Karl d. Große und Benevent - interessante Thesen und Fragen

Dieses Thema im Forum "Die Franken" wurde erstellt von Cidifix, 22. April 2012.

  1. Cidifix

    Cidifix Neues Mitglied

    Hallo!:winke:
    Muss ein Referat über das im Titel genannte Thema halten. Hier geht es also um den Zeitraum von 771 bis 814, also von Karls Herrschaftsantritt bis zu seinem Tod.
    Den ganzen ereignisgeschichtlichen Kram bekomme ich schon auf die Reihe. Nur muss ich dann noch zum Schluss so zwei drei "interessante" Thesen, Fragen oder Behauptungen in die Runde werfen, um eine Diskussion anzuheizen.
    Hat da jemand vlt spontane Einfälle?
    Habe bisher nur folgendes:

    - These: "Das Herzogtum Benevent war ein byzantinischer Pufferstaat in Italien."

    - Frage: "Wie lange denkt ihr, konnte sich Benevent in seiner Unabhängigkeit behaupten?" (bis 1050)

    Wäre cool wenn ihr mir eure Ideen posten könntet.
    Gruß:)
    Cidi
     
  2. Robert Guiskard

    Robert Guiskard Neues Mitglied

    Nun, der April ist zwar lange vorbei, die Frage aber sehr interessant. Das Herzogtum Benevent spielte lange Zeite eine besondere Rolle für das Geschick Süditaliens. Und gerade im Zusammenhang mit Karl dem Großen wurde hier weit in die Geschichte hinein Politik betrieben.

    Die Päpste beriefen sich nämlich auf Karl den Großen, in Bezug auf ihren Anspruch auf das Gebiet von Benevent. Während umgekehrt die langobardischen/lombardischen Eliten von Benevent die Unabhängigkeit sowohl vom Papst wie auch von Byzanz suchten, und als Vorkämpfer eines unabhängigen und langobardisch beherrschten Süditaliens zu erreichen versuchten.

    Von daher war Benevent definitiv kein byzantinischer Pufferstaat. Im Gegenteil, gingen die ständigen Aufstände und Rebellionen gegen Byzanz in Apulien meistens von Benevent aus. Wenn man zudem bedenkt, dass der langobardische Staat Benevent auf byzantischem Territorium und gegen den Wiederstand der Byzantiner begründet worden war, so könnte man eher von einem grundsätzlich Byzanz feindlich gesinnten Staat sprechen. Die Byzantiner unternahmen dann über Jahrhunderte hinweg auch alles, um Benevent auszulöschen.

    Erst um 800 n Chr, also 130 Jahre nach der Gründung das Staates, wechselte die langobardische Politik zu einer eher pro-oströmischen Ausrichtung. Das hatte mit den immer massiver werdenden islamischen Einfällen zu tun. Von diesen Angriffen der Muslime erholte sich das Herzogtum nicht mehr und zerfiel in mehrere, von einander unabhängige Staatsgebiete. Das Kerngebiet und die Stadt Benevent selbst wurden darauf hin ein Besitz der Päpste, bis sie 1077 von den Normannen erobert wurden.

    Die Päpste begründeten ihren Besitzanspruch nun mit einer angeblichen Schenkung des Gebietes von Benevent durch Karl den Großen. Dieser hatte angeblich das langobardische Gebiet in Süditalien den Päpsten vermacht. In der Folge dessen herrschten in Benevent Fürsten, die ihr Lehen vom Papst bezogen.

    Nicht 1050, sondern 1077 wurde Benevent dann von den Normmanen erobert, als sich diese gegenüber den Päpsten militärisch durchsetzten.
     

Diese Seite empfehlen