Kürschner, Weber, Bäcker, Buchdrucker

Dieses Thema im Forum "Alltag im Mittelalter" wurde erstellt von Leo X., 11. August 2011.

  1. Leo X.

    Leo X. Neues Mitglied

    Ich wollte hier mal eine kleine Sammlung mit mittelalterlichen Berufen anlegen. Jede Beschreibung sollte folgende Informationen erhalten: Beruf (am besten mit Zunftwappen), Werkzeuge, Entstehung (wann die Zünfte gebildet und die Berufe gefördert worden sind), Produkte, Rohstoffe, Verarbeitung und Besonderheiten/Anmerkungen.

    Kürschner

    Werkzeuge:
    Schere
    Stift
    Ledernadel
    Zwirn
    Lineal
    Kreide
    Streckholz
    Nahtglätter
    Kürschnermesser
    Pelzkamm

    Entstehung:
    Basel 1226
    Breslau 1273
    Braunschweig 1277
    Berlin 1280
    Köln 1303

    Produkte:
    Rauchware (Pelzmäntel, Hüte, Kragen, Besätze, Pelzfutter, Mützen, Handschuhe, Handwärmer (Muff))

    Rohstoffe:
    Rohpelz und -fell (Schaf, Lamm, Hasen, Kaninchen, Fuchs, Dachs, Hamster, ltis, Otter, Wolf, Bär, Luchs, Zobel, Wolf, Feh (Eichhörnchen), Biber, Nerz, Hermelin, Zobel, Marder, Reh, Ziege)

    Verarbeitung:
    Rohfelle (Balg) wurden vom Kürschner erst gewalkt (der Geschmeidigkeit wegen), dann in Salzlauge gelegt, gespült, von Fleisch- und Fettresten befreit, getrocknet, glattgereckt, gefettet und noch einmal gewalkt. Danach wurde der "gar gemachte" Pelz gekämmt und alle Pelze der gleichen Art geblendet (auf einen einheitlichen Farbton gefärbt).

    Besonderheiten/Anmerkungen:
    An dem Pelz, den eine Person trug, konnte man den Reichtum und den Stand dieser Person erkennen. Die teuersten und edelsten Pelze (Hermelin, Nerz, etc.) waren alleine den Fürsten vorbehalten. Feh (russisches Eichhörnchen; importiert) konnten sich nur die reichsten leisten, da es von so hoher Güte und dementsprechend teuer war.
    Die Pelzsaison begann mit der Fellreife im Frühwinter (Oktober) und endete mit dem Fellwechsel im Frühjahr (Februar). Die übrige Zeit des Jahres wurde für die Herrichtung und Verarbeitung der Pelze genutzt.
    Des Gestankes wegen durften Kürschnereien nur am Stadtrand errichrtet und betrieben werden; nichtsdestotrotz brachten es die meisten Kürschner zu enormem Reichtum und Ansehen und wurden sogar für ratsfähig erklärt.
     

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  2. Leo X.

    Leo X. Neues Mitglied

    Meine Intention ist, hier ein Kompendium zu erschaffen. Über verschiedene Berufe und vor allem Zünfte im (F-, H-, S-)MA. Diskutiert werden kann natürlich auch, warum z. B. der Weber als unehrlicher Beruf galt oder wann der Beruf des Abdeckers entstand und warum (als kleine Anregung).
     
  3. geschichtsfan07

    geschichtsfan07 Neues Mitglied

    Ach echt? Warum denn das? :confused:
     
  4. Leo X.

    Leo X. Neues Mitglied

    Tja, das könnte man eben hier diskutieren... ^^ (aber stimmt wirklich, ja).
     
  5. Vercingetorix01

    Vercingetorix01 Gesperrt

    Mich würde Deine Antwort auf die Frage von geschichtsfan07 aber auch interessieren ;).
     
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  6. Ailynn

    Ailynn Neues Mitglied

    Mich würde zu den verschiedenen Berufen auch interessieren, welche Berufskleidung die Handwerker getragen haben.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Zu welchem Zeitpunkt genau?
     
  8. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Im Schnitt sind mir noch keine Unterschiede vorgekommen. Man trug natürlich Schürzen und dergleichen im jeweils angebrachten Material.
     
  9. Repo der Aimat

    Repo der Aimat Gesperrt

    Die Handwerkerschürzen waren noch bis Ende der 50er des letzten Jahrtausends weit verbreitet.
    Am längsten trugen die wohl die Glaser. Bis in die 70er Jahre meiner Erinnerung nach.

    Aber vom Mittelalter ist dies weit weg.

    Ich könnte mal bei den diversen Abbildungen nachsehen, (Spätmittelalter, frühe Neuzeit gibt es viele) aber über die Schürze hinaus würde ich "freihändig" weitere "reine" Arbeitskleidung eher verneinen.
     

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