondere Klöster, Stifte, Bistümer waren reich und zum Teil wesentliche machtpolitische Spieler. Das hörte jetzt auf, große Teile des Kirchenbesitzes wurden eingezogen und fielen ebenfalls den weltlichen Herrschern zu.

    Unterm Strich wurde also im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ordentlich aufgeräumt - restrukturiert und unter Effizienzgesichtspunkten optimiert, wie die Schlipsträger von McKinsey heute sagen würden. Begründet wurde das damit, dass das Heilige Römische Reich alle Gebiete westlich des Rheins an Frankreich abtreten musste. Mediatisierung und Säkularisierung sollten die großen deutschen Staaten dadurch entschädigen. Außerdem fiel es Napoleon leichter, die weniger gewordenen Deutschen Staaten zu kontrollieren - auch dadurch, dass die in Prestige und Bedeutung erhöhten Landesherren ihm natürlich mehr als dankbar waren.

    Durch diese ihm "hörigen" Staaten ließ Napoleon 1806 den von ihm abhängigen Rheinbund gründen. Ein Konstrukt, das Österreich und Preußen keinen politischen Platz mehr in Deutschland gewährte und damit das Heilige Römische Reich auseinanderriss. Ein Umstand, den der Kaiser (ein Österreicher) wahrnahm, und weswegen er die Würde des Deutschen Kaisers niederlegte und im gleichen Atemzug das Heilige Römische Reich auflöste, was wiederum den neuen Königen in Deutschland und auch Napoleon sehr sehr recht war...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2009
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  14. BrettvormKopf

    BrettvormKopf Neues Mitglied

    ahh meine mitbwohnerin ist nach hause gekommen und hat mir eine bessere kopie gezeigt...sie hat den gleichen mist zu machen.
    Unter den karikaturen von der "britannia" steht beim ersten "Vergangenheit" unter dem zweiten "Gegenwart" und unter dem dritten "zukunft" natürlich alles auf französisch.
    Beim ersten Bild steht auf den Paket der guten Lady was drauf, wo ich das erste wort nicht richtig entziffern kann irgendwie "Prujets des deuxmondes" (Produkte von zwei jahren??) was könnten diese Produkte (falls es produkte heißen soll) darstellen?

    Bei zweiten bild hat die frau wirklich mehrer degen umhängen. Am Boden das sieht aus wie äxte oder sowas...
    Außerdem hat sie so einen häßlichen GB bärenpelz gardenhut auf..."GB" steht auch vorn drauf. Das Paket mit dem Papier stellt wirklich Geld dar. Außerdem steht auf auf dem Paket noch irgendwas drauf was ich auch nicht richtig erkennen kann "Sechiou" oder "sechiqou"...keine ahnung.

    Im dritten Bild steht auch irgendwas auf der Kiste wo die gute fast verhungerte frau drauf sitzt "...LBIO" die ersten buchstaben verdeckt sie mit ihren Beinen.

    wenn euch dazu noch was einfällt oder ihr mir weiter helfen könnt...ich freu mich riesig :)
     
  15. BrettvormKopf

    BrettvormKopf Neues Mitglied

    nun noch mal zu der landkartenquelle:

    Die Quelle besteht aus zwei verschiedenen Landkarten. Die eine Landkarte zeigt die politische Gestalt Deutschlands vor 1790. Und die zweite Landkarte zeigt die politische Gestalt nach (1812)der Neuordnung durch Napoleon von 1803/1806.
    Auf der Deutschlandkarte vor 1790 erkennt man die vielen kleinen Einzelstaaten in die Deutschland vor allem im Süd- und Westdeutschland aufgeteilt ist. Außerdem gibt es große geistliche Gebiete und viele kleine Reichsstädte. Die Reichsgrenzen gehen bis über den „Kartenrand“ hinaus.
    Auf der zweiten Karte gibt es keine kleinen Einzelstaaten mehr. Die vielen kleinen Einzelstaaten wurden zu großen bis mittelgroße Staaten zusammen gefasst. Geistliche Gebiete sind nun gar nicht mehr angegeben, dafür aber von Frankreich abhängige Staaten.


    Die erste Karte zeigt Deutschland vor 1790 als es noch in viele kleine Einzelstaaten unterteilt war insbesondere Süd- und Westdeutschland waren stark unterteilt. Durch die Expansionspolitik (erweiterung des Macht und Einflussbereiches) Napoleons und vor allem durch den Reichsdepationshauptschluss vom 25.2.1803 wurden dann die vielen kleinen Einzelstaaten in mittelgroße bis große Staaten zusammen gefasst (Mediatisierung). Außerdem wurden alle geistlichen Gebiete eingezogen und fielen den weltlichen Herrschern zu (Säkularisierung).
    Die Fürsten wurden entschädigt, die infolge der Frieden von Basel und Lunéville ihre linksrheinischen Gebiete an Frankreich hatten abtreten müssen.
     
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  16. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    "projets des deux mondes" - Projekte der zwei Welten - vielleicht Blick nach a) Kontinentaleuropa, b) ins "Kolonialreich".

    Degen, Äxte, Bärenpelzmütze - Britannia in Kriegstracht, der dann das Geld durch die Pfoten rinnt.

    "LBIO" = ALBION, latinisierter Name Englands ("das perfide Albion")....
     
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