Konfuzius: Lun Yu

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von Paullus, 23. Januar 2009.

  1. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten.
    Wilhelm Busch
     
  2. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Hallo Paullus,
    ich denke, daß mit diesen zwei bis drei Versen Personen angesprochen sind, die nicht der Führungsschicht angehören. Der "Fürst" wird in anderen Aphrismen gewissermaßen in anderen Aphrismen zur Raison aufgefordert. Bei einer Interpretation ist es meiner Ansicht nach nebensächlich, ob ein Land, wo möglicherweise ein Aufstand stattfindet, einem anderen Staat untergeordnet ist. Interssant wäre vielleicht mal zu schauen, ob es in der Geschichte Indizien dafür gibt, ob hier ein bestimmtes Land als "Vorbild" gedient, also ob es vielleicht einen historischen Bezug gibt. Wie dem auch sei; es gilt vor allem - so würde ich sagen, daß man sich am Aufstand nicht beteiligen sollte, denn Regierungsangelegenheiten einen nichts an - vgl. bspw.: »Wer nicht das Amt dazu hat, der kümmere sich nicht um die Regierung.« (Kong Fu Zi (Konfuzius)/Lunyu - Gespräche/Buch VIII/14. Gegen Kamarillawirtschaft - Zeno.org)
    Die Empfehlung, das Land aber sogar zu verlassen, hängt wohl auch damit zusammen, daß angenommen wird, daß sich die Bevölkerung aber auch aufwiegeln lassen könnte, denn: »Das Volk kann man dazu bringen, (dem Rechten) zu folgen, aber man kann es nicht dazu bringen, es zu verstehen.« (VIII 9) Hier wäre übrigens interessant zu eruieren, ob die Einfügung in der Klammer im Original überhaupt vorhanden ist. Da auch angenommen wird, daß es aufrührerische Menschen gibt (vgl. Kong Fu Zi (Konfuzius)/Lunyu - Gespräche/Buch VIII/10. Gründe des Umsturzes - Zeno.org), resultiert vielleicht der Rat, daß man besser das aufständische Land verlasse.
    Das andere will ich jetzt nicht mehr so ausführlich besprechen, da das mit dem sichtbar versus verborgen schon klargestellt wurde.
    Nur zum letzten noch: Hier scheint nahegelegt zu werden: Die Verhältnisse in einer geordneten staatlichen Gesellschaft sind durchaus gerecht oder gerechtfertigt; in einer ungeordeneten hingegen nicht; wer sich in letzterer bereichert, tut dies zu Unrecht.

    Ich würde dir vielleicht mal empfehlen, wenn du dich mit dem Thema weiter beschäftigen möchtetst, dir doch irgendeinen Kommentar oder so zu besorgen, irgendeine Sekundärliteratur.
     
  3. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Klick dich mal durch die von Google gefunden Foren: Philosophieforum - Google-Suche
    es wird, was für dich dabei sein. Viel Erfolg und melde dich mal wieder, wenn es um eine philosophiegeschichtliche Frage handelt!
     
  4. Paullus

    Paullus Neues Mitglied


    Ich lese gerade ein Buch über Konfuzius und dort kommt dieses Gespräch vor und da geht es über den Junzi und was mich dabei überraschte war, dass Konfuzius meinte, dass der Junzi sich in die Politik einmischen sollte besonders in Notzeiten
     
  5. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    Und meine Frage war noch was ist der unterschied zwischen einem aufständischem und ungeordnetem staat ist unordn8ung nicht gleich aufständisch?
     
  6. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    Ind da steht man darf kein gefährdetes land betreten - was ist mit soldaten und was meint er mit wenn unter dem himmel ordnung herrscht sichtbar werden was meint er damit die ganze welt oder nur ein land.

    und was meint er jetzt mit verborgen was ist der unterschied zwischen ungeordnet und geordnet für einen einfachen arbeiter deshalb meinen diese verse den edelen (Junzi) und da wäre noch meine ursprüngliche frage:

    sollte der junzi nicht in einem ungeordnetem land versuchen die regierung in seine hand zu nehmen und ordnung wieder herstellen
     
  7. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Der Junzi scheint zur Fürhrungsschicht zu gehören - vgl. Junzi - Wikipedia, the free encyclopedia auch wenn die Wikipedia-Administration nicht ganz zufrieden damit ist.

    Unabhängig davon, was vielleicht Konfuzius an anderer dazu zu sagen hätte. Hast du dir schon einmal überlegt, daß du vielleicht auch einfach anderer Meinung sein könntest als dieser Weise? So könntest du einfach finden, daß der Junzi ein aufständisches Land, ob untergeordnet oder nicht, eben ordnetn sollte; nur solltest du dir wenigens eine Begründung zurecht legen. Wenn du findest, daß Konfuzius, diese Auffassung hätte vertreten sollen und du in seinem Werk diese Auffassung in der Tat nicht vertreten findest, solltest du auch das irgendwie begründen, z. B. indem du Arguemnte beibringst, daß es innerhalb der Lehre von Konfuzius, oder des Meisters, den dieser zitiert, durchaus mehr Sinn machen würde.

    1. Ich sehe wirklich keinen Grund anzunehmen, in Aphorismus VIII 13 würde ein Jun zi angesprochen.
    2. Ich denke er bezieht sich auf ein Land, nicht auf die ganze Welt!
    3.

    Dine Fragen können hier anscheinend nicht so beantwortet werdn, wie du es gerne hättest; vielleicht solltest du mal nach einer VHS Ausschau halten, die vielleicht einen Gesprächskreis über Konfuzius anbietet oder in einer Lokalzeitung/-zeitschrift eine Anzeige aufgeben, daß du einen solchen suchst.
     
  8. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    was ist eine vhs
     
  9. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

  10. Paullus

    Paullus Neues Mitglied


    Meinte Konfuzius jetzt damit, dass der Mensch selber anfangen könnte da mitzumachen oder in gefahr kommt.
     
  11. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    Bitte beantworte mir nur das muspili oder ein anderer der glaubt zu wissen was er damit meint (Muspili)

    brauche schnell antworten, ich weiß eh dass ich nerve aba trotzdem
     
  12. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    @Paullus
    Die philosophische Auslegung von religiösen Schriften ist nicht das Gebiet von Geschichtsinteressierten.
    Vielleicht hilft das ZK der Kommunistischen Partei Chinas weiter. Laut Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt sollten die sich in Konfuzianische Partei umbenennen.
    Interview: Helmut Schmidt über China, Konfuzius und Kommunismus
     
  13. Muspilli

    Muspilli Aktives Mitglied

    Das war zumindest meine Vermutung, die mir meine vergleichende Online-Lektüre der Schrift nahegelegt hat. Aber das ist, um HURVINEKs Formulierung aufzugreifen, eine philosophische Auslegung.
     
  14. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    Lunyu auf originalsprache

    gibts im internet auch eine seite wo das lunyu auf chinesisch aufgelistet ist
     
  15. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  16. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    gibt es nicht auch irgendwelche seiten, wo man die chinesische schrift in form des deutschen alphabets lesen kann: Beispiel Ni hao, so kann ich es auch lernen und so möchte ich es gerne haben, wenn jemand eine seite dazu kennt.
     
  17. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du meinst also chinesische Sprache in deutscher bzw. lateinischer Schrift. Ich glaube nicht, dass sich jemand die Mühe macht so einen Text zu transkribieren, denn wer die chinesische Sprache kann, kann sie in der Regel auch lesen und bedarf solcher Hilfsmittel nicht.
    Meiner bescheidenen Kenntnis über die chinesische Sprache nach, kommt noch ein weiteres Problem dazu: Im Chinesischen ist die Tonhöhe [FONT=&quot]♫[/FONT] bedeutungstragend. Dies kann in der Transkription kaum dargestellt werden (wobei sicher Systeme denkbar wären). Ich könnte mir aber vorstellen, dass chinesische Schriftzeichen mit identischem Klang aber unterschiedlichen Inhalten dieses Probleme für das Chinesische aufheben. *
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2009
  18. Paullus

    Paullus Neues Mitglied

    genau aber nicht im heutigen sondern im damaligen chineisch in lateinischer schrift
     
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  19. Jemand

    Jemand Gast

    In den gängigen Systemen ist es kein Problem, die Tonhöhen darzustellen. Das geht mit ganz wenigen Zusatzzeichen wie etwa Akzenten. Das Beispiel "ni hao" wird korrekterweise "nǐ hǎo" geschrieben, wenn man das heute wohl verbreitetste System "Hànyǔ Pīnyīn" benutzt.

    Allerdings gab es diese Tonhöhen im Chinesischen zur Zeit des Konfuzius noch gar nicht.

    Das würde mich auch sehr interessieren, aber so weit ich weiß, gibt es so etwas leider nicht.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 7. März 2009
  20. Jemand

    Jemand Gast

    Also, Paullus schreibt sich korrekterweise mit zwei l.

    Mit den Satzzeichen hast Du allerdings recht, ein paar Punkte oder Fragezeichen zwischendurch wären schon manchmal hilfreich hilfreich.


    "Unter dem Himmel" meint sicher nicht nur ein bestimmtes Land, sondern grundsätzlich die ganze Welt.

    Mir ist nicht ganz klar, was in diesem Abschnitt als Frage und was als Aussage gemeint ist, daher möchte ich El Quijotes Anregung mit den Satzzeichen noch einmal unterstreichen.

    Das hieße also, mittels eines Putsches nach der Macht zu greifen? So etwas macht ein junzi nicht...

    Vielleicht könnte dieser Satz so gemeint sein (nur eine Mutmaßung von mir):
    In einem Land, wo Korruption herrscht, ist es für einen junzi eine Schande, zu den Reichen und Mächtigen zu gehören. In so einem Land hält sich der junzi lieber "verborgen", d. h. lebt in Armut und Niedrigkeit.
     

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