Konstantinopel-1453

Dieses Thema im Forum "Das Osmanische Reich" wurde erstellt von JanitSchar, 30. Oktober 2005.

  1. JanitSchar

    JanitSchar Neues Mitglied

    Huhu :winke: :winke: ,

    könntet ihr vielleicht Informationen über die Konstantinopels hier aufsammeln

    -Belagerung
    -Taktic
    -Armeen (Stärke,Anzahl)
    -Beteiligte Staaten( Verbündete Hilfstruppen vielleicht?)

    Als Türke weiss ich natürlich bisschen was davon , aber will mehr wissen :D

    Mit Freundluchem Gruß! :rolleyes:
     
  2. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Selam JanitSchar,
    bist du von der neuen Truppe?:cool:
    Erst mal der Gruss, die Frage lässt sich bestimmt erörtern!
    Oder hatten wir die Frage schon?
    Grüsse Seldschuk!

    P.S.: Noch wach oder gerade aufgestanden um das Fasten zu beginnen?:yes:
     
    Zuletzt bearbeitet: 30. Oktober 2005
  3. hyokkose

    hyokkose Gast

  4. Suedwester

    Suedwester Gast

    Off Topic: Äh, waren die Janitscharen nicht eher "Beutetürken"? ;)
    Bye, Suedwester, der je nach Standpunkt auch nicht aus dem Südwesten ist
     
  5. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    :cool: Cooler Spruch! Erinnert mich aber an dunkle Seiten des dritten Reiches, aber er ist voll zutreffend! =)
     
  6. ALKIBIADES

    ALKIBIADES Neues Mitglied

    http://www.netzwelt.de/lexikon/Belagerung_von_Konstantinopel_(1453).html


    Empfehle dir noch das Buch von Steven Runciman,"Die Eroberung von Konstantinopel". Alle Quellen der Zeit stimmen überein,dass die Belagerten trotz hoffnungloser Unterzahl heldenhaft gekämpft haben.200.000 Truppen auf der einen,7.000 auf der anderen.Kaiser Konstantin Palaiologos war für mich einer der heldenhaftesten Gestalten der Byzantinischen Geschichte.Und vor allem kein knabenliebhaber wie sein Gegner...;)
     
  7. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Stimmt, laut Matuz ("das Osmanische Reich - Grundlinien seiner Geschichte")
    ist Mehmet der II wohl pädophiler Natur gewesen, dies jedoch zu einen erheblichen Maße aus Staatsräson, um den Intrigen der Haremsdamen zu entgehen!
    Außerdem dürften die Vorfahren des letzten byzantinischen Kaisers Mehmet spalier gestanden haben. Lustknaben waren im Hellenismus sehr beliebt? :still:
    Da fällt mir ein Sprichwort ein:
    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen :yes:
     
  8. ALKIBIADES

    ALKIBIADES Neues Mitglied

    Lustknaben waren im Hellenismus in der Tat beliebt.Aber auch in der Welt des Nahen Ostens und später des Islam.Diese Tatsacge macht pädophlie Neigungen jedoch nicht weniger verachtenswert.Da stimmts du mir doch hoffentlich überein.:)
    Ansonsten finde ich die Person Mehmeds auch interessant,weil er im Jahr 1451,kurz nach seiner Thronbesteigung,byzantinischen Gesandten gegenüber, auf den Koran schwor,die Stadt nicht anzugreifen.Tja,ein Mann,ein Wort.:grübel:
     
  9. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Das war aber die übliche osmanische Poltik gegenüber seinen Gegnern. Wenn sie sahen, dass ein schneller Sieg an einer Front nicht bevorstand, dann wurde kurzer HAnd ein Waffenstillstand ausgehandelt, um die Kräfte an anderen Fronten zu konzentrieren. Also fuhr man sich nicht an einer Front fest.
    Im übrigen bin ich mir ziemlich sicher, dass der Schwur Mehmets auf den Koran nicht sonderlich ernst genommen werden konnte(schon gar nicht von Christen). Wenn der letzte Basileus das doch getan hatte, würde mich das doch sehr wundern, denn das Brechen von Versprechen war ja durchaus üblich im O.R.! Übrigens kein Privileg der Osmanen!
    Desweiteren bin ich davon überzeugt, dass der Hellenismus, im Altertum, auf den Nahen Osten grösseren Einfluss hatte als umgekehrt. Also woher wird die Vorliebe für Lustknaben herrühren? Ich zumindest habe zuerst von Lustknaben in Griechenland gehört, als denen im Nahen Osten! :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2005
  10. ALKIBIADES

    ALKIBIADES Neues Mitglied

    Du führst also die Vorliebe orientalischer Emire und osmanischer Paschas auf Lustknaben auf den hellenismus zurück?Bischen weit hergeholt.Ich glaube diese Neigungen gab es immer in der Geschichte der Menschheit.Der Hellenismus hat sie nicht eingeführt.
    Ansonsten finde ich die Person Mehmeds als eindeutig überbewertet.Er hatte bloss Glück,zur richtigen Zeit Sultan zu werden.Mit solch einer Übermacht und Kanonen dazu,wäre es sogar Cem Özdemir (ja der Grünen Politiker!:D ) gelungen die Stadt einzunehmen.Konstantinopel war zu diesem Zeitpunkt ein Schatten seiner Vergangenheit,mehr nicht.Die mikrige Einwohnerzahl von 50.000 sagt alles aus.Zum vergleich:um das Jahr 1000 lebten fast 800.000 Einwohner in der Stadt!
    Ich halte nicht viel von Herrschern die ihren schwur nicht halten.Ein Sultan von der Grösse Saladins zb würde nie einen Schwur ableisten,um diesen in Folge zu brechen.;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 2. November 2005
  11. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Hat auch niemand behauptet, ich sage nur das der Hellenismus im Altertum den Nahen Osten mehr beeinflusst hat als umgekehrt! :still:

    Wie dem auch sei, Mehmet hat den goldenen Apfel gepflückt!
    Und ich bin ziemlich sicher das Cem Özdemir eher die Friedenspfeife mit den Byzantinern geraucht hätte!:p

    Wie gesagt dies ist kein Privileg des Osmanen! :D
     
  12. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Kinders, jetzt hört mal auf. Der "Goldene Apfel" war zu der Zeit schon mehr als verfault... Die großen Zeiten von Byzanz waren schon lange vorbei, so wie Westrom der germanischen Überzahl unterlegen ist, so ist Byzanz einfach der Übermacht aus dem Osten erlegen. Wobei zu bemerken ist, dass ein weiterer wichtige Grund für die fehlende Widerstandskraft die permanenten Bürgerkriege der Romaier waren... Wer nichts besseres zu tun hat als sich permanent gegenseitig zu kloppen und dazu massenweise turkmenische Söldner einläd, der hat auch nichts besseres verdient! (Jetzt mal 1204 außer Betracht gelassen!) Das das Haus Osman dies ausgenutzt hat, ist doch klar... Hätten die byzantinischen Kaiser das etwa nicht gemacht ?
    Sich hier über die sexuellen Vorlieben der jeweiligen Herrscher zu unterhalten, ist sicherlich einen eigenen Thread wert... Wir werden jedoch feststellen, dass sich niemand was schenkt. Egal ob Hellenen, Römer, Osmanen, Türken, etc., etc. ...
    Ich habe übrigens letztens dieses Buch "Das Osmanische Reich" von Majoros und einem weiteren deutschen Schriftsteller gelesen, da gibt es etliche interessante Anekdoten. Das alles ändert aber nichts über die kluge und effiziente Eroberungspolitik des Hauses Osman! Auf deutsch gesagt...egal wie schwul der eine oder andere war, kluge, rationale und effiziente Herrscher waren sie alle Male...zumindestens in der Blütezeit des Reiches. Später natürlich nicht.
    Soviel mal von einem Romaier.

    Mike Hammer
     
  13. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Individuelle Umstände haben immer zum Untergang einer Macht geführt! Deswegen sollte man die Leistungen des Gegners nicht schmälern! Die Mauern Konstantinopels galten bis dato als unüberwindbar. Gut die Osmanen hatten ja auch mächtige Kanonen, trotzdem war und ist diese Stadt auf zwei Kontinenten etwas besonderes! Hier schlägt auch heute noch das Herz der Türkei!
    Aber wie gesagt das ist Geschichte. Heute müssen die Griechen und Türken sich um einen Ausgleich bemühen. Also in diesem Sinne: Friede sei auf dir, Du alter Grieche! =)
     
  14. Andronikos

    Andronikos Neues Mitglied

    Wie kam es dann zu der Eroberung 1204 und der Rückeroberung 1261? So ganz unüberwindlich waren sie also doch nicht, auch wenn es jeweils spezielle Umstände gab. Aber gibt es die nicht immer?
    Die Eroberung 1453 wäre jedenfalls auch ohne Kanonen möglich gewesen. Dazu gab es einfach zu wenige Verteidiger in der Stadt.
     
  15. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Sicher. Die beste Mauer nützt nichts, wenn man Kanonen einsetzt.
    Und 6000 Verteidiger gegen 150.000 Angreifer ist doch ein gewaltiges Mißverhältnis. Ich habe mich eher gewundert, dass die Byzantiner überhaupt solange den Angreifern widerstanden haben...

    P.S. Die Eroberung 1204 fand nur statt, weil die Romaier mal wieder in einen Bürgerkrieg verstrickt waren... die Rückeroberung war ein Coup, die Polis war praktisch unverteidigt, da die Lateiner mit ihrer Armee nicht in der Stadt waren. Wenn ich mich recht erinnere wurde die Polis durch lediglich 300 Reitern Nikeas zurückgewonnen. Von einer echten Belagerung kann nicht nicht die Rede sein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. November 2005
  16. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Stärke der Mauern von Byzanz war in der Tat sprichwörtlich und hielt Feinde über 1000 Jahre fern. Auch die Kreufahrerflotte erreichte die Eroberung Konstantinopels im Jahr 1204 nur dadurch, dass der Thronprätendent floh, Kaiser Isaak von den Einwohnern aus dem Gefängnis befreit wurde und die Tore öffnete. Unglücklicherweise hatten weder Isaak noch sein Sohn, der neue Mitkaiser, das Geld, das man den Kreuzfahrern versprochen hatte. So gab es einen Putsch der Kreuzfahrer, die sich mit ihrer Flotte bereits im Hafenbecken der Stadt befanden. Die gewaltigen Stadtmauern spielten dabei keine Rolle und musten auch nicht überwunden werden.

    Die Rückeroberung Konstantinopels durch die Byzantiner erfolgte ebenfalls unter Umgehung einer Eroberung. In einem Überraschungsangriff konnte Alexios Strategopulos am 25. Juli 1261 die Stadt fast ohne Widerstand nehmen. Einen Monat später hielt Kaiser Michael VIII. seinen triumphalen Einzug in Konstantinopel.

    Richtig eng wurde es erst im Jahr 1453. Zwar waren die Verteidigungsanlagen von der Landseite her gewaltig und die strategische Lage zur See, d.h. am Goldenen Horn, außerordentlich günstig. Doch hatten die Türken den Vorteil der besseren Technik. Die gewaltige Rüstung, die Mehmed II. aufgebaut hatte, stützte sich vor allem auf eine unerhört starke Artillerie. Als es den Belagerern zudem gelang, die am Goldenen Horn eingerichtete Kettensperre zu überwinden, indem sie Schiffe über Land in den Meeresarm zogen und nun von zwei Seiten her angreifen konnten, gab es für die nur 7000 (sic!) Verteidiger keine Hoffnung mehr.

    Zwar wurden die Schäden, die durch den Artilleriebeschuss an den Befestigungsanlagen entstanden waren, durch den Bau von Palisaden vorübergehend ausgebessert, aber der Ansturm der Türken konnte nicht mehr aufgehalten werden. Als am 29. Mai 1453 die Janitscharen durch eine Bresche die Mauern überwinden konnten, war die Stadt gefallen.

    Die Nachricht von nur 7000 Verteidigern darf nicht zur Annahme verleiten, die Eroberung Konstantinopels sei ein Kinderspiel gewesen. Immerhin brauchte Mehmed II. trotz drückender Überlegenheit eine Belagerungszeit von 7 Wochen, bis er die Stadt einnehmen konnte. Eine Mauer lässt sich bekanntermaßen mit einem Bruchteil der Angreifer verteidigen.

    Dennoch fragt man sich aus heutiger Sicht, warum Mehmed II. Konstantinopel nicht einfach aushungerte - der Belagerungsring war ja undurchlässig - bis ihm die Stadt mangels Lebensmitteln von selbst in den Schoß fiel. Ich denke mir, dass er es vielleicht nicht mit seiner Ehre als Krieger vereinbaren konnte, die berühmte Stadt auf diese Weise zu erringen.
     
  17. Mike Hammer

    Mike Hammer Neues Mitglied

    Lieber Dieter, sehr schön zusammengefasst !
    Zum letzten Absatz: 150.000 Mann müssen verpflegt, bezahlt und unterhalten sein... Seuchen, etc. waren für die Belagerer ja schon immer eine größere Gefahr als die reinen Kampfverluste. Im übrigen konnte Mehmed II. nicht wirklich sicher sein, dass der Westen nicht doch Verstärkung bringen würde.

    Ich kann mir daher gut vorstellen, dass eine schnelle Eroberung für die Osmanen vor Vorteil war. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass Kampfesehre irgendeine Rolle hierbei gespielt hat.
     
  18. Philippos II

    Philippos II Neues Mitglied

    Hallo Hammer! ( Εισαι Ρωμιος ; Ελλην ; :winke: )

    Stimme dir bei deinen Ausführungen zu, bin jedoch der Ansicht, dass die Kampfesehre " durchaus eine Rolle gespielt haben könnte.

    Ich lese gerade ein Buch über Sozialpsychologie, in dem ein kurzer Vergleich zwischen Gefangenen im Koreakrieg geschildert wird. In einem Bericht der Rotchinesen wird erwähnt, dass unter den 229 Türken sich kaum einer der Kollaboration ( unter Foltereinfluß und versuchter Gehirnwäsche ) schuldig machte. Außer der eventuellen Sprachhemmnisse und anderer Faktoren, wird u.a. die Frage gestellt, bzw. Mutmaßungen angestellt, ob dieses Verhalten nicht auch andere Gründe hatte: " [...]kann der kulturelle Hintergrund ausschlaggebend gewesen sein; die Tugend der `Härte´spielt nämlich in der türkischen Kultur eine große Rolle."
    Leo Mann, Sozialpsychologie, S. 27

    Für mich sind " Tugenden ", wie Härte, mit Formen des Ehrgefühls durchaus verknüpfbar. Ich halte es also für möglich das diese Einstellung auch vor den Mauern der Stadt wirksam gegriffen haben könnte. Man wollte die Stadt als "Krieger" stürmen, und nicht aushungern lassen.

    Nur meine bescheidene Meinung.


    Gruss

    Philippos
     
  19. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die praktischen Betrachtungen ( Seuchen, Moral etc.) sind bestimmt wichtig, stimme aber auch zu, dass für einen Herrscher die "historische" (moralisch-propagandistische) Seite doch bestimmt wichtig ist. Besonders beim Führer einer kriegerischen Gesellschaft, wo die eigene Stellung (des Herrschers) auch gehalten und gefestigt werden muss.
     
  20. Seldschuk

    Seldschuk Aktives Mitglied

    Da hast Du recht! Mehmet hätte von Schiffen aus die Türme der Mauern erklimmen müssen, so wie die Kreuzfahrer 1204, allerdings weiss ich nicht ob, der neue Kaiser wirklich die Mauern geöffnet hat - der erst kurz vorher aus dem Kerker gelassen wurde - so dass die Kreuzfahrer in die Stadt eindringen konnten. Bei Wiki habe ich gelesen einige Ritter haben sich durchgeschlagen und unter grossen Anstrengungen soll ein Tor von den Kreuzfahrern geöffnet worden sein? Wie dem auch sei! Ohne Kanonen wäre es sicherlich schwerer gewesen, aber letztendlich haben sich die Janitscharen aber auch nicht durch eine der Breschen, welche durch die Kanonen geschlagen wurde, Zugang zur Stadt verschafft, sondern durch ein offen gelassenes Tor.
    Ironie des Schicksals??? :)

    Ich denke das Seuchen bei den Osmanen eine untergeordnete Rolle spielten, denn der Gebetsritus erfordeterte fünfmalige Ritualwaschungen am Tag - und ohne jemanden Beleidigen zu wollen, war die islamische Welt der christlichen in Hygiene wohl voraus.

    Ich meine zu erinnern, dass Mehmet II schon einmal Konstantinopel erobern wollte, dann aber die Belagerung aufgeben musste - und zwar in seinem kurzen Intermezzo 1444. Danach nahm sein Vater ja wieder das Zepter in die Hand und erst mit seinem Tod wurde er Sultan.

    Istanbul war sein Traum, wenn er Weltmacht sein wollte musste er diese Stadt sein eigen nennen können. Konstantinopel war Prestigeobjekt. :winke:
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. November 2005

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