Körpermodifikationen im antiken Griechenland

Dieses Thema im Forum "Antikes Griechenland" wurde erstellt von BellaStella, 23. September 2010.

  1. BellaStella

    BellaStella Neues Mitglied

    Hallo an alle!

    Ich suche für meine Hausarbeit Informationen über Körperkult und Körpermodifikationen (v.a. Permanentes wie Piercings / Brandings etc.) bei den alten Griechen ;)
    Habe schon sehr viel gesucht und gekugelt, aber anscheinds haben die Griechen ihre Körper nicht so sehr gequält wie wir heute oder auch die Römer damals^^

    AAAAAABER ich kenn mich da eben auch nicht so gut aus wie ihr vermutlich und deswegen hoff ich einfach mal, dass ihr mir schnell weiterhelfen könnt ;)

    Vielen lieben Dank schonmal,
    Grüßle, Bella
     
  2. aquilifer

    aquilifer Aktives Mitglied

    Ehrlich gesagt fallen mir da nur Ohrringe ein - und der von römischen Autoren (u.a. Celsus VII 25, Martial V 41,5) erwähnte Infibulationsring. :still:
     
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  3. Thomas Trauner

    Thomas Trauner Neues Mitglied

    Körperkult - siehe erstmal Sparta. Was dort bei den Männern unbedingt dazugehörte, waren die langen, gepflegten Haare.
    Und was natürlich, übergreifend, dazugehört wäre der Körperkult im Sinne der laufenden Suche nach dem ästhetischen Körperbau.
    Immerhin sind die griechischen Statuen das Vorbild seit nunmehr fast 3000 Jahren....
    Und für den Körperkult natürlich ganz wichtig: Der Kult der Olympischen (und anderer) Spiele !

    Und, falls dies noch in den Bereich Körperkult fällt: Die Art der sexuellen Darstellungen auf Keramik.....

    "Körpermotifikationen" lassen sich an den Statuen oder den keramischen Darstellungen aber erst mal nicht erkennen.


    Wie kommst Du denn auf diesen Bereich ?

    Thomas
     
  4. BellaStella

    BellaStella Neues Mitglied

    Vielen Dank euch beiden! Das hilft mir schon mal ein bisschen weiter :yes:

    @ Thomas: Ich studiere Vergleichende Kultur- und Religionswissenschaften und hatte dort im Bereich Völkerkunde ein Seminar über: "Von Tatau zu Tattoo: Körperkunst und Körpermodifikation als Bestandteil eines
    transkulturellen Aneignungsprozesses."
    Und da schreibe ich jetzt eben im weiter gefassten Sinne über Körperkulte und Körpermodifikationen in der Antike^^
     
  5. Luziv

    Luziv Neues Mitglied

    Tattoos oder Selbstverstümmelungen zu Schmuckzwecken sind mir bei den Griechen nicht bekannt. Körperpflege wurde wichtig genommen (siehe Thomas Aussagen zum Körperkult), man nutzte Olivenöl und duftende Salben zum Einreiben der Haut.

    Frauen schminkten sich. Auch manche Männer sollen sich geschminkt haben, außerdem färbte man die Haare (wenn sie grau wurden), so jedenfalls Reclams Lexikon der Antike.

    Neben dem Kult des Körpers frönten die Griechen dem Kult der Selbstbeherrschung, daher wurden bestimmte Verhaltensweisen auch kritisch gesehen. Antiphanes beschreibt in einer seiner Komödien (PCG 188) mit negativer Konnotation einen opsophagos (wörtlich "Fischesser", meint einen Genußsüchtigen) als "mit Fingerring, in Sandalen und mit Parfüm überschüttet". Wenn es schon negativ ankommen konnte, daß man einen Ring trug...
     
  6. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Haben die Griechen sich nicht auch abfällig über die tätowierten Skithen geäussert?
     
  7. Plinius d.J.

    Plinius d.J. Neues Mitglied

    Man stellte sie jedenfalls mit raußamen Sitten dar,
    die fast schon an Kanbalenerzählungen herankommen.
     
  8. Der Korinther

    Der Korinther Aktives Mitglied

    Vor allem bei den Griechen galten Tattoos als barbarisches Merkmal. Anhand von Vasenmalereien können wir erkennen, dass diese Art des Körperschmucks oft den Thrakern und Thrakerinnen zugeschrieben wurde. Als Schmuck kamen sie im griechischen Raum nicht zum Einsatz.
    An sich wurden Tätowierungen bei den Griechen aber nur zu Kennzeichnung von Eigentum (Sklaven, Vieh), Verbrechern oder zur Bestrafung verwendet.
    Durch Plutarch wurde uns überliefert, dass die Samier während des peleponnesischen Krieges den gefangenen Athenern als Rache eine Eule auf die Stirn prägten, weil diese ihnen vorher Schiffsschnäbel aufgebrannt hatten.
    Noch eine nette Anekdote hat uns Herodot überliefert. Der verbannte milesische Tyrann Histiaios schickte dem Stadthalter von Milet eine geheime Botschaft, in der er ihn aufforderte gegen die Perser zu revoltieren. Dies bewerkstelligte er dadurch, dass er einem Sklaven den Schädel rasieren ließ und die Nachricht direkt auf dessen Kopfhaut tätowierte. Als seine Haare wieder nachgewachsen waren konnte er ohne Probleme die auf seinem Körper verborgene Botschaft überbringen.
     
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