Karthagische Soldaten

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Beowulf, 15. März 2007.

  1. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Hallo:winke: ,
    mich würde interresieren wie die Soldaten Karthagos in den Punischen Kriegen ausgerüstet/bewaffnet waren. Haben sie sich im Lauf der Zeit verändert? Waren es Bauern oder Berufssoldaten?:grübel:
    In wie fern kamen Söldner-/Hilfstruppen vor? Habe von spanischen und keltischen Truppen gelesen.
    Und zum Abschluss: Wie sahen die Karthagischen Schiffe aus?
    Danke schon mal im vorraus.
    Beowulf
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Karthager operierten im Krieg vorwiegend mit Söldnern. Balearer (die als Schleuderer berühmt waren), Griechen, Iberer ("Spanier" gab es damals noch nicht"), Kelten und Numidier (dabei dürfte es sich um Berber handeln).
     
  3. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Karthago hatte eine Kerntruppe von 20.000 Mann Infanterie und 4000 Reitern, deren Kasernen waren in den Stadtmauern untergebracht.
    Die Elite bestand aus "Libyo-Phöniziern", daneben eine Menge Söldner aus allen Gebieten des Mittelmeeres, vor allem dem hellenistischen Osten.
    Die schwere Infanterie war wie die makedonische Phalanx ausgestattet, die Reiter ebenfalls nach hellenistischem Vorbild.
    Die oft erwähnten Numider waren eine leichte Reiterei, im wesentlichen mit Wurfspeeren bewaffnet. Ihre Stärke waren die Verfolgung des geschlagenen Gegners und Geplänkel.
    Den zahlenmäßig größten Anteil in Hannibals Heer bildeten die spanischen Truppen. Die Keltiberer kämpften mit Hieb- und Stoßschwertern (der Gladius Hispaniensis fand in dieser Zeit auch Eingang in die römische Bewaffnung), Ovalschilden nach keltischem Muster sowie Lanzen und Wurfspeere.
    Die Reiter waren mit Schilden, Schwert und Lanze bewaffnet.
    Die balearischen Schleuderer waren noch Jahrhunderte später als Schützen begehrt.

    In Norditalien konnten dann noch Kelten für den Kampf gegen Rom gewonnen werden. Die Bezeichnung Söldner trifft hier wohl nicht zu (man hat sich dem Feind des Feindes angeschlossen).
    Die Kelten waren bekanntlich gute Schmiede, so hatten sie Eisenhelme als man im Mittelmeeerraum nur Bronzhelme herstellen konnte.

    Die karthagischen Schiffe waren nach (den wenigen) Abbildungen und einigen literarischen Hinweisen Quinquiremen und Triremen.
    Die Schiffshallen im Kriegshafen von Karthago waren 5,9 m breit und über 30 m lang.
    Vor Sizilien wurden in den 70er Jahren die Überreste von zwei Wracks gefunden die man als karthagische Schiffe aus der Zeit des 1. punischen Krieges indentifiziert hat. Eines dieser Schiffe war etwa 5m breit und 35 m lang. An den Hölzern wurden Beschriftungen gefunden die man als Zeichen für eine Serienproduktion deutet.
     
  4. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

  5. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

    Zu den Schiffen: die sahen den römischen verteufelt ähnlich, bereits deshalb, weil die Römer beim Kopieren karthagischer Erfindungen sehr penibel vorgingen. Bei den Schiffen von Marsala, die Secundus hier anführt (ich hatte das Glück, sie letzten Monat selber sehen zu können), ist leider nur der Boden und Teile vom Heck bzw. des Bugs erhalten, sodass man nicht sagen kann, wie die Ruderer angeordnet waren und der Rammsporn aussah. Nach den Münzbildern zu urteilen, sahen die römischen Schiffe wirklich den karthagischen ähnlich; die Rekonstruktionszeichnungen von Marsala sind idiotisch, orientieren sich an alten phönikischen Abbildungen aus der Zeit von 1000 v. d. Zw.
    Interessant ist - neben der von Secundus erwähnten "Serienfertigung" - ein stumpfwinkliger Anschluss vom Heckbogen an den Kiel; der ist eindeutig festzustellen und deckt sich so überhaupt nicht mit den ganzen runden Anschlüssen, die man in den meisten Rekonstruktionszeichnungen sieht (Vergl. Viereck, "Die römische Flotte" ).

    Ich kann mir gut vorstellen, dass man griechische, römische und karthagische Kriegsschiffe des 4. u. 3. Jhs. v. d. Zw. am ehesten an der Dekoration und Feldzeichen unterscheiden konnte. Da dies auf die meisten Kriegsschifftypen, z. B. auch auf Linienschiffe des 18. und Galeeren des 15. Jhs. zutrifft, ist das so ungewöhnlich nicht.*

    *Um den 2. Weltkrieg herum gab es einmal nationaltypische Stile im Kriegsschiffbau, z. B. der amerikanische Drahtnetzturm oder die japanische Pagodenaufbaute. Eine ansonsten eher seltene Erscheinung.
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. März 2007
  6. Faultier

    Faultier Neues Mitglied

    Karthagische Armee? Meine Lieblinge :D
    Mal überlegen:
    Kern und Prunkstück der Armee war die Heilige Schar von ca. 2.500 Mann bis 6.000 Mann (diese Zahl schwankt im Laufe der Jahrhunderte). Diese Truppe diente zuallererst als Wächter des Tanittempels, besser als Wächter über den Zaimph (einen hauchdünnen Seidenschleier), später als Schutztruppe der Stadt, als eine Art Leibwache für hohe Regierungsbeamte und Feldherren und nicht zuletzt als Kampftruppe. In diese Truppe selbst konnte man nur aufgenommen werden wenn man vermögend war und aus einer der karthagischen Adelsfamilien stammte. Die Ausbildung der Truppe war griechisch, besser makedonisch denn sie konnten als Phalanx kämpfen. Ausrüstung stellte die jeweilige Familie selbst. Man bekam für den Dienst in dieser Truppe keinen Sold sondern zahlte alle Auslagen selbst. Dafür hatte diese Truppe aber auch besondere Privilegien. Rekrutierten sich doch aus ihre die Offiziere und Feldherren. Bei einigen anderen Ämtern bin ich nicht sicher ob ein Dienst in der Schar Voraussetzung war. Zugleich war dies eine Kampftruppe die als stehende Einheit permanent Bestand hatte. Daher hatte sie einen höheren Kampfwert als andere karthagische Einheiten, denn in ihrer Freizeit trainierten sie den Kampf.
    Ein Helm, Brustpanzer (nach griechischen Vorbild ein sogenannter Muskelpanzer), Beinschienen, der Hoplon und ein Kurzschwert war ihre Ausrüstung.
    Eine Truppe welche die beste Ausrüstung ihrer Zeit hatte, eine sehr gute Ausbildung und (da sie sich dem Schutz Karthagos verschrieben hatte) eine hohe Kampfmoral. Diese Truppe ging falls nötig bis zum äußersten und man sollte sie als Feind ernst nehmen. Ihr Hauptschwachpunkt war die zahlenmässige Größe.
    Die Reiterei der heiligen Bande (so wurden sie von Polybius genannt) war zahlenmässig sehr schwach, da habe ich keine Zahlen vorliegen. Aber mehr als 100-200 Mann werden es nicht gewesen sein. Diese Reiterei macht übrigens den gesamten Feldzug des Hannibal mit und war die einzigste Truppe die er bei seiner Abreise mit nach Karthago zurücknahm. Aber nach 15-20 Jahren im Feld werden es nicht mehr viele gewesen sein. Ausgerüstet mit einem etwas dickeren Panzer aber nur einer Lanze (die jedoch etwas länger war) war diese Truppe zwar schnell und recht gut gepanzert konnte aber nach dem ersten Schocktreffen gegen besser geschütze Truppen nicht lange durchhalten.
    Eines der besonderen Statussymbole war die goldene Schale aus der nur aktive Mitglieder der Schar trinken durften. Wer gegen dieses Privilieg verstieß durfte hingerichtet werden.
    Dann hätten wie die karthagische Infanterie. Ebenfalls nach griechischem Muster ausgerüstet rekrutierte sie sich aus der wohlhabenden punischen Bürgerschaft. Genug Vermögen und der Status als Bürger waren nötig um dort aufgenommen zu werden. Wiederum eine Truppe die nicht besoldet wurde, wurden diese Männer nur dann ausgehoben wenn es die Situation erforderte. Da sie keine stehende Truppe darstellten hatten sie auch nur in den seltensten Fällen ein Training absolviert oder genug Kampferfahrung. man hoffte hier das sie diese im Laufe der Kämpf genug davopn bekamen. Sie konnten lediglich ihren Status als Bürger mitbringen im Bereich der Moral, aber mehr auch nicht. Disziplin hatten sie, aber es waren nicht unbedingt die verlässlichsten Truppen. Für eine Verteidigung einer Stadt oder Festung mögen sie gebrauchbar sein, aber eine offene Feldschlacht war nicht ihr Ding. Sie meldeten sich freiwillig zum Dienst und verschwanden genauso freiwillig wieder. Für gewöhnlich stellten sie auch die Kavallerie welche sich in leichte mit Lederpanzer, kleinen Rundschild und Schwert oder als schwere Kav. mit Lanze, Panzer und Langschild kämpften
    Neukarthager: Diese stammten fast alle aus der zweiten Siedlungswelle oder erlangten auf die eine oder andere Art das karthagische Bürgerrecht. Bevorzugt stellten sie die Stadtwachen welche besoldet wurden. Und sind in fast allen Siedlungen zu finden gewesen. Meist aber standen sie als Marineinfanterie bereit. Ihre Anzahl ist mir nicht genau bekannt, denn auch sie wurden nur bei Bedarf und meist nur auf Zeit ausgehoben. Selbst zu ihrer Bewaffnung kann ich nur wenig sagen. Ich denke aber sie wird nicht viel anders als die Bürgerschaft ausgerüstet sein.
    Und die Topwaffe der Karthager: Kriegselefanten welche aus den kleineren nordafrikanischen Elefanten rekrutiert worden waren. Die Stadt Karthago selbst konnte ungefähr 40 beherrbergen. Mit einer sehr dicken Wolldecke oder einem dünnen Kettenhemd gepanzert, die Füße mit einer Art Stacheldraht umwickelt und an den Stoßzähnen sehr scharfe Dolche (das sieht man auch sehr gut in dem Film Herr der Ringe. Die Ausrüstung dort wurden nachgebildet). Manchmal wurde noch oben ein kleiner Turm aufgebaut in dem 1 -2 Bogenschützen saßen. Immer saß jedoch ein Führer auf dem Elefant mit einer kleinen Stechlanze ind einem Hammer und breiten Meißel im Gürtel. Sollte der Elefant in Panik geraten und in die eigene Formation rennen so wäre er mit einem schnellen und kräftigen Hieb in den Schädel getötet worden. Die Nordafrikanischen Waldelefanten wurden während des Söldnerkrieges ausgerottet, Hannibal selbst führte die allerletzten Veteranen dieser Elefantentruppe dann über die Alpen. Und ein paar zurückgebliebene gingen in der Schlacht von Zama drauf. Danach wurde zwar der Versuch von Karthago unternommen von den Seleukiden welche zu erwerben kurz vor Beginn des 3. Krieges doch hat es nicht geklappt.
    Die Elefanten selbst wurden für gewöhnlich als überschwere Kavallerie geführt welche an der linken Flanke durchbrechen sollte und von dort aus die Kampflinie aufrollen sollte (Linke Flanke deshalb weil man für gewöhnlich den Schild rechts hielt. Um die Elefanten abzuwehren musste man sich so drehen das die vordern Kampfreihen weiterhin nach vorn sahen die hintern aber sich so drehen mussten daß ihre offene Seite, also der Waffenarm nach vorn standen. So waren sie ein leichtes Ziel für Speerwerfer und Plänkler.) Einen Frontalangriff der Elefanten hat es vermutlich nicht gegeben denn sie hätten es niemals geschafft die Linien einfach so zu durchbrechen und wären viel zu schnell getötet oder in Panik gebracht worden.
     
  7. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

    Das sind ja recht farbenfrohe Informationen, Faultier. Woher hast du das mit dem "Zaimph"? Ich kenne den bislang nur aus Flauberts "Salammbo", und der kann nicht gut als Quelle dienen.
     
  8. Faultier

    Faultier Neues Mitglied

    Teil 2, sorry das nicht alles in einen Absatz geht. Aber hier wird irgendwann gemeldet: Absatz voll :red:
    Die Söldner, sie kamen aus aller Herren Länder. Angetrieben von der Gier nach dem karthagischen Gold, geflohen wegen irgendwelcher Verbrechen oder aufgrund politischer Intrigen. Wer es schaffte einem punischen Werber in irgendeiner Stadt oder Hafenspelunke zu begegnen der hatte es geschafft. Denn für gewöhnlich hielt Karthago seine Versprechen. Sie kamen aus Iberien und Gallien, von den balearischen Inseln und aus Sizilien. Ein paar schienen selbst aus Germanien gekommen zu sein (zumindest kommt einem der Verdacht wenn man die Geschichte des Söldnerkrieges liest). Aus Griechland schickte man Männer, genauso wie aus Lybien. Sie kamen aus der Tiefe des afrikanischen Kontients wie auch aus Numidien. Ebenso fanden sich auch Samniten die einst gegen Rom kämpften oder Brutier. Genauso wie römische Überläufer oder Deserteuere die ausser dem römischen Bürgero oder gar Stadtrechts nichts mehr zu erwarten hatten. (Auch wenn uns Polybios diese Leute gerne unterschlug ist es für mich ganz klar das es dergleichen Überläufer gegeben hatte. Und wenige schienen es nicht gewesen zu sein).
    Während der frühen karthagischen Geschichte setzten die Punier mehr auf die eigenen Leute, dies änderte sich erst mit den Grenzkonflikten in Lybien und der Cyrenaika. Ihre Hochzeiten erlebte das Söldnertum aber erst mit dem Kriegen in Sizilien und dem ersten Römisch-Karthagischen Krieg in und um Sizilien.
    Wieviele es waren weiß man nicht mehr, ebenso wurde niemals (aufgrund von Rekrutierungsproblemen) feste Kontingente ähnlich der römischen Centurie oder später Kohorte gebildet. Für gewöhnlich aber wurden die einzeln Truppenarten aus den jeweiligen Ländern zusammengehalten.
    So standen zum Beispiel immer alle Balearischen Schleuderer in einer eigenen Einheit. Egal wieviele es waren sie bildeten stets eine eigene Einheit. Ausgerüstet mit einer Schleuder (manchmal auch einer als Reserve) und einem Beutel für Schleudermunition. Dazu einen sehr kleinen Rundschild und ein Messer um in einem Nahangriff nicht gänzlich wehrlos zu sein. (Einer Anekdote zufolge bestand ihre Entlohnung aus einer Ersatzwährung: Wein und Frauen, denn sie akzeptierten kein Gold oder Silber)
    Numidien stellte die leichte Kavallerie, welche ausgerüstet war mit einem dicken Bündel Wurfspeere und einem Messer, beinahe ein Dolch. War ihre Aufgabe die Verfolgung von Flüchtenden Einheiten und das Plänkeln und Schwächen von schwerer Infantiere und allen Truppen die nicht schnell genug waren. Aus dem karthagischen Reich selbst kamen Wurfspeerkämpfer die ausser einer Handvoll Wurfspeere und einem Lendenschurz keinen anderen Schutz hatten. Für gewöhnlich waren sie schlicht zu arm um sich etwas besseres leisten zu können. Mal waren es Karthager der untersten Schichten oder irgendwelche Numider, Freigelassene oder was immer da war.
    Aus Lybien und der Cyrenaika kam die besten Söldnertruppen die Karthago hatte die Lybischen Speerträger. Für gewöhnlich hatten sie eine Ausrüstung die den griechsichen Hopliten nicht unähnlich sah, doch hatten sie keinen Hoplon sondern längliche Schilde und ihre Panzer bestanden meist aus Leder. Sie stellten das Rückgrat der Armee Hannibals dar.
    Aus den Iberischen Provinzen kamen für gewöhnlich zwei Truppentypen die sehr gut zu verwenden waren. Die Scutatii welche mit einem körperhohen Ovalschild und mehreren Wurfspeeren ausgerüstet waren und einer leichten iberischen Infanterie (ich habe ihren Namen vergessen) welche nur einen kleinen Rundschild und ein Kurzschwert der Falcata ausgerüstet waren. (Aus dieser Falcata formten die Römer das später Gladius, denn in ihren Kämpfen gegen die Iberer/ Karthager lernten sie das ihre eigenen Schwerter im Nahkampf zu lang waren). Diese Krieger mochten zwar nur geringe Bewaffnung aufweisen doch machten sie dies mit ihrer hemmungslosen und blutgiergen Kampfesweise und ihrer Todesverachtung mehr als wett.
    Über die griechischen und sizillianischen Truppenarten der Hopliten brauche ich sicher nichts schreiben, ich glaube die sind bekannt. Ob und in welchem Umfang sich Karthago des Truppentypus der Peltasten verwandt hat vermag ich nicht zu sagen. Doch persönlich denke ich das sie in Sizilien selbst eingesetzt wurden.
    Römische Überläufer, Samniten und Brutii kämpften nicht wie man denken könnte mit römischen Rüstungen sondern mit dem was sie hatten, mitbrachten oder fanden. Denn Söldner wurden niemals vom Karthagischen Staat ausgerüstet sondern mussten wie auch die Karthagischen Truppen für ihre Ausrüstung selbst sorgen. So war es kein Wunder das die Toten hemmungslos gefleddert wurden und man sich kurzerhand ihre Ausrüstung anverleibte. Erst in der Endphase des ersten punischen Krieges unter Hamlikar gingen die Karthager dazu über die römische Kampfesweise zu kopieren wie auch ihre Ausrüstung.
    Zusammenfassend könnte man über die Söldner wohl noch sagen. Sie sprachen jedes Volk für sich seine eigene Sprache. Die Afrikaner mochten rudimentäre Brocken des phöizischen beherrschen, ebenso wie die Balearen. Die Gallier hatten ihre eigene Sprache, wie auch die Griechen. Das Bild welches diese Truppen darstellten war aussergewöhnlich bunt und vielfältig. Doch diese Truppen waren Spezialisten. Anders als die römischen Legionäre welche im Kampfbereich alle Spektren der Schlacht abdecken mussten und somit logischer weise zwar gut bis sehr gut darin waren gelang es den Söldnertruppen diese Kampfbereiche mit Söldnern aufzubauen welche Spezialisten in ihrer jeweiligen Aufgabe waren und damit dem Legionär darin überlegen war. Unter guten Generälen waren diese gemischten Truppen sehr stark, unter den schwächeren Feldherren was dieses Mischmasch ein weiteres Problem, siehe Sprachvielfalt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2007
  9. Secundus

    Secundus Aktives Mitglied

    Ich muss mich Mummius anschließen und fragen wo Du diese seltsamen Angaben her hast?
    Im übrigen wurde der Gladius nicht aus der Falcata entwickelt, sondern aus einem spanischen Kurzschwert. Einschneidige Hiebschwerter gab es in Griechenland schon längst unter dem Namen "Kopis" und in Italien als "Macheira". Bevor man in Rom den "gladius hispaniensis" einführte benutzte man eine Art Hoplitenschwert, welches auch nicht besonders lang war.

    Die meist verbreitete Sprache im Mittelmeergebiet war Griechisch, die meisten Söldner (falls sie nicht selber Griechen/Makedonier waren) mussten sicher ein paar Brocken Griechisch können.
     
  10. Faultier

    Faultier Neues Mitglied

    So zu den einzelnen Quellen. Es wird eine Weile dauern bis ich die alle zusammenhabe:
    Zum Zaimph habe ich noch nichts gefunden, aber ich weiß das dieser im Tempel der Tanit aufbewahrt wurde. Sobald ich Quellen habe reich ich sie nach.
    Zunächst mal die Frage nach der Herkunft des Gladius. Ich meinte immer das die Falcata der Vater des Gladius war. Falls das nicht stimmt, Schande über mein Haupt.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gladius_%28Waffe%29 und
    http://www.nordavind.net/nordavind/ger/waffen/ip086.html und
    http://www.archaeoforum.de/viewtopic.php?p=2725&sid=32dc983a6c19e3f1cfbdeb0d2544e326
    So über die Herkunft der Söldner habe ich verschiedene Quellen. Im Internet wären dies zum Beispiel : kriegsreisende.de / Antike Falls ihr aber in der Nähe einer Bibliothek seid bitte ich euch mal folgende Autoren zu suchen
    Polyb.1,8-64; Diod.22,14-24; Zonar.8,8-17.Oros.4,7-11; Plin.nat.35,7,22 // Diese behandeln den ersten römisch-punischen Krieg. Dort wird auch über die Herkunft und Bewaffnung, Kampfesweise etc. gesprochen
    Polybois lebte von ca. 200-120 vChr. glaube ich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. März 2007
  11. Beowulf

    Beowulf Neues Mitglied

    Schweine und Elefanten

    Hab in Wikipedi noch was zum Thema Kriegselefanten gefunden:
    (die armen Schweinchen :cry: )
    Noch ne Frage: Wie groß war eigentlich die Bevölkerungsanzahl in Karthago? Gab es so viele Adlige das eine Truppe von ca. 4000 Kriegern zusammen kam? Und warum oder aus welchem Anlass (nur aus Ehrgefühl?) kämpften die Adligen/Reichen eigentlich ohne Bezahlung als einfache Fußsoldaten?
     
  12. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Neues Mitglied


    Darum ist Wiki keine "Quelle" sondern eine Qual.
    Ging aus dem spanischen Schwert hervor meint nicht die falcata, eine Hiebwaffe, sondern das sog. gladius hispaniensis, eine dolchartige Waffe zum Stich bestimmt.

    Zu allem anderen schweige ich mal :)
     
  13. Faultier

    Faultier Neues Mitglied

    Die Bevölkerung der Stadt Qar Hadasht war geschätzte 500T - 1.000T Einwohner. Sicher nicht kleiner denn dann wäre bereits die Versorgung der Flotte ein Problem geworden. Im Kriegshafen lagen ja stets 300 Schiffe bereit (wobei verschiedene Quellen verschiedene Schiffsmengen angeben). Rechnen wir jedes Schiff ca. 300 Mann Besatzung sind das mal eben 90T Mann. Das punische Siedlungsland (also das karthagische Reich) wird wohl mehrere Millionen Einwohner gehabt haben. Versorgung war ja auch kein Problem. Hatten sie doch äußerst fruchtbare Böden im Besitz.
    Zu den Adligen: Ja es gab soviele. Anders als heute wurde der Adel damals mit die Zuerstangekommenen gleichgesetzt, war also zahlenmässig eher der Landpartei zugewandt. Obgleich man auch geadelt werden konnte durch Innehaben bestimmter Ämter, Sieg in der Schlacht oder genug Vermögen. Sicher auch durch Heirat. Denn das Gesetz besagt ja nur Punier bist du wenn dein Vater und dein Mutter Punier waren. Über den Rang wurde nichts gesagt.
    Warum ohne Sold gekämpft wurde? Erst die Römer führten 341 v.Chr. auf Antrag des Praetor Titus Aemilius einen jährlichen Sold für jeden Krieger ein.
    Die Karthager selbst wie auch die Römer vorher sahen den Waffendienst als Ehre an und kämpften zum Wohle des Vaterlandes. Nicht aus eigenen Interessen. Warum die heilige Schar zu Fuß kämpfte weiß ich nicht. Vermute aber mal weil hier sekundäre Priorität der Schutz des Tempels war und nicht der Kampf. Erst als Not am Mann war wurden sie eingesetzt und bewährten sich.
    Hier ein sehr sehr kurzer Hinweis zu ihnen: http://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Schar_(Karthago)
     
  14. Cunctator

    Cunctator Mitglied

    Dem schliesse ich mich an. Connolly hat viele gute Bücher geschrieben, die in Deutschland meistens im Tesslof-Verlag erschienen sind. Leider ist das über die Griechischen Armeen vergriffen.
     
  15. Marbod

    Marbod Neues Mitglied

    Immerhin gibt der Wikipedia-Artikel zu Karthago vernünftige Literaturhinweise. Wirklich brauchbare Hinweise zu Karthagos Soldaten finden sich bei Walter Ameling: Karthago. Studien zu Militär, Staat und Gesellschaft. C.H.Beck, München 1993
     

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