Kunst der Geisteskranken (Prinzhorn-Sammlung)

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von Arne, 4. Mai 2006.

  1. Arne

    Arne Premiummitglied

    Ich interessiere mich auch für die Kunstwerke von Geistesgestörten. Teilweise fabelhafte Dinge (im guten Sinn) darunter, aber auch echt "schräge" Teile :

    Aus der Einladung für die neue Sonderausstellung im Herbst:

    Der Luftwebstuhl und andere gefährliche Beeinflussungsmaschinen
    Wer kennt nicht das Gefühl, fremdbestimmt zu sein, beobachtet und kontrolliert von anderen, von Fernsehen, Werbung, Internet und Mobilfunk etwa? Der Schritt scheint klein zum Glauben an jene Beeinflussungsapparate, die zuweilen in den Wahnwelten von psychisch Kranken auftauchen. Im Zentrum der Ausstellung steht ein fast raumsprengender "Luftwebstuhl" (Air Loom). Der Londoner Künstler Rod Dickinson hat ihn 2002 nach Zeichnungen und Beschreibungen von James Tilly Mathews (um 1770-1815) gebaut, einem Patienten der Londoner Anstalt Bethlem: Die von einer üblen Bande bediente Maschine soll mit Hilfe eines stinkenden Luftstroms das Denken vieler Menschen kontrolliert haben. Sie bildet den Ausgangspunkt für eine Geschichte solch phantastischer Apparate.

    Sammlung Prinzhorn, Psychiatrische Universitätsklinik Heidelberg.
    26.10.06 bis März 2007
     
  2. Mummius Picius

    Mummius Picius Premiummitglied

    Eugen Egner, den ich sehr schätze und dessen Werk leider über die Verlage, Kleinverlage und das restliche Universum verstreut ist, hob auch häufig die Bedeutung der Sammlung Prinzhorn hervor.

    Ein weiterer Eintrag auf meiner "Muss ich sehen" Liste.:yes:
     
  3. Leander

    Leander Neues Mitglied

    Ein interessantes Thema Arne.
    Diese Form der Kunst hat sich mittlerweile in der Kunstwelt etabliert, ist bei Sammlern sehr geschätzt und es werden hohe Preise für diese Kunstwerke und deren Reproduktionen erzielt.
    Es gibt weltweit viele Projekte in denen man diese Künstler fördert und ihnen Möglichkeiten zur Präsentation gibt.
    Interessante Werke findet man hierzu beim Googeln auch unter "Outsider Art" und "Art Brut" etc..
    In manchen Fällen verdienen die Künstler leider selbst nicht so viel daran bzw. müssen Angehörige die Werke nach deren Ableben sogar käuflich erwerben, da sie als Eingentum der Einrichtung/Institution gelten.

    Dennoch ist es wichtig, daß jemand ihrem Schaffen in der Kunstwelt einen Platz gibt.
    Es ist außerordentlich interessant sich die Werke in echt anzuschauen, wenn möglich die Künstler auch direkt in der Werkstatt/Atelier zu besuchen.
    LG
     
    1 Person gefällt das.
  4. Athene82

    Athene82 Neues Mitglied

    Ich finde das Thema auch äußerst spannend...inzwischen hat sich ja wirklich schon viel in Sachen "Outsider-Art" getan, es wäre dabei natürlich noch wünschenswert, dass NOCH mehr Leute endlich diese Form der Kunst kennenlernen - und auch zu schätzen wissen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 1. Oktober 2009

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