Karthago

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Gast, 2. September 2004.

  1. Gast

    Gast Gast

    Ich möchte gerne etwas über die politische entwicklung in Karthago wissen. Z. B. wie, wo und vor allem wann entstand das Demokratische Staatssystem? Was war vorher da? Wenn Haniball auf eigene Faust gehandelt hat, warum muste Karthago anschließend an Rom Gebiete abtretten? Wie wurde die Stadt wirklich gegründet und stammen ihre Gründer wirklich aus Tyrus oder nicht? Wenn Hamilkar und Haniball beide die Römmer fast besiegt hätten, wiso haben die Karthager sie nicht unterstützt? Aus finanzieler Sicht hätte der Sieg für Karthago große Vorteile gebracht, oder? Gab es in Karthago jemals eine Diktatur oder Königsherschaft? Wenn ja, von wann bis wann und warum wurde sie eingeführt oder abgesetzt? Wie war dort die Religion. Hatten die Oligarchen nie eine Diktatur für 6 Monate wie die Römmer? Wiso haben die Karthager sich immer den Bedingungen ihrer Feinde ergeben und ihre Feldherren im Stich gelassen? Es muss doch auf der Hand gelegen haben, dass dadurch der Untergang heraufbeschworen wird. War damals nicht klar, dass gute Wirtschaftsbeziehungen langfristig auf guten militärischen Stellungen beruhen? Wenn ja warum nicht?
     
  2. So viele Fragen auf einmal ?!

    http://www.barca.fsnet.co.uk

    Karthago war nie wirklich demokratisch, die Karthager folgten bis zum Schluß einer Art Oligarchie. Wahrscheinlich schon recht früh, als man sich von Tyros nachhaltig trennte. Vermutlich Anfang des 6 Jahrhunderts, als die Mutterstädte im Osten ihre Unabhängigkeit verloren. 585 bis 572 v Chr belagerte Nebukadnezar Tyros. Der ganze Rest von Phönizien stand da schon unter babylonischer Herrschaft. Erst während der punischen Kriege aber erlangte das Volk und die Volksversammlung in Karthago mehr Macht, eigentlich so wirklich erst im zweiten punischen Krieg.

    Vermutlich eine Art Königtum. Man kann auch spekulieren, dass Karthago in seiner Anfangszeit noch unter tyrischer Kontrolle stand und die Sufeten im Endeffekt tyrische Statthalter oder Vizekönige waren. So wie sich zum Beispiel in Venedig das Dogenamt aus dem Posten des byzantinischen Statthalters entwickelt hat. In dem Fall könnte Karthago auch einfach eine Konkurrenzgründung zu anderen phönizischen Kolonien gewesen sein.

    Hannibal handelte eben nicht auf eigene Faust. Der Kriegsgegner hieß Karthago und die Karthager haben Hannibal sehr wohl Truppen gestellt. Außerdem hieß das Große Ziel Roms ohnehin das karthagische Reich zu zerschlagen, auch ohne Hannibal wäre es zum Krieg Karthago gegen Rom gekommen und auch wenn die Römer Hannibal schon ganz am Anfang geschlagen und getötet hätten, hätten sie den Krieg gegen Karthago fortgeführt.

    Tyros wurde von den Karthagern selbst als ihre Mutterstadt angesehen. Wie sie wirklich gegründet wurde ist unbekannt, es gibt nur die Legende einer Prinzessin aus Tyros, Elissa, die mit ihrem Gefolge auswanderte. Warum haben sich aber die Gründer Karthagos nicht in Utica oder in einer anderen phönizischen Kolonie angesiedelt? Ich folge da der Theorie, dass es für die Auswanderung wie auch für eigene Stadtgründung Religiöse Gründe gab, die Karthager unterschieden sich auch später von den anderen Phöniziern durch ihre Religiosität, das Beharren auf der alten Sprache (die Phönizier verloren ja ihre und sprachen dann Aramäisch) und der Ernsthaftigkeit mit der sie ihre Religion betrachteten. Bisher hat man übrigens keine Spur der ursprünglichen Siedlung gefunden, und auch der Zeitpunkt der Gründung ist ziemlich unklar. Ganz interessant ist auch, dass sich die Karthager später selbst als Sidonier bezeichneten, aber trotzdem davon ausgingen, dass sie aus Tyros stammten. Dennoch war der Eigenname eben Sidonier....

    Sie haben sie unterstützt. Karthago hat Hannibal selbst nach Italien trotz der drückenden Flottenüberlegenheit Roms Verstärkungen geschickt. Gleichzeitig wollte man aber Spanien gegen die Römer halten was erhebliche Truppen band und dazu noch mit Syrakus zusammen Sizilien wiedererobern, Hannibals gewaltige Erfolge machten die Karthager leichtsinnig und sie verkleckerten zu lange ihre Kräfte statt sie zu konzentrieren. Gleichzeitig verweigerten die Römer nach Cannae Hannibal die Feldschlacht und zwangen ihn zu einem zermürbenden Guerilla und Stellungskrieg, in dem sie auch Hannibal weit überlegen waren. Die Kriegshandlungen in Italien erschöpften sich in Belagerungen und im Graben von Lagern und Feldbefestigungen und darin waren die Römer jedem überlegen, auch Hannibal.

    Dazu: Hamilkar hat die Römer zwar lange Zeit beschäftigt und das Kriegsende verzögert, er hat sie aber nie fast besiegt, er hat sie überhaupt nie wirklich geschlagen, das Ende stand zu der Zeit als Hamilkar am Eryx das Kommando übernahm schon fest. Und bei Hannibal ist es auch nicht so, dass er Rom fast besiegt hätte, selbst nach Cannae kann man das nicht sagen, selbst da waren seine Truppen schlicht und einfach immer noch unterlegen. Er setzte ja darauf, dass die Bundesgenossen abfallen, aber die wichtigen, die entscheidenden vielen eben von Rom nicht ab, sonst hätte er gewonnen. Die einzige andere Möglichkeit wäre gewesen, dass die Makedonen nach Italien kommen um sich mit ihm dort zu vereinigen, auch in dem Fall wäre ein Sieg tatsächlich möglich gewesen, aber allein hatte er schon von Anfang an verloren. Darüber täuschen seine glänzenden Siege hinweg.

    Sie haben sich diesen Bedingungen ergeben, schlicht und einfach weil sie besiegt und am Ende waren. Der Staat war finanziell total ausgeblutet, alle Truppen waren vernichtet, was will man da weiterkämpfen? Die Karthager haben ihre Feldherrn durchaus nicht im Stich gelassen, sie haben ihnen die Mittel gegeben, die sie aufstellen konnten, mehr Mittel hatte Karthago schlicht und einfach nicht.

    Man sollte das umdrehen, eher muß man sich wundern, dass die Karthager überhaupt bei ihrer Militärischen Schwäche im Vergleich zu Rom so Weit gekommen sind, nicht ihr Versagen sondern ihre Erfolge überraschen. Das Hannibal Rom so enorm geschwächt hat und die Römer derart in offenen Feldschlachten schlagen konnte, in denen bis dahin Rom immer absolut dominiert hatte, ist eine echte Ausnahme. Die Kämpfe auf Sizilien liefen im ersten Krieg noch so, dass jede karthagische Truppe auf freiem Feld hinweggefegt wurde.
     
  3. Gast

    Gast Gast

    Was ist von Karthago vor den Auseinandersetzungen mit den Griechen in Syrakus überliefert. Wann und unter wem wurde Afrika erobert. Giebt es Überlieferungen über politische Erreignisse in Karthago vo dem Syrakuskonflikt und wo finde ich Die. Ist das Datum der Ablösung von Tyrus bekannt. Gibt es irgendwelche Berichte aus der Königszeit und wo finde ich Die. Kann man wirklich im 1. und 2. Punischen Krieg und den Kriegen davor mit den Griechen vor und während Agathokles davon ausgehen, dass die Karthager verloren haben, weil sie Pleite waren. Welche politiker aus der Oligarchie sind bekannt und wo erfahre ich mehr über sie und ihre Tatten.
     
  4. Marbod

    Marbod Mitglied

    Hallo Gast,

    eine ganz einfache Antwort: IN BÜCHERN!

    Du hast genug Hinweise, such doch selber! Was soll das hier immer Fragen reinzustellen. Könnt ihr keine Bibliothek benutzen? Oder habt ihr das Lesen verlernt?
     
  5. Gast

    Gast Gast

    Wenn ich dort die Antworten auf meine Fragen finden würde wäre ich jetzt in der Bibliothek.
     
  6. Marbod

    Marbod Mitglied

    Und was meinst du woher wir die Antworten nehmen? Aus Büchern!
     
  7. Gast

    Gast Gast

    Überhaupt lebt dieses Forum von Fragen, wie meinen. Wenn es Leute wie uns nicht gäbe, dann würde das Forum nur noch von 3 oder 4 Provis besucht werden, die schon genug wissen und deshalb nicht mehr Fragen sondern nur noch diskutieren. Davon kann ein Werbe-orienriertes Forum nicht Leben. Sei Froh dass es Leute wie uns Giebt.
     
  8. http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&q=Karthago&meta=

    Du stellst einfach sehr! viele! Fragen die man nicht einfach so beantworten kann.

    Bist du bei dem Barkas Link überhaupt nicht fündig geworden, gar nicht ?

    http://www.barca.fsnet.co.uk/

    geh auf Carthage, dann auf Early History usw was du halt gerade wissen willst, und dann frag weiter ......

    Dann ist da noch die Frage, wie präzise oder detailliert du das alles haben willst, gestatte mir dazu die Frage wofür du diese Informationen willst, ist das nur Interesse oder mußt du dich damit beschäftigen ?!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. September 2004
  9. Gast

    Gast Gast

    Die Antworten stammen aus Büchern, die man in einer normalen Bibliothek nicht findet. Man muss erst studieren, um diesen Zugang zu erhalten und das dauert bei mir noch ein parr Monate. Wenn ich in einer normalen Bibliothek nach Karthago such finde ich zum Beispiel nur etwas über Haniball, wenn ich Glück habe. Schau dir meine Fragen an Marbod. Haniball wird darin kaum erwähnt. In Biblotheken steht nunmal nur das, wass jeder wissen will. Wenn interesiert schon außer mir was vor Haniball war.Wenn man etwas genau wissen will findet man dort keine Hilfe.
     
  10. Gast

    Gast Gast

    An Qunitus Fabius. Ich schreibe in manchmall Theaterstücke und davür benutze ich manchmall Geschichtsstoff und Karthago wäre ein hervoragender Schauplatz. Besonders die Zeiten in dennen es innere Wirren und keinen Feind von Außen gab.
     
  11. Marbod

    Marbod Mitglied


    Hallo Gast,

    dann gebietet einem vielleicht die Höflichkeit, seine Fragen auch mal mit solchen Zusatzinformationen auszuschmücken und vielleicht vorab auch mal ein Wort des Dankes an die Forumsteilnehmer zu richten. Nicht nur, dass es einem eine enormen Hilfe bei der Wahl der Antworten ist, nein, es kann den ein oder anderen möglicherweise noch zusätzlich motivieren dir zu helfen! Egal wie hoch der Wahrheitsgehalt daran sein ;) (Allgemein gehalten und nicht auf dich bezogen)
    Im übrigen kann ich deine Meinung über dieses Forum nicht teilen, durch deine Aussage reduzierst du es um einiges! Aber du kannst dich gerne hier anmelden und "offen" deine Fragen stellen und diskutieren. Das würde dich vielleicht überzeugen deine Meinung zu revidieren.

    Im übrigen gibt es zumindest an unserer Unibib eine Möglichkeit des Gastzuganges. Vielleicht auch bei einer Unibib in deiner Nähe!? Wer weiß? :confused:
     
  12. Gast

    Gast Gast

    Was deinen Komentar über meine Ansicht betrift. Wenn dieses Forum nicht für die Beantwortung von Fragen eingerichtet wurde, warum steht dann als Überschrift Fragen und Antwortenauf diesem Bereich und das Rgistriren ist leider den Personen vorbehalten, die sich einen eigenen Anscluss leisten können und nicht von einem anderen Medium aus schreiben undwas denn Warheitsgehalt angeht. Im prinzip ist dagen nichts einzuwenden. Aber 1. Werden die Zuschauer Phantasiewelten nur dann akzeptieren, wenn sie auf erfundenen Orten stasdfinden oder glaubst du der Herr der Ringe wäre ein Erfolg geworden, wenn er in München gespielt hätte. 2. ist das auch eine Frage der Inspiration und 3. wirkt das schicksall einer Person viel tragischer, wenn man ihre nichtexistens nicht beweiysen kann. Kannst du zum Beispiel wirklich beweisen,dass es Medea nicht gegeben hat.
     
  13. Marbod

    Marbod Mitglied

    Interessant, dass du auf den Vorschlag ein bißchen Höflichkeit einzubauen überhaupt nicht eingehst!
    Ansonsten reden wir aneinander vorbei, denn ich meinte das Forum in der Gesamtheit und nicht speziell diesen Bereich, obwohl auch hier intensiv diskutiert wird.
    Auch der Wahrheitsgehalt war nicht auf dein Stück bezogen, sondern eher auf meinen Vorschlag zur "Ausschmückung" deiner Fragen. Hauptsache ist, dass man einen guten Grund nennt, warum wir hier weiterhelfen sollten. Jedenfalls nach meiner Meinung. Wenn jemand hier einfach einen Haufen Fragen reinstellt ohne eine Höflichkeitsfloskel geschweige denn Erklärung, dann ignoriere ich das bisweilen obwohl es mich ärgert. Das jetzt gerad du meinen Unmut abbekommst ist eben Schicksal , aber das werden wir beide überleben ;)
    Das Medea Beispiel kann ich auch genauso umdrehen, kannst du beweisen, dass es sie gegeben hat? Aber ich verstehe was du damit meinst und da ist nichts gegen einzuwenden.
     
  14. Das Problem mit dieser besonderen Konstellation ist es, daß die gesamte karhtagische Literatur und Geschichtsschreibung verloren gegangen ist, und wir so nur die Berichte der Feinde Karthager über sie haben.

    Und da ist es ziemlich spärlich mit innenpolitischen Querelen, da sich diese Berichte eben immer mit dem Konflikt mit Karthago befassen. Kurzum, wir wissen nur sehr wenig über die interne karthagische Machtpolitik, und was für Gruppen oder Parteien es da gegeben hat.

    Prinzipiell: gab es in Karthago eine Gruppe die vor allem von den Großgrundbesitzern und Landbesitzern in Afrika gestellt und getragen wurde, diese Gruppe stand dem Militär und der Expansion in fremde Gegenden eher sekptisch gegenüber, demgegenüber die Fraktion der „Händler“, was aber nicht richtig ist, die als Vertreter eines Handels zu sehen, diese verfügten über die Kolonien und Stützpunkte in Übersee, z.B. in Iberien und Sizilien. Diese Gruppe mußte sich natürlich mit den jeweilgien Feinden vor Ort herumschlagen und war daher militärischer und expansionistischer geprägt.

    Mehrmals hintereinander gelangte in dieser zweiten „Gruppe“ eine Familie zu besonderer Macht, und zwar über das Militär. Demgegenüber bekämpfte die karthagische Gesellschaft das Militär als Machtfaktor, so wurden die Generäle und Befehlshaber erstaunlich schlecht behandelt und kurz gehalten. Man enthielt ihnen Mittel vor, entsandte Aufpasser aus dem Rat, die den Feldherrn im Kampf sogar weisungsbefugt waren und versagte der Feldherr, wurde er hingerichtet, gekreuzigt oder hungerte sich selbst zu Tode.

    Trotzdem gab es Militärdynastien, die dem gegenüber immer mehr Einfluß gewannen, den sie mit ihren ausländischen Besitzungen finanzierten.

    z.B. die Magoniden oder die Barkiden.

    Im Jahr 550 v Chr marschierte ein karthagischer General namens Malchus nach einer Niederlage auf Sardninien gegen die Hauptstadt, vermutlich weil er wegen der Einmischung der „Zivilisten“ verloren hatte und nun trotzdem wegen seiner Niederlage zur Rechenschaft gezogen werden sollte = getötet oder verbannt werden sollte.

    Er belagerte Karthago, aber den Karthagern gelang es mit Hilfe eines anderen Feldherrn den Rebellen zu schlagen und er wurde hingerichtet. Dieser neue Heerführer, er hieß Mago machte dann das Amt des Oberbefehlshaber aller Streitkräfte als erster in seiner Familie erblich. Und er übte großen Druck auf die karthagische Regierung aus. Prinzipiell lagen die Machtinteressen und die Grundlagen ihres Reichtums in Sizilien und so tauchen dann in einer fortlaufenden Linie Generäle aus dem Haus der Magoniden als Angreifer gegen die Griechen auf Sizilien auf.

    Ähnlihc bei den Barkiden, durch die enorme Notlage der Stadt im Söldnerkrieg erlangte Hamilkar übermäßig viel politischen Einfluß und nutzte ihn, um nach dem Krieg Spanien für Karthago aber auch als Machtgrundlage für seine Familie zu erobern und die bisherigen Besitzungen Kargthagos dort massiv auszudehnen. Gleichzeitg begründete er damit wieder eine Militärdynstie im weiterne immer etwas im Konflikt mit den anderen Machtgruppen in der Hauptstadt stand.

    Prinzipiell gab es aber de facto immer einen Feind von außen. Trotzdem war die Mehrzahl diese Kämpfe eben nicht in Nordafrika so dass das Kernland lange Zeiträume im Friedenszustand war, während zeitgleich in Übersee, z.b. in Sizilien ein endloser Krieg gegen die Griechen tobte.
     
  15. Gast

    Gast Gast

    Denn Satz mit der Höflichkeitsfloskel habe ich überlesen tut mir leid bitte entschuldige. Mit der Ausschmückung meiner Frage versteh ich nicht wass du meinst. Was muss ausgeschmuckt werden, wenn man wissen will wann und unter wen Afrikanisches Gebiet errobert wird, wann und ob es dort Eine Alleinherschaft gab unter wem und aus welchen Gründen sie abgeschaft wurde und wann. Und wie sie entstanden ist und überhaupt Marbod du hast mit der Unhöflichkeit in deinem 1. Beitrag angefangen und zwar mit Absicht. Meine Unhöflichkeit zu der ich stehe und für die ich mich noch mall entschuldige war keine Absicht. Hört auf so blöde Fragen zu stellen ist nicht höflich.
     
  16. Gast

    Gast Gast

    Danke Quintus Fabius. Eines aber noch. Du sagst die Generäle wurden schlecht behandelt. Andererseits sagst du Haniball und sein Vater wurden von Karthago nicht im Stich gellassen und Karthago hat verloren, weil sie kein Geld mehr hatten. Wie passt das zussamen.
     
  17. Gast

    Gast Gast

    Was ich meine ist wie kann man einen schlecht behandeln, wenn man ihn nicht im Stich lässt.
     
  18. Marbod

    Marbod Mitglied

    Das ist so zu verstehen, dass man den Generälen nicht die uneingeschränkte Handlungsfreiheit gab, sondern sie, mit diesen "Sticheleien" immer wieder an ihre Abhängigkeit erinnerte. Wohl eine abschreckende Maßnahme, um zu verhindern, dass sich einer der Generäle zum Tyrannen aufschwingt.
     
  19. Du hast ja eben nach dem Inneren Konflikt, dem Motiv innenpolitischer Konflikte in Karthago gefragt und das dieser Wiederspurch ist eben die Grundlage der wichtigsten innenpolitischen Auseinandersetzung:

    Man braucht dringend befähigte Feldherrn, und man muß ihnen Mittel für den Krieg geben und sie im Krieg auch weiter mit Mitteln versorgen, aber gleichzeitig fürchtet man eben diese Feldherrn und hat die Sorge das sie die Macht als Tyrann oder Diktator an sich reißen.

    Nun sind diese Feldherren ja selber nicht beschränkt gewesen, die haben sich also, um Politisch Einfluß zu nehmen auch Verbündete und Ratsherrn usw besorgt, um ihre Positionen durchzusetzen. Und es schlossen ihnen sich einige an, die auf diese Weise ihre meist ausländischen Besitzungen sichern wollten oder sich andere Vorteile davon versprachen.

    Diese beiden "Parteien" kämpften dann gegen einander um die Macht und um den Einfluß auf die Staatsführung, daher schmiß der eine Teil wenn er die Überhand bekam dem Feldherrn Knüppel zwischen die Beine während der andere Teil das zu verhindern versuchte und die Interessen des Feldherrn und dessen Clan durchzusetzen versuchte.

    Hannibal ist im weiteren überhaupt eine Ausnahme, da du nach ihm fragst. Er war der erste karthagische Oberbefehlshaber überhaupt, der dann obwohl er verloren hat eben nicht verbannt oder getötet wurde, im Gegenteil wurde er sogar dann trotz seiner Niederlage zum Sufeten ernannt.

    In Karthago gab es während der punischen Kriege gegen Rom offenbar ganz massive gesellschafltiche und auch kulturelle Veränderungen, vor allem wurden die Karthager noch stärker hellenisiert.

    Du hast ja eben nach dem innenpolitischen Konflik in Karthago gefragt, und dieser Wiederspruch, den du hier anführst ist eben genau dieser Konflikt.

    Das eben die eine Hälfte den Feldherrn kontrollieren will und ihrem Diktat unterstellen will während die andere Hälfte im Dienste dieses Feldherrnn steht.

    Wenn es bei einem Krieg nicht um viel ging, dann behinderte dieser Konflikt die Kriegsführung manchmal massiv.

    Hannibal ist da wieder die Ausnahme, da es im zweiten punischen Krieg jedem Karthager absolut klar war, daß es jetzt um alles oder nichts und um das schlichte Überleben ging. In einem solchen Fall, der Söldnerkrieg direkt nach dem ersten punischen Krieg war auch ein solcher, stellte sich der Staat geschlossener hinter den Feldherrn und ließ ihm viel mehr Freiraum. Daher sind Hamilkar und Hannibal in ihrem Verhältnis zu ihrer Heimatstadt eben nicht immer typisch für den Umgang den Karthago mit seinen Feldherrn pflegte.

    Als Hamilkar sich dann in Iberien seinen eigenen Machtbereich schuf, da wurde er von Karthago behindert und man blickte mit Sorge auf die zu große Macht die der Barkiden Clan errungen hatte.

    Sehr ähnlich ist die Situation als Hannibal von Sieg zu Sieg eilte. Die Karthager gingen davon aus, das Rom schon am Ende sei und nachhaltig niedergerungen sei, in der Forderung Hannibals nach mehr Truppen sahen sie vielleicht nur den Versuch, das Gros des karthagischen Militärs unter seine Kontrolle zu bringen. Daher sandten sie ihre Truppen nach Iberien um dort die Silberbergwerke usw gegen den Zugriff der in Iberien noch voll kampffähigen römischen Truppen zu sichern. Mit Erfolg, den die Römer in Iberien wurden von den Karthagern in der Folge vernichtend geschlagen.

    Als aber dann nach einiger Zeit Rom immer noch weiterkämpfte wurde Hannibal dann wieder Entsatz gesandt und man versuchte ihm so gut es ging beizustehen. Zum Beispiel erhielt er ja später, als die Römer wieder auf die Beine gekommen waren Verstärkungen, sogar wieder durch Elefanten. Es ist ja eben nicht so, daß Hannibal die ganze Kriegszeit nur mit der Armee die über die Alpen gekommen ist in Italien gekämpft hat, er rekrutierte dann ja aus den Italikern und erhielt auch Entsatz.

    Da aber die Römer gegen ihn nur noch Stellungs- und Belagerungskrieg und dazu Guerilla betrieben, nütze ihm der Entsatz nichts mehr.

    Nun stellt sich die Frage, hätte Karthago gleich nach Cannae alles nach Italien geworfen, hätte Hannibal dann gewonnen? Und das muß man mit Nein beantworten. Der Krieg war schon bevor er begonnen hat verloren, eher ist es so, daß man ohnehin schon unerwartet weit gekommen ist. Da die Römer nach Cannae jede Feldschlacht verweigerten, hätten auch da die Verstärkungen nichts gebracht. Man hätte dann zwar vielleicht sogar Rombelagern können, in der Folge wären aber die Römer aus Spanien heimgezogen und vom numerischen her wäre es wieder ausgeglichen gewesen und die Belagerung wäre gescheitert, das karthagsiche Heer wäre zwischen der Stadt und dem römischen Entsatz aufgerieben worden. Oder Spanien wäre dann in der Folge gefallen.

    Dazu das Risiko: Rom beherrschte zu diesem Zeitpuntk das Meer, eine Karthagische Entsatzflotte für Hannibal wurde ja von den Römern befürchtet, in der Folge waren sie gerade in dieser Zeit besonders wachsam. Wäre aber die Entsatzflotte versenkt worden, und damit die Truppen verloren gegangen, dann wäre Spanien gefallen und Hannibal hätte trotzdem keine Truppen gehabt. Es wäre schlicht und einfach ein viel höheres Risiko gewesen.

    Die Karthager haben auf die sicherere Variante gesetzt und trotzdem verloren. Die Makedonen kamen nicht und die wichtigen Bundesgenossen sind nicht abgefallen, damit war der Krieg verloren.
     
  20. derpunier

    derpunier Neues Mitglied

    Bücher

    weil jemand gesagt hat, man muss studieren um zugang zu richtig guten geschichtsbüchern zu haben, das stimmt nicht!
    man kann sich ganz einfach in einem bücherhandel, ein geschichtsbuch kaufen, in becks historischer bibliothek findet man auch so einiges nützliches schon ab 30 euro aufwärts!!!
    von werner huss gibt es das buch : Die Karthager, in dem die Herkunft, die Ausbreitungen der phoiniker, die kriege, das staatswesen, fast alles sehr gut behandelt werden!
    das einzige, das bie diesem buch etwas verwirrt, ist dass es in manchen teilbereichen von anderen quellen abweicht! aber ich vertraue lieber einem profeessor an einer angesehen universität, der eschichte studiert hat als dem internet!!


    mfg
     

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